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Sekundärstoff: Bücher

Inhalt:

Deutsche Comics

Comic-Preiskatalog 2001    Comic-Preiskatalog 2002   
Hit Comics Handbuch 2002   
Comics Neu Erfinden   
Tim & Struppi - Ein Blick ins Atelier Hergé   


Sekundärliteratur über Disney siehe dort!



1. Allgemeiner Deutscher Comic-Preiskatalog 2001 (26)    Cover
Norbert Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: DM 44,-

Inhalt:
Zum 26. Mal das jährliche Update des ältesten deutschen Comic-Preiskataloges. Für die (modernen Superhelden-)Heftchensammler bleiben wohl eher die Listen aus HIT-Comics das Maß der dinge, für alle anderen gibt es nichts Besseres! Natürlich gibt es immer welche, die solche Kataloge in den Rang von Bibeln erheben; das können und wollen Hethke und Skodzik nicht leisten! Der Katalog ist ein Anhaltspunkt dafür, was gesammelt wird, was wie teuer und/oder selten ist (oder sein könnte) und was es von einzelnen Serien gegeben hat. Der letzte Punkt ist zum Teil etwas schwach, da gerade bei modernen Serien nicht gerade das Hauptaugenmerk der beiden Autoren gelegen haben dürfte und die Unterscheidung zwischen Variant, Prestige oder limitierter Ausgabe nicht immer so richtig wieder gegeben wird. Neu ist dieses Jahr die Ergänzung des Nummern-Preis-Wustes durch ergänzende Artikel zu folgenden Serien: Die tollsten Geschichten von Donald duck; Der Heitere Fridolin; Tibor, der Sohn des Dschungels; Sigurd, der ritterliche Held; Lupo Modern; Micky Maus; Hit Comics. Dazu gibt es ein Checkheft über sämtliche Micky Maus-Hefte der Jahre 1951 bis 1976 mit allen bekannten Beilagen! Dieses Jahr erstmals auch in (mir leider nicht vorliegender) CD-Rom-Version.

Kritik:
Für Sammler ein unverzichtbares Muss!

-Bat- Note: 2


1. Allgemeiner Deutscher Comic-Preiskatalog 2002 (27)    Cover
Norbert Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: DM 46,90 € 24,-

Inhalt:
Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind sondern auch der Comic-Preiskatalog von Hethke und Skodzik. Und alle Jahre wieder ist er ein bisschen teurer geworden... Besonders bitter deswegen, weil die sonst übliche Dreingabe (meist ein Hethke-Piccolo) auch noch weggefallen ist. An Specials gibt es in diesem Jahr Dalla; Ehapa Micky Maus-Klub; Fix und Foxi (mit Beilagen); Micky Maus (mit Beilagen); Mickyvision 2. Serie; Spinne (Williams); Superman (Ehapa) und Yps. Nicht behoben wurde der WirrWar mit den verschiedenen Ausgaben.

Kritik:
Zum Preis wurde schon einiges gesagt; auch der Unterschied der einzelnen Ausgaben sollte mittlerweile bis nach Schönau durchgedrungen sein... Ansonsten aber weiter unverzichtbares Arbeitsmaterial!

-Bat- Note: 2-



Hit Comics Handbuch 2002    Cover
Hit Comics Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 12,00 Softcover € 22,00 Hardcover

Inhalt:
Jahrelang angekündigt, immer wieder verschoben und dann doch rechtzeitig zu Erlangen fertig geworden: das Handbuch, das mehr sein will, als eine erweiterte Preisliste für Superhelden und doch noch seine Kinderkrankheiten durchleben muss. Das Positive vorneweg: Die Sammlerlisten im Superhelden-(und Alternativ-Heftchen-)Bereich sind nach dem ersten durchschauen ziemlich vollständig und gut brauchbar. (Es fehlen bei den Ankreuz-Kästchen allerdings welche für die Beilagen! Es wird zwar erwähnt, zu welchem Heft welche Beilage gehört und die Preise variieren logischerweise für ein Heft mit und ohne deutlich, für einen Sammelanfänger ist aber auch ein Heft ohne Beilage sammelwürdig. Dementsprechend hätten ein paar Kästchen mehr für die Beilagen den Nutzwert deutlich erhöht! Entsprechendes gilt für die Auflagen. Ein Anfänger wird sicherlich nicht nur Erstauflagen sammeln! Dementsprechend sollten – wenn verschiedne Preise für verschiedene auflagen angegeben werden – auch verschiedene Kästchen da sein!) Die Angaben zu den einzelnen Serien sind meistens ziemlich brauchbar (außer ein paar –erscheint noch Angaben, die aufgrund des zeitlichen Rahmens sehr unwahrscheinlich wenn nicht sogar definitiv falsch wirken bzw. sind). Zu einzelnen Serien wünscht man sich für spätere Neuauflagen Artikel, die denen des Hethke-Kataloges ähneln. Außerdem wäre es nett gewesen, wenn die Preisgestalter eine Begründung für ihre zum Teil von jenem Standardwerk deutlich abweichenden Preise gegeben hätten. Das allgemeine Durchschnitt aus Händlerlisten ist halt sehr schwammig. Positiv ist die Aufnahme der Mangas, wo ich zu Vollständigkeit o. ä. allerdings nichts sagen kann. Der weder-positiv-noch-negativ-Teil ist der Kalender. Zur Finanzierung (durch die Börsengestalter) sicherlich notwendig, aber vom Umfang her ein wenig übertrieben, oder? Seit ehrlich, nur (notwendige) Geldscheffelei! Der negative Teil schließt sich direkt an den Kalender-Teil an. Die Adressen der online-magazine und der Journalisten sind entweder ebenfalls getarnte Anzeigen oder wahnsinnig schlecht recherchiert! Es fehlen so viele relevante Seiten, dass entweder ein Kriterienkatalog abgedruckt werden müsste, dem zu entnehmen ist, warum nur diese Seiten und keine andere oder aber eine dicke (!!!) Balkenüberschrift Anzeige! So ist das jedenfalls nicht ein mal ein erster Versuch, sondern nur ärgerlich! Viele Dienstleister und Produzierende in diesem Bereich werden sich nämlich (zu Recht) fragen, warum den der eine oder die andere nicht auftaucht und im besten Falle Animositäten wittern. Im schlechtesten Falle allerdings werden Konsequenzen gezogen, die für einzelne tödliche Folgen haben können. Eine online-Aktualisierung dieses Teils ist daher dringend nötig! Besonders höhnisch klingt daher der Back-Cover-Text „Service-Teil mit den Adressen der Comic-Branche“. Gesetzt den Fall, das nächste Handbuch kommt mit Ablauf des Kalenders am 3. Februar 2003 – was ich ehrlicherweise nicht glaube – müsste eine Generalüberholung aller Teile bis auf den Priceguide stattgefunden haben! Der Guide als solcher müsste dagegen nur überarbeitet und natürlich aktualisiert werden. Auf geht´s Buam und Mädels! An´s Werk!

-Bat- Note: 4



McCloud: Comics Neu Erfinden    Cover    
Carlsen (Harper Collins)
Wie Vorstellungskraft und Technologie eine Kunstform revolutionieren
Preis: DM 39,90 € 20,-

T: McCloud
Z: McCloud
Inhalt:US-Reinventing Comics
Nach “Comics richtig lesen” vor einigen Jahren jetzt die Fortschreibung bzw. Weiterentwicklung der Ideen des Comic-Theoretikers, der allerdings durchaus weiß, wovon er spricht, da er selbst Comicautor und –Zeichner ist. Zunächst rekapituliert er kurz die 9 Thesen des ersten Buches: Comics können gute Literatur sein, wenn sie etwas vom Leben, der Zeit und/oder der Weitsicht des Autoren wiedergeben. Sie sind genauso Kunst wie Malerei oder Bildhauerei. Der Urheberschutz der Comicschaffenden muss verbessert werden. Die Produktionsbedingungen müssen so geändert werden, dass nicht nur Verlegerinteressen bedient werden, sondern Interessen der Künstler und der Leser. Comics müssen als wertvolle Ausdrucksform auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden. Auch die Institutionen wie Bibliotheken und Universitäten müssen über die wahre Bedeutung der Comics aufgeklärt werden und sich ihnen öffnen. Die Gleichberechtigung der Geschlechter und die Repräsentation gesellschaftlicher Minderheiten oder Randgruppen muss endlich auch im Comic seine Verwirklichung finden, da sonst nicht nur viele potentielle KünstlerInnen sondern auch insbesondere potentielle KonsumentInnen ausgegrenzt werden. Und schließlich muss eine Differenzierung der Genres stattfinden.
Von diesen 9 Forderungen sind zwar nur einige ansatzweise umgesetzt, die technische Entwicklung zwingt seiner Meinung nach jedoch zu einer Erweiterung um weitere drei Thesen: Comics können/werden digital produziert werden! Dabei geht es nicht um das einscannen von Bildern, die dann weiter bearbeitet (z.B. coloriert) werden, sondern um eine neue Art. Diese digital produzierten Comics können dann – logischerweise – auch digital publiziert werden. Auch hier geht es nicht um einen neuen Vertriebsweg für alte Produkte, sondern um einen neuen eigenständigen und direkten Kontakt zwischen Hersteller (in diesem Fall nämlich der Künstler selbst) und Konsument ohne die sonst zwischengeschalteten Vermittler Verlag/Großhändler/Comicshop. Dadurch könnten vielleicht hemmende Faktoren wie „Das kauft doch eh keiner“, „Das kenn ich nicht, das stell ich nicht ins Regal“ oder „In so einen Laden gehe ich nicht“ beseitigt werden. In wiederum logischer Folge muss McCloud schließlich seine Definition von Comics überprüfen und verwerfen, denn „zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen“ ist für die neuen Medien zu eng gefasst. Zwar lassen sich unter andere Zeichen fast alle Möglichkeiten unterordnen, die räumlichen Sequenzen lassen sich in Zeiten von Hypertext aber nicht mehr halten.

Kritik:
Über die einzelnen Punkte von McCloud lässt sich trefflich streiten, aber das es tatsächlich mal einer wagt, eine Theorie aufzustellen, was Comics sein könnten, das ist eine unbestreitbare Leistung. Zudem ist es McCloud auch noch gelungen, dieses so öffentlichkeitswirksam zu tun, dass selbst renommierte Zeitungen und Magazine darüber berichtet haben. Gerade die Krise des deutschen Comic-Marktes bei gleichzeitigem Manga-Hype (und vorherigem Superheldenheftchen-Hype) sollten die Frage nach dem Warum? und dem wie vielleicht besser? Aufwerfen. Vieles von dem, was hier aufgeworfen wird, ist aktuell und m. e. auch richtig dargestellt. Ob die Zukunftsaussichten allein durch die Verwendung eines neuen Mediums besser werden, wage ich allerdings zu bezweifeln. Tipp für alle, die sich ein wenig eingehender mit dem Medium COMIC befassen wollen!

-Bat- Note: 2



Tim und Struppi - Ein Blick ins Atelier Hergé    Cover    
editions moulinsart
Ausstellungskatalog
Preis: DM 39,90 (UVP) im Buchhandel ; DM 29,- in der Ausstellung

Hrsg.: Wilhelm-Busch-Museum Hannover, Ludwig Galerie Oberhausen, Fondation Hergé Brüssel
Inhalt:
Ein Dreivierteljahr tingelte die Hergé-Ausstellung durch die Bundesrepublik um am 6. Januar 2002 endgültig die Pforten zu schließen. Den Katalog dazu kann man allerdings überall erwerben, da er von Carlsen vertrieben wird. Die Ausstellung selber zeigt sehr viele Originale, die sich im wesentlichen um zwei Komplexe drehen: Der Blaue Lotos und Tim in Tibet. Insbesondere bei dem jüngeren Band wird dem Besucher etwas fast einmaliges geboten: Jedes (!) Panel in Vorzeichnung und Reinzeichnung Hergés mit Andruck und Druck der deutschen Übersetzungsseite! Man kann daher die Arbeitsweise haarklein nachvollziehen. Leider bietet der Katalog nur ein paar der Vorzeichnungen Hergés, aber nicht den Vergleich, der die Schau so interessant macht. Auch bei dem älteren Comic kann man vieles, bisher Unbekanntes nachvollziehen, denn im Original ist die Geschichte als Vorabdruck im Le petit vingtieme erschienen und wurde dann später von Hergé ummontiert. Die Ausstellung bietet einen Einblick in die deswegen vorgenommenen Änderungen und zeigt zusätzlich die Titelbilder der Beilage im Original. Diese werden auch im Katalog abgedruckt. Aus lizenzrechtlichen Gründen fehlt im Katalog leider der graphische Essay Hergés, wie ein spannender Comic zu entwerfen und auszuführen ist. Allein diese rund 20 Seiten haben den Besuch der Ausstellung schon gelohnt! Der Katalog enthält dafür eine (zum jetzigen Zeitpunkt) vollständige und lesenswerte Geschichte der Tim-und-Struppi-Veröffentlichungen in Deutschland und der Schweiz von Volker Hamann.

Kritik:
Natürlich kann und soll ein Katalog den Besuch einer Ausstellung nicht ersetzen. Trotzdem hätte ich es netter gefunden, wenn der Vergleich der Arbeitsschritte an Hand des Tibet-Albums wenigstens bei ein oder zwei Seiten möglich gewesen wäre. Schade ist natürlich auch, dass die Anleitung für mögliche Nachfolger nicht publiziert werden durfte. Trotzdem lohnt sich der Katalog auch für Fans und Interessierte, die den Blick ins Atelier nicht selber tun konnten, da die Titelbilder aus den 30er Jahren wohl kaum allgemein bekannt sein dürften. Die Ausstattung als fadengebundenes Hardcover tut ein übriges!
Vgl. auch „Die Abenteuer von Hergé“

-Bat- Note: 2-



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