Comix-Online.com -- Rezis -- Panini Comics

Frank Miller bei DC

Inhalt:

Deutsche Comics

Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters
Der Dunkle Ritter schlägt zurück 1
Der Dunkle Ritter schlägt zurück 2
Der Dunkle Ritter schlägt zurück 3
Batman: Das erste Jahr
Ronin   

siehe auch Marvel:
Visionen 1: Daredevil 1   
Visionen 2: Daredevil 2   
Visionen 3: Daredevil 3   
Visionen 4: Spider-Man   
Visionen 5: Wolverine   

Daredevil Open House 2002   



Batman: Die Rückkehr des Dunklen Ritters    Cover
Panini (DC)
Preis: € 19,90
T: Miller
Z: Janson

Inhalt:US-The Dark Knight returns
Jahre ist es her, da gab es einen Ruck im amerikanischen Comic-Business und ursprünglich Totgeglaubtes erblühte erneut. Wesentlichen Anteil daran hatte neben den jungen Engländern ein Mann, der zwar in den USA geboren worden war, seine Jugend aber im Königreich verbracht hatte: Frank Miller! Nach der neuen Chance für Daredevil, den neuen Charakteren Elektra und Ronin, an denen übrigens jeweils auch Klaus Janson und Millers spätere Ehefrau Lynn Varley beteiligt waren, erhielt er die Chance, seinem prägenden Lieblingshelden neue Käufer zuzuführen und die Serie vor dem Abgleiten in die Bedeutungslosigkeit zu bewahren. Er erhielt den Auftrag, ein Batman-Abenteuer zu schreiben, dass Bruce Wayne nicht im alter von 30 Jahren zeigt, sondern als alten Mann. Während ein solches Sujet heutzutage fast alltäglich ist, war es damals fast revolutionär und so dauerte es bis 1986, doch dann erschien eine vierteilige Geschichte, die das Superheldengenre überhaupt revolutionieren sollte! (Das gilt im Übrigen auch für Deutschland, denn der Superheldenboom hierzulande war beendet und die Heroen wurden mehr schlecht als recht in kleinen Auflagen z. b. bei Hethke am Leben erhalten, doch dann kam Carlsen mit seinem Dunklen Ritter als Paperback, dem dann auch Superman und Vertigo-Bände folgten. Der Rest ist Geschichte!) Jetzt liegt dieser Klassiker in neuer Übersetzung (endlich) wieder vor! Batman hat sich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen, Comish. Gordon geht in seinen wohlverdienten Ruhestand und Gotham, die USA, ja, die ganze Welt ist anders geworden. Moderne Polit-Diktatoren beherrschen die Szenerie, neue Waffen, neue Schurken und neue Moden sind da. Eines hat sich aber nicht geändert: noch immer gibt es die kriminellen Freaks, die von selbst ernannten Experten als geheilt betrachtet werden und erneut zum Morden losgelassen werden. Um den Joker und Two-Face nicht ganz ungestraft agieren zu lassen, beschließt Bruce Wayne, den Dunklen Ritter zu reaktivieren. Mit dazu beigetragen hat Carrie, ein junges Mädchen, das eine typische Robin-Karriere durchläuft. Zwar gelingt es den Beiden, die Schrecken zu beseitigen, das Vigilantentum ist aber nicht mehr Konsensfähig. Clark Superman Kent wird ausgesandt, den letzten maskierten Rächer zu beseitigen; es kommt zum entscheidenden Kampf…

Kritik:
Mehrere Elemente machen diesen Comic zu etwas Besonderem: die - damals - neue Erkenntnis, das Superhelden selbst im Comic altern können, die Tatsache, dass die Zeit für Helden vorbei sein könnte, die Kolorierung der unheimlich vielseitigen Zeichnungen von Frank Miller durch Lynn Varley, ohne die der Dark Knight nie ein Erfolg geworden wäre, und die Stimmigkeit von Format, Stil und Farben zum jeweiligen Inhalt. Zudem merkt man dem Projekt an, dass es kein Schnellschuss war, mit dem ein monatliches Heft halbwegs sinnvoll gefüllt werden musste, es war über Jahre angedacht, geplant und diskutiert. Auch deswegen kam es in der Folgezeit zu einer Renaissance der vorher fast vergessenen Figur des BATMAN. Diese Neuausgabe beinhaltet zusätzlich ein Vorwort von Frank Miller zur amerikanischen Neuausgabe von 1996, eine Covergalerie und das Originalskript zum vierten Akt! Sollte es jemand geben, der dieses Teil noch nicht hat, so muss er zuschlagen, denn ohne diesen Meilenstein der amerikanischen Comicgeschichte ist vieles, was danach erschien nicht so recht nachvollziehbar. Wer die Carlsen-Ausgabe schon hat, kann trotzdem erneut zum Geldbeutel greifen, denn neben der Extras lohnt sich auch ein Blick auf die neue Übersetzung und eine Diskussion über das Thema, wie frei und modern eine Übersetzung sein darf.

-Bat- Note: 1



Der Dunkle Ritter schlägt zurück 1    Cover
Panini (DC)
Preis: € 7,95 (Erlangen-Variant € 10,00)
T: Miller
Z: Varley

Inhalt:US-The Dark Knight strikes again 1
Fünfzehn Jahre hat es gedauert, bis Frank Miller sich dazu durchgerungen hat, seinem Meisterwerk eine Fortsetzung angedeihen zu lassen. Im Comic-Universum sind dagegen nur drei Jahre vergangen. Es gibt seit Batmans Tod keine Superhelden mehr, selbst Superman wirkt nur im Verborgenen. Obwohl die Leser des ersten Teils wissen, dass der amerikanische Präsident bei der Atombombenexplosion gestorben ist, regiert er über die Medien munter weiter. Tatsächlich sind es aber Lex Luthor und Brainiac, die die Welt nach ihrem Gutdünken leiten. Batman alias Bruce Wayne hatte drei Jahre Zeit, seine Truppe unter ihrem General Carrie, der neuen Catgirl, zu trainieren und Pläne zu machen; jetzt ist die Zeit reif! Als erstes befreit die Truppe Atom, der von Luthor in einer Petrischale gefangen gehalten worden war. Clark Kent erkennt natürlich sofort, dass nur einer dahinter stecken kann und will Bruce dieses Mal wirklich töten!

Kritik:
Spannend, außergewöhnlich gezeichnet, stimmig auf den ersten Teil aufbauend, von den Medien gehypt und doch…doch will dieses atemlose Staunen, das einen beim ersten Teil befiel nicht aufkommen. Natürlich handelt es sich auch bei der Fortsetzung um einen Must-Have-Buy für Batmaniacs und Miller-Fans im Speziellen und für Freunde des anspruchsvollen Comics im Allgemeinen, denn Miller und Varley ziehen wieder alle Register ihres Könnens und wirbeln mit Anspielungen, Zitaten, Formatwechseln, Tempoänderungen nur so umher. Aber der Effekt des ganz Neuen, der fehlt natürlich!

-Bat- Note: 2+


Der Dunkle Ritter schlägt zurück 2    Cover
Panini (DC)
Preis: € 7,95
T: Miller
Z: Varley

Inhalt:US-The Dark Knight strikes again 2
Auch Wonder Woman taucht wieder auf und dem Leser wird klar, was den Comic-Mitspielern verborgen bleibt: Lex und Brainiac haben Superman und Wonder Woman in der Hand, da sie Themyscira bzw. Kandor als Geiseln halten und mit der Vernichtung drohen, sollten die beiden sich nicht absolut loyal verhalten. Währenddessen haben die Jungs und Mädels um Batman und Catgirl auch den Flash befreit und in der Bevölkerung einen neuen Modehype verankert: alle Welt trägt plötzlich wieder Kostüme und findet Maskierte geil. Natürlich kommt es zur Konfrontation mit der Regierung, die sich nicht scheut, Unbeteiligte und Zivilisten zu Tausenden zu gefährden oder gar zu töten. Jimmy Olsen hat derweil aufgedeckt, dass der Präsident nichts anderes als ein Hologramm ist, doch diese Tatsache ist so belanglos, dass er nicht einmal an der Verbreitung dieser News gehindert wird.

Kritik:
Wie schon beim Dunklen Ritter strotzt dieses Werk vor Anspielungen politischer Art und Kritik am (übertriebenen) American Way of Life. Miller und Varley halten sich aber mit eigenen Vorschlägen und Idealen weidlich zurück. Die Stilrichtungen dieses Comics werden noch breiter, experimenteller und erzwingen ein mehrmaliges Lesen, da einem sonst nicht einmal ein viertel der Inhalte auffällt.

-Bat- Note: 2+


Der Dunkle Ritter schlägt zurück 3    Cover
Panini (DC)
Preis: € 7,95
T: Miller
Z: Varley

Inhalt:US-The Dark Knight strikes again 3
Es kommt, da es sich hier um den letzten Teil handelt, natürlich zur Entscheidungsschlacht, die erneut auf ein Duell Superman vs. Batman hinausläuft. Tatsächlich ist dieses Prestigeduell aber natürlich nicht das einzige, ja, nicht einmal das Wichtigste Schlachtfeld, denn die Truppen kämpfen auf beiden Seiten an vielen Fronten gleichzeitig und nur das Zusammenspiel aller alten und neuen Helden (wie z. B. der neuen Supergirl, die schließlich Brainiac besiegt) kann das Gesamtergebnis bringen. Da dieser letzte Teil fast alle Haupt- und Nebenstränge zusammenführt, neue Perspektiven eröffnet und Geheimnisse wie z. B. die Identität des neuen Jokerdings enthüllt, solltet ihr das Teil auf jeden Fall (selber!) lesen!

Kritik:
Noch mehr grafische Spielereien, mit denen die beiden zeigen, was sie alles können. Meiner Meinung nach wäre Weniger Mehr gewesen, da mittlerweile das Grafische doch vom Inhaltliche ablenkt, aber das ist erstens Geschmackssache und zweitens Ansichtssache, welcher Komponente man das Schwergewicht zubilligen möchte! Als Fazit gilt das bereits zu dem ersten Band gesagte: Ein weit über dem Durchschnitt liegende Miniserie über einen weiter gealterten Batman, die voll von politischen Anspielungen und Kritik ist. Eine sehr ambitionierte und expressionistische Grafik, die ihresgleichen sucht. Ein Muss für Liebhaber anspruchsvoller Comicliteratur. Aber kein Meilenstein wie der erste Teil!

-Bat- Note: 3+



Ronin    Cover

Panini (DC)
Preis: € 25,95
T: Miller
Z: Miller

Inhalt:US-Ronin 1 - 6
Frank Miller allerorten und auch sein erstes Meisterwerk – Ronin – kehrt nach Deutschland zurück; dieses Mal bei Panini in einen Paperback im Originalformat und zu einem relativ günstigen Preis in neuer Übersetzung! Die Geschichte beginnt im 13. Jahrhundert; ein Samurai versucht seinen Herren gegen die Angriffe seiner Feinde, insbesondere des Dämonen Agat zu verteidigen und scheitert. Da er nicht den Weg wählt, seinem Leben ein Ende zu bereiten, sondern seinen Herren rächen will, wird er zum Ronin, einem Entehrten und Herrenlosen! Tatsächlich schafft er es, mit einem speziellen Schwert den Dämonen zu töten, doch aufgrund eines Fluches werden sowohl der Ronin als auch Agat in diesem Schwert gefangen und überdauern dort die Jahrhunderte, bis ein Laserbeschuss durch Forscher des 21. Jahrhunderts sie beide wieder befreit. Sie nehmen ihren Kampf wieder auf, indem sie in neue Körper schlüpfen. Das New York dieser Zeit ist ein verseuchter, kloakenhafter Müllhaufen wie man ihn etwa aus der Klapperschlange kennt. Alles überragend und beherrschend ist ein Computer namens Virgo, der sich klammheimlich von einem Computer zu einer echten KI gemausert hat und nun die Fäden zieht. Die neue Inkarnation des Ronin ist ein ganz spezieller Mensch, der keine eigenen Gliedmassen besitzt und seine kybernetischen Glieder mittels Gedanken steuern kann. Langsam zeigt sich, dass Billy – so sein Name – nicht nur seine Arme und Beine kontrollieren kann, sondern auch Gegner menschlicher oder maschineller Art in ihre Einzelteile zerlegen kann... Der Dämon Agat hat derweil den Chef des Industriegiganten übernommen, der die modernen Computer(anlagen) herstellt und bisher eindeutig gegen Rüstungsindustrie votiert hat. Jetzt scheint er seine Meinung geändert zu haben. Und dann ist da noch die Chefin der Abwehr, die nicht nur die Traumfrau von Billy war/ist, sondern auch die Jagd nach ihm koordinieren soll...

Kritik:
Eines der Meisterwerke des amerikanischen Comics, in dem Miller erstmals die Grenzen des Mediums neu definierte. Nie zuvor waren solche Bilder zu sehen und auch inhaltlich war die Verknüpfung östlicher Mythologie mit westlichen Dystopien nicht gerade üblich. Auf Deutsch erscheint die Saga erstmals im Originalformat und sollte eigentlich einer der Verkaufsrenner dieses sommers werden, denn sie gehört nun wirklich in jeden gut sortierten Comicschrank! Wahrscheinlich wird sie aber das Schicksal vieler Meisterwerke teilen, die dem Leser ein wenig mehr an Aufmerksamkeit abverlangen als die Dutzendware und Geheimtipp bleiben...

-Bat- Note: 1


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