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Verschiedene

Inhalt:

Deutsche Comics

Das blaue Tagebuch - Anhang   
Fournier   
Franko-belgische Comicklassiker 3: Dan Cooper   
Der kleine Glücksbringer   
Merlin 2   
Die 1001 Nacht der Scheherazade   
Rote Ohren 37: Heisse Köpfe 23   
Toto - das Schnabeltier 2   



Das Blaue Tagebuch – Zeichnungen und Skizzen    Cover
Salleck Publications (Casterman)
Preis: DM 5,-
T: und Z: Juillard

Inhalt:
Das blaue Tagebuch ist eine wunderschöne Geschichte von André Juillard, die so schön ist, dass Eckart Schott mittlerweile die dritte Auflage gedruckt hat. Um diesen Erfolg zu feiern, besitzt diese einen Anhang mit Zeichnungen, Skizzen und einem bisher unveröffentlichtem Epilog, der die Entstehung des Werkes transparenter macht und für Fans ein nettes Schmankerl darstellt. Um aber allen Käufern der ersten beiden Auflagen das gleiche Vergnügen zu gönnen, gibt es den Anhang auch als Extraausgabe! Lobenswert!

-Bat- Note: 1



Fournier    Cover
Salleck Publications (Einzelrechte bei Dupuis)
Preis: DM 24,80 (Hardcover), 49,80 (limitierte Ausgabe mit signiertem Ex Libris)
T: und Z: Fournier

Inhalt:F-Spirou et Fantasio: La maison dans la mousse; Bizu; Les Crannibales
Jean-Claude Fournier war derjenige, der nach dem großen Franquin zunächst die Spirou und Fantasio-Serie weiterführte. Obwohl Fournier versuchte, die Serie langsam aber konsequent zu modernisieren und aktuelle Themen einzuführen, war das Publikum nicht gerade begeistert und so konnte das zehnte Album nicht mehr fertiggestellt werden. Um dem Leser wenigstens die fertiggestellten 5 Seiten nicht vorzuenthalten jetzt die deutsche Ausgabe der im französischen Original inzwischen als Portfolio erschienenen Kleinode. Dazu eine komplette schwarz-weiß Geschichte über den märchenhaften Bizu, der mit einem Pilz (namens Schwammerl) im Wald lebt und in dieser folge einem Mann seinen Mund wiedergeben muss sowie ein paar Seiten seiner neuen Serie „Die Kannibalen von nebenan“ in der das Ernährungsproblem einer Kannibalenfamilie geschildert wird. Von der letztgenannten Serie gibt es im Original schon mehrer Ausgaben, die allerdings leider noch einen deutschen Verleger suchen. Die auf 250 Exemplare limitierte Luxusausgabe enthält noch eine Grafik von Bizu.

Kritik:
Dankenswerter Weise präsentiert Eckart Schott von einem der Großen der klassischen franko-belgischen Schule einen aktuellen Überblick seines Schaffens. Die Ausstattung ist – wie immer in diesem Verlag – optimal und das Preis-Leistungsverhältnis hätte fast noch eine extra 1 verdient! Für alle Spirou-Fans sowie alle Liebhaber des klassischen Comics ein absolutes Sahneschnittchen.

-Bat- Note: 1



Franko-Belgische Comicklassiker 3    Cover
Die Abenteuer von Dan Cooper: Auf zum Mars
Salleck Publications (Ed. Lombard)
Preis: DM 24,80
T: Weinberg
Z: Weinberg

Inhalt:F-Cap sur Mars
Eins sei vorweg gesagt: dieses Abenteuer ist bis auf die ersten beiden und die letzten beiden Seiten uralt nämlich von 1960. Obwohl ansonsten jedes der Abenteuer des Kanadischen Piloten von den verschiedensten deutschen Verlagen veröffentlicht worden ist, wurde dieser Band jedes Mal außen vor gelassen, obwohl er der Abschluss des ersten Zyklus von SF-Abenteuern ist. Die Geschichte ist daher was das Technische angeht, liebevoll altmodisch und auch vom Künstlerischen her nicht auf der Höhe der Zeit. Sie ist aber unzweifelhaft ein Klassiker, der die Veröffentlichung alle Mal verdient hat! Zum Inhalt: Um das Weltraumjahr auch von kanadischer Seite aus zu feiern, soll auf der internationalen Weltraumausstellung ein Prototyp eines Luftfahrzeuges gezeigt werden, der der Vorläufer eines Marsraumschiffes sein soll. Pilot soll natürlich Dan Cooper sein. Zwar gelingt es Dan, die Erde mehrmals zu umkreisen, die Landung wird jedoch zu einem Fiasko, die maschine zerschellt. In einer zweiten Handlungslinie geht es um den Erfinder des Raketenantriebes, Mark Collins, der nicht aus Angst mehr fliegen kann. Cooper erkennt in ihm einen alten Waffenbruder und versucht ihm zu helfen. Währenddessen erfahren auch die „Samurai der Meere“ von dem neuen Antrieb und ihr greiser Lama beschließt, dass das Raumschiff und alle Pläne zerstört werden müssen, da die Menschheit noch nicht reif dafür sei. Wird es Cooper gelingen, Dan zu heilen? Er versucht zunächst, den Grund für die Blockade zu erkennen. Wird es den „Samurai“ gelingen, mit ihrem angriff auf die Air Base, die „Cosmos“ zu zerstören? Oder werden Cooper und seine Mannschaft zum Mars fliegen? Allein eins ist klar: Sollte der Start gelingen, wird auch die Landung gelingen, denn es folgten noch über dreißig weitere Abenteuer!

Kritik:
Schöne Ausgabe, die mit einem Vorwort, einen Interview mit Albert Weinberg und vier exklusiv für diesen band gezeichneten neuen Seiten daherkommt! An diesen ist übrigens sehr schön die entwicklung des Künstlers Weinberg zu erkenn, der seine statischen Paneele zugunsten von nicht mehr nur viereckigen aufgegeben hat. Wieder mal hat Eckart Schott gezeigt, was machbar ist, wenn man will. Nicht nur für Sammler von Dan Cooper ein seit langen Jahren herbeigesehntes Muss, sondern auch für Freunde des klassischen franko-belgischen Comics absolut empfehlenswert.

-Bat- Note: 2



Der kleine Glücksbringer    Cover
Salleck Publications/E. Schott Verlag
Preis: € 8,- Normal, 15,- Luxus
T: Beer
Z: Paape

Inhalt:
Fast jeder frankobelgische Comic-Künstler der etwas auf sich hält, hat eine Weihnachtsausgabe, in der besonders auf die Tränendrüse gedrückt wird. Diese kleine Geschichte in schwarz-weiß ist die von Eddy Paape und seiner Frau. Angelique ist ein kleines Mädchen, das auf der Straße lebt und als arme Bettlerin von den reichen Stadtkindern gedemütigt und verletzt wird. Sie ist zwar hungrig und alleine, aber edel, hilfreich und gut... Deshalb bringt sie ein gefundenes Kätzchen zurück zu ihren Besitzern. Sie muss aber feststellen, dass der Butler das Tier bereits kurze Zeit später erneut aussetzt. Wird sie es retten können...?

Kritik:
Sehr rührselig und schon ein wenig altbacken, aber nett. Eine nette kleine Geste von E. Schott an Eddy Paape, nicht mehr und nicht weniger. Die Normalausgabe im Kleinformat ist als Heftchen gebunden, die auf 100 Exemplare limitierte und signierte Luxusausgabe ist als Hardcover erschienen. Aufgrund des relativ geringen Preises das geeignete Mitbringsel für Comicsammler!

-Bat- Note: 2



Merlin 2    Cover
Merlin gegen den Weihnachtsmann
Carlsen (Dargaud)
Preis: DM 14,90
T: Sfar
Z: Munuera

Inhalt:F-Merlin contre le Pere Noel
Weihnachten nähert sich mit Riesenschritten; was liegt da näher, als Funnies mit einer Weihnachtsgeschichte weiterzuführen? Merlin ist ein kleiner Junge und will ein Mal ein großer Zauberer werden, seine Gefährten sind Schinken, ein in ein Schwein verzauberter Edelmann und Schnittchen, ein Oger. Die ganze Geschichte trieft vor Ironie und hinterhältigem Humor, bleibt aber immer Kind- (na ja, Jugend-)gerecht, etwa wenn gleich im ersten Panel ein kleiner Drache fragt, was denn Menschen seien, die kalten eckigen Dinger, die man in Cocktails tue und zur Antwort erhält, dass es eher die rosanen mit Haaren auf dem Kopf und einem Schniedel seien! Die Drei wollen jedenfalls den Weihnachtsmann sehen (und dafür fangen) und flössen ihm eher zufällig einen Zaubertrank ein, der aus dem kleinen, lieben und intelligenten Zwerg einen dummen, bösen und hungrigen Riesen macht. Natürlich müssen sie ihn einfangen, bevor er zu viele kleine Kinder verspeist. Auf der Ogerweihnacht kommt es zum Showdown, die in ihren Einzelheiten keineswegs vorweggenommen werden soll! Es endet natürlich gut, sogar sehr gut, denn der Weihnachtsmann erhält viele kleine liebenswerte Helfer, die sich an ihre Vergangenheit als Kinderfresser nicht mehr erinnern (wollen?).

Kritik:
Ein wunderschöner moderner Funnie, der zeigt, dass auch in diesem Genre, der immer so gerne dem reinen Kindercomic zugerechnet wird, böser Humor und sprühender Witz nicht fehlen müssen! Hoffentlich bleiben uns die beiden noch nicht einmal 30-jährigen noch ein Weilchen erhalten!

-Bat- Note: 2+



Die 1001 Nacht der Scheherazade    Cover

Carlsen/B&L (Editions Albin Michel)
Preis: € 12,00
T: Maltaite
Z: Maltaite

Inhalt:F-Les 1001 Nuits de Scheherazade
Wohl jeder hat schon das Eine oder Andere aus und über 1001 Nacht gehört. Je nach Alter der Zielgruppe ist die Geschichte mehr auf den ersten Teil der Nacht oder auf den zweiten ausgerichtet. Eric Maltaite gelingt es, beide Seiten zu ihrem Recht kommen zu lassen. Zwei Herrscher mussten feststellen, dass ihre Frauen sie sobald sie den Palast auch nur verlassen hatten, betrogen. Beide richteten darauf ein Blutbad an, König Schariar beschloss aber in Zukunft jede Nacht eine Jungfrau zu genießen, die - um ihn nicht betrügen zu können - am nächsten Morgen hingerichtet werden sollte. Scheherazade, ebenso klug wie schön, beschloss freiwillig, sich in die Fänge des Herrschers zu begeben, doch neben ihrer Kenntnisse der Liebeskunst wusste sie den Herrscher im zweiten Teil der Nacht mit einer unvollendeten Geschichte so zu fesseln, dass dieser den nächsten Abend kaum noch abwarten konnte.

Kritik:
Ein erotischer Comic, der zwar einerseits Männergewalt deutlich aufzeigt, Bewertungen aber ebenso wie Richtschnüre vermeidet. Maltaite will nur erzählen und nebenbei anregend zeichnen. Gelungen!

-Bat- Note: 2



Rote Ohren 37    Cover
Heisse Köpfe 23
Arboris (Arboris)
Preis: €
T: Di Sano
Z: Di Sano

Inhalt:NL-
Erotische One-Pager, die in etwa dem Niveau der Witzseite der Wochenend-Beilage des örtlichen Kaufhauses entsprechen. Viele Gags sind halt altbekannt, werden allerdings handwerklich korrekt und mit viel Spaß umgesetzt.

Kritik:
Emma-Leserinnen werden wohl Sturm laufen, da die Frauen meistens nicht sehr positiv bzw. aktiv dargestellt werden. Wer ein wenig vorurteilsfrei schaut, wird aber bemerken, dass es eigentlich die Männer sind, die hier aufs Korn genommen werden. Oder sollte es tatsächlich so sein, dass Männer nur mit ihrem Ding da vorne denken?

-Bat- Note: 2+



Toto - Das Schnabeltier 2    Cover
Der Herr des Nebels
Carlsen (Delcourt)
Preis: DM 24,90
T: Omond
Z: Yoann

Inhalt:F-Toto L´Ornithorynque et le Maitre des Brumes
Ein frankobelgischer Kindercomic für Erwachsene im Hardcover. Carlsen hat dieses Format seit einiger Zeit entdeckt und bringt mittlerweile neben Toto auch Trondheim und Plessix so erfolgreich unter die Leute. In dieser Serie geben australische Tierkinder den Ton an: Toto, das Schnabeltier, Iggi, der Ameisenigel, Koko, der Koala und Freda, die Fledermaus. Dazu kommt Fafa, ein Flughörnchen. Die Freunde finden einen verletzten Beuteldachs, für den sie Hilfe vom Doktor holen wollen. Als Bedingung für seine Hilfe stellt dieser ihnen die Aufgabe, zwei Haare des Bunyip zu besorgen, der ein äußerst gefährliches Wesen sein soll. Dieser entpuppt sich als Herr des Nebels und trennt die Freunde, um sie sich einzeln zur Brust zu nehmen. Alle projizieren ihre eigenen Ängste auf den Bunyip und unterliegen allein die fast blinde Freda verlässt sich auf die sanfte Stimme des Bunyip. Als die Freunde die Höhle wieder verlassen haben, müssen sie feststellen, dass sie auch in der realen Welt gleich mehrfach verladen worden sind...

Kritik:
Eine Geschichte mit Moral, die nicht moralinsauer ist! Dieser Comic kann sowohl als Bildgeschichte, als auch als Bilderbuch für die Kleinen durchgehen, da er auf Gewalt und zu komplexe Bildstrukturen verzichtet, trotzdem aber nicht “einfach” ist. Gewidmet ist er Andre Franquin und tatsächlich könnte eine moderne Geschichte von ihm so ähnlich aussehen, wenn sein Stil nicht schon in den Fünfzigern festgelegt worden wäre. Absoluter Tipp für alle Leser!

-Bat- Note: 2

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