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Sekundärstoff: Magazine

Inhalt:

Deutsche Comics

Reddition 36    Reddition 37
Hergés Universum   
Tim - Das Magazin 1   
Die Sprechblase 179   Die Sprechblase 181   
Die Sprechblase 183   Die Sprechblase 184   
Die Sprechblase 185   
Die Sprechblase 188   
Die Sprechblase 189   
Die Sprechblase 191   

Xoomic 0   Xoomic 1   
Xoomic 2   

Sekundärliteratur über Disney siehe dort!



Reddition 36    Cover 1    Cover 2
Edition Alfons (Originalausgabe)
Zeitschrift für Graphische Literatur
Preis: DM 12,- € 6,-

Inhalt:
Die mittlerweile 36 Ausgabe der wohl besten deutschsprachigen Comic-Theorie-Zeitschrift widmet sich zwei Themenschwerpunkten: dem Zeichner Jean Van Hamme und seinem Gesamtwerk nebst allen Szenaristen seiner bisher erschienen Comics sowie dem amerikanischen Texter/Zeichner/Inker David Mack. Wie immer gibt es dazu zwei Cover und eine exklusive Beilage für die Abonnenten (Thorgal heiratet in Farbe! Brilliant!). Nach dem Genuss dieser Ausgabe gibt es eigentlich keine Fragen mehr zu Van Hamme , der auf dem deutschen Sektor momentan fast omnipräsent ist: Sein Großer Schninkel (mit Rosinski) wird bei Carlsen in diesem Jahr neu aufgelegt, von XIII erscheinen endlich die Bände 13 und 14 und die neue Serie Wayne Shelton (mit Denayer) kommt bei ZACK zum Vorabdruck. Auch zu David Mack und insbesondere seiner auf deutsch bei infinty wegen zu hoher Kosten leider eingestellten Serie Kabuki gibt es ausführlichste Informationen. Für diejenigen, die sich den einen oder anderen Titel im Original besorgen wollen, dürfte insbesondere die ausführliche Kabuki-Bibliographie interessant sein, da sie die einzelnen Storys nach inhaltlichen Gesichtspunkten sortiert! Wer sich dagegen nur für den Superhelden-Mack interessiert (Daredevil bei Panini-Marvel) sollte entweder das Geld sparen oder (besser!) sich doch überzeugen lassen, auch mal jenseits des Genres zu schauen!

Kritik:
Unbedingte Empfehlung für alle, die sich für frankobelgische oder überhaupt für Comic-Kunst interessieren. So geballt wie hier gibt es die Infos nirgends! Außerdem ist das Ganze dann auch noch gut lesbar!
Tipp: Abo für 4 Ausgaben, denn dann gibt es nicht nur eines der jeweils nur 1500 Hefte sofort nach Erscheinen ins Haus, es gibt auch noch nette Schmankerln!

-Bat- Note: 1


Reddition 37    Cover
Edition Alfons (Originalausgabe)
Zeitschrift für Graphische Literatur
€ 6,-

Inhalt:
Thema dieser Ausgabe ist der 1997 verstorbene Andre Franquin – neben Hergé Lichtgestalt des frankobelgischen Comics und seit Anfang 2001 auch derjenige, dessen Original (offiziell!!) am höchsten gehandelt worden ist. Zwar gab und gibt es schon einiges an Material über den Erfinder von Gaston und dem Marsupilami sowie der schwarzen Gedanken, seit dem jeweiligen Erscheinen ist aber einiges nachzutragen gewesen, so dass sich ein großes Dossier lohnt! Bekannt geworden ist Franquin unzweifelhaft durch seine Interpretation von Spirou, dem er Fantasio beigab. Das und warum es sich dabei aber nicht um seine Lieblingsserie gehandelt hat, erfährt der Leser hier. Auch über die Mitglieder seines Studios Jidehem und Roba sowie ihren weiteren Werdegang und die Geschichte desjenigen, ohne den seine Laufbahn wohl ganz anders verlaufen wäre – Yvan Delporte – wird ausführlich aber nicht ausufernd erzählt. Auch zu Gaston, einer Reihe die Franquin ursprünglich Jidehem, einem der Hintergrundzeichner für Spirou und insbesondere Gaston, schenken wollte, gibt es Neues. Insbesondere diejenigen, die von Franquin aufgrund ihres Alters noch nicht soviel wissen, sollten sich diese Ausgabe unbedingt zulegen!

Kritik:
Und wieder eine schöne Abonnentenbeilage: Die Spirou-Seiten des Magazin-Nummern 443 – 452 in teilweiser deutscher Erstveröffentlichung! Ein Muss für alle Franquin-Fans, da bisher nur die ersten 4 Seiten im (vergriffenen) großen Andre-Franquin-Buch abgedruckt worden waren. Die Reddition schafft es auch dieses mal wieder, den sehr hohen Qualitätsstandard zu halten. Ein größeres Lob kann man an eine Fachzeitung in diesem Bereich wohl nicht vergeben!

-Bat- Note: 1


Hergés Universum    Cover
Sonderheft der REDDITION
Edition Alfons (Originalausgabe)
Zeitschrift für Graphische Literatur
€ 9,00 (8,00 für Abonnenten)

Inhalt:
Eine auf 300 Exemplare limitierte und nummerierte Sonderausgabe der gerade mit dem Max-und-Moritz-Preis ausgezeichneten Reddition die die zwischen 1986 und 1991 erschienenen Folgen der gleichnamigen Artikelreihe zusammenfasst. Schon einmal hatte es dazu einen Sonderdruck gegeben, der ist allerdings schon lange vergriffen und mittlerweile fast unbezahlbar. Für diese Version wurde alles noch einmal überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Geboten werden sechs Artikel: Hergés Biographie 1907-1946; Zur Schließung der Studios Hergé; eine Buchbesprechung Hergé - Portrait Biographique; zwei Essays über die Mondabenteuer und das letzte, unvollendete Tim-Album Tintin et l´Alph-Art sowie eine (überarbeitete) Bibliographie.

Kritik:
Zum Teil ist der Druck etwas schlecht, da die Zeichnungen kaum zu erkennen sind. Trotzdem ist das Heft aber für Hergé- oder Tim-Fans ein Muss, da sie wesentlich handlicher und gebrauchsgeeigneter ist als eine über viele Hefte verteilte Artikelsammlung. Zudem enthält diese Ausgabe viele neue Illustrationen (und einen Sammlerwert!). Interessant ist insbesondere die Bewertung der Anteile der Studiomitarbeiter Hergés am Ergebnis und die Entwicklung der Ideen für das letzte Abenteuer. Auch die Theorie für die Unvollendung, die hier vertreten wird, ist wichtig, denn die Redditionäre glauben nicht an die Version, dass Hergé nichts mehr eingefallen wäre oder er sich verheddert hätte, sondern vertreten die Ansicht, dass es für den alten und kranken Mann einfach zu viel war, was an Presserummel nebenbei zu absolvieren war. Sie schlagen deshalb auch vor, dass die Alpha-Kunst von einem anderen vollendet werden sollte, da fast alles von Hergé vorgegeben ist.

-Bat- Note: 2



Tim – Das Magazin 1    Cover    
Januar 2002
Eigenverlag/Clubzeitschrift (Originalausgabe)
Preis: jährlicher Clubbeitrag € 40,- bei 4 Heften/Jahr


Inhalt:
Mit dieser ersten (Test-)Nummer wollen drei Tintinnologen (Volker Jess, Uwe Klee und Frank Kurella) ihr Hobby so weit professionalisieren, dass auch andere Freunde des pfiffigen Reporters davon profitieren können. Mit dieser Clubzeitschrift soll eine deutsche Lücke geschlossen werden, denn momentan gibt es keine größere Zeitschrift (oder Serie wie damals in der Reddition oder im ZACK), die sich mit Herge und seinen Schöpfungen befasst. In der Start-Nummer werden alle Bereiche, die sich die Drei für später vorstellen können mit kleineren Beiträgen angerissen: Veröffentlichungsgeschichte in Deutschland, Merchandising, Reisen auf Tims Spuren, Who´s Who, Entwicklungsgeschichte der einzelnen Alben und nicht zu vergessen News! So dürfte insbesondere der Teil mit ausländischen Neuerscheinungen für hiesige Fans spannend sein, denn wo kann man schon mal in so etwas reinschauen. Auch die Entwicklungsgeschichte, die hier am Beispiel Tim in Tibet gezeigt wird, dürfte für manchen Fan neu sein. Spannend auch die akribische Arbeit, wann welcher Bartträger Schulze oder Schultze heißt und wie das mit den Originalnamen Dupont und Dupond korrespondiert. Ein echtes Schmankerl ist der Abdruck der beiden Titelblätter aus „le petit vingtieme“ vom 6.12.1934 und 7.11.1935, die im Ausstellungskatalog Ein Blick ins Atelier Herge fehlen!

Kritik:
Insgesamt ein gelungenes Debüt, das Lust auf mehr macht. In den nächsten Nummern sollte es den Herausgebern allerdings gelingen, sich pro Ausgabe auf ein paar weniger Bereiche zu konzentrieren und diese dafür besser abzudecken! Die angefangenen Reihen sind jedenfalls alle gut genug und interessant genug, um fortgesetzt zu werden. Auch das zusätzliche Service-Angebot des (beigelegten) Flohmarktes und der Aufruf, Leserbriefe (oder eigene Artikel) zu schreiben, könnte den Club (der noch etwas genauer zu beschreiben wäre!) zu einem echten Erfolg werden lassen. Wünschen würde ich mir eine Erklärung über die Höhe des Beitrages, denn € 10,- für 32 Seiten sind relativ hoch! Auf jeden Fall von hier aus Viel Glück für die weitere Entwicklung!




Die Sprechblase 179    Cover    
Juni 2001
Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: DM 12,80


Inhalt:
Eines der ältesten Comic-Magazine mit der wohl ältesten Leserschaft. Trotzdem ist entgegen landläufigen Vorurteilen in der Sprechblase nicht nur Hethke-Material zu finden und werden andere Autoren als Hansrudi Wäscher behandelt. Außerdem gibt es seit unzähligen Zeiten die regelmäßige deutsche Erstveröffentlichung der Prinz Eisenherz-Seiten, diese Mal die Seiten 3173 – 3180. Als zweiten Comic bringt diese Nummer den dritten Teil von Arminius der Cherusker, der stilistisch eher in der erwarteten Ecke zu suchen ist. Schwerpunkt der Sprechblase ist aber der Abdruck von Artikeln: 8 Seiten sind dem wirken von Willy Vandersteen gewidmet und mit viel Bildmaterial angereichert, das so einfach nicht zu bekommen ist. Peter Wiechmann berichtet nun schon in der vierten Folge über „unseren Freund“ Rolf Kauka. Eher anekdotenhaft erfährt der Leser Wissenswertes und nebensächliches über den deutschen Gegenspieler Walt Disneys. Martin Hilland gibt einen Überblick über das Schaffen des Zeichners und Inkers Al Williamson und den Abschluss bildet ein Essay über die damals „gewagteste“ Serie Wäschers – Jörg – die schließlich sogar eingestellt werden musste.

Kritik:
Sicherlich nicht jedermanns Geschmack aber durchaus sehr informativ! Auf diesen Nenner gebracht hat man wohl alles über diese Zeitschrift gesagt. Natürlich gibt es viel Verlagswerbung (direkt und indirekt) aber das ist legitim und durchaus üblich. Die Artikel haben alle einen sehr persönlichen Stil, der sich von den sonst heute gebräuchlichen entweder sehr sachlichen oder betont jugendlichen Fanboy-style stark abhebt. Den Autoren geht es aber um den Menschen hinter der Produktion und das gelingt auch ganz gut. Nicht umsonst ist die Sprechblase in dieses hohe Alter gekommen!



Die Sprechblase 181    Cover    
September 2001
Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: DM 12,80


Inhalt:
Völlig untypisch, denn außer der Verlagswerbung für Produkte des Hethke-Verlages findet sich kein einziger üblicher Bestandteil der Sprechblase in dieser Ausgabe; nicht einmal ein Prinz Eisenherz! Dafür dreht sich alles um die Micky Maus, deren deutsche Heftpublikation gerade ihr 50-jähriges Jubiläum feiert! Zur Gratulation gibt es insbesondere einen Faksimile-Abdruck des Werbeblättchens für die erste Ausgabe, von dem wohl nur noch 3 oder 4 Exemplare übrig sind; ein echtes Schmankerl also! Dazu kommt eine Geschichte von Gotfredson von 1932 in Deutscher Erstveröffentlichung und eine Geburtstagszeichnung von Cesar Feridi. Auch an Artikeln wird ein buntes, sehr interessantes Spektrum geboten: Neben Interviews mit dem Marketing-Menschen der MM, der Chefredakteurin von 1982-1990, dem aktuellen Comicredakteur, der Chefreporterin Flix und der Stimme des Service-Telefons gibt es einen Überblicksartikel, einen sehr langen mit vielen Erinnerungen über die Träger der Goldenen Ehrennadel des MMK (Micky Maus Klub) und „Sammlerisches“, nämlich alle Österreich-Cover des Jahres 1988 und alle (bekannten) Bildfolgen, die man für das Einsenden von Schnipps bekam.

Kritik:
Eine liebevoll zusammengestellte Ehrung für das älteste und erfolgreichste Comic-Magazin, das es je in Deutschland gab. Die Mischung von Erinnerungen ganz alter Leser mit den Sammler-Materialien und den Infos aus der aktuellen Redaktion ist super gut gelungen! Eigentlich Pflichtlektüre für jeden Comic-Sammler und –Interessierten, denn an der MM kann man eigentlich nicht vorbeisehen! Auch die Auswahl des Comicmaterials ist vortrefflich, da sie einerseits den alten Leser bedient, andererseits wird z. B. im comicforum auch von jüngeren MM-Lesern immer die Veröffentlichung von „neuem“, also bisher unveröffentlichtem Gotfredson-Material gefordert!



Die Sprechblase 183    Cover    
Februar 2002
Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 6,60


Inhalt:
Die erste Euro-Nummer der Sprechblase bietet einen bunten Querschnitt durch das Lese- und Sammelgebiet der Comics. Den Anfang macht ein längeres, schon etwas älteres Interview mit Thorsten Felden, dem Texter der Vergessenen(IPP/infinity), Arcatera, Siedler und Gothic (alle IPP/Egmont EHAPA), in dem er auf die Unterschiede der einzelnen Projekte und die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Zeichnern eingeht. Da es so viele deutsche Texter nicht gibt, die so unterschiedliche Projekte in so kurzer Zeit realisieren konnten, ist Felden sicherlich als Person sehr interessant. Der „Tabellen-Beitrag“ dieser Ausgabe beschäftigt sich mit Mythen und Religionen in Fantasy- und SF-Comics und ist trotz oder wegen der Fleißarbeit recht schwierig zu lesen. Im Gegensatz dazu fließt Peter Wiechmann auch der siebte Teil der Kauka-Geschichte leicht aus der Feder. Schade, dass auf den politischen Hintergrund der Asterix-Barbarisierung durch Rolf Kauka zu Siggi und Barabas zu wenig eingegangen wird. Das Kapitel wird dafür mit reichlich Bildmaterial garniert und die Seiten über das Bussy-Magazin, die „Abrundung nach unten“ sind wieder sehr informativ. Dem folgen noch ein weiterer Artikel über einen EC-Zeichner: Graham Ingels, und ein erster Einblick in das Sammelgebiet der Zeitungsstrips. An Comics gibt es Teil 5 der Arminius-Saga sowie die Seiten 3192 – 3198 von Prinz Eisenherz!

Kritik:
Eine gelungene Mischung der Artikel, so dass Sammler und Comic-Interessierte zwischen 14 und 100 angesprochen werden dürften. Da es das RRAHH! leider nicht mehr gibt und die Reddition sich auf jeweils einzelne Themengebiete konzentriert, ist die Sprechblase momentan das einzige übergreifende Sekundärmagazin mit größerer Verbreitung. Die Werbung für die Verlagsprodukte und die manchmal etwas altertümliche Schreibweise muss man dabei einfach ignorieren!



Die Sprechblase 184    Cover    
April 2002
Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 6,60


Inhalt:
Die Kauka-Geschichte geht weiter und wird sogar noch ausgedehnt! Neben der Fortsetzung der Wiechmannschen Erinnerungen, die wieder einiges an Dönekens bringen, gibt es eine Einführung in die Geburtsstadt Rolf Kaukas und einen langen Brief von Branko Karabajic über seine „Karriere“ nicht nur bei Kauka und natürlich seine Figur „Pauli“. Vieles an dieser Geschichte wäre heutzutage so nicht mehr möglich, ist aber eine gute und lehrreiche Fremderfahrung für alle heutigen Zeichner! Dazu gibt es für Wäscher-Fans drei Artikel über die dritte Sigurd-Piccolo-Serie, den besonderen Humor der Wäscherschöpfungen und für Sammler einen reich bebilderten Bericht über Nach-, Fehl- und Falschdrucke. Dazu kommen die üblichen News, der dritte Teil über den amerikanischen Giganten Marvel, der sich den 60er Jahren widmet und einen Bericht von Martin Surmann über die Comic Action 2001 in Essen. An Comics sind enthalten: eine Seite Dr. Sammler und der 5. Teil des Arminius von Schreppel.

Kritik:
Schon wegen des Sammlerteils über die gesuchten „falschen“ Drucke auf jeden Fall ein Muss für alle Lehning-/Wäscher-/Hethke-Fans. Wie immer ist die Zeitung aber auch für alle anderen absolut lesenswert, denn alle schon ein wenig älteren werden sich auf die Kauka-Erinnerungen stürzen und für den Rest gibt es den Marvel-Artikel und den Bericht aus Essen. Wer Brandaktualität sucht, wird mit anderen Medien sicherlich besser bedient sein; hier gibt es Informationen die ohne in einem wissenschaftlich trockenen Stil geschrieben zu sein, trotzdem und fast nebenbei viele Wissenslücken schließen und immer für den einen oder anderen Lacher gut sind!



Die Sprechblase 185    Cover    
Juni 2002
Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 6,60


Inhalt:
Auch die 185. Ausgabe des Magazins aus dem Hethke-Verlag bringt wieder die typische Mischung aus Erinnerungen, Sammlerwissen und News aus dem weiten Feld des Comicschaffens. Dabei wird zunächst einmal die Kauka-Serie mit den Erinnerungen von Peter Wiechmann fortgesetzt. Während sich die letzten Folgen allerdings mit den Produkten des Kauka-Verlages und einzelnen Akteuren beschäftigten, lässt uns der Autor dieses Mal an rein privaten Erlebnissen teilhaben. Neben der Beschreibung einzelner rauschender Feste und den Nebentätigkeiten in der „Kellerpresse“ sind es vor allem die Beschreibungen der Outdoorfreizeitaktivitäten, die es Wiechmann angetan haben. Dazu kommen dann noch Erinnerungen an zwei Filme, die von bzw. mit der Kaukatruppe produziert worden sind. Alles ist wie immer im lakonischen Erzählton gehalten, der eher an einen Märchenonkel erinnert. Sicherlich ein interessanter Einblick in diese Periode deutschen Comicschaffens, an den sonst nur sehr schwer heranzukommen wäre... Weitere Sachinformationen bietet der Artikel über das Schaffen von Albert Uderzo, der zwar naturgemäß einen Schwerpunkt auf die Erfolgsstory der Asterix-Abenteuer mit und ohne Goscinny legt, zum Glück dabei aber nicht stehen bleibt, sondern auch die Entwicklung seit den ersten Publikationen aus der Kindergartenzeit nachzeichnet. Die angehängte Bibliographie ist dagegen sehr unvollständig, da nur neuere Publikationen und ohne Original-Quelle enthalten sind. Das gleiche Manko hat auch der Artikel über Joe Orlando, dessen Weg vom Wallace-Wood-Adepten bis hin zu seiner Tätigkeit bei DC zwar sehr schön beschrieben wird, der aber bezüglich der Quellenaufarbeitung sicherlich noch verbessert werden könnte. Trotzdem ist die Folge von Artikeln über alte EC-Autoren und –Zeichner momentan konkurrenzlos auf dem deutschen Markt. Die Verlagsgeschichte des Lehning-Verlages wird in dieser Form auch um ein weiteres Kapitel ergänzt, wie so oft natürlich auch mit ein bisschen Eigenwerbung für die neue Karl-May-Reihe im Hethke-Verlag und ein bisschen Editionskritik versehen. Thomas Winkler schafft es dabei ganz gut, die Unterschiede zwischen den beiden May-Zeichnern Helmut Nickel und Harry Ehrt aufzuzeigen und die beiden durch biographische Details mit Leben zu füllen. Der Artikel für die Sammler unter den Lesern beschäftigt sich mit einem noch relativ neuen Gebiet, den Fan-Artikeln des Lehning-Verlages. Erstmals wird hier die Geschichte der verschiedenen Clubausweise nachvollziehbar. Wie immer ist der Artikel mit reichlich Bildmaterial versehen und damit gut benutzbar! News aus den aktuellen Verlagsproduktionen und die Prinz Eisenherz-Seiten 3199 bis 3204 komplettieren das Heft.

Kritik:
Die Sprechblase bleibt für Fans des Lehning-Verlages das Non Plus Ultra! Für alle anderen bietet das Magazin einen durchaus interessanten und lesenswerten Querschnitt! Einziges Manko bleiben die teilweise sehr rudimentären Bibliographien. Aber vielleicht findet sich ja unter den Lesern der eine oder andere, der dem Abhilfe schaffen könnte.


Die Sprechblase 188    Cover    
Dezember 2002
Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 6,90


Inhalt:
Zunächst bietet die letzte Blase dieses Jahres wieder viel altbekanntes, nämlich das alte Logo! Auch die alten Freunde Prince Valiant mit den Seiten 3216 bis 3224, die Reihe der H-R-Wäscher-Leihbücher-Titelbilder auf Karton und Peter Wiechmann mit seiner Serie über den Rolf-Kauka-Verlag sind wieder dabei. Letzterer übrigens mit einem Beitrag etwas außer der Reihe, denn er versammelt unter der Überschrift Elementarteilchen Beiträge von alten Verlags-Mitarbeitern und -Autoren sowie Leserzuschriften, die einen Eindruck vom Geschehen vermitteln (sollen). Eher etwas für Hardcore-Fans, für die aber sehr spannend. Ansonsten bietet die Nummer noch ein paar Schmankerl für alte Lehning/Hethke-Fans, denn die Clubartikel des Lehning-Verlages gehen in die dritte, wieder reich bebilderte Folge und elf Seiten Leserbriefe sind auch nicht ohne! Diese sind auch für andere Comicinteressierte von hohem Nutzwert, denn sie enthalten Originalausschnitte aus den Fünfzigern, die belegen, wie man mit Schmutz und Schund umzugehen wusste! Für den bisher noch internetungeübten Sammler gibt es zum guten Schluss noch eine Einführung in die verlockende (und zum Teil Geldreserven fressende) Welt von EBAY!

Kritik:
Obwohl sich diese Ausgabe eher an den traditionellen Sprechblase-Leser richtet, tritt sie der Moderne erstaunlich offen gegenüber. Zumindest könnte der ebay-Beitrag einige der Computern eher misstrauenden Schar älterer Sammler zu einem Versuch bewegen, der kaum abschreckende Wirkung zeitigen dürfte. Im Vorwort versucht die Redaktion schon im Vorfeld, Kritik aus dem Weg zu räumen und das gelingt ihr hoffentlich auch!


Die Sprechblase 189    Cover    

Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 6,90


Inhalt:
Die erste Nummer des Jahres 2003 steht schon vom Cover her wieder ganz im Zeichen des Rückblicks auf verschiedene Episoden der Comic-Geschichte. Natürlich darf dabei Peter Wiechmann nicht fehlen, dessen Beitrag sich ganz auf Rolf Kauka konzentriert. Für den normalen Comic-Interessierten interessanter ist allerdings der Beitrag über Morris und seine berühmteste Schöpfung Lucky Luke. Der reich bebilderte Artikel schließt mit einer Comicographie die jedoch an Mehrwert zu wünschen übrig lässt, denn sie enthält zwar eine Auflistung der Koralle-, Ehapa und Ehapa-Classic Alben, nicht jedoch andere deutsche Veröffentlichungen oder Angaben zum Originaltitel oder der Originalveröffentlichung. Schade, aber vielleicht einen Nachtrag wert! Dazu kommen der zweite Teil der reihe über Wäschers Humor, der sich auf Akim bezieht, ein sehr interessanter Beitrag über die Zeichner der Illustrierten Klassiker, ein Beitrag über den Zeichner Ertugrul Edirne und der fünfte Teil der Marvel-Chronik. Abgeschlossen wird das lesenswerte Heft mit den Seiten 3225 - 3231 des Longsellers Prince Valiant! Nicht vergessen werden soll der Hinweis auf die Besprechungen und die für Hethke-Fans wichtigen Editionsnotizen.


Die Sprechblase 191    Cover    

Hethke Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 6,90


Inhalt:
Den Auftakt des bunten Reigens bildet der erste Teil einer Serie über die italienischen Wurzeln (des deutschen Piccolo-Marktes). Gerhard Förster berichtet über Akim und andere Pedrazza-Serien. Detaliiert werden das Wirken des italienischen Ausnahmekünstlers und die europäische Rezeptionsgeschichte seines Haupttitels dem Leser näher gebracht. Auch über das reichhaltige Bildmaterial wird sich der eine oder andere mit Sicherheit freuen! Der Metaartikel über deutsche Checklisten von DC und Marvel bietet zwar dem Sammler einiges an Informationen, eine bessere stilistische Aufarbeitung hätte dem Beitrag aber gut getan! Trotzdem: ein Anfang ist gemacht. Peter Wiechmann berichtet in seiner Chronik von den Anfängen von Primo (bzw. Prima) und dem Versuch, mit Schnick-Schnack Käufer zu binden. Dazu kommen wieder persönliche Erinnerungen und ein Nachruf auf den Vater von Pauli, Branimir Karabajic. Sehr spannend wird es dann zum Schluss, denn Ewald Fehlau, der Mann hinter Basteis Gespenstergeschichten kann einfach fantastisch erzählen. Und zum Glück ist sein Rückblick auf 50 Jahre Bastei ja ur der erste Teil! Komplettiert wird die Ausgabe wie immer durch die Kommode, die Leserbriefe und den Prinzen, dieses Mal mit den Seiten 3232 bis 3237.



Xoomic 0    Cover    
November 2001
Frank-Kemter-Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 3,00

Inhalt:
Eine Nullnummer hinter der sich andere Zeitschriftenprojekte noch mit ihrer 15. Ausgabe verstecken könnten! Fast ist man geneigt, laut hurra zu rufen! Wirklich, wenn dieser Standard gehalten werden sollte, dann hat nicht nur die franko-belgische Szene in Deutschland eine echte Informationsquelle gewonnen! Anders als bei der Reddition setzt sich die Redaktion nicht jeweils ein Heft-Thema sondern bietet ein interessantes, abwechslungsreiches, aber nicht beliebiges Potpourri aus verschiedenen Bereichen. Schwerpunkt der Startnummer ist ein Interview mit Jean-Claude Fournier, der in Deutschland hauptsächlich mit seinem Spirou-und-Fantasio-Arbeiten bekannt ist. Daneben hat er aber im Magazin Spirou (und in Albenform) seit Jahren einen festen Platz mit seinen Kannibalen und auch Bizu ist hier viel zu wenig bekannt! Neben interessanten Fragen sind auch viele teils unbekanntere Zeichnungen Fourniers abgedruckt. Überhaupt ist das Ganze sehr nett layoutet, da das Auge immer wieder Bildelemente findet. Trotzdem wirken die Seiten nicht zu unruhig! Der zweite Artikel stellt einen auf deutsch nicht erhältlichen Comic von Bryan Talbot vor: The Adventures of Luther Arkwright. Sicherlich einer der interessantesten Comics aus dem „Polit“-Spektrum und damit doppelt ungewöhnlich, denn wer traut sich heute schon, etwas vorzustellen, was für die breite Masse gleich aus zwei Gründen nicht in Frage kommt? Als Künstler-Porträt folgt dann eine Vorstellung von Roger Leloup, der als Assistent Jacques Martins und Herges angefangen hat und dessen eigene Serie Yoko Tsuno mittlerweile die Bandzahl 23 erreicht hat. Dazu kommen dann ausführliche News aus dem In- und Ausland, ein paar Kurzvorstellungen (auch aus der Manga-Ecke!) und wenige, dafür aber feine Rezensionen!

Kritik:
In dieser Form bereits nach der Nullnummer nicht mehr wegzudenken! Weiter so!


Xoomic 1    Cover    
März 2002
Frank-Kemter-Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 5,00

Inhalt + Kritik:
Vorweg: Die erste reguläre Ausgabe hält, was die Nullnummer versprach! Sie ist nur dicker und damit noch informativer! Gewonnen hat die Xoomic allerdings neben dem Umfang noch etwas anderes: Farbe. Und damit sind die Künstlerporträts natürlich noch spannender! Profitieren dürfen davon Yann, dessen Funnys vorgestellt und als diskussionswürdig betrachtet werden und Dirk Schulz, der zusammen mit Delia Wüllner-Schulz interviewt worden ist. Während sich Yann immer mehr vom Geheimtipp weg zum absoluten mega-Seller entwickelt, obwohl (oder weil?) seine Storys wirklich nicht ohne sind, hat Dirk Schulz mit seinem Wechsel von Splitter zu Carlsen alles richtig gemacht. Hier gibt es ein bisschen zu den Hintergründen, neuen Projekten und alten Werken! Ein weiteres Interview wurde mit Stefano Ricci geführt, einem Künstler aus Italien, der hierzulande eher unbekannt ist. Sein anita erschien zwar bei avant, so richtig wahrgenommen haben ihn aber wahrscheinlich nicht viel mehr als eine Handvoll Comic-Fans, da sein Werk auch nicht gerade einfach zu konsumieren ist. Umso löblicher die Vorstellung seiner Ideen und seines Backgrounds! Der letzte näher vorgestellte Zeichner ist dagegen gerade bei den Kids kein unbekannter, denn Osamu Tezuka schuf unter anderem den Astro Boy! Gerade Manga- oder anime-Künstler werden aber hierzulande viel zu selten vorgestellt, so dass den weit verbreiteten Vorurteilen: Mangas sind nur für Kleinkinder u.ä. Tür und Tor geöffnet werden. Manchmal habe ich den Verdacht, dass viele der heutigen Comic-Leser, die jetzt gegen die Mangas wettern vor 30 Jahren ihren Kindern das ZACK und vor 50 Jahren den Wäscher verboten hätten, da doch alles Schund sei... Zurück zur Xoomic: Ein Nachruf auf die 2001 eingestellte RRAAH!, News aus Deutschland, Japan, USA und Frankreich/Belgien, sowie aus dem Netz und erneut einige gute Rezensionen runden das mittlerweile 60-seitige Bild ab!



Xoomic 2    Cover    
Juni 2002
Frank-Kemter-Verlag (Originalausgabe)
Preis: € 5,00

Inhalt + Kritik:
Wieder ein Kessel Buntes, allerdings ohne den Beigeschmack des Ewiggestrigen: Mit der Startnummer 1 ein Porträt der auf Deutsch bei Salleck erscheinenden Serie Monsieur Jean, dessen einziges Manko die Kürze ist. Zwar bietet der Beitrag einen guten Einblick und ist reichlich mit Bildmaterial versehen, ich hätte mir aber mehr gewünscht. Doch keine Pause, es geht weiter mit Brösel, der ausführlich interviewt wurde. Nun ja, zwar gut gefragt und geantwortet, aber nicht mein Fall. Mit der nächsten Startnummer geht dann aber einer der heutigen Favoriten an den Start: Jean-Claude Mézières ist mehr als Valerian. Seine Zusammenarbeit mit Christin, seine Arbeiten für den Film und für den Nachwuchs werden ausführlich dargestellt. Dazu gibt es dann auch noch vorzügliches Bildmaterial, z. Teil sogar in Farbe! In dieser Ausführlichkeit macht ein Artikel wirklich Sinn, denn mehr kann nur noch eine Spezialausgabe oder ein Buch bringen, weniger würde dem Künstler aber nicht richtig gerecht! Danke! Ähnliches gilt für das Interview mit den Laskas: viele Details, viele Illustrationen, gute Fragen, die einen Einblick in die Arbeiten und das Leben der Beiden ermöglichen und noch ein Onepager. Die nächsten Ausgaben werden Schwierigkeiten haben, des gesetzten Standard zu halten! Und noch ein deutscher Zeichner wird gewürdigt: Ralf König darf (oder muss?) sich ebenfalls den Fragen stellen Wer von König noch nie etwas gehört hat, hat hinterher durch den Infokasten einen recht guten Eindruck vom Werdegang und kann das Interview fast genauso genießen wie ein Kenner. Gelungen! Doch damit immer noch nicht genug: als Überraschungsgast geht der nach Redaktionsschluss in Erlangen prämierte Frank Cho ins Rennen. Auch dieser an der Grenze zwischen Mainstream und Underground stehende Strip-Artist wird so porträtiert, dass hinterher ein echter Eindruck beim Leser entstanden sein müsste! Dazu kommen dann noch die mittlerweile bekannten News- und Rezensionsrubriken, die für Interessierte wohl den momentan besten schriftlichen Überblick bieten. Als letztes soll die in dieser Ausgabe begonnene Kontroverse beleuchtet werden: Darf man Carl Barks kritisieren? Jörg Digmayer tut es, denn er wirft einen Blick auf die Rahmenbedingungen. Sicher ist Barks einer der bedeutensten Entenzeichner. Aber er ist eben auch „nur“ ein Entenzeichner! Keine eigene Serie, kein eigener Handlungsrahmen, nicht einmal eigene Grenzen, sondern „nur“ die geniale Umsetzung fremder Ideen mit eigenen Beigaben. Das bedeutet, dass man Barks nur im rahmen von Disney beurteilen kann! Aber: ist das wirklich so ketzerisch? Niemand nimmt doch Unca Carl wirklich außerhalb des Disney-Rahmens wahr. Er ist einer der wenigen (US-)Comic-Künstler, der auch einen durchschnittlichen Tagesschau-Konsumenten bekannt ist und seine Originale sind relativ teuer, aber: nur wegen des Disney-Bezuges, denn einen Franquin oder einen Miller kennt der durchschnittliche Deutsche nicht, obwohl sie in Fachkreisen ebenfalls als „Großmeister“ gewürdigt werden und ihre Originalpreise sich in ähnlichen Dimensionen bewegen. Carl Barks ist nicht berühmt als Carl Barks, auch wenn viele Comic-Fans das glauben mögen, er ist immer noch (und das ist vielleicht die größte Ironie) einfach nur „der gute Zeichner“ der Enten. Und das relativiert die Ketzerei des Artikels ein wenig!


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