Star Wars Comics Library. Vol. 1.

1977 – 1979

Herausgeber/Autor: Paul Duncan

Artists: Roy Thomas, Howard Chaykin, Archie Goodwin, Carmine Infantino u. a.

Originalausgabe

Taschen Verlag

Hardcover XXL | 680 Seiten | Farbe | 175,00 € | ISBN: 978-3-7544-0579-6 (EN)

Cover Star Wars Library Vol. 1
© & TM 2026 Lucasfilm Ltd. / 2026 Taschen GmbH, Köln

Wir schreiben das Jahr 1977 – Science Fiction war ein großes Thema zumindest im deutschen Taschenbuchbereich und präsentierte sich vielfältig: Klassische Space Opera stand neben der (englisch) New Wave, Kurzgeschichtensammlungen hatten ihren Platz wie mehrbändige Serien und auch Fantasy in den unterschiedlichsten Ausprägungen gehörte dazu. Neben Verlagen wie Heyne oder Goldmann gehörte das Thema auch bei suhrkamp selbstverständlich dazu. Im Bereich der bewegten Bilder aber gab es eine gewisse Müdigkeit; das nächste „ganz große Ding“ ließ auf sich warten.

Und dann kam Star Wars!

Der Film brachte viele Dinge zusammen, die vorher separiert gewesen waren, revolutionierte die Tricktechnik und verstand es, eine Geschichte um die Geschichte zu verkaufen. Wer startet schon eine Reihe mit dem vierten Teil von Neun? Das Gesamtkunstwerk bestand aus dem Kinofilm, den Comics, Romanen und Merchandising und wurde zu einem riesigen Erfolg. Ein Selbstläufer? Nein!

Die Geschichte um die Comic-Reihe

Paul Duncan ist ein bekannter Filmhistoriker und kennt nicht nur erfolgreiche Mechanismen (und ihre erfolglosen Geschwister), er kann auch darüber schreiben! Erfreulicherweise würzt er seine Einführung mit zahlreichen Anekdoten; so erfahren wir unter anderem, was Richard Burton und Liz Taylor mit „The Star Wars“ zu tun haben.

Detail Star Wars Library Vol. 1 28a

Für George Lucas, das Mastermind hinter der Idee, war es wichtig, die Uraufführung des Films vorzubereiten und anzuteasern, trotzdem aber noch genügend Überraschungen in petto haben zu können. Der Comic zum Film sollte in 6 Heften erscheinen; das vierte sollte zeitgleich mit dem Kinostart auf dem Markt sein. Die Leser*innen der Hefte würden also Teile der Story bereits kennen, gleichzeitig aber mitfiebern, wie es weitergehen würde. Roy Thomas war dazu auserkoren, dass Filmdrehbuch in ein Comic-Szenario umzuwandeln, für die Zeichnungen hatte sich Lucas für den noch relativ jungen Künstler Howard Chaykin entschieden, der jedoch schon ein wenig Erfahrung mit dem SF-Comic besaß.

Die Produktionsprozesse der beiden Medien mussten parallel laufen, beide konnten sich ab einem gewissen Zeitpunkt nicht mehr aufeinander beziehen. Dementsprechend enthält der Comic Szenen, die zwar im ursprünglichen Skript standen, es aber nicht in den Film geschafft haben. Noch viel auffälliger waren allerdings Abweichungen im Aussehen der handelnden Wesen. Während Luke Skywalker bewusst älter und männlicher dargestellt wurde, war Chaykin bei Jabba the Hut auf sich gestellt. Zum Zeitpunkt der Zeichnung war noch kein Foto vorhanden und so sehen wir einen humanoiden Körper…

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© & TM 2026 Lucasfilm Ltd. / 2026 Taschen GmbH, Köln

… and beyond

Marvel war eigentlich gar nicht an diesem Titel interessiert, hatte es doch genügend eigene Probleme. Angeblich änderte sich diese Meinung erst, als klar wurde, dass für die ersten 100.000 verkauften Exemplare keine Lizenzgebühren abzuführen wären. Tatsächlich verkauften sich von den ersten Exemplaren mehr als eine Million Hefte, Star Wars wurde zu einem Longseller und setzte sich für eine (kurze) Zeit an die Spitze der erfolgreichsten Marvel-Titel. Dieser Band versammelt die ersten 23 Hefte der Serie als restaurierte Reproduktionen, inklusive der Titelbilder, Fanseiten und Anzeigen in exzellenter Qualität!

Es ist nicht so einfach, den Hype zu verstetigen, vor allem dann nicht, wenn Restriktionen zu beachten sind. Die von Marvel verantworteten, der Filmadaption folgenden Stories durften nicht auf das Verhältnis von Luke und Leia eingehen, keine Konfrontation von Luke und Darth Vader beinhalten, den Staus Quo bezüglich des Imperiums und der Rebellen nicht verändern, … Kurz gesagt, sie durften eigentlich nichts von dem zeigen, was die Fans lesen wollten!

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© & TM 2026 Lucasfilm Ltd. / 2026 Taschen GmbH, Köln

Diese Herausforderung löst das wechselnde Team von Kreativen iterativ. Am Anfang ist es naturgemäß schwieriger, herauszufinden, was das Publikum wollen wird. Man folgt also zunächst der Storyline, dass Han Solo in finanziellen Schwierigkeiten steckt und vergrößert diese noch. Dabei wird die Figur des Schmugglers ausgebaut und vertieft. Gleichzeitig steht das Verhältnis zwischen ihm und Chewbacca im Mittelpunkt.

Dem Comic gelingt es dabei immer besser, die im Film nonverbale Kommunikation auch ohne die dort verwendeten Töne in den Griff zu bekommen (das gilt im Übrigen auch für R2-D2, der im amerikanischen Original üblicherweise Artoo gerufen wird). Es entgeht jedoch trotzdem ein großer Teil des „Niedlichkeitsfaktors“, der nicht abgebildet werden kann. Dabei experimentiert das Team mit den aus der Mischung aus Fantasy und Space Opera erlaubten Ingredienzien: neue Wesen, Kombinationen aus Bekanntem und Unerwartetem, niedliches Aussehen und toughes Verhalten. Eines der Ergebnisse ist eine Art Killer-Hase, der für einige Episoden an der Seite von Han kämpft.

Action, Technologie und mehr

 Sehr geschickt wird im Übrigen immer wieder mit den Grundelementen gespielt, die den Film (und das Franchise) so erfolgreich mach(t)en: Zum einen gibt es häufig psychologische Konflikte, etwa wenn Luke sich nicht entscheiden kann, seinem Wunsch auf die Akademie zu gehen zu folgen oder bei seinem Onkel zu bleiben, oder wenn er verzweifelt über den Egoismus von Han doziert, der persönliche Motive über den Kampf für die Freiheit stellt.

Star Wars Library Vol. 1 page

Zum anderen gibt es Todessterne und andere Kampfmaschinen, die alles bis dahin Vorstellbare übertreffen. Obwohl die feindliche Übermacht so unüberwindbar erscheint, gibt es aber doch immer diesen einen kleinen unentdeckten Punkt, der dem Gegner die Möglichkeit bietet, mit Mut und Geschick zu siegen. Hier zeigen sich klar Auswirkungen sowohl des „kalten Krieges“ in dem sich die Welt in den 70-ern befand, als auch die Traumata, die das überlegene US-Militär in Ostasien erlebt hatte. Dschungel-Rebellen waren in der Lage, die hochtechnisierte Armee auf Reisfeldern zu schlagen!

Ebenfalls einer Bemerkung wert sind die mitabgedruckten Anzeigen: Einerseits zeigen sie den Traum von jungen, amerikanischen Lesern (sic!): Fernrohre, Detektivspielzeug, Waffen. Diese Bedürfnisse werden von einem teils doch ziemlich militaristischen Setting in den Stories ohne Zweifel erfüllt. Der zweite Block der Anzeigen dreht sich – wie auch in den anderen Marvel-Titeln aus der Marvel Comics Library – um die Gründung eines eigenen Businesses mit Grußkarten oder ähnlichem. Das ist der amerikanische Traum …

Dazu aber kommen Anzeigen, die sich um Muskelaufbau und ähnliches bewegen und dem schmächtigen Jungen vorgaukeln, wie ein bei den Mädchen erfolgreicher Mann aussehen sollte. Diese (prä-)pubertären Vorstellungen finden ihre Referenz im Verhältnis von Luke und Leia, Han und Leia und in einigen Mitstreiterinnen von Han, die eher in einen Conan-Comic passen würden. Auch der Film spielt natürlich insbesondere während Leias Gefangenschaft mit dieser Motivation.

Der Star Wars Comic

Dieser Band enthält die ersten 23 Ausgaben der bei Marvel erschienen Reihe, die vom 12. April 1977 bis zum 27. Mai 1986 ohne Unterbrechung lief und insgesamt 107 reguläre Ausgaben umfasste. Wie in den Jahren üblich, kamen teilweise Annuals hinzu, in Summe allerdings nur drei. Es ist davon auszugehen, dass der Erfolg der Serie Marvel in den Jahren 1977 und 1978 vor dem Bankrott bewahrte und selbst 1979 und 1980 noch zu den erfolgreichsten Comic-Titeln gehörte.

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© & TM 2026 Lucasfilm Ltd. / 2026 Taschen GmbH, Köln

Im Laufe der Zeit änderten sich der Geschmack der Leser*innen und die Publikationsmethoden: Mini-Serien und Trade-Paperbacks gewannen an Anteilen und Serien wurden oftmals neu gestartet um einerseits alte Kontinuitätsanforderungen zu beseitigen, andererseits neue Marketinganreize setzen zu können.

Mittlerweile gibt es eine fast unüberschaubare Vielzahl von Serien aus über die Zeiten  unterschiedlichen Verlagen und mit ausdifferenzierten Zielgruppen: Comics für Erwachsene und für Jugendliche im traditionellen Stil, animated oder Manga-like, im Kanon und außerhalb … Es gibt sogar Werke für den deutschen Markt, die in Amerika nie erschienen sind. Hier ist mittlerweile alles bei Panini konzentriert, im Ursprungsland gehören Lucasfilm und Marvel schon lange zu Disney. Dementsprechend gibt es auch eine Art von Cross-over, in dem bekannte Entenhausener*innen die Rolle von Marvel-Helden übernehmen (z.B. Minnie im LTB 600). Für Star Wars blieb es allerdings bisher bei Parodien.

Ein wichtiger Bestandteil in der Reihe der Comic-Libraries

Taschen hat über die Jahre den Bereich der überformatigen Comic-Libraries Stück für Stück ausgebaut und Meilensteine der Comics in ihr veröffentlicht. Sicherlich ist diese Sammlung noch weit davon entfernt, komplett zu sein, sie enthält aber schon jetzt eine beachtliche Bandbreite: Alles hatte mit den bahnbrechenden ersten Jahrgängen der Marvel-Held*innen angefangen: Avengers, Hulk, Spider-Man und Co sind dadurch endlich im Original in perfekter Reproduktion und mit lesbaren und sinnvollen Einführungen versehen in den Regalen vieler Leser*innen vertreten.

Der Comic-Bereich ist aber natürlich viel breiter: EC-Comics mit einer Übersicht und dem ersten Band der Weird-Science folgten, Kompendien über Mickey und Donald wurden ergänzt durch eine Carl-Barks-Sammlung und schließlich schaffte es auch ein erster Zeitungscomic, Tarzan, in diese Reihe. Star Wars schließt nun eine Lücke zwischen den SF-Stories von EC und den Marvel-Superhelden. Mehr ist mit Sicherheit zu erwarten!

Kann das Buch die gleiche Sensation sein, die der Comic und der Film damals waren? Nein, natürlich nicht! Die Szenen des Films und die folgenden Geschichten sind längst Bestandteil des popkulturellen Bewusstseins und somit nichts atemberaubend Neues mehr. Die Sammlung kann aber Erinnerungen an die Zeit hervorrufen, als das Ganze Neu war und erstmals konsumiert wurde. Und auch das ist ein gutes Gefühl, das von Format und Druckqualität unterstützt wird.

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© & TM 2026 Lucasfilm Ltd. / 2026 Taschen GmbH, Köln

Das Coffeetable-Book hat sein Gewicht auch buchstäblich, es wiegt mehr als 5,5 Kilo! Der XXL-Band hat allerdings auch ein Format von 28 * 39,5 cm und kommt mit 680 Seiten. Wem das nicht genug ist sei gesagt, dass es auch eine limitierte, in Kunstleder gebundene Ausgabe mit eingefasstem ChromaLuxe-Aluminiumprint gibt, die in einem Schuber verwahrt wird. Beide Ausgaben kommen mit einem speziellen, bedruckten Transportkarton.

Dazu passen die ebenfalls über lange Jahre erfolgreichen, damals revolutionären The Who, die eine Subkultur prägten, mit Rock-Opern erfolgreich waren und immer noch auf der Bühne stehen, sowie ein Social Butterfly Cocktail, der an die legendären Kneipenszenen erinnert.

Abbildungen © & TM 2026 Lucasfilm Ltd. / 2026 Taschen GmbH, Köln

ZACK 326 (August 2026)

ZACK 326

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 € | ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 326

Die Urlaubszeit ist in vollem Gange und man möchte hoffen, dass das aktuelle Cover kein Omen ist, zeigt es doch die Überreste eines abgestürzten Flugzeugs. Das Bild gehört zu der neuen Serie Ghost Squadron, die in diesem Heft ihren ersten Deutschland-Auftritt hat. Ansonsten passt das Heft aber natürlich sowohl in das Handgepäck, den Koffer oder den Tisch für den Urlaub auf Balkonien!

Die Neustarts

Ghost Squadron ist tatsächlich ein echter Neustart und keine Rückkehr, obwohl der Texter, Patrice Buendia, gerade ZACK-Leser*innen sehr bekannt ist, erscheinen doch sowohl Tanguy & Laverdure als auch die Flügel der Zeit unter diesem Label, lediglich Buck Danny findet sich woanders. Zeichner Damien Andrieu hat zwar mit Buendia schon anderweitig zusammengearbeitet, die Titel sind aber auf Deutsch (noch) nicht erschienen. Hier geht es um einen Deserteur, der 1953 von der CIA aufgespürt wird. Sein ehemaliger Vorgesetzter lässt dem ehemaligen Fliegerass die Wahl: Er begibt sich auf die Suche nach einem verschollenen Milliardär oder geht in den Knast. Das verfluchte Atoll ist der letzte bekannte Ort.

ZACK 326 page 5

Wieder dabei ist dagegen Jolane, die mittlerweile zur Rani, der Frau des Radschah, geworden ist. In ihrem siebten und vorletzten Album Königin muss sie mit der Situation klarkommen, dass die Mutter ihres Gemahls sie bekämpft, da sie die heiligen Traditionen nicht achtet und den Radschah zu einem modernen, aufgeklärten Monarchen machen will. Gleichzeitig ist sie nicht „in der Lage“, für einen männlichen Nachkommen zu sorgen. Stress haben Jean Van Hamme und  Alcante also wieder vorprogrammiert, Francis Vallès setzt das ursprünglich als TV-Serie konzipierte Geschehen professionell wie gewohnt um.

ZACK 326 page 37

Die Fortsetzungen

Der kleinwüchsige Kommissar Verhoeven wird bei diesem Fall an sein eigenes, nicht aufgearbeitetes Verhältnis zu seiner Mutter erinnert, fordert der vermutliche Bombenattentäter doch die Freilassung seiner Mutter, die aufgrund der Tötung seiner Partnerin einsitzt. Während er sich gerne raushalten würde, scheitert Antiterror mit einem sehr zynisch dargestellten Versuch. Werden die Mitglieder der Brigade Verhoeven den Fall voranbringen können bevor die nächste Bombe explodiert? Rosie ist eine spannende Geschichte von Pascal Bertho nach den Romanen von Pierre Lemaître, die von Yannick Corboz sehr abwechslungsreich zu Papier gebracht wurde.

ZACK 326 page 21

Pfeifenrauch und Seidenstrümpfe habe ich im letzten Review als „cosy & english“ bezeichnet. Hinzuzufügen wäre dem vielleicht, dass die Gegenspieler bei der Londoner Polizei keineswegs höflich miteinander umgehen und nicht einmal den Anschein dazu wahren. Das tut dem Genuss allerdings keinen Abbruch, der viel zu dicke Kommissar und sein viel zu dünner Gegenspieler können sich dadurch Bälle zuwerfen. Es scheint sich endlich eine Spur zu ergeben, allerdings ist Der Schwarze Fleck noch nicht überall gefunden worden. Ein vorzügliches Frühwerk von Étienne Willem.

ZACK 326 page 50

Die Abschiede

Auch in diesem Heft gibt es zwei Abschiede, einer davon ist für immer.

Während Harry & Platte auf der Suche nach dem Brandstifter sind, der in der Gegend von Nizza mehrere Feuer gelegt hat, wüten tatsächlich die schlimmsten Feuer seit langer Zeit in Südeuropa und vertreiben Bewohner*innen, Tourist*innen und Landwirtschaft aus vielen Gebieten. Man kann nur hoffen, dass in der Realität die Löscharbeiten ebenfalls erfolgreich verlaufen werden. Denis Lapière und Alain Sikorski haben mit Feuer & Schwert eine klassische Story des Duos geschrieben und dem Ganzen doch ein wenig „Moderne“ verpasst, die allerdings auch schon mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hat!

ZACK 326 page 65

Der Bucklige von Montfoucon verlässt uns dagegen für immer, der History-Dreiteiler ist mit Unser Vater beendet. Wie wird der Bruderkrieg ausgehen? Noch scheinen Pierre und Quasimodo auf der siegreichen Seite zu stehen, besitzen sie doch den Brief, der die Legitimität des Königs anfechten kann. Eric Stalner kombiniert seine Panel zu anspruchsvollen und schönen Seiten, Philippe Pelaez hat dazu das passende Szenario verfasst, das historisches Ambiente und Kostüme, Verrat und Leidenschaft miteinander kombiniert.

ZACK 326 page 83

Und sonst?

Als Pausenunterhaltung dienen Der Ritter, Parker & Badger und Tizombi mit sehr humorigen Einlagen, wie immer begleitet von News, dem Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren und einigen Rezensionen. Dazu kommt eine Vorschau auf die neue Reihe Aus der Spur vom Verfasser dieser Zeilen und der abschließende Teil eines Interviews mit Francois Walthéry, dem Mann hinter Natascha und anderen Serien, das aus dem Französischen übernommen wurde. Auch die August-Ausgabe des ZACK bietet damit genügend Stoff für ein paar Urlaubsmomente!

Dazu passen Sondaschule mit „Pommesbude“ und ein alkoholfreies Weizen von Brand.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2026

ZACK 325 (Juli 2026)

ZACK 325

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 325

Die letzten Tage haben dazu verleitet, Bewegungen einzustellen und mehr zu lesen als gewöhnlich. Für die kommenden Tage ist es zwar nicht mehr ganz so heiß, die Ablenkungen durch die Fußball-WM dürften dafür bei vielen aber kleiner geworden sein, denn zumindest die Deutschen und ihre Nachbar*innen aus den Niederlanden, also der Großteil der Zielgruppe dieser Seiten, dürfen ja nicht mehr mitspielen.  Das erste der beiden Sommer-Hefte ist übrigens eine Besonderheit, enthält es doch keinen Neustart.

Die Fortsetzungen

Das Titelbild entstammt der im letzten Heft gestarteten neuen Serie Brigade Verhoeven. Der Vierteiler von Pascal Bertho nach den Romanen von Pierre Lemaître ist ein Thriller, der fast schon zu dem Noir-Segment gehört. Band 1 – Rosie – begann mit einem Bombenanschlag mitten in Paris. Es stellt sich heraus, dass der Verursacher scheinbar noch mehrere dieser Sprengkörper besitzt und auch damit droht, sie einzusetzen. Was hat die Mutter des vermutlichen Täters mit der Sache zu tun? Dynamische Zeichnungen von Yannick Corboz mit anfangs teilweise verwirrenden Kolorierungen.

ZACK 325 page 5

Der Bucklige von Montfoucon ist neben einem Historiendrama auch ein Stück über Rache und den Zwist zwischen Geschwistern. Der bereits dritte Teil von Unser Vater zeigt einen Kampf aus der Jugend der Brüder mit lebenslangen Folgen. Als sie sich lange Jahre später wieder gegenüberstehen wird sich zeigen müssen, ob Blutsverwandtschaft oder Feindschaft den Ausgang der Begegnung bestimmen werden. Hübsche Bilder von Eric Stalner machen das Mantel-und-Degen-Stück von Philippe Pelaez zu einem visuellen Genuss. Es empfiehlt sich aber, die Story am Stück (erneut) zu lesen.

Detail ZACK 325 page 23

Ein weiterer Kriminalfall, dieses Mal aus der Sparte „cosy & english“ ist mit Pfeifenrauch und Seidenstrümpfe betitelt. Inspektor Arbuckle, ein fülliger Pfeifenraucher, versucht seit Jahren Sir Walter Rutherford als Kriminellen zu überführen. Jetzt scheint er endlich einen Zeugen gefunden zu haben und versteckt ihn bei sich zu Hause. Mitten in der Nacht meldet die Katze allerdings einen unerwarteten Besucher, oder doch nicht? Der schwarze Fleck ist eine sehr nostalgische Story von Étienne Willem mit viel Humor, ausgeprägten Riechwerkzeugen und wunderbaren Stereotypen.

Detail ZACK 325 page 53

Das heiße Wetter der letzten Tage hat auch dazu geführt, dass man überall an die steigende Waldbrandgefahr erinnert worden ist. Harry & Platte werden während eines Auftrages in der Nähe von Nizza von gleich mehreren Feuern überrascht. Dramatische Szenen ergeben sich, als sie und ein ganzer Trupp von Feuerwehreinheiten zwischen der Feuerfront und einer abgerutschten Straße eingeschlossen scheinen. Denis Lapière und Alain Sikorski entwerfen eine spannende Story in der sich die Protagonisten nicht nur der menschlichen Gewalt erwehren müssen, sondern auch Naturgewalten gegenübertreten: Feuer und Schwert sozusagen!

ZACK 325 page 69

Die Abschiede

Nichts geht mehr in Libertalia; das Konzept einer Gesellschaft von Freien ist gescheitert an der Machtgier und dem Egoismus Einzelner. Wie so oft enden revolutionäre Projekte mindestens genauso blutig, wie sie begonnen haben, und passenderweise heißt dieser Teil denn auch Die Wege zur Hölle. Rudi Miel & Fabienne Pigière haben eine etwas andere Piratenstory gebaut und sehr anspruchsvoll verflochten; Paolo Grello hat das in Bilder gepackt, die für ein frankobelgisches Magazin eher ungewöhnlich sind. Die stricheligen, an Gemälde erinnernden Bilder habe aber einen großen Reiz, vor allem am Stück (und damit im Zweifel erneut) genossen.

ZACK 325 page 39

Nach dem Ende des zweiten Teils verlassen uns nun zunächst auch Charel Cambré und Marc Legendre wieder. In Heute frischer Fisch wird endlich das abgetrennte Dorf wieder mit seinem Land vereint, Vorräte können erneut beschafft werden. Auch eine Feier wird veranstaltet die die beiden Helden zunächst vor ein großes Problem stellt, ihnen aber letztendlich einen Erkenntnisgewinn verschafft. Roadmovie, Kunstkritik, anarchistischer Humor und die Hinterfragung vieler Vorurteile machen Spaß, brauchen aber auch manchmal eine Pause. Insofern ist das Timing perfekt!

ZACK 325 page 85

Und sonst?

Der Ritter und Parker & Badger sorgen für die Abwechslung zwischen den Serien. Das Gleiche wird auch von den News, dem Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren und die Rezensionen geleistet. Dazu kommt eine längere Einführung in die Brigade Verhoeven vom Verfasser dieser Zeilen und der erste Teil eines Interviews mit dem Mann hinter Natascha und anderen Serien: Francois Walthéry. Genügend Stoff also für einige Abende!

Dazu passen Dropkick Murphys mit „Body of an American“ und ein O’Hara‘s.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2026

Reddition 83 – Watchmen

Ein Überblick zum 40. Jahrestag der Erstveröffentlichung

Herausgeber: Volker Hamann
Verlag Volker Hamann, Edition Alfons
Heft Din A 4 | 84 Seiten | Farbe | 12,00 €
ISSN: n/a

Cover Reddition 83

In den 80-er Jahren gab es einige Comics, die das Superhelden-Genre für immer verändern sollten. Einer davon ist The Dark Knight Returns von Frank Miller und ein paar weitere Titel aus dem Batman-Universum. Ebenfalls aus dieser Zeit ist der erste Band der Graphic Novel Maus von Art Spiegelman deren Einfluss ebenfalls nicht unterschätzt werden darf. Dieses Dossier aber widmet sich der zwölfteiligen Miniserie Watchmen, einem Meilenstein der Comic-Geschichte, den beteiligten Künstlern, Neben- Folge- und Begleitprojekten sowie der Diskussion über die erlaubten Grenzen der Vermarktung.

Die Ausgangssituation

Watchmen und einige andere immer noch lesenswerte Superheldencomics aus dieser Zeit wären ohne die sogenannte „British Invasion“ nicht möglich gewesen. Der britische Comicmarkt war in den 70-ern nicht sehr international. Es gab zwar Kooperationen mit (hauptsächlich) spanischen Zeichnern und Studios, diese produzierten aber für den britischen Markt. Die Magazine enthielten kaum Lizenzmaterial und folgten eigenen Themen. Peter Schimkat beleuchtet in einigen Beiträgen den Markt und einige der britischen Szenaristen und Zeichner. Diese fanden, angelockt durch Talentscouts, durchaus ihren Weg in die Staaten.

Reddition 83 pages 4, 9

Die Künstlerporträts

Im Laufe des wie immer sehr umfangreichen und gut recherchierten Dossiers werden Alan Moore, Len Wein, Bill Siekiewicz, Eddie Campbell und Dave Gibbons vorgestellt. Damit ist das Spektrum bewusst weit gefasst, um einen wirklichen Überblick bieten zu können. Die Autoren bemühen sich dabei, nicht nur die künstlerischen Elemente zu beschreiben, sondern auch auf die Psyche und die „Ticks“ der Personen einzugehen. Gerade im kreativen Bereich sind diese oft maßgeblich für das Ergebnis.

Dazu gehört dann eben auch, dass die Erfinder der Serie, die damals ein kongeniales Team gebildet haben, seit vielen Jahren nicht mehr miteinander reden und sehr unterschiedliche Auffassungen über andere Verwertungen wie bewegte Bilder oder Preqels haben.

Es gibt wieder einen Mix aus beschreibendem Artikel, Interview und einordnender Meinung. Einzig die Grammatik scheint einem Autoren etwas durcheinandergeraten zu sein (es mag sich allerdings auch um einen Dialekt handeln); beim Lesen überraschen jedenfalls einige der gesetzten Zeichen. Das ist allerdings ein „Meckern auf hohem Niveau“!

Reddition 83 pages 66, 81

Die Verwertungen

Der Comic ist als Heftserie erschienen, als Sammelbandedition, als einbändige Ausgabe, als Jubiläumsausgabe, als … Sowohl DC Comics als auch die ausländischen Lizenznehmer (In Deutschland Carlsen und Panini) haben immer wieder neue Editionen verlegt. Fairerweise sei angemerkt, dass diese auch gekauft wurden! DC hat aber auch eine Passage des Vertrages ausgenutzt, um eine Reihe von Prequels, ein Crossover und ein Sequel zu veröffentlichen, die je nach Thema mehr oder weniger kritisch aufgenommen worden waren. Wie weit muss ein Verlag die Wünsche eines Autoren berücksichtigen? Und wie weit darf ein Verlag gehen, der unzweifelhaft Geld verdienen muss? Die Fragen werden gestellt, dankenswerterweise aber nicht von der Kanzel herab beantwortet. Jede*r Leser*in möge sich selbst ein Bild machen.

Als Service werden dabei alle Miniserien kurz vorgestellt und inhaltlich eingeordnet. Und auch die Versuche, das Werk in bewegte Bilder zu übertragen werden vorgestellt und bewertet. Dabei fällt auf, wie schwierig es ist, die Komplexität und Verschränkheit einer Literaturform (und ja, für mich sind Comics Teil der Literatur) im Medium Film darzustellen. Selbst der Comic nimmt schon viel der eigenen Vorstellungskraft, die es uns ermöglicht, das Gelesene wahrzunehmen und zu „erleben“. Trotzdem können Gleichzeitigkeiten quasi nachträglich im Gehirn erzielt werden. Im sequenziellen und passiven Sehen ist das deutlich schwieriger. So ist der Comic im Comic als Konzept völlig logisch, das Lesen eines Comics im Film aber unheimlich schwierig darzustellen.

Reddition 83 page 72

Der perfekte Begleiter zur Serie

Viele Comics gehören in eine bestimmte Zeit, manchmal auch zu einem bestimmten Lebensabschnitt. Nur wenige Comics haben es wirklich verdient, über die Jahrzehnte hinweg immer wieder gelesen zu werden. Dazu gehören The Watchmen (oder Deutsch – „Die Wächter“) ganz ohne Zweifel! Wer schon immer mal wieder vorhatte, sich dieses Vergnügen erneut zu gönnen, sollte vorher dieses Dossier lesen und auf Grund der Lektüre in der Lage sein, neue Dinge zu entdecken. Allen anderen, die sich mit den Fragen von Politik, Bedrohung, Manipulation, Recht und Gerechtigkeit beschäftigen, einen sehr unterhaltsamen, gleichzeitig aber auch fordernden Ansatz mit immer noch überragenden grafischen Umsetzungen genießen wollen, können von der Einführung durch dieses Dossier nur profitieren.

Vielleicht noch der Hinweis, dass das Dossier einen Spoiler enthält, der einen wesentlichen Teil der Geschichte verrät. Dieser Spoiler ist im Zweifel aber sowieso bekannt. Für Abonnent*innen der Zeitschrift liegt der Reddition 83 wie immer ein Goodie bei. Dieses Mal eine wie immer von Volker Hamann sorgfältig recherchierte und bebilderte Bibliographie aller amerikanischen und deutschen Ausgabe der Watchmen und der assoziierten Serien zwischen 1986 und 2026 im Heftformat.

Beilage Reddition 83

Dazu passen New Order mit „State of the Nation ” und ein Absinth.

© der Abbildungen Cover © DC, 2019, ansonsten bei den jeweiligen Autoren und Verlagen / Verlag Volker Hamann, Edition Alfons 2026

ZEBRA – Commander Cork 40 Jahre Jubiläumsausgabe

ZEBRA-Sonderband 30

Herausgeber: ZEBRA-Redaktion
ZEBRA c/o Georg K Berres oder GoGer att web.de
Din A4 geheftet | 32 Seiten | s/w | 0,00 €
ISBN/ISSN: n/a

Cover ZEBRA Sonderband 30

Wow, 40 Jahre ist es her, dass die erste Episode des Verwaltungsangestellten vom Planeten Meta-Pengo erschienen ist! Comix-online gratuliert!

Mittlerweile sind fünf Paperbacks mit Commander Corks Abenteuern (natürlich begleitet von seiner Assistentin Reena Torgan, einer Mutantin) erschienen und weitere sind laut der ZEBRA-Redaktion in Vorbereitung! Und auch in den regulären ZEBRA-Ausgaben sind weitere Episoden abgedruckt. Um das Spektakel (und ein solches ist es wirklich!) aus Science-Fiction, schwarzem und manchmal auch nur flachem Humor und Kritik an Verwaltungen im Allgemeinen zu feiern, ist zum Jubiläum eine Gratis-Leseprobe als ZEBRA-Sonderband 30 erschienen. Natürlich sind alle lieferbaren Publikationen gelistet.

In Erlangen wurden sie bereits verteilt, auf anderen Messen und beim Händler des Vertrauens mag es noch weitere Exemplare geben. Wer die Story bisher noch nicht kannte, sollte auf jeden Fall einen Blick darauf werfen! Wer nicht lacht, findet auch den berühmten Passierschein nicht lustig. Mehr über die Urgesteine der Independent-Szene hier oder hier.

Einleitung ZEBRA Sonderband 30

Die Crew hat Köln als ihren Sitz. Daher passen dazu die Banana Peel Slippers, etwa mit „Fairground“ und ein Sommersud von Hellers.

© der Abbildungen 2026 bei den jeweiligen Zeichner*innen und Verlagen c/o ZEBRA-Redaktion, Köln

Reimerthi, Avenell/Bade – Phantom – Die Heiner Bade Collection 1

Der weiße Elefant & Der Geisterpirat

Story: Claes Reimerthi, Donne Avenell
Zeichnungen: 
Heiner Bade

Originaltitel: Den vita Elefanten (Fantomen 14/2008); Spökpiraten (Fantomen 16/2002)

edition Comics & Mehr

Hardcover | 72 Seiten | Farbe | 22 € | ISBN: 978-3-912447-01-9

Cover Phantom - Heiner Bade Collection 1

Und noch eine Serie über einen der ältesten noch publizierten Superhelden der Welt. Der wandelnde Geist dürfte vielen aus der Generation ZACK noch aus frühen Jahren bekannt sein, war die Bastei-Serie doch überall zu finden. Danach wurde es zumindest bei uns sehr ruhig über den maskierten Helden, der seit Generationen über Bangalla wacht. Vor einigen Jahren explodierte dann die aufgestaute Nachfrage und hält bis heute an. Mehr zur Serie und den Veröffentlichungen im Werk von Christian Blees, Comics erscheinen unter anderem bei Zauberstern, Kult, und in der ZACK-Edition.

Wilderei und ein Fluch

Die neue Reihe widmet sich ausschließlich Geschichten mit Lee Falk‘s Phantom, die von Heiner Bade gezeichnet worden sind. Der in Hamburg geborene und 2025 verstorbene Zeichner lebte allein von seiner Comickunst, ist in Deutschland aber trotzdem weitgehend unbekannt. Um der damaligen Verpflichtung zum Dienst mit der Waffe zu entgehen, hatte sich Bade entschlossen, nach Schweden auszuwandern. Dort in Sicherheit setzte er seine in Hamburg begonnene Leidenschaft fort, Zeichnungen und Comics zu entwerfen und fand tatsächlich eine Anstellung als Zeichner für das in Schweden sehr erfolgreiche Fantomen-Magazin. Seine Werke wurden in vielen Ländern nachgedruckt, haben aber meistens den Weg in sein Heimatland bisher verpasst. Um wenigstens die besten seiner Arbeiten auch hier zu präsentieren, hat Michael Beck seine vielfältigen Tätigkeiten im Bereich der Neunten Kunst um einen Comic-Verlag ergänzt.

Phantom - Heiner Bade Collection 1 page 3

In Der weiße Elefant wird die Geschichte eines Wilderers erzählt. Nicht von ungefähr erinnert bereits der Titel an die Geschichte von Moby Dick: Er ist von dem Tier besessen und möchte es zur Strecke bringen. Bei einer Begegnung hatte das Tier die gesamte Expedition aufgerieben, allein der Antiheld war verletzt übriggeblieben und anschließend zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Nun macht er sich, mittlerweile mit einem Holzbein versehen, nach seiner Entlassung wieder auf die Jagd. Verständlicherweise möchte das Phantom allerdings eingreifen.

Der Geisterpirat ist eine Geschichte über moderne und klassische Piraten. An der Küste vor Bangalla sind viele ehemaligen Piratenschätze mit ihren Schiffen gesunken oder wurden dort von Piraten versteckt. Immer wieder tauchen moderne Schatzsucher auf, die die Schätze mit allen Mitteln an sich bringen wollen. Beim aktuellen Versuch müssen wieder Unschuldige leiden und so erreicht ein Hilferuf den wandelnden Geist. Die erste Aktion missglückt und es scheint so, als ob ein mit einem Geisterschiff reisender Geisterpirat den Maskierten retten würde.

Phantom - Heiner Bade Collection 1 page 4

Action und Natur

Die Zeichnungen von Heiner Bade vereinen die typischen und erwartbaren Actionszenen mit wunderschönen Naturszenarien. Die Landschaft ist eigentlich nur Beiwerk, macht das Ansehen der Bilder aber zu einem Genuss! Und auch der majestätische Dickhäuter ist eine Augenweide. In der zweiten Geschichte, die ursprünglich in schwarz-weiß erschienen und erst später koloriert erneut abgedruckt worden war, zeigt Bade, dass er auch „Grusel“ kann. Das Geisterschiff, der Pirat und selbst die Höhle würden jeder Dungeon-Story gut zu Gesicht stehen.

Natürlich ist die Anzahl der Themen rund um den maskierten Helden, der seit Jahrzehnten immer wieder in Erscheinung treten darf, limitiert. Umso mehr kommt es auf den Zeichner an, der diesen Geschichten seinen eigenen Akzent geben kann und über eine reine Routineumsetzung hinausgehende Bilder schafft. Genau das konnte Heiner Bade und deswegen ist es auch richtig, seine besten Arbeiten größtenteils erstmals hier in Deutschland zu präsentieren!

Phantom - Heiner Bade Collection 1 page 5

Einen ersten und zweiten Blick wert!

Komplettsammler*innen werden hier bedenkenlos zuschlagen können – die Qualität der Stories und Zeichnungen liegt weit über dem Durchschnitt! Aber auch Gelegenheitsleser*innen sollten nicht nur einen Blick riskieren: Die Geschichte des Übergangs vom Vater zum Sohn, die hinter der „Unsterblichkeit“ steht, ist schnell verstanden und mehr Vorwissen braucht es nicht. Der Held kämpft für die Menschlichkeit, für die Schwachen, die Natur und Gerechtigkeit, ist also einer der typischen „Guten“. Er besitzt allerdings keine Superkräfte, kann sich somit nur auf sein Geschick und auf seine Einbindung in die lokale Community verlassen.

Der Band enthält zusätzlich eine Einführung in das Leben des Zeichners von Bernd Frenz sowie in die beiden abgedruckten Geschichten und als Gimmick in der ersten Auflage auch noch ein doppelseitiges Poster der Totenkopfhöhle. Die auf 77 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe kommt mit anderem Cover und einem ebenfalls limitierten Druck!

Dazu passen Cock Sparrer mit „Watch your back“ und ein Carlsberg Elefant.

© der Abbildungen 2026 King Features Syndicate, Inc/Distr. Bulls | Egmont Publishing AB | 2026 edition comics & mehr

ZACK 324 (Juni 2026)

ZACK 324

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 324

Wie schnell doch die Zeit vergeht … Hiermit ist bereits die Hälfte der diesjährigen ZACK-Nummern erschienen! Zwei komplett neue Serien starten mit dieser Ausgabe, dazu noch ein Auftritt von Isnogud; für lange Sommerabende allemal genug Lesestoff.

Die Neustarts

Coverboy ist ein Detektiv, nämlich Inspektor Arbuckle. Dieser ist der Held eines Frühwerkes von Étienne Willem namens Pfeifenrauch und Seidenstrümpfe. Teil 1, Der schwarze Fleck, enthält keine Fantasy-Elemente, wie wir es aus seinen späteren Geschichten kennen, besitzt aber bereits den gleichen Strich und auch einen sehr ähnlichen Humor. Die Geschichte führt zurück in das England, in dem Adel noch etwas ganz Besonderes war, in dem Verbrechen und dessen Aufklärung noch Handarbeit waren und eine Tasse Tee respektive ein Whisky selbst wichtige Probleme noch in der Priorität nach hinten schieben konnten. Die zweiseitige Einführung im Heft stammt im Übrigen vom Verfasser dieser Zeilen.

ZACK 324 page 5

Ebenfalls neu ist der Thriller Brigade Verhoeven von Pascal Bertho nach einem Roman von Pierre Lemaître. Mitten in einem Ausgehviertel explodiert eine Bombe. Gleichzeitig stellt Kommandant Camille Verhoeven einen neuen Mitarbeiter für sein Team zur Verbrechensbekämpfung ein. Dieses besteht aus schrägen Vögeln und scheinbar inkompatiblen Personen, ist aber sehr erfolgreich. Die modernen, aufgrund der Kolorierung etwas abstrahiert wirkenden Zeichnungen stammen von Yannick Corboz. Teil eins der dreiteiligen Serie trägt den Titel Rosie.

ZACK 324 page 73

Die Fortsetzungen

Harry & Platte sind auf der Suche nach dem Urheber eines Computervirus in der Gegend von Nizza. Ein Freund will ihnen bei einem privaten Rundflug die Gegend und die Wohnorte der möglichen ´Verdächtigen zeigen, als sie ein außer Kontrolle geratenes Feuer entdecken. Während die beiden Detektive später die einzelnen Personen abklappern, wird deutlich, dass es mehrere Feuer gibt die sowohl Eigentum als auch Helfer*innen bedrohen. Feuer und Schwert ist klassische Comickunst von Denis Lapière und Alain Sikorski.

ZACK 324 page 21

Weiter geht es mit dem Buckligen von Montfoucon. Unser Vater hat den mit ziemlich unfeinen Mitteln geführten Kampf zweier Parteien um den französischen Thron zum Inhalt. Nicht immer sind die Fronten klar und die Rolle der Frauen ist zeitgemäß leider noch ein zusätzliches Thema, erden sie doch bestenfalls ignoriert. Ein verzwicktes Historiendrama von Philippe Pelaez, gezeichnet von Eric Stalner mit ansprechenden Zeichnungen und frischem Layout.

ZACK 324 page 37

Zurück in die Gegenwart geht es in Heute frischer Fisch von und mit Charel Cambré und Marc Legendre. Die beiden Comickünstler auf der Suche nach dem Stoff für einen neuen Titel sind immer noch in einem kleinen, von der Außenwelt abgeschnittenen spanischen Dorf gestrandet. Ihre spezielle Art, mit Problemen umzugehen, führt zu vielen unschönen Situationen und die mangelhafte Beherrschung der Sprache tut ein Übriges. Nicht immer PC, aber sehr humorvoll, dieses moderne Roadmovie.

ZACK 324 page 56

Zum Schluss geht es noch einmal um die anspruchsvollen, aber leider auch leicht scheiternden Ansprüche an und für eine gerechte Gesellschaft: in Libertalia führen Die Wege zur Hölle. Die Gründe dafür sind vielfältig: Macht, Gier, toxische Lust aber auch falsche Ideale, vielleicht sogar auch ein zu optimistisches Menschenbild. Jedenfalls müssen die Initiatoren der anarchistischen Gemeinschaft feststellen, dass alles zusammenbricht. Anspruchsvolle und herausfordernde, zugleich aber auch lohnende Story von Rudi Miel & Fabienne Pigière mit eindringlichen Bildern von Paolo Grello.

Detail ZACK 324 page 85

Und sonst?

Die Onepager in diesem Heft zeigen drei Seiten aus einem aktuellen, bei Dani Books erscheinenden Isnogud-Bandes. In ihnen stellt sich der Möchtegern-Kalif aktuellen Fragestellungen. Außerdem gibt es den Keller, die Rezensionen und die News von Frank Neubauer, den Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren von Michael Klein und eine Vorstellung von Claudio Stassis República vom Verfasser dieser Zeilen.

Dazu passen The Easybeats mit „Friday on my mind“ und ein Weißburgunder eurer Wahl.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2026

ZACK Sonderheft 4 (2026)

13 Stories aus dem Graton-Universum

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK Sonderheft 4
Variante A

Obwohl wir in Deutschland relativ gut versorgt sind was Michel Vaillant angeht, gibt es doch noch ein paar „blind spots“. Einer davon ist die Reihe Palmares Inedit. Ein Band war bei Seven Island erschienen, zwei sind mittlerweile in der ZACK-Spezial-Reihe (als Band 15 und 19) aufgelegt worden und die Geschichten über die Familie Labourdet sind ab dem Herbst geplant. Im zweimal pro Jahr erscheinenden ZACK-Sonderheft wird jetzt eine weitere Lücke angegangen.

Die großen Legenden des Motorsports

Denn daneben gibt es auch noch seit 1995 die Michel Vaillant Dossiers. Nur ein einziger Band dieser mittlerweile 18 Teile umfassenden Serie hat es bisher nach Deutschland geschafft: Das Buch über Louis Chevrolet erschien in einer limitierten Sonderauflage. Die Dossiers widmen sich „Legenden“: rennfahrende Schauspieler wie James Dean oder Steve McQueen, Formel 1 Piloten wie Senna oder Fangio, Konstrukteure wie eben jener Chevrolet oder Enzo Ferrari und mittlerweile auch Rennstrecken wie Paul Ricard oder Zandvoort.

Allen Ausgaben gemeinsam ist ein großer Anteil an Artikeln über die jeweiligen Themengebiete die geballte Fachkompetenz in lesbarer Art und Weise darbieten. MV ist bei unseren Nachbar*innen eben nicht nur ein Comic, sondern auch eine Marke, die aus dem Renngeschehen nicht wegzudenken ist. Außerdem erlaubt die dortige Comic-Tradition auch die Kombination aus Unterhaltung und Sachkenntnis. Natürlich dürfen auch zum Inhalt passende Comics nicht fehlen. Diese sind teilweise aus den regulären Alben entnommen, oft aber auch speziell entwickelt worden.

Cover ZACK Sonderheft 4
Variante B

Dreizehn der besten Geschichten sind in diesem Sonderheft versammelt. Die ersten reichen stilistisch einige Jahrzehnte zurück. Die frühen Comics wurden vom Studio Graton realisiert, die neueren von der aktuellen Garde, die wir auch aus der zweiten Staffel kennen. Gerade die Vielfalt der Themen und der jeweiligen zeichnerischen Umsetzungen macht den Reiz dieses Heftes aus.

Eine fragmentarische Geschichte des Motorrennsports in Bildern

Echte Fans haben in Deutschland keine andere Möglichkeit, als sich die Dossiers auf Französisch oder Niederländisch zuzulegen. Jetzt gibt es aber wenigstens die Möglichkeit, die besten Comics aus den Bänden genießen zu können. Falls sich das Heft gut genug verkauft, verspricht die Redaktion bereits einen Folgeband. Aber auch für die Leser*innen, die einfach nur mal in das Michel Vaillant Universum hineinschnuppern und den Erfolg dieser Serie nachvollziehen wollen, bietet das Heft einen guten Einstieg. Es geht eben nicht nur um eine Kunstfigur die losgelöst von der realen Welt im Kreis fährt, viele reale Menschen waren Teil dieser Geschichte(n) und haben es genossen.

Für das Heft wurden zwei verschiedene Covervarianten gedruckt. Im Bahnhofszeitschriftenhandel kann man sich die gewünschte Ausgabe aussuchen, bei der Bestellung muss man seinen Favoriten angeben. Zusätzlich enthält das Heft noch eine Einführung in die Serien des MV-Kosmos und einen Überblick über die bisherigen Dossiers vom Verfasser dieser Zeilen.

Dazu passen „Nothing like You“ von Cock Sparrer und natürlich ein Champagner.

© der Abbildungen Dupuis 1995 – 2025, Graton Éditeur 2026, by Jean Graton / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2026

ZACK 323 (Mai 2026)

ZACK 323

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Kaum werden die Nächte kürzer, sitzt schon ein Buckliger mitten in der Nacht auf einem Gargoyle … Die Mai-Ausgabe des ZACK bringt wieder frischen und sehr abwechslungsreichen Lesestoff.

Cover ZACK 323

Die Neustarts

Wow, ein Heft für alle, die schon immer auf eine gute Gelegenheit zum Start gewartet haben, gibt es doch zwei komplette Neustarts und eine erste Kurzgeschichte von einer neuen Heldin.

Beginnen wir mit dem Coverboy, dem Buckligen von Montfoucon. Unser Vater ist der Titel der neuen Episode von Philippe Pelaez, gezeichnet von Eric Stalner. Karl VIII. sitzt auf dem französischen Thron, die Herrschaft wird allerdings durch die Aktivitäten von Louis d´Orléans bedroht. Es scheint zwei Dokumente zu geben die beweisen, dass Louis nicht der Sohn von Charles ist. In diesem Fall hätte er keinen Anspruch auf den Thron. Während Pierre und Quasimodo, der Bucklige, auf Seiten von Louis stehen, schickt die Schwester des Königs ihre grausamen Handlanger aus. Spannende und gut gezeichnete History-Serie.

ZACK 323 page 5

Ebenfalls neu ist das erste „lange“ Abenteuer der beiden Detektive Harry & Platte von Denis Lapière und Alain Sikorski. Band 41 heißt Feuer und Schwert und bringt die beiden wie auch schon in den Kurzgeschichten dichter an die Jetztzeit; sie müssen herausfinden, wer einen Virus in die IT einer Kapitalanlagegesellschaft bringen konnte. Klassische frankobelgische Zeichenkunst in modernem Layout und spannend obendrein!

ZACK 323 page 55

Bob Morane kennt jede*r ZACK-Leser*in, aber Caro Morane? Wie bereits vor einigen Ausgaben eingeführt, ist Vernes, der literarische Schöpfer von Bob, der Vormund von Caro. Die Geschichten beruhen angeblich auf den Erzählungen eines Zeitreisenden. Caro, mittlerweile eine junge Frau, macht sich in Kuba auf die Suche nach ihrer Herkunft und trifft dort auf Fidel … Spannendes, ursprünglich schwarz-weißes Experiment von Phil Cottarel! Der Hinweis auf Band 2 ist im Übrigen ein Druckfehler.

Picture ZACK 323 page 43

Die Fortsetzungen

Der Roadtrip Heute frischer Fisch von und mit Charel Cambré und Marc Legendre geht bereits in die dritte Runde von Brückenbauer. Noch immer sitzen die beiden in dem kleinen spanischen Dörfchen fest. Ihre neue Unterkunft erweist sich als frühere Strandbar und so prallen Erwartungen der Bevölkerung und Ambitionen der „Helden“ nicht wirklich zielgerichtet aufeinander. Die beiden spielen weiterhin lustvoll mit Vorurteilen und teilen kräftig aus.

ZACK 323 page 27

Und auch das grafisch anspruchsvolle Libertalia geht weiter. Der Tod der jungen Frau wird zwar gerächt, es handelt sich aber um einen Fall von Selbstjustiz. Das Experiment ist gefährdeter denn je. Zudem ist natürlich auch fast die gesamte Welt hinter den Freibeutern her. Ein freiheitliches Experiment darf keinesfalls gelingen und zu einem gesellschaftlichen Gegenentwurf aufsteigen. Die Wege zur Hölle beschreiben Rudi Miel & Fabienne Pigière sehr eindringlich – Anarchie ist alles andere als einfach. Paolo Grello setzt die Geschichte in Bilder um.

Detail ZACK 323 page 69

Der Abschied

Vorerst verabschiedet sich das Western-Genre wieder aus dem ZACK, denn Ray Ringos Rückkehr endet zunächst. Rays Zukünftige, Lean, konnte zwar befreit werden, musste von Ray aber in einer Höhle zurückgelassen werden. Sie ist jedoch nicht gewillt, dort zu bleiben und macht sich auf den Weg, nur um von ihren ehemaligen Peinigern aufgelesen zu werden. Das Finale von Devil’s Gate ist blutig und hat einen Cliffhanger, der es in sich hat. Glücklicherweise ist der Vertrag für den Abdruck des zweiten Bandes von Éric Corbeyran und Roman Surzhenko bereits unterschrieben.

ZACK 323 page 85

Und sonst?

Die Onepager in diesem Heft stammen von dem Ritter, Parker & Badger sowie Tizombi. Dazu stellt der Verfasser dieser Zeilen Simba Lee von Charlier und Herbert vor und Bernd Hinrichs den lesenswerten Band Siehst du es? über Siegfried Lenz. Abgerundet wird das Heft mit News, Meinung und Rezensionen sowie dem Rückblick auf das ZACK vor fünfzig Jahren.

Dazu passen The Pioneers mit „You keep telling me“ und ein Aperol Spritz.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2026

ZACK 322 (April 2026)

ZACK 322

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 322

Nach der Wärme kommt die Kälte zurück – so ist das Aprilwetter nun Mal. Umso besser, dass auch das ZACK 322 vollgepackt ist mit Comics und Informationen und dem Regen und Hagel somit den Schrecken nimmt.

Der Neustart

Das Coverbild zeigt einen der blutverschmierten Piraten aus der Serie Libertalia, die mit Die Wege zur Hölle in ihre letzte Runde startet. Ein Schiff kehrt zurück nach Libertalia, dem Rückzugsort an der Küste von Madagaskar, an dem alles anders sein sollte: gleichberechtigt, ohne Rassismus, und ohne äußere Zwänge. Wie so oft bei vergleichbaren Experimenten gibt es aber immer wieder einige wenige, die nicht mitspielen wollen und die Idee gefährden. Das ist hier auch nicht anders, einige Männer meinen, Frauen nicht nur benutzen, sondern auch töten zu können und sollen nun belangt werden. Kann die Idee überleben? Graphisch heraufordernde, aber überzeugende Serie mit Bildern von Paolo Grello nach Texten von Rudi Miel & Fabienne Pigière.

ZACK 322 page 5

Auch Neu ist Cor Morelli. Ein Mann fühlt sich verfolgt und kann sich nicht wirklich erklären, warum. Dabei ist es nur Der Nächste! Kein schlechter Anfang für Aloys Ooster.

ZACK 322 page 80

Die Fortsetzungen

Charel Cambré und Marc Legendre lassen sich selbst in Heute frischer Fisch auftreten. Auf ihrer Reise in den Süden, um neuen Stoff für ihre Comics zu finden, sind sie in einem kleinen Dorf gestrandet und aufgrund eines Erdrutsches von der übrigen Welt abgeschnitten. Das hindert sie allerdings nicht daran, weiterhin in jedes Fettnäpfchen zu treten und sich Feinde zu machen. Nicht immer PC, aber sehr spaßig!

ZACK 322 page 21

Ray Ringo, ZACK-Held von früher, ist mit einem Re-Boot zurück und überzeugt mit einem sehr klassischen Western, der natürlich an die heutigen Anforderungen angepasst ist. Nachdem Ringo seine Verlobte befreien konnte, erfährt er mehr über ihre Vergangenheit und auch über die der Mormonen, die er bereits kennengelernt hat. Beide Seiten sorgen dafür, dass ihre Ausgangsposition an Stärke gewinnt. Devil’s Gate von Éric Corbeyran geschrieben bleibt spannend, allerdings wesentlich unterstützt durch die sehr dynamischen Zeichnungen von Roman Surzhenko!

ZACK 322 page 33

Die Abschiede

Gleich drei Geschichten finden in dieser Ausgabe ihr Ende! Den Anfang macht Jeff Mistral mit Nahtoderfahrung. Der Franzose Olivier Andrieu war seines Jobs im Computerbereich überdrüssig geworden und hat eine Figur entwickelt, die an die klassischen frankobelgischen Detektive der 60-er erinnert. Humor, spannende Wendungen und gute Zeichnungen von Alain Julié machen die Serie zum Vergnügen, nicht nur für Fans alter Autos! Einzig das Lettering könnte etwas weniger aufdringlich ausfallen. Der zweite Teil ist schon fertig!

ZACK 322 page 47

Ebenfalls fertig hat Michel Vaillant. Erlösung trifft es allerdings nicht ganz. Zwar scheint der Substrang mit der Atomwaffendivision zunächst abgeschlossen zu sein, der Kampf gegen den Krebs ist es aber noch nicht. Und natürlich geht es auch um Rennen, stehen doch die 500 Meilen an: Steve kann nicht fahren, Michel wollte eigentlich nicht und Elsa steht vor einer großen Bewährungsprobe. Tolle Rennszenen von Marc Borugne & Eilam nach einer Story von Daniel Lapiere.

ZACK 322 page 65

Und schließlich ist auch der ZACK-Held der letzten Jahre, Rick Master, schon wieder als Abschied zu vermelden. Dead Sugar ist sicherlich eine seiner größten Herausforderungen, setzt sie doch darauf, Kriminelle nicht einer ungewissen Behandlung durch die Justiz zu übergeben, sondern zu erschießen. Als Nadine bei einem Unfall lebensgefährlich verletzt wird, stellt sie Rick vor eine Wahl. Nach etwas müdem Anfang hat die Story doch noch die Kehrtwendung geschafft und ist eine Fragen aufwerfende, spannende Geschichte geworden, die gleichzeitig die Figur der Nadine vom Sidekick zu mehr Eigenständigkeit verholfen hat. Gute Leistung von Simon Van Liemt mit ansprechenden Zeichnungen von Zidrou.

ZACK 322 page 85

Und sonst?

Dazu der zweite Teil des Interviews mit Dany, der sich in seinen Aussagen etwas verrennt, ein Beitrag vom Verfasser dieser Zeilen über die neue Reihe Elang Jawa in der ZACK-Edition, der Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren und News und Meinungen von Frank Neubauer.

Dazu passen Joe Jackson mit „I’m the Man“ und ein Frühlingsbock.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2026

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