Erlösung
Story: Denis Lapière
Zeichnungen: Marc Bourgne, Eillam
Originaltitel: Michel Vaillant – Saison 2 13 – Rédemption
Blattgold Verlag – ZACK Edition
Softcover | 56 Seiten | Farbe | 16,00 €
ISBN: 978-3-949987-35-9

Wow, schon dreizehn Bände und ein Ende ist nicht abzusehen! Die deutsche Albenausgabe hinkt dem Original immer rund zwei Jahre hinterher, die Magazinveröffentlichung im ZACK nur ein Jahr. In diesem Rhythmus können erste Eindrücke vernünftig sacken und die stetige Lieferung trotzdem aufrechterhalten werden. Außerdem gibt es ja auch noch andere Werke aus dem klassischen Graton-Universum (etwa über die Tour de France oder in Kürze Familie Labourdet) oder dem neuen, aktuellen (Julie Wood, Legenden)
Die Gefahr ist noch nicht gebannt …
Zur Erinnerung: Der Rennstall Vaillante wollte seine Markenpräsenz in Amerika ausbauen und ist dort sowohl offizielle Rennen gefahren als auch inoffizielle. Dies gefiel einigen Wirtschaftsleuten nicht, insbesondere aber einer rechtsradikalen, nationalistischen Organisation, die im letzten Band einen missglückten Anschlag auf Steve Warson verübt hat. Nun möchte das FBI die Hinterleute gefangen setzen, denn diese hatten bisher nicht identifiziert werden können.

In der ebenfalls schon länger eingeführten Parallelhandlung kämpft Michels Frau, Francoise, gegen ihren Brustkrebs. Da sie sich aus allem zurückziehen musste, hatte auch ihr Mann beschlossen, solange auf Rennen zu verzichten. Nun wird er aber vom FBI gebeten zusammen mit Steve und Elsa ein 500-Meilen-Rennen zu fahren. Natürlich fällt die Entscheidung dementsprechend und Lapiére kann den typischen Ablauf der Rennvorbereitungen einmal mit anderen Parametern zeigen.
Es sei verraten, dass es am Ende dieses Teils zu einer weiteren, echten Überraschung für Steve kommt, die auch den Titel Erlösung erklärt. Die Auswirkungen könnten so groß sein wie damals der Schock wegen Ruth. Für Spannung ist gesorgt!
Ein weiterer „Rennkrimi“
Die zweite Staffel von Michel Vaillant wird wie eine Netflix-Serie aufgezogen: Mehrere Stränge vermischen sich, laufen auseinander und finden doch wieder zusammen. Trotz dieser Elemente, die im Übrigen mit Bravour gezeichnet sind, darf aber das Kernthema nicht vergessen werden: das Renngeschehen. Weiterhin stehen die Bände für sorgfältig recherchierte, den Stand der Technik und die Abläufe wiedergebende Einblicke hinter die Kulissen des Rennsportzirkus.

Eillam fügt sich nahtlos ein, Marc Bourgne ist ja sowieso ein alter Hase und insofern fehlt hier nichts. Ein alter Freund beschwerte sich neulich bei mir, dass er mit dem neuen MV nicht warm würde. Ja, insbesondere die Zeichnungen sind anders und nichts für Puristen. Gemessen an dem, was heute erscheint, gehört MV aber immer noch oder vielmehr schon wieder zu der Spitzengruppe im Rennen!
Für Serienjunkies und Rennsportbegeisterte!
Michel Vaillant ist eine sehr selten anzutreffende Mischung aus dem klassischen, technikgetriebenen Abenteuer, einer Krimihandlung mit leichten Thriller-Einflüssen und einem Soap-getriebenen Werk, dass Handelnde mit persönlichen Problemen konfrontiert.

Für mich eine der Serien, die das Lesen und Sammeln lohnen: ständige Fortentwicklungen der Personen, neue Herausforderungen, die passen und zueinander in Verbindung stehen und eine Mischung aus kurzen (Albenlangen) Handlungen und übergreifenden Storyarchs.
Dazu passen The Hives mit „Hate to say, I told you so“ und ein Herbstbock.
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