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Golden Boy

Inhalt:

Deutsche Comics

Golden Boy #1
Golden Boy #2
Golden Boy #3



Golden Boy 1     Cover
Das raffinierte Biest
Carlsen (Shueisha Inc.)
Preis: € 10,-
T: Egawa
Z: Naito, Miyamato, Matsuura, Kato, Nakai, Ichikawa, Shidara, Onikubo

Inhalt:
Kintaro Oe ist der Held dieser neuen Reihe, die im Banzai!-Magazin als Ecchi (also sehr erotisch und nicht ganz jugendfrei) angekündigt worden ist. Oe ist 25, hat sein Studium abgebrochen und hangelt sich nun von Job zu Job. Eigentlich kann er fast alles, nur zeigt er das nicht unbedingt, denn er ist Willens zu lernen, insbesondere das Leben zu lernen, und das geht nur dann, wenn man nicht als Wissender oder Könnender auftritt... Sein größter Wunsch ist es ständig, eine besonders hübsche junge Frau herumzukriegen, die sich jeweils als neue Chefin, Mitarbeiterin, Cheftochter o. ä. des neuen Jobs herausstellt. Immer wird er von ihr verachtet, insbesondere da er eine fast fetischistische Beziehung zu Damentoilettenschüsseln entwickelt... Nur entpuppt er sich zum Ende der sechs „Lektionen“ meistens als der (moralische) Sieger, der alles haben könnte, wenn er noch da wäre. So ist auch der Titel leicht doppeldeutig, denn er könnte sich durchaus auf die auf dem Cover abgebildete Frau der ersten Geschichte beziehen; er könnte aber mit noch größerer Berechtigung für Oe selbst stehen, der mit seinem bewussten Understatement die Frauen immer wieder zu falschen Schlüssen verleitet.

Kritik:
Ein intelligenter und lustiger Manga, der auf witzige Art den Geschlechterkampf persifliert. Natürlich überzeichnet er dabei ohne Ende und schießt auch oft genug unter die Gürtellinie. Die Tendenz ist aber immer freundlich. Vom Stil ist Golden Boy eher ein Mittelding zwischen Massenware mit stets verzerrten Gesichtern und eher sorgfältig gezeichneten Mangas wie Akira oder Crying Freeman. Auch für Nicht-Manga-Leser zum Schnuppern durchaus geeignet!


-Bat- Note: 2

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Golden Boy 2     Cover
Der Glanz des Goldes
Carlsen (Shueisha Inc.)
Preis: € 10,-
T: Egawa
Z: Naito, Miyamato, Ichikawa, Shidara

Inhalt:
Auch der zweite Band präsentiert wieder stark sexuell geprägte Abenteuer des Studienabbrechers Kintaro Oe, dessen Ziel es ist, so viel wie nur eben möglich zu lernen und zu durchschauen. Wenn es dabei auch noch körperlich ansprechend und befriedigend ist, erst recht! In seiner ersten Lektion muss sich Kintaro einem psychologischen Experiment unterziehen, das zunächst ganz angenehm beginnt, ihn aber immer mehr in eine Abhängigkeit fallen lässt. Die anschließende auswertende Arbeit der Studie hat allerdings das Problem, dass Kintaro in der Lage ist, sich selbst zu analysieren und das Ganze auch noch fixieren kann! Anschließend darf er lernen, wie eine Discoqueen zu einer solchen werden kann! Auch in einer Band macht sich Kintaro erwartungsgemäß nicht schlecht; insbesondere, da es sich um vier junge und hübsche Frauen handelt, die bereit sind, sich den neuen Gitaristen zu teilen. Nur gibt es da das Problem des ersehnten Plattenvertrages, denn der Produzent besteht auf einer reinen Frauenband! Nach einer weiteren Lektion beginnt die zweite Staffel, in der zwar ebenfalls abgeschlossene Geschichten präsentiert werden. diese sind aber miteinander verknüpft, so dass sich eine lange. Tragische Liebesgeschichte voll mit falschen Vorstellungen, Verrat, Trauer, Selbstmitleid und Macht entwickeln kann. Anders als in den vorherigen Lektionen darf Kintaro in den nun folgenden Studien nicht selbst im Mittelpunkt der Geschehnisse stehen. Zwar handelt er nicht nur als Zuhörer, den sexuellen Teil durchlebt er aber nicht selbst...

Kritik:
Ein Manga, der mit einem sehr ironischen Unterton den Geschlechterkrieg und vor allem die männliche Vorstellung vom Geschlechterkrieg darstellt. Anders als in sonstigen adultamangas, die relativ freizügig (jedoch ohne pornographisch zu werden!) mit der Materie Sex umgehen, aber ohne weiteres im Schilde zu führen, will Golden Boy nicht nur unterhalten. Der geifernde Blick, der dem Leser in Gestalt von Kintaro Oe ständig präsentiert wird, wird ständig auch zu einem „Ach so“ genutzt. Alle Vorurteile werden genüsslich zelebriert und bilden das Rückrat der „Erfahrungen“, die meistens insbesondere für die die Vorurteile transportierenden Frauen negativ ausgehen. Das Witzige und gleichzeitig Absurde an der Reihe ist, dass Kintaro, also der Mann, der intelligente, vorurteilsfreie und offene Teil des Konfliktes ist, während die Frauen immer erst hinterher merken, was sie (und das sie etwas ) falsch gemacht haben!


-Bat- Note: 2


Golden Boy 3     Cover
Kongojis Lehre
Carlsen (Shueisha Inc.)
Preis: € 10,-
T: Egawa
Z: Naito, Miyamato, Ichikawa, Shidara

Inhalt:
Fast der ganze Band dreht sich um einziges Thema, das in einzelnen Episoden aufgerollt wird. Kintaro Oe, der lernbegeisterte Held dieser Serie betreibt (immer noch) seine Oden-Bude. Einer seiner häufigsten Gäste ist der widerwärtige Verlierer Herr Masahiko, der von seiner Freundin Reiko verlassen wurde. Diese gehört jetzt ihrem neuen Herren, den sie wie einen Gott verehrt und dem sie fleischlich und auch sonst dient. Sie macht keine Anstalten, zu ihrem alten Lover zurückzukehren, da dieser sie nicht einmal mehr befriedigen kann. Der Sekte fällt Kintaro auf, da dieser der einzige zu sein scheint, den Herr Masamune fürchtet. Shizuko, eine neue Freundin Reikos, macht sich daher daran, Kintaro kennen zu lernen und versucht, ihn von sich abhängig zu machen. Dazu greift sie zu verschiedensten Mitteln, die ihn aufbauen, zerstören, vereinzeln, wieder aufbauen und erneut zerstören sollen, doch sie glaubt, an der Aufgabe zu verzweifeln. Immer wieder kommt sie zurück auf einen ehrlichen, wissbegierigen und verständigen Kern, den sie als Tarnung missversteht. Als sie ihn tatsächlich verloren hat, beginnt sie zu begreifen, was das Starke an Kintaro ist und hinterfragt ihre Einstellung...

Kritik:
Was vordergründig wie ein Softporno daherkommt entpuppt sich als psychologische Studie über Macht und Abhängigkeit. Obwohl der Comic eine ganze Menge an eindeutigen Szenen enthält (und deshalb auch eingeschweißt verkauft wird) rutscht er nie ins eklige ab. Alles ist nur Mittel zum Zweck und der heißt: hinterfrage alles und gehe mit offnen Augen durch die Welt! Sicherlich eine der besten Manga-adult-Serien auf dem Markt!

-Bat- Note: ***

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