Herausgeber: ZEBRA-Redaktion ZEBRA c/o Georg K Berres oder GoGer att web.de Din A4 geheftet | 32 Seiten | s/w | 0,00 € ISBN/ISSN: n/a
Wow, 40 Jahre ist es her, dass die erste Episode des Verwaltungsangestellten vom Planeten Meta-Pengo erschienen ist! Comix-online gratuliert!
Mittlerweile sind fünf Paperbacks mit Commander Corks Abenteuern (natürlich begleitet von seiner Assistentin Reena Torgan, einer Mutantin) erschienen und weitere sind laut der ZEBRA-Redaktion in Vorbereitung! Und auch in den regulären ZEBRA-Ausgaben sind weitere Episoden abgedruckt. Um das Spektakel (und ein solches ist es wirklich!) aus Science-Fiction, schwarzem und manchmal auch nur flachem Humor und Kritik an Verwaltungen im Allgemeinen zu feiern, ist zum Jubiläum eine Gratis-Leseprobe als ZEBRA-Sonderband 30 erschienen. Natürlich sind alle lieferbaren Publikationen gelistet.
In Erlangen wurden sie bereits verteilt, auf anderen Messen und beim Händler des Vertrauens mag es noch weitere Exemplare geben. Wer die Story bisher noch nicht kannte, sollte auf jeden Fall einen Blick darauf werfen! Wer nicht lacht, findet auch den berühmten Passierschein nicht lustig. Mehr über die Urgesteine der Independent-Szene hier oder hier.
Die Crew hat Köln als ihren Sitz. Daher passen dazu die Banana Peel Slippers, etwa mit „Fairground“ und ein Sommersud von Hellers.
Und noch eine Serie über einen der ältesten noch publizierten Superhelden der Welt. Der wandelnde Geist dürfte vielen aus der Generation ZACK noch aus frühen Jahren bekannt sein, war die Bastei-Serie doch überall zu finden. Danach wurde es zumindest bei uns sehr ruhig über den maskierten Helden, der seit Generationen über Bangalla wacht. Vor einigen Jahren explodierte dann die aufgestaute Nachfrage und hält bis heute an. Mehr zur Serie und den Veröffentlichungen im Werk von Christian Blees, Comics erscheinen unter anderem bei Zauberstern, Kult, und in der ZACK-Edition.
Wilderei und ein Fluch
Die neue Reihe widmet sich ausschließlich Geschichten mit Lee Falk‘s Phantom, die von Heiner Bade gezeichnet worden sind. Der in Hamburg geborene und 2025 verstorbene Zeichner lebte allein von seiner Comickunst, ist in Deutschland aber trotzdem weitgehend unbekannt. Um der damaligen Verpflichtung zum Dienst mit der Waffe zu entgehen, hatte sich Bade entschlossen, nach Schweden auszuwandern. Dort in Sicherheit setzte er seine in Hamburg begonnene Leidenschaft fort, Zeichnungen und Comics zu entwerfen und fand tatsächlich eine Anstellung als Zeichner für das in Schweden sehr erfolgreiche Fantomen-Magazin. Seine Werke wurden in vielen Ländern nachgedruckt, haben aber meistens den Weg in sein Heimatland bisher verpasst. Um wenigstens die besten seiner Arbeiten auch hier zu präsentieren, hat Michael Beck seine vielfältigen Tätigkeiten im Bereich der Neunten Kunst um einen Comic-Verlag ergänzt.
In Der weiße Elefant wird die Geschichte eines Wilderers erzählt. Nicht von ungefähr erinnert bereits der Titel an die Geschichte von Moby Dick: Er ist von dem Tier besessen und möchte es zur Strecke bringen. Bei einer Begegnung hatte das Tier die gesamte Expedition aufgerieben, allein der Antiheld war verletzt übriggeblieben und anschließend zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Nun macht er sich, mittlerweile mit einem Holzbein versehen, nach seiner Entlassung wieder auf die Jagd. Verständlicherweise möchte das Phantom allerdings eingreifen.
Der Geisterpirat ist eine Geschichte über moderne und klassische Piraten. An der Küste vor Bangalla sind viele ehemaligen Piratenschätze mit ihren Schiffen gesunken oder wurden dort von Piraten versteckt. Immer wieder tauchen moderne Schatzsucher auf, die die Schätze mit allen Mitteln an sich bringen wollen. Beim aktuellen Versuch müssen wieder Unschuldige leiden und so erreicht ein Hilferuf den wandelnden Geist. Die erste Aktion missglückt und es scheint so, als ob ein mit einem Geisterschiff reisender Geisterpirat den Maskierten retten würde.
Action und Natur
Die Zeichnungen von Heiner Bade vereinen die typischen und erwartbaren Actionszenen mit wunderschönen Naturszenarien. Die Landschaft ist eigentlich nur Beiwerk, macht das Ansehen der Bilder aber zu einem Genuss! Und auch der majestätische Dickhäuter ist eine Augenweide. In der zweiten Geschichte, die ursprünglich in schwarz-weiß erschienen und erst später koloriert erneut abgedruckt worden war, zeigt Bade, dass er auch „Grusel“ kann. Das Geisterschiff, der Pirat und selbst die Höhle würden jeder Dungeon-Story gut zu Gesicht stehen.
Natürlich ist die Anzahl der Themen rund um den maskierten Helden, der seit Jahrzehnten immer wieder in Erscheinung treten darf, limitiert. Umso mehr kommt es auf den Zeichner an, der diesen Geschichten seinen eigenen Akzent geben kann und über eine reine Routineumsetzung hinausgehende Bilder schafft. Genau das konnte Heiner Bade und deswegen ist es auch richtig, seine besten Arbeiten größtenteils erstmals hier in Deutschland zu präsentieren!
Einen ersten und zweiten Blick wert!
Komplettsammler*innen werden hier bedenkenlos zuschlagen können – die Qualität der Stories und Zeichnungen liegt weit über dem Durchschnitt! Aber auch Gelegenheitsleser*innen sollten nicht nur einen Blick riskieren: Die Geschichte des Übergangs vom Vater zum Sohn, die hinter der „Unsterblichkeit“ steht, ist schnell verstanden und mehr Vorwissen braucht es nicht. Der Held kämpft für die Menschlichkeit, für die Schwachen, die Natur und Gerechtigkeit, ist also einer der typischen „Guten“. Er besitzt allerdings keine Superkräfte, kann sich somit nur auf sein Geschick und auf seine Einbindung in die lokale Community verlassen.
Der Band enthält zusätzlich eine Einführung in das Leben des Zeichners von Bernd Frenz sowie in die beiden abgedruckten Geschichten und als Gimmick in der ersten Auflage auch noch ein doppelseitiges Poster der Totenkopfhöhle. Die auf 77 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe kommt mit anderem Cover und einem ebenfalls limitierten Druck!
Dazu passen Cock Sparrer mit „Watch your back“ und ein Carlsberg Elefant.
Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 € ISSN: 1438-2792
Wie schnell doch die Zeit vergeht … Hiermit ist bereits die Hälfte der diesjährigen ZACK-Nummern erschienen! Zwei komplett neue Serien starten mit dieser Ausgabe, dazu noch ein Auftritt von Isnogud; für lange Sommerabende allemal genug Lesestoff.
Die Neustarts
Coverboy ist ein Detektiv, nämlich Inspektor Arbuckle. Dieser ist der Held eines Frühwerkes von Étienne Willem namens Pfeifenrauch und Seidenstrümpfe. Teil 1, Der schwarze Fleck, enthält keine Fantasy-Elemente, wie wir es aus seinen späteren Geschichten kennen, besitzt aber bereits den gleichen Strich und auch einen sehr ähnlichen Humor. Die Geschichte führt zurück in das England, in dem Adel noch etwas ganz Besonderes war, in dem Verbrechen und dessen Aufklärung noch Handarbeit waren und eine Tasse Tee respektive ein Whisky selbst wichtige Probleme noch in der Priorität nach hinten schieben konnten. Die zweiseitige Einführung im Heft stammt im Übrigen vom Verfasser dieser Zeilen.
Ebenfalls neu ist der Thriller Brigade Verhoeven von Pascal Bertho nach einem Roman von Pierre Lemaître. Mitten in einem Ausgehviertel explodiert eine Bombe. Gleichzeitig stellt Kommandant Camille Verhoeven einen neuen Mitarbeiter für sein Team zur Verbrechensbekämpfung ein. Dieses besteht aus schrägen Vögeln und scheinbar inkompatiblen Personen, ist aber sehr erfolgreich. Die modernen, aufgrund der Kolorierung etwas abstrahiert wirkenden Zeichnungen stammen von Yannick Corboz. Teil eins der dreiteiligen Serie trägt den Titel Rosie.
Die Fortsetzungen
Harry & Platte sind auf der Suche nach dem Urheber eines Computervirus in der Gegend von Nizza. Ein Freund will ihnen bei einem privaten Rundflug die Gegend und die Wohnorte der möglichen ´Verdächtigen zeigen, als sie ein außer Kontrolle geratenes Feuer entdecken. Während die beiden Detektive später die einzelnen Personen abklappern, wird deutlich, dass es mehrere Feuer gibt die sowohl Eigentum als auch Helfer*innen bedrohen. Feuer und Schwert ist klassische Comickunst von Denis Lapière und Alain Sikorski.
Weiter geht es mit dem Buckligen von Montfoucon. Unser Vater hat den mit ziemlich unfeinen Mitteln geführten Kampf zweier Parteien um den französischen Thron zum Inhalt. Nicht immer sind die Fronten klar und die Rolle der Frauen ist zeitgemäß leider noch ein zusätzliches Thema, erden sie doch bestenfalls ignoriert. Ein verzwicktes Historiendrama von Philippe Pelaez, gezeichnet von Eric Stalner mit ansprechenden Zeichnungen und frischem Layout.
Zurück in die Gegenwart geht es in Heute frischer Fischvon und mit Charel Cambré und Marc Legendre. Die beiden Comickünstler auf der Suche nach dem Stoff für einen neuen Titel sind immer noch in einem kleinen, von der Außenwelt abgeschnittenen spanischen Dorf gestrandet. Ihre spezielle Art, mit Problemen umzugehen, führt zu vielen unschönen Situationen und die mangelhafte Beherrschung der Sprache tut ein Übriges. Nicht immer PC, aber sehr humorvoll, dieses moderne Roadmovie.
Zum Schluss geht es noch einmal um die anspruchsvollen, aber leider auch leicht scheiternden Ansprüche an und für eine gerechte Gesellschaft: in Libertalia führen Die Wege zur Hölle. Die Gründe dafür sind vielfältig: Macht, Gier, toxische Lust aber auch falsche Ideale, vielleicht sogar auch ein zu optimistisches Menschenbild. Jedenfalls müssen die Initiatoren der anarchistischen Gemeinschaft feststellen, dass alles zusammenbricht. Anspruchsvolle und herausfordernde, zugleich aber auch lohnende Story von Rudi Miel & Fabienne Pigière mit eindringlichen Bildern von Paolo Grello.
Und sonst?
Die Onepager in diesem Heft zeigen drei Seiten aus einem aktuellen, bei Dani Books erscheinenden Isnogud-Bandes. In ihnen stellt sich der Möchtegern-Kalif aktuellen Fragestellungen. Außerdem gibt es den Keller, die Rezensionen und die News von Frank Neubauer, den Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren von Michael Klein und eine Vorstellung von Claudio StassisRepública vom Verfasser dieser Zeilen.
Dazu passen The Easybeats mit „Friday on my mind“ und ein Weißburgunder eurer Wahl.
Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 € ISSN: 1438-2792
Variante A
Obwohl wir in Deutschland relativ gut versorgt sind was Michel Vaillant angeht, gibt es doch noch ein paar „blind spots“. Einer davon ist die Reihe Palmares Inedit. Ein Band war bei Seven Island erschienen, zwei sind mittlerweile in der ZACK-Spezial-Reihe (als Band 15 und 19) aufgelegt worden und die Geschichten über die Familie Labourdet sind ab dem Herbst geplant. Im zweimal pro Jahr erscheinenden ZACK-Sonderheft wird jetzt eine weitere Lücke angegangen.
Die großen Legenden des Motorsports
Denn daneben gibt es auch noch seit 1995 die Michel Vaillant Dossiers. Nur ein einziger Band dieser mittlerweile 18 Teile umfassenden Serie hat es bisher nach Deutschland geschafft: Das Buch über Louis Chevrolet erschien in einer limitierten Sonderauflage. Die Dossiers widmen sich „Legenden“: rennfahrende Schauspieler wie James Dean oder Steve McQueen, Formel 1 Piloten wie Senna oder Fangio, Konstrukteure wie eben jener Chevrolet oder Enzo Ferrari und mittlerweile auch Rennstrecken wie Paul Ricard oder Zandvoort.
Allen Ausgaben gemeinsam ist ein großer Anteil an Artikeln über die jeweiligen Themengebiete die geballte Fachkompetenz in lesbarer Art und Weise darbieten. MV ist bei unseren Nachbar*innen eben nicht nur ein Comic, sondern auch eine Marke, die aus dem Renngeschehen nicht wegzudenken ist. Außerdem erlaubt die dortige Comic-Tradition auch die Kombination aus Unterhaltung und Sachkenntnis. Natürlich dürfen auch zum Inhalt passende Comics nicht fehlen. Diese sind teilweise aus den regulären Alben entnommen, oft aber auch speziell entwickelt worden.
Variante B
Dreizehn der besten Geschichten sind in diesem Sonderheft versammelt. Die ersten reichen stilistisch einige Jahrzehnte zurück. Die frühen Comics wurden vom Studio Graton realisiert, die neueren von der aktuellen Garde, die wir auch aus der zweiten Staffel kennen. Gerade die Vielfalt der Themen und der jeweiligen zeichnerischen Umsetzungen macht den Reiz dieses Heftes aus.
Eine fragmentarische Geschichte des Motorrennsports in Bildern
Echte Fans haben in Deutschland keine andere Möglichkeit, als sich die Dossiers auf Französisch oder Niederländisch zuzulegen. Jetzt gibt es aber wenigstens die Möglichkeit, die besten Comics aus den Bänden genießen zu können. Falls sich das Heft gut genug verkauft, verspricht die Redaktion bereits einen Folgeband. Aber auch für die Leser*innen, die einfach nur mal in das Michel Vaillant Universum hineinschnuppern und den Erfolg dieser Serie nachvollziehen wollen, bietet das Heft einen guten Einstieg. Es geht eben nicht nur um eine Kunstfigur die losgelöst von der realen Welt im Kreis fährt, viele reale Menschen waren Teil dieser Geschichte(n) und haben es genossen.
Für das Heft wurden zwei verschiedene Covervarianten gedruckt. Im Bahnhofszeitschriftenhandel kann man sich die gewünschte Ausgabe aussuchen, bei der Bestellung muss man seinen Favoriten angeben. Zusätzlich enthält das Heft noch eine Einführung in die Serien des MV-Kosmos und einen Überblick über die bisherigen Dossiers vom Verfasser dieser Zeilen.
Dazu passen „Nothing like You“ von Cock Sparrer und natürlich ein Champagner.
Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 € ISSN: 1438-2792
Kaum werden die Nächte kürzer, sitzt schon ein Buckliger mitten in der Nacht auf einem Gargoyle … Die Mai-Ausgabe des ZACK bringt wieder frischen und sehr abwechslungsreichen Lesestoff.
Die Neustarts
Wow, ein Heft für alle, die schon immer auf eine gute Gelegenheit zum Start gewartet haben, gibt es doch zwei komplette Neustarts und eine erste Kurzgeschichte von einer neuen Heldin.
Beginnen wir mit dem Coverboy, dem Buckligen von Montfoucon. Unser Vater ist der Titel der neuen Episode von Philippe Pelaez, gezeichnet von Eric Stalner. Karl VIII. sitzt auf dem französischen Thron, die Herrschaft wird allerdings durch die Aktivitäten von Louis d´Orléans bedroht. Es scheint zwei Dokumente zu geben die beweisen, dass Louis nicht der Sohn von Charles ist. In diesem Fall hätte er keinen Anspruch auf den Thron. Während Pierre und Quasimodo, der Bucklige, auf Seiten von Louis stehen, schickt die Schwester des Königs ihre grausamen Handlanger aus. Spannende und gut gezeichnete History-Serie.
Ebenfalls neu ist das erste „lange“ Abenteuer der beiden Detektive Harry & Platte von Denis Lapière und Alain Sikorski. Band 41 heißt Feuer und Schwert und bringt die beiden wie auch schon in den Kurzgeschichten dichter an die Jetztzeit; sie müssen herausfinden, wer einen Virus in die IT einer Kapitalanlagegesellschaft bringen konnte. Klassische frankobelgische Zeichenkunst in modernem Layout und spannend obendrein!
Bob Morane kennt jede*r ZACK-Leser*in, aber Caro Morane? Wie bereits vor einigen Ausgaben eingeführt, ist Vernes, der literarische Schöpfer von Bob, der Vormund von Caro. Die Geschichten beruhen angeblich auf den Erzählungen eines Zeitreisenden. Caro, mittlerweile eine junge Frau, macht sich in Kuba auf die Suche nach ihrer Herkunft und trifft dort auf Fidel … Spannendes, ursprünglich schwarz-weißes Experiment von Phil Cottarel! Der Hinweis auf Band 2 ist im Übrigen ein Druckfehler.
Die Fortsetzungen
Der Roadtrip Heute frischer Fisch von und mit Charel Cambré und Marc Legendre geht bereits in die dritte Runde von Brückenbauer. Noch immer sitzen die beiden in dem kleinen spanischen Dörfchen fest. Ihre neue Unterkunft erweist sich als frühere Strandbar und so prallen Erwartungen der Bevölkerung und Ambitionen der „Helden“ nicht wirklich zielgerichtet aufeinander. Die beiden spielen weiterhin lustvoll mit Vorurteilen und teilen kräftig aus.
Und auch das grafisch anspruchsvolle Libertalia geht weiter. Der Tod der jungen Frau wird zwar gerächt, es handelt sich aber um einen Fall von Selbstjustiz. Das Experiment ist gefährdeter denn je. Zudem ist natürlich auch fast die gesamte Welt hinter den Freibeutern her. Ein freiheitliches Experiment darf keinesfalls gelingen und zu einem gesellschaftlichen Gegenentwurf aufsteigen. Die Wege zur Hölle beschreiben Rudi Miel & Fabienne Pigière sehr eindringlich – Anarchie ist alles andere als einfach. Paolo Grello setzt die Geschichte in Bilder um.
Der Abschied
Vorerst verabschiedet sich das Western-Genre wieder aus dem ZACK, denn Ray Ringos Rückkehr endet zunächst. Rays Zukünftige, Lean, konnte zwar befreit werden, musste von Ray aber in einer Höhle zurückgelassen werden. Sie ist jedoch nicht gewillt, dort zu bleiben und macht sich auf den Weg, nur um von ihren ehemaligen Peinigern aufgelesen zu werden. Das Finale von Devil’s Gate ist blutig und hat einen Cliffhanger, der es in sich hat. Glücklicherweise ist der Vertrag für den Abdruck des zweiten Bandes von Éric Corbeyran und Roman Surzhenko bereits unterschrieben.
Und sonst?
Die Onepager in diesem Heft stammen von dem Ritter, Parker & Badger sowie Tizombi. Dazu stellt der Verfasser dieser Zeilen Simba Lee von Charlier und Herbert vor und Bernd Hinrichs den lesenswerten Band Siehst du es? über Siegfried Lenz. Abgerundet wird das Heft mit News, Meinung und Rezensionen sowie dem Rückblick auf das ZACK vor fünfzig Jahren.
Dazu passen The Pioneers mit „You keep telling me“ und ein Aperol Spritz.
Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 € ISSN: 1438-2792
Nach der Wärme kommt die Kälte zurück – so ist das Aprilwetter nun Mal. Umso besser, dass auch das ZACK 322 vollgepackt ist mit Comics und Informationen und dem Regen und Hagel somit den Schrecken nimmt.
Der Neustart
Das Coverbild zeigt einen der blutverschmierten Piraten aus der Serie Libertalia, die mit Die Wege zur Hölle in ihre letzte Runde startet. Ein Schiff kehrt zurück nach Libertalia, dem Rückzugsort an der Küste von Madagaskar, an dem alles anders sein sollte: gleichberechtigt, ohne Rassismus, und ohne äußere Zwänge. Wie so oft bei vergleichbaren Experimenten gibt es aber immer wieder einige wenige, die nicht mitspielen wollen und die Idee gefährden. Das ist hier auch nicht anders, einige Männer meinen, Frauen nicht nur benutzen, sondern auch töten zu können und sollen nun belangt werden. Kann die Idee überleben? Graphisch heraufordernde, aber überzeugende Serie mit Bildern von Paolo Grello nach Texten von Rudi Miel & Fabienne Pigière.
Auch Neu ist Cor Morelli. Ein Mann fühlt sich verfolgt und kann sich nicht wirklich erklären, warum. Dabei ist es nur Der Nächste! Kein schlechter Anfang für Aloys Ooster.
Die Fortsetzungen
Charel Cambré und Marc Legendre lassen sich selbst in Heute frischer Fisch auftreten. Auf ihrer Reise in den Süden, um neuen Stoff für ihre Comics zu finden, sind sie in einem kleinen Dorf gestrandet und aufgrund eines Erdrutsches von der übrigen Welt abgeschnitten. Das hindert sie allerdings nicht daran, weiterhin in jedes Fettnäpfchen zu treten und sich Feinde zu machen. Nicht immer PC, aber sehr spaßig!
Ray Ringo, ZACK-Held von früher, ist mit einem Re-Boot zurück und überzeugt mit einem sehr klassischen Western, der natürlich an die heutigen Anforderungen angepasst ist. Nachdem Ringo seine Verlobte befreien konnte, erfährt er mehr über ihre Vergangenheit und auch über die der Mormonen, die er bereits kennengelernt hat. Beide Seiten sorgen dafür, dass ihre Ausgangsposition an Stärke gewinnt. Devil’s Gate von Éric Corbeyran geschrieben bleibt spannend, allerdings wesentlich unterstützt durch die sehr dynamischen Zeichnungen von Roman Surzhenko!
Die Abschiede
Gleich drei Geschichten finden in dieser Ausgabe ihr Ende! Den Anfang macht Jeff Mistral mit Nahtoderfahrung. Der Franzose Olivier Andrieu war seines Jobs im Computerbereich überdrüssig geworden und hat eine Figur entwickelt, die an die klassischen frankobelgischen Detektive der 60-er erinnert. Humor, spannende Wendungen und gute Zeichnungen von Alain Julié machen die Serie zum Vergnügen, nicht nur für Fans alter Autos! Einzig das Lettering könnte etwas weniger aufdringlich ausfallen. Der zweite Teil ist schon fertig!
Ebenfalls fertig hat Michel Vaillant. Erlösung trifft es allerdings nicht ganz. Zwar scheint der Substrang mit der Atomwaffendivision zunächst abgeschlossen zu sein, der Kampf gegen den Krebs ist es aber noch nicht. Und natürlich geht es auch um Rennen, stehen doch die 500 Meilen an: Steve kann nicht fahren, Michel wollte eigentlich nicht und Elsa steht vor einer großen Bewährungsprobe. Tolle Rennszenen von Marc Borugne & Eilam nach einer Story von Daniel Lapiere.
Und schließlich ist auch der ZACK-Held der letzten Jahre, Rick Master, schon wieder als Abschied zu vermelden. Dead Sugar ist sicherlich eine seiner größten Herausforderungen, setzt sie doch darauf, Kriminelle nicht einer ungewissen Behandlung durch die Justiz zu übergeben, sondern zu erschießen. Als Nadine bei einem Unfall lebensgefährlich verletzt wird, stellt sie Rick vor eine Wahl. Nach etwas müdem Anfang hat die Story doch noch die Kehrtwendung geschafft und ist eine Fragen aufwerfende, spannende Geschichte geworden, die gleichzeitig die Figur der Nadine vom Sidekick zu mehr Eigenständigkeit verholfen hat. Gute Leistung von Simon Van Liemt mit ansprechenden Zeichnungen von Zidrou.
Und sonst?
Dazu der zweite Teil des Interviews mit Dany, der sich in seinen Aussagen etwas verrennt, ein Beitrag vom Verfasser dieser Zeilen über die neue Reihe Elang Jawa in der ZACK-Edition, der Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren und News und Meinungen von Frank Neubauer.
Dazu passen Joe Jackson mit „I’m the Man“ und ein Frühlingsbock.
Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 € ISSN: 1438-2792
Spanien, eine Taperia, draußen sind es 20 Grad, und doch steht auf dem Cover der Aufdruck MÄRZ… Egal, auch dieses Heft ist eine gelungene Mischung und sollte keinesfalls bis zum nächsten Urlaub liegen bleiben.
Der Neustart
Zwei sympathische Künstler porträtieren sich selbst und ihre Reise in den Süden: Heute frischer Fisch ist von und mit Charel Cambré und Marc Legendre, den beiden, die auch schon Adaptionen von Spirou & Fantasio oder Amoras vorgelegt haben. Ihre Satire spielt mit Vorurteilen gegen Nationalitäten, sexuelle Orientierung, Berufe, Lifestyles und alles andere. Fettnäpfchen können gar nicht genug geschützt sein, die beiden finden sie und springen voll hinein. Dabei nehmen sie sich selbst nicht aus und das machte es dann zu einem Vergnügen. Auch Brückenbauer ist allerdings nichts für Überkorrekte!
Zudem gibt Henri Vaillant seinen Einstieg in das Magazin: Die Kurzgeschichte Die Fliege mit den goldenen Augen ist nur in einer speziellen französischen Sonderausgabe des Bandes über den Gründer der Familiendynastie erschienen. Umso erfreulicher ist es, dass sie hier abgedruckt werden durfte. Sie vereint einen aktuellen Teil in einer etwas gewöhnungsbedürftigen Weise und einen zweifarbig gehaltenen Rückblick nach einem Szenario von Dennis Lapière mit Zeichnungen von Marc Bourgne.
Die Fortsetzungen
Die Nahtoderfahrung erklärt zwar, wie der wertvolle Diamant gestohlen werden konnte, er ist aber immer noch verschwunden. Jeff Mistral und die geheimnisvolle Lucie müssen sich aber zunächst mal aus ihrer Gefangenschaft befreien (wobei es etwas verwirrend ist, dass die beiden ersten Seiten in vertauschter Reihenfolge abgedruckt sind). Danach geht es Schlag auf Schlag weiter Ein spannender neuer „alter“ Krimi von Olivier Andrieu mit sehenswerten Zeichnungen von Alain Julié, der Lust auf mehr macht. Allein das Lettering könnte etwas weniger brüllend sein.
Der wohl spannendste Cliffhanger der letzten Zeit (zumindest für Leser*innen, die keine Möglichkeit haben, den Originalveröffentlichungen im Ausland zu folgen) war der Tod von Michel Vaillant im letzten Heft. Wie gut, dass es sich nur um einen Traum gehandelt hat. Doch halt, keine Entwarnung, denn das bedeutet, dass der oder die Killer noch frei herumlaufen. Und tatsächlich kommt es in Erlösung zu einem Attentat mit einer sehr persönlichen Wendung für Steve Warson. Spannung, Krimi-Elemente, Drama und ansprechende zeichnerische Umsetzungen, ebenfalls von Daniel Lapière getextet und umgesetzt von Marc Bourgne & Eilam.
Ray Ringo (der früher bei Koralle Hondo hieß) ist auf der Suche nach seiner entführten Verlobten und macht Bekanntschaft mit einem Trupp älterer Männer. Diese geben sich zwar als gottesfürchtige Reisende aus, dieser Schein trügt allerdings wie so oft. Die Neuauflage dieser Serie von Éric Corbeyran mit Zeichnungen von Roman Surzhenko wirkt vertraut, nimmt sie doch viele klassische Elemente auf, überführt diese aber in einen modernen Zeichenstil und fügt auch ein paar härtere Szenen hinzu, die man bei der Shiloh Ranch oder High Chaparral eher nicht gesehen hätte. Für mich eine der Entdeckungen des noch frischen Jahres!
Der schon wieder als Jahressieger in der Gunst der Leser*innenschaft stehende Rick Master steht in Konkurrenz zu seiner Freundin Nadine, die ebenfalls eine Titelseitenstory schreiben möchte.Tatsächlich gelingt ihr ein Scoop! Währenddessen trifft Rick auf vier als Beatles maskierte Idioten als Dead Sugar die Bühne betritt… Eine humorvolle, von Anspielungen auf Kultur und Politik nur so strotzende neue Folge von Simon Van Liemt, die garantiert wieder vorne landen wird. Zusammen mit Zidrou wurde der doch etwas altbackene Journalist runderneuert und besetzt nun das humorige Krimifeld fast ohne Konkurrenz.
Der Abschied
Verabschieden dürfen wir uns von der abstrusen Geschichte von Jean Regnaud mit Aleksis Strogonov. Tamo lieferte eine Geschichte über Widerstandsbewegungen, die ihnen jede Berechtigung, ja auch jede Ernsthaftigkeit abspricht. Ich verstehe nicht, was Émile Bravo dazu gebracht hat, diesen Auftrag anzunehmen. Hier herrscht die reine Freude am Zerstören vor.
Und sonst?
Erinnert sich noch jemand an den Skandal um die Spirou-Adaption von Dany? In diesem Heft kommt der Künstler selbst zu Wort, da der erste Teil eines längeren Interviews von ActuaBD mit ihm abgedruckt wird. Lesenswert! Dazu ein Beitrag vom Verfasser dieser Zeilen über die nun von Capia gezeichnete Fortsetzung von Das Paris der Wunder, Michael Klein mit dem Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren und Frank Neubauer mit News, Rezis und spitzen Worten.
Die kürzeren Comicbeiträge von Parker & Badger, Der Ritter und StarFixion dürfen natürlich ebenfalls nicht fehlen.
Dazu passen Dakka Skanks mit „You can’t cancel this“ und ein Boots Night Bier von Ahoi.
Zum 70. Geburtstag kann man sich schon mal etwas gönnen! Zumal, wenn es die eigene Geschichte betrifft! Die aktuelle Serie hat gerade neu begonnen.
Der Hintergrund
1963 übte der Verlag „Junge Welt“, ein DDR-Staatsbetrieb zunehmend Druck auf Hannes Hegen, das Mastermind hinter der erfolgreichen Comic-Zeitschrift Mosaik, aus. Die laufende Story um den Erfinder Wilhelm Bauer war nicht konform genug mit den ideologischen Zielen des Staates: zu klamaukig, zu sehr Bürgertum-orientiert, zu wenig Bezug auf die Errungenschaften der Arbeiterklasse … Sie wurde daher abrupt beendet, die historisch angelegte Ritter-Runkel-Serie begann.
Hegen hatte aber schon zwei weitere Hefte fertig getextet; diese hätten die Geschichte zu einem guten Ende gebracht. Teil 1 davon, Das Duell an der Newa, erschien zum 100. Geburtstag von Johannes Hegenbarth (das ist Hannes Hegen), der abschließende zweite Teil, Das Konzert unter Wasser, liegt nun auch vor. Die Texte stammen aus dem Nachlass, die Zeichnungen wurden unter Anlehnung an das damalige Konzept von Ulf S. Graupner ausgeführt. Steffen Jähle liefert dazu die Hintergründe und die Kolorierung.
Ein nasses Vergnügen
Anlässlich der Krönung des Zaren Alexander II. soll in Kronstadt, einer St. Petersburg vorgelagerten Festung, eine Flottenparade durchgeführt werden. Ursprünglich hätte dort auch das Tauchboot des Erfinders Wilhelm Bauer präsentiert werden sollen.
Der Geheimdienst des Zaren befürchtet nun aber preußische und österreichische Spione, die aktuellen Arbeitgeber von Dig und Dag, und versucht den Auftritt zu verhindern. Allerlei klamaukhafte Vorkommnisse sorgen aber für ein nasses Spektakel, das auch heute noch mit 60 Jahren Verzögerung lesenswert ist. Nur die Sprache ist ein wenig veraltet und Texte setzt man mittlerweile nicht mehr unter die Zeichnung, sondern platziert sie in Sprechblasen.
Das Heft ist im Zeitschriftenhandel nicht erhältlich und kann nur über einen speziellen Shop bestellt werden. Während einerseits der Preis für 24 Seiten auf den ersten Blick ein wenig hoch erscheint, muss man sich doch die Frage stellen, wieviel man sonst für Zeitgeschichte bezahlt. Für den Preis eines Kinoabends (ohne Getränke und Popcorn) bekommt man ein Heft direkt aus dem Giftschrank. Hautnaher kann man deutsche (Comic-)Geschichte nicht erfahren!
Freuen wir uns also, dass so direkte Eingriffe der Zensur bei uns noch nicht wieder möglich ist. Die Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen allerdings, wie schnell es dazu kommen kann.
Dazu passen Billy Bragg mit „City of Heroes” und ein Wernesgrüner.
Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 € ISSN: 1438-2792
Das neue Jahr hat zwar noch nicht angefangen, die ersten Vorboten sind aber schon da; So ist die Januar-Ausgabe das ZACK-Magazin bereits bei den Abonnent*innen eingetroffen und in den Läden erhältlich. Zum Jahresanfang gibt es gleich drei Serienstarts, zwei davon sogar erstmals im ZACK – Nun ja, Ray Ringo ist eigentlich ein alter Koralle-Bekannter, erlebt aber gerade einen Relaunch. In diesem Heft befindet sich auch das Papier-Formular zur Wahl der ZACK-Serie des Jahres. Wer will kann aber natürlich auch online abstimmen.
Die Neustarts
Coverboy und Opener ist das bereits achte neue Abenteuer von Rick Master. Dieser ist daher der Erste in einer Reihe von gleich vier „klassischen“ ZACK-Serien in diesem Heft. Die Folge beginnt blutig, da Simon Van Liemt gleich zwei Männer auf den ersten Seiten sterben lässt. Zudem würde Nadine gerne der hübschen Reporterin Anne-Aymone, die ihren“ Rick anbaggert, die Augen auskratzen. So weit kommt es aber dann doch nicht. Auf jeden Fall wird Rick in ihrer Sendung herausgefordert. Zidrou schafft es auch in Dead Sugar, das vergangene Paris sehr lebendig auf die Seiten zu bannen.
Aus der Versenkung zurückgekehrt ist Ray Ringo. In Devil’s Gate kündigt er allerdings seinen Job bei Wells Fargo, da er auf Grund von Einsparmaßnahmen die Sicherheit der Fahrten nicht mehr gewährleistet sieht. Er willigt jedoch ein, eine Fahrt eines alten Freundes zu begleiten. Éric Corbeyran hat einen Western im alten Stil geschrieben: Postkutschen, Verfolgungsjagden und Schießereien sowie ein Held mit Ehrenkodex, der auf dem Sattel und im Restaurant eine gleich gute Figur macht. Roman Surzhenko beweist nach der Jugend von Durango erneut, dass er das Metier beherrscht. Die Serie startet mit einer Einführung von dem Verfasser dieser Zeilen.
Der dritte Neuzugang stammt von Olivier Andrieu. Olivier war einer der führenden SEO-Spezialisten Frankreichs, entschied sich aber für eine Zukunft als Comic-Szenarist. Zusammen mit Alain Julié setzt er Jeff Mistral in Szene, einen Detektiv, der auch von Maurice Tillieux hätte stammen können. Das bedeutet, dass wir ein 60-er Jahre Setting sehen, in dem Autos eine gewisse Rolle spielen, Technik ansonsten aber eher untergeordnet ist. Die Geschichte beginnt etwas unvermittelt mit einer Nahtoderfahrung. Der Jahre später stattfindende Kriminalfall ist ein Diamantenraub, der faktisch unmöglich scheint. Auch hier gibt es eine Einführung vom Verfasser dieser Zeilen.
Die Fortsetzungen
Tanguy & Laverdure stehen aktuell auf unterschiedlichen Seiten eines bewaffneten Konfliktes: Während der Blondschopf die „freie Welt“ in Form einer asiatischen Insel gegen chinesische Provokationen zu verteidigen sucht, dient Tanguy gezwungenermaßen als Ausbilder eben jener Kräfte. Ist das ein Verrat? Patrice Buendia & Frederic Zumbiehl schildern gewohnt souverän den Konflikt, sparen dabei auch nicht an persönlichen Momenten, die Hintergründe erklären. Sebastien Philippe setzt sowohl Emotionen als auch Flugszenen sauber um. Für Fliegercomic-Fans ein Muss!
Auf Amoras nähert sich alles dem Höhepunkt: Jerusalem lässt Wiske allein um endlich ihre Aufgabe ungestört erledigen zu können. Lambik und Blaskop kapern zunächst eine Tram und treffen dann auf eine Gruppe von Flüchtlingen, die die Insel verlassen wollen, bevor der Vulkan ausbricht, und Achiel sinnt über den Sinn. Marc Legendre und Charel Cambré ziehen alle Register, die geeignet sind, eine Katastrophenstimmung zu erzeugen.
Der Kampf der amerikanischen Nazi-Truppe gegen den Vaillante-Konzern und Senator Steve Warson steuert auf ein Finale Furioso hin. Tatsächlich will Steve sich selbst als Zielscheibe anbieten um dem FBI zum Erfolg zu verhelfen. Währenddessen kämpft Francoise ihren ganz persönlichen Kampf gegen den Krebs und Elsa ihren beruflichen auf der Strecke als Ersatz für Michel Vaillant. Wie immer eine perfekte Mischung aus Soap, Krimi und Renngeschehen von Daniel Lapière mit Zeichnungen von Marc Bourgne & Eilam.
Schließlich gibt es weitere Seiten aus der Serie Aleksis Strogonov. Der dritte Band Tamo spielt im Millieu der Partisanen. Jean Regnaud übertreibt es aber mit zynischem Slapstick und so passt nichts wirklich zueinander: Alle sind korrupt, dumm oder feige und bekämpfen lieber sich selbst als die Feinde, allerdings nicht so witzig, wie etwa im Leben des Brian. Da können meiner Meinung nach auch die guten Zeichnungen von Émile Bravo nichts mehr retten.
Und sonst?
Auch im neuen Jahr bleibt vieles beim Alten. Wir dürfen uns daher wieder über den Ritter, Parker & Badger sowie Tizombi freuen. Auch News, Rezensionen und ein Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren sind wie immer vertreten. Die inhaltlichen Beiträge, beide von Christian Endres, behandeln das Criminal-Universum und das erste Buch von Flix.
Die Winterferien locken bisher tagsüber eher nach draußen, ist doch herrliches klares Wetter, sollten aber abends genügend Zeit bieten, sich in diese Ausgabe vertiefen zu können. Die weiteren Ankündigungen für 2026 verheißen weitere spannende Neuheiten und damit Spaß, Spannung und Abenteuer.
Dazu passen Booze & Glory mit „Mad World“ und ein DBB Winterbock.
Nach der thematischen Nummer 81 über Autos im Comic widmet sich die aktuelle wieder einem Künstler und den Kollegen, mit denen er besonders eng zusammengearbeitet hat. Sie ist dem im letzten Jahr verstorbenen André Juillard gewidmet, der hierzulande sowohl mit seinen Historiencomics (Arno, Die sieben Leben des Falken) als auch als Zeichner der neuen Blake & Mortimer Bände erfolgreich war.
Die Begeisterung für die Vergangenheit
Wie immer beginnt das Dossier mit einem sehr ausführlichen Hauptartikel; Volker Hamann rollt das Leben und Wirken des 1948 in Paris geborenen Zeichners und Autors aus. Er wuchs bei seiner Großmutter auf, da seine Mutter bereits in seinem vierten Lebensjahr verschied. Obwohl seine Familie seine Zeichenkünste durchaus anerkennt und förderte, sollte der Junge „etwas Anständiges“ lernen. André brach das Medizinstudium allerdings nach zwei Jahren ab und landete schließlich bei den Comics.
Das Ende der 70-er Jahre stand im Zeichen der Comics für Erwachsene, insbesondere erfreuten sich historische Stoffe großer Beliebtheit. Nach einigen Fingerübungen schließlich kam es zu der Zusammenarbeit mit Patrick Cothias. Dieser schrieb die Texte zu Masquerouge (Der rote Falke) und schließlich zu den sieben Leben des Falken, einem Epos, das sich auf viele Zyklen und Nebenserien erstreckte. Nicht alle davon wurden von Juillard umgesetzt.
Unterbrochen wurde die Arbeit am „Falken“ durch eine weitere historische Serie, die von Jacques Martin getextet wurde: Arno. Ein Musiker, dessen Wege sich immer wieder mit denen von Napoleon Bonaparte kreuzten, war zwar eine spannende Kombination, der Erfolg blieb jedoch bescheiden.
Den ganz großen Erfolg bei den Kritikern erreichte Juillard schließlich mit dem blauen Tagebuch, einem Werk, zu dem er Text und Zeichnungen beisteuerte. Die größten Verkaufserfolge jedoch gelangen mit der Fortsetzung einer klassischen Serie aus den Anfängen des Tintin-Magazins: Blake & Mortimer.
Die weiteren Artikel
Neben diesem – wie immer ausgiebig bebildertem – Überblick widmen sich die weiteren Artikel des Heftes vertiefenden Analysen über einzelne Gebiete. Dazu gehören einerseits die Künstler, mit denen Juillard erfolgreich zusammengearbeitet hatte: Didier Convard (von Jan Roidner), Patrick Cothias und Yves Sente (von Stefan Schmatz) und Jacques Martin (erneut Volker Hamann). Wie immer kenntnisreich und gleichzeitig lesbar geschrieben, führen diese Aufsätze tiefer in die Details der Kooperationen ein, beschreiben Emotionen und Arbeitsweisen, aber auch Hindernisse.
Artikel über den Falken und Arno beschäftigen sich tiefer mit den Serien, ein Überblick über die Historiencomics der 80-er von Klaus Schikowski und über eine der Lieben des Zeichners, die Stadt Paris, runden das Bild des Comiczeichners und -autors ab. Allerdings ist er auch als Illustrator tätig gewesen. Seine Werke wurden in drei Bänden verlegt (Péle-Méle, in Deutschland über Salleck Publications zu beziehen). Auch sie werden hier vorgestellt. Dazu kommt wie immer eine ausführliche Comicographie von Volker Hamann, die auch die deutschen Veröffentlichungen enthält.
In Deutschland einzigartig
Während in anderen Ländern mit einer größeren Comictradition Sekundärartikel, Zeitschriften und Sonderausgaben fast selbstverständlich bereits in mittleren Sortimenten zu finden sind, sieht es hier bei uns leider etwas anders aus. Es gibt zwar durchaus einige Zeitschriften mit einem special-special-interest scope, eine echte Konkurrenz zur Reddition aber gibt es nicht.
Wer sich vertieft und doch nicht akademisch mit der Neunten Kunst auseinandersetzen will, kommt an der Reddition nicht vorbei. Leider lässt das Pensum von Volker Hamann in Zukunft nur noch eine Ausgabe pro Jahr zu. Umso wichtiger ist es, dem Kleinverlag mit einem Abonnement eine Planbarkeit zu ermöglichen. Als Belohnung gibt es immer ein Extra (nein, kein Plastik-Gimmick). In diesem Fall eine Broschüre mit der Kurzgeschichte Verhängnisvolle Leidenschaft, einem Schmankerl für Comicsammler*innen.
Dazu passen Cindy & Bert mit „Der Hund von Baskerville ” und ein Primitivo eurer Wahl.