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Aldebaran

Inhalt:

Deutsche Comics

Aldebaran 1   
Aldebaran 2   
Aldebaran 3   



Aldebaran 1    Cover
Die Katastrophe
Epsilon-Verlag (Dargaud)
Preis: € 8,80
T: Leo
Z: Leo

Inhalt:F-Aldebaran – Le Catastrophe
Nun also nach Trent gleich die zweite „neue“ Serie von dem in Frankreich sehr, hier kaum bekannten Leo! Gleichzeitig ist es auch für Epsilon Neuland, denn es ist kein Krimi und die Heldin hat keine roten Haare... Aldebaran ist eine auf 5 Bände angelegte Maxi-Serie, die zwar auf einem fremden Planeten spielt, sich ansonsten aber kaum von der momentanen Fantasy-Welle unterscheiden lässt, denn nicht die Technik oder der Weltraum spielen eine Rolle, sondern die Beziehungen von Menschen untereinander und zu ihrer Umwelt. Und dabei ist es zwar spannend, wenn es dem Leser unbekannte Wesen sind, es wäre aber nicht unbedingt notwendig. Eigentlich ist es eher wie eine klassische Abenteurer-Geschichte aus dem vorletzten Jahrhundert! Jedenfalls ist Aldebaran von den Menschen besiedelt worden, der Kontakt zur Erde ist aber vor längerer Zeit abgerissen. Die Geschichte beginnt in einem kleinen Fischerdorf. Die Helden des kommenden Abenteuers sind an der Schwelle vom Jugendlichen zum Erwachsenen und finden das leben in ihrem Dörfchen sterbenslangweilig. Wenigstens kommt passiert endlich mal etwas als ein Fremder durch das Dorf kommt und sie vor einer aus dem Meer drohenden Gefahr warnt. Als am nächsten Tag eine Journalistin aus der Hauptstadt kommt, und nach diesem Fremden fragt, bietet sich Marc Sorensen an, sie mit dem Boot in die nächste Stadt zu bringen. Von ihr erfährt Marc einiges über den Fremden, der von der Regierung gesucht wird, da er Informationen über etwas aus dem Meer zu haben scheint. Da das Meer seltsam reagiert und zu einer festen geleeartigen Masse gerinnt, verlassen die Beiden das Boot und laufen an Land. Dort treffen sie nicht nur auf die Familie Keller, sondern werden auch Zeugen einer seltsamen Manifestation auf dem Meer. Als ihnen kurze Zeit später Criss, so heißt der Fremde, über den weg läuft, müssen sie die Nachricht vernehmen, dass ihr Dorf vollständig zerstört worden ist und es keine Überlebenden gibt. Obwohl Marc eigentlich in Nellie, die ältere der beiden Kellerschwestern, verliebt ist, ergibt es sich, dass er sich mit Kim, der jüngeren auf den weg in die Hauptstadt macht. Auf dem weg in die erste Etappe, nämlich die nächste Stadt begegnen die Beiden nicht nur ihren eigenen Vorstellungen, sondern müssen sich auch mit der Fauna und menschlichen Raubtieren auseinandersetzen...

Kritik:
Zeichnerisch hat dieser erste Band noch die eine oder andere Macke, insbesondere im Mundbereich. Die Sache lässt sich aber sehr spannend an, die in der Umwelt verbratenen Ideen sind ganz nett und das Gesellschaftssystem eines Priester-Polizeistaates klingt auch ganz spannend! Auch die drohende ökologische Katastrophe tut ein Übriges, da nicht mit dem Zeigefinger gedroht wird, sondern das Ganze beruhigend weit weg passiert und uns deshalb gar nicht betrifft... Man kann dem kleinen Verlag und seinem rührigen Verleger nur wünschen, dass auch genügend Käufer erfahren, was an lesenswerten Comics aus den westlichen Nachbarlanden alles so auf deutsch erscheint!

-Bat- Note: 2


Aldebaran 2    Cover
Die Blonde
Epsilon-Verlag (Dargaud)
Preis: € 8,80
T: Leo
Z: Leo

Inhalt:F-Aldebaran – La Blonde
Auf dem Schiff, dass Kim und Marc in die Hauptstadt bringen soll, müssen die beiden schon wieder feststellen, dass sie einfach zu naiv, leichtgläubig und unerfahren (mit anderen Worten: zu jung!) für diese Welt sind. Aus der angeblich bezahlten Schiffspassage wurde ein Anheuern als Schiffsjunge und Kombüsenhilfe, deren Lohn bereits an den Vermittler gezahlt worden ist. Als Marc dann auch noch von der Kapitänsfrau „erwählt" wird und vor dem gehörnten Kapitän gejagt wird, springen beide von Bord. Zwar gelingt es ihnen, dass Ufer zu erreichen, die Hauptstadt ist aber wieder in weiter Ferne... Auf ihrer Wanderung treffen sie am Strand verschiedene Menschen, die ihnen weiterhelfen. Als jedoch auch Kim ihre ersten erotischen Erfahrungen machen will/soll, flippt Marc aus. Die beiden müssen feststellen, dass da gegen ihren Willen mehr zu sein scheint, als eine aufgezwungene Zweckgemeinschaft. In der Stadt sehen sie eine Frau, die sie bei Criss auf einem Foto gesehen haben als Gefangene. Es gelingt der Frau zwar, sich gegen ihre Bewacher durchzusetzen und zu befreien, sie wird dabei aber schwer verletzt. Marc hilft ihr zu fliehen und ist so von sich und der Situation fasziniert, dass er mit ihr zusammen flieht. Natürlich werden die Beiden von einem Zeppelin mit Priestersoldaten verfolgt...

Kritik:
Spannend geht es weiter. War im ersten Band eher die Interaktion und die Landschaftsbeschreibung wichtig, hält jetzt mehr und mehr das Actionelement Einzug. Leo schafft es aber, die Balance zu halten zwischen spannenden und die innere Entwicklung vorantreibenden Passagen, so dass weder Langeweile aufkommt noch das Gefühl aufkommt, gleich Arnie oder ähnliche Konsorten auftreten zu sehen. Die Meereswelt (überhaupt alle Naturphänomene) wird weiterhin zeichnerisch klasse rübergebracht, an den Mündern hapert es dafür. Aber das ist bei dem ansonsten guten Eindruck zu verzeihen!

-Bat- Note: 2


Aldebaran 3    Cover
Das Foto
Epsilon-Verlag (Dargaud)
Preis: € 8,80
T: Leo
Z: Leo

Inhalt:F-Aldebaran – La Photo
Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen, die allerdings für unseren Protagonisten zwar wesentlich, für den Leser allerdings eher langweilig gewesen wären, denn Marc sitzt immer noch ohne Prozess im Knast. Bei einem Arbeitseinsatz gelingt es Herrn Pad, die Wachen zu überwältigen; Mac kann fliehen. Endlich in der Hauptstadt angekommen, trifft er Kim wieder, die sich zu einer jungen Frau entwickelt hat und immer noch (schrecklich) in Marc verliebt ist. Sie ist sich allerdings zu stolz, diese Liebe dem blinden Marc zu offenbaren, der seinerseits aus Eifersucht über den Musiker, der ihm schon vor Jahren quer gelegen hatte, auf stur schaltet. Er muss feststellen, dass nicht alle Frauen nur Sex wollen, aber viele. Nichtsdestotrotz ist er nicht sicher, denn die Häscher des Priesters sind hinter ihm her. Auch Herr Pad hat seine Befreiung nicht ganz ohne Hintergedanken durchgeführt, denn er möchte von ihm Driss und Alexa auf Fotos identifiziert bekommen...Währenddessen ist Alexa von der ewigen Warterei auf ein ungewisses Ereignis vollständig abgenervt und hat Driss gerade soweit, dass sie abreisen wollen, als tatsächlich etwas passiert: Tausende von Gregoren schwimmen in die von ihnen beobachtete Bucht und dann sind sie nicht mehr da...

Kritik:
Durch den geschickten Schachzug mit dem langjährigen Knastaufenthalt kann Leo die Helden reifen lassen ohne unlogische Sprünge in Kauf nehmen zu müssen. Immer noch sind viele Handlungsstränge und Motive undurchschaubar und damit spannend. Das Artwork ist immer noch ein wenig zu rot, aber das mag auch ein Kunstgriff sein, um die Wirkung der anderen Sonne grafisch darzustellen. Ansonsten ist die Zeichenkunst Leos aber durchaus ordentlich und die Serie verdiente es, ein breites Publikum zu finden. Vielleicht könnte ja durch die Gleichzeitigkeit der Veröffentlichungen von Aldebaran und Trent zusätzliches Publikum gewonnen werden. Tipp!

-Bat- Note: 2


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