Headline/Cabanes – Nada

Nada – Nach einem Roman von Jean-Patrick Manchette

Story: Doug Headline
Zeichnungen: Max Cabanes

Originaltitel: Nada

Splitter Verlag

Hardcover Überformat | 192 Seiten | Farbe | 35,00 € |

ISBN:  978-3-96219-296-9

Nada ist zuallererst der Name einer nihilistischen, linken Splittergruppe aus Überlebenden verschiedenster Kämpfe und Milieus in Frankreich. Diese Gruppe aus mehr oder weniger gescheiterten Existenzen entwickelt einen gewagten Plan zur Verwirklichung ihres Manifestes: Der US-amerikanische Botschafter soll entführt werden.

Nada ist aber auch die Bezeichnung all dessen, was übrigbleibt, wenn ideologische Feierabend-Terroristen und ideologische Vertreter der bewaffneten Kräfte eines Staates aufeinandertreffen!

Nada ist vielleicht sogar das, was den Unterschied zwischen den Seiten ausmacht.

Nada ist aber auch der Titel eines Romans von Jean-Patrick Manchette von 1972 der bereits 1974 von Claude Chabrol verfilmt worden ist und nun seine Wiederentdeckung als Comic feiern darf.

Die Story

Zunächst einmal werden sehr langsam und ausführlich die handelnden Personen vorgestellt. Der Alkoholiker, der Philosoph, die kleine Hure und andere. Insbesondere in diesem ersten Drittel wird deutlich, dass ein Roman der Story zugrunde lag, denn die meisten Comicautoren nehmen sich diese Gelassenheit und Tiefe am Anfang nicht. Die Motive der Beteiligten sind unterschiedlich, alle eint aber die Ablehnung des Frankreichs der End-60er Jahre. Die Schlachten um Algerien sind geschlagen (und verloren), die Anarchisten haben in Spanien gleich zweimal verloren, gegen die Kommunisten zuerst und dann gegen die Faschisten und die alte Gesellschaft hat bisher alle Bedrohungen überstanden. Die Bevölkerung ist aber nicht mehr bereit alles hinzunehmen und so wird erneut eine Aktion geplant.

Die Handelnden kennen sich untereinander nur zum Teil und so dauert es etwas, Motivation auszutauschen und zu verstehen und vor allem, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Bis auf einen machen aber alle mit. Der Plan lautet, den Botschafter bei seinem regelmäßigen Bordellbesuch zu entführen und auf einem ländlichen Unterschlupf zu verstecken. Schon der Überfall läuft aber nicht reibungslos und die Staatsmacht reagiert auf einen getöteten Polizisten mit Schaum vor dem Mund und Mordphantasien.

Natürlich ist dieser Teil extrem pointiert dargestellt aber die Wortwahl des Chefs und das Verständnis des Kettenhundes deuten schon an, dass ersterer nichts gesagt haben wird, sollte der Einsatz schief gehen. Im weiteren Verlauf kommt es dann zu einem brutalen Einsatz gegen die Entführer und zu einem Showdown zwischen einem aus der Gruppe und dem Einsatzleiter.

Spannender sind aber die Reflektionen über die Entführung, denn Sinn des Terrors und Gegenterrors und die Frage der Nutznießer solcher Aktionen, die von einem der Entführer für die Nachwelt festgehalten werden. Doug Headline hat die Vorlage gut in ein Szenario umgesetzt, das mit verschiedenen Tempi spielt und Raum für bildliche Elemente lässt.

Wer jetzt noch auf ein Happy End spekuliert sollte die Finger von diesem Comic lassen!

Die Zeichnungen

Max Cabanes ist kein Unbekannter und auch kein Freund von seichter Unterhaltung. Selbst seine erotischen Geschichten sind nicht voyeuristisch, sondern eher verstörend und für seine anderen Werke gilt das erst recht. Die Darstellung der eigentlich schon kaputten, gescheiterten Männer und der an sich selbst zweifelnden Frau sind auch ohne Text schon so ausdrucksstark, dass ihre spätere Handlung vorhersehbar wird. Der zähe Bärtige und der weiche Verheiratete zeigen ihre Belastbarkeit von Anfang an und auch die „Flics“ zeigen deutlich ihre Geisteshaltung in den Gesichtern.

Die Orte, sowohl verrauchte Kneipen als auch weite Landschaften, Häuserschluchten als auch die ärmlichen Räume des Unterschlupfes gelingen gut und die Farbwahl reflektiert die melancholische Stimmung. Dabei ist der Aufbau streng geregelt: fast immer drei Reihen, keine Ausbrüche aus ihren Kästen zulassend aber oft mit einem Maschinengetippten Text aus dem Off der über den Rahmen steht. Die tuscheartige Kolorierung verwischt dabei die Konturen, hebt sie aber gleichzeitig auch hervor.

Fazit

192 Seiten Noir-Thriller mit Tiefgang, was will man als Leser*in mehr? Natürlich ist das Unterhaltung! Sie wirft aber auch die eine oder andere Frage auf, die das übliche Schubladendenken in Frage stellt und aufzeigt, dass die Welt vielleicht doch nicht so schwarz-weiß, auf jeden Fall aber kein Ponyhof oder gar moralisch. Der Zynismus trieft teilweise kübelweise aus den Seiten und legt über das Ganze noch eine schräge weitere Ebene.

Dazu passen Ton, Steine, Scherben und Calvados.

© der Abbildungen 2018 Dupuis by Manchette, Doug Headline, Cabanes

© der Abbildungen Splitter Verlag GmbH & Co. KG ·   Bielefeld 2019

Grolleau/Royer – Charles Darwin

Charles Darwin und die Reise auf der HMS Beagle

Story: Fabien Grolleau
Zeichnungen: 
Jérémie Royer

Originaltitel: HMS Beagle, Aux origins de Darwin

Knesebeck Verlag

Hardcover | 176 Seiten | Farbe | 28,00 € |

ISBN: 978-3-95728-313-9

Charles Darwin dürfte dem Namen nach jedem bekannt sein; seine fast fünfjährige Reise auf der HMS Beagle erlaubte ihm, unzählige Artefakte zu sammeln, Theorien zu entwickeln und diente als Basis für sein wissenschaftliches Werk, das die Naturwissenschaften revolutionierte und ihn in scharfen Gegensatz zu der damaligen Auffassung brachte. Über diese Reise gibt es bereits viele Bücher, nicht zuletzt von Darwin selbst aber auch vom Kapitän der Beagle Fitz Roy. Nun liegt eine Graphic Novel aus dem Knesebeck-Verlag vor, die diese Reise beschreibt.

Der Hintergrund

Darwin war ein etwas kränklicher junger Mann und so war die erste Hürde, die zu nehmen war, das Einverständnis des Arztes der Familie. Seereisen waren damals, wir schreiben das Jahr 1831, noch etwas anderes: ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. Die Überfahrt war gefährlich, Kommunikation nur möglich, wenn man ein anderes Schiff traf oder während des Aufenthaltes in einem Hafen und es gab genügend Hinweise auf Kannibalen und feindlich gesinnte Bewohner unbekannter Landstriche.

Zudem waren die Schiffe der damaligen Zeit zwar durchaus seetauglich, Luxus wie auf einer heute so beliebten Kreuzfahrt war aber nicht zu erwarten. Der Kapitän der HMS Beagle, der auf der zweiten Fahrt dieses Schiffes die Küste Südamerikas kartographieren sollte, wünschte sich Gesellschaft durch einen gebildeten Gefährten während der Fahrt und so kam es, dass der junge Darwin eingeladen worden war. Da es keine Smartphones mit Kamera gab war auch ein Maler mit an Bord um die Eindrücke festzuhalten. Die erwünschte Konversation muss allerdings sehr beschränkt gewesen sein, Darwin litt nicht unerheblich an Seekrankheit.

Er entwickelte aber schnell ein großes Interesse an Naturforschung und Geografie und stellte bereits auf dem ersten Stopp auf den Kapverden fest, dass die Erde wohl nicht erst 6000 Jahre alt ist – so die damalige theologisch begründete Annahme, sondern wesentlich älter. Die Erde schien sich entwickelt zu haben (Blasphemie 1) und das Antlitz ihrer Oberfläche schien aus verschiedenen Schichten aufgebaut zu sein.

Ein weiterer Punkt, in dem der junge Forscher einen totalen Gegensatz zur damals herrschenden Meinung einnahm, war die Frage der Sklaverei. Er empfand durchaus, dass alle Menschen gleich sein und die postulierte Minderqualität nicht aus dem Menschen selbst heraus zu begründen war. Die Zivilisation sei es, die die Menschen und ihre kulturelle Entwicklung geprägt hätte und dort gäbe es tatsächlich Unterschiede. Natürlich glaubte der Engländer an die Superiorität seiner Kultur und empfand durchaus eurozentristisch und paternalistisch, zweifelte aber an der Gottgegebenheit dieser Situation (Blasphemie 2).

Auf seinen weiteren Stationen dieser fast fünf Jahre andauernden Reise entdeckte er Skelette von Fossilien und entwickelte schließlich aufgrund der Tatsache, dass sich auf den einzelnen Galapagos Inseln unterschiedliche Ausprägungen zum Beispiel von Finken finden ließen, die Theorie, dass sie sich aus einem gemeinsamen Ursprung entwickelt hätten (Blasphemie 3). Diese Theorie sollte später sein Hauptwerk werden unter dem Namen Der Ursprung der Arten, der Begründung der modernen Evolutionstheorie!

Die Umsetzung

Grolleau und Royer haben sich in ihrer Umsetzung dagegen entschieden, alle Details haarklein nachzuerzählen. Sie wollen etwas vereinfachen, ja sogar romantisieren, wie sie in ihrem Vorwort gestehen. Ihnen kommt es nicht darauf an, jede Entdeckung, jeden Landgang und jede Idee wiederzugeben, sie wollen die Linie und die Entwicklung aufzeigen die vom jungen, idealistischen Träumer hin zu dem genauen Wissenschaftler verläuft. Dadurch gelingt es ihnen zu zeigen, wie sich einzelne Begebenheiten und Funde quasi wie Puzzlesteine mühsam zu einem Größeren zusammenfinden und erst langsam die Grundlage für die Theorie bilden. Noch einmal zurück in die damalige Zeit: Fundstücke mussten katalogisiert werden, verpackt und dann nach England verschifft werden. Sie waren teilweise Jahre vor dem Forscher in der englischen Heimat und hatten bereits eine Diskussion angeregt, die von Darwin selbst gar nicht zu beeinflussen war.

Zudem waren auch die Kategorien gar nicht bekannt und entwickelten sich erst im Laufe der Zeit, zum Beispiel die Wichtigkeit der geographischen Bezeichnung der Fundorte. Wenn alle Arten gleichzeitig von Gott geschaffen worden waren, war es nicht so wichtig, ihren Fundort zu beschreiben. Erst dann, wenn man von separaten Entwicklungen ausgeht, macht der Fundort überhaupt Sinn! Diese Weiterentwicklung in der wissenschaftlichen Herangehensweise wird durch die beiden Kreativen quasi nebenbei erläutert und das ist auch schon ein Hinweis auf ihre Leistung: Wissenschaft und vor allem die langsame Theoriebildung und ihre Verifikation werden perfekt und spannend beschrieben und erwecken Verständnis für die Leistung aber auch Neugier und möglicherweise den Spaß an eigenen Versuchen.

Die Graphic Novel lässt sich daher vielschichtig lesen: Sie ist zu erst einmal eine spannende biographische Bilderzählung einer fünfjährigen Reise und insofern fast wie ein Roman von Jules Verne, nur in echt. Sie ist die Beschreibung der Entwicklung einer revolutionären Theorie, die unsere Welt nachhaltig geändert hat (auch wenn es immer noch eine Vielzahl von Menschen gibt, die glauben, dass die Bibel und ihre Genesis wörtlich zu nehmen ist). Und sie ist die behutsame Heranführung an Wissenschaft und ihre Anforderungen.

Die Zeichnungen

Mir wurde auf keiner einzigen der 170 Seiten langweilig – der Stil ist so abwechslungsreich und wechselt zwischen Nahaufnahmen der Gesichter, der Situationen oder Tierdarstellungen und weiten Landschaften hin und her. Dabei ist das Gesicht Darwins den Bildern der damaligen Zeit so gut nachempfunden, dass man ihn sofort wiedererkennt, seine Entwicklung über die beschriebene Zeit aber auch sehen kann. Aus dem offenen, etwas ängstlichen jungen Mann wird einer, der weiß, was er zu tun haben wird um seine gesammelten Eindrücke zusammenzufügen.

Auch die Härte der Seefahrt, die Schrecken der Sklaverei und die Beschreibung der südamerikanischen Lebensverhältnisse sind gut und vor allem nachvollziehbar getroffen. Dazu gibt es immer wieder grandiose Bilder wie etwa das als Titelbild genutzte Panel oder die Sammlung der Käfer die in ihrer Weite und Detailtiefe die emotionale Beteiligung des/der Leser*in geradezu erzwingen. Trotz aller Details vereinfachen die Bilder genug um nicht vom Wesentlichen abzulenken und sind daher besser geeignet als Fotos es wären.

Die Ausgabe

Der Knesebeck-Verlag veröffentlicht seit geraumer Zeit Graphic Novels. Viele davon sind aus der Schnittmenge von Zeitgeschichte und Biografie und alle setzen den Willen der Konsument*innen voraus, sich auf das Thema einlassen zu müssen. Das kurze Vergnügen mit anschließendem Vergessen ist nicht gewollt, eher schon die Basis für eine tiefere Auseinandersetzung. So laden die Werke auch alle dazu ein, sie mehr als einmal zu lesen.

Das Buch kommt als Hardcover mit festem Papier. Obwohl sehr glatt, glänzt es nicht und reflektiert daher auch nicht störend. Der Buchhändler würde es etwas altertümlich als wohlfeil beschreiben… Durch die strukturierenden Kapiteleinleitungen mit einem Kartenausschnitt wird die Leser*in geführt und der Überblick gewährleistet.

Uneingeschränkte Empfehlung für alle, die nicht nur die schnelle Ablenkung suchen, sondern eine Bildgeschichte gerne auch wiederholt in die Hand nehmen und als Ausgangspunkt für eigene Überlegungen nutzen wollen!

Dazu passen Joe Jackson mit Big World und Mate jeglicher Geschmacksrichtung.

© der Abbildungen 2019 von dem Knesebeck GmbH & Co Verlag KG, München und Fabien Grolleau, Jérémie Royer/Knesebeck Verlag

Conan der Cimmerier 5

Band 5: Die scharlachrote Zitadelle

Story: Luc Brunschwig nach Robert E. Howard
Zeichnungen: 
Étienne Le Roux

Originaltitel: La Citadelle Écarlate

Splitter Verlag

Hardcover Überformat | 64 Seiten | Farbe | 16,00 € |

ISBN: 978-3-96219-206-8

Der gerade erschienene Band von Luc Brunschwig und Étienne Le Roux ist bereits die fünfte europäische Interpretation des Conan-Mythos und folgt wie auch die anderen streng den Vorgaben des Schöpfers Robert E. Howard. Da die Geschichten keiner Chronologie folgen, sondern nur eigenständige Ausschnitte aus dem Leben des Cimmeriers abbilden, eignen sich die Vorlagen vorzüglich dafür, von unterschiedlichen Kreativteams bearbeitet zu werden. Conan selbst ist bereits in Film, TV oder Comic so oft dargestellt worden das keine Figur erwartet wird. Es gibt eher eine Vereinbarung über das Nicht-Aussehen: Conan kann nicht strohblond sein, nicht weiblich, „of colour“, schwächlich oder insektenartig. Alles andere ist aber interpretationsfähig. Zu Band 1 und 2.

Die Story

In Die scharlachrote Zitadelle ist Conan also ein König, der sein Reich schon seit längerem regiert hat. Wie immer herrschen verschieden Ansichten über die Güte dieser Tätigkeit vor, denn es gibt Nutznießer*innen und Verlierer*innen. In der gegebenen Situation scheint es so zu sein, dass die Mehrheit der Regierten eigentlich sehr zufrieden mit ihrem König ist. Ungerechtigkeiten, hohe Abgaben, Frondienste und andere unschöne Begleiterscheinungen einer (natürlich nicht aktuellen) Monarchie wurden beseitigt und Pfründe abgeschafft. Die andere Seite eben dieser Medaille ist aber natürlich, dass die Inhaber*innen der ehemaligen Privilegien, Einkünfte und Dienste eben nicht mehr bekommen und sich daher als „Opfer“ dieser Herrschaft sehen.

Wie gut, dass es auch noch Nachbarn gibt… Diese sind – so dass kriegerische Grundsetting dieser Literaturgattung – natürlich immer neidisch auf die Ressourcen des in Frage stehenden Landes (Bodenschätze, strategische Bedeutung, Sklav*innen) und vor allem darauf bedacht, dass diese revolutionären Ideen nicht in ihr Land hinüberschwappen. Eigentlich also der heutigen Weltpolitik prinzipiell gar nicht soo unähnlich.

Die Geschichte beginnt mit dem Eintreffen des Barden in der Königsfeste. Er berichtet von dem Hinterhalt, den Almarus, Strabonus und der Magier Tsotha-Lantis mit ihren Armeen für die Streitmacht Conans gelegt haben, und in dem fast alle Männer getötet worden sind. Auch Conan, der geliebte König, sei umgebracht worden.

Tatsächlich ist der trotz seines Alters immer noch kräftige König nur gefangengenommen worden um eine Kapitulation im Gegenzug für persönliche Freiheit zu erreichen. Damit soll den Untertanen klar gezeigt werden, dass alle Errungenschaften der Conanschen Regierungszeit keineswegs nachhaltig seien und gerne der persönlichen Lage des Herrschers geopfert würden. Natürlich lässt sich der Barbar nicht darauf ein…

Im Folterkeller darf der muskelbepackte Held dann die Bekanntschaft mit einer riesigen Echse machen, aber auch mit einem Überlebenden der Überfälle aus der früheren Zeit als Conan noch als Pirat lebte. Nach einigen Dungeon-Begegnungen kann er schließlich Pelias befreien, der vor 10 Jahren von Tsotha-Lantis gefangengenommen worden war und selbst ebenfalls übernatürliche Kräfte auf seiner Seite weiß.

Währenddessen hat in dem nun scheinbar verwaisten Königreich die Machtübernahme der alten Eliten mit all ihren blutigen Details begonnen…

Das Artwork

Étienne Le Roux gelingt es gut, sowohl die dunklen Höhlenszenen mit Gefahren hinter jeder Ecke, Traumsequenzen und Ängsten aber auch Monstern darzustellen als auch die brutalen Szenen der Machtübernahme, die paradoxerweise in strahlendem Sonnenlicht wiedergegeben werden. Die Hintergründe wirken dagegen teilweise etwas zu einfach, der Rasterschatten etwas zu „nicht-selbst-gemacht“. Abgesehen von diesen kleinen Mängeln aber eine sehr ansehnliche Umsetzung.

Die Figur des Conan wirkt im ersten Moment mit dichtem schwarzem Vollbart etwas ungewöhnlich, man gewöhnt sich aber schnell daran, da man schon so viele Interpretationen gesehen hat, dass auch diese nicht wirklich anders ist. Die anderen Figuren sind nicht so geprägt von Erwartungen und daher noch leichter zu akzeptieren. Die Bösartigkeit kommt hier oft mit einem Lächeln daher. Der Seitenaufbau ist klassisch und von wenigen Soundwords begleitet. Allein bei rasanten Kampfszenen scheint sich auch der Stil bewegen zu wollen und unterstützt so die Dynamik.

Luc Brunschwig ist aktuell vor allem durch die neuen Abenteuer um Bob Morane sowie die im ZACK abgedruckten Geschichten mit Mic Mac Adam bekannt. Hier beweist er, dass er durchaus auch in Sword & Sorcery Settings seine Qualitäten hat. Das Springen zwischen den beiden Locations, Hell und Dunkel, Magie und Restauration ist gut umgesetzt und kann auch in Zeiten eines Publikums, das mit Game of Thrones Kost dieser Art bereits gut visualisiert bekommen hat, noch punkten.

Die Ausstattung

Splitter stattet auch diesen Band wieder mit einem Nachwort aus, das auf die Entstehungsgeschichte des Originals von 1932 eingeht und zudem weitere Illustrationen enthält. Der Band ist wie auch die anderen im typischen splitter-Überformat als Hardcover erschienen und bringt Farben und Zeichnungen brillant zum Ausdruck. Bei dem Preis kann man eigentlich nichts falschmachen. Interessant könnte es in diesem Monat zudem sein, die europäische Interpretation mit der neuen amerikanischen zu vergleichen, denn auch bei Marvel gibt es einen (deutschen) Neustart der barbarischen Abenteuer.

Dazu passen Kellerbier und The Ordinary Boys.

© der Abbildungen 2019 Splitter Verlag

March/Spiegelman – Klassiker des Monats August 2019

Das wilde Fest

Text: Joseph Moncure March

Zeichnungen: Art Spiegelman


Rowohlt Verlag
Hardcover | 1995 |112 Seiten | Schwarz/Weiß/Grün | 34,00 DM (vergriffen)
ISBN: 3-498-06290-3

In der Reihe „Klassiker des Monats“ werden Titel oder Serien vorgestellt, die es nicht verdient haben, dem Vergessen anheim zu fallen.

In diesem Monat stelle ich einen Text vor, der schon zu seinem Erscheinen 1994 ein „Klassiker“ war, handelte es sich doch um ein Gedicht aus dem Jahre 1928. Das Gedicht über Queenie, die Blonde inspirierte nach eigener Aussage William Burroughs, den Beat-Poeten, überhaupt erst dazu, selbst zu schreiben. Es handelt von einer Varietedame, ihrem Liebhaber, dem gewalttätigen Clown Burrs, und einer wilden Party.

Art Spiegelman, Schöpfer der Holocaust Graphic Novel Maus und Herausgeber des Underground/Independent Comic-Magazins RAW schuf dazu Illustrationen und gab das Werk 1994 bei Pantheon Books, New York neu heraus. Im engeren Sinne handelt es sich also nicht um einen Comic, sondern um illustrierte Lyrik. Tatsächlich ist aber das Zusammenspiel des Textes und der Zeichnungen so eng, dass es graphische Literatur geworden ist.

Mitte der 90-er Jahre hatten Gebrauchsliteratur-Verlage in Deutschland plötzlich den Comic für sich entdeckt, der damals noch nicht als Graphic Novel gehypt wurde. Insbesondere die amerikanische Independent-Szene hatte es auch dem Feuilleton angetan und so erschien das sehr freizügige Gedicht als wunderschönes kleines Bändchen mit Samtvorsatz und Schutzumschlag.

Die Story

Joseph Moncure March war nicht nur Dichter, sondern auch Journalist, Filmemacher und Drehbuchautor. Seine Liebe für den Jazz, die wilde, treibende neue Musik, die die Säfte zum Kochen brachte und anstelle von reinen Gefühlen die animalischen Triebe in den Vordergrund stellte, bestimmte das Tempo und den Rhythmus seiner Geschichte um das wilde Fest! Von den ersten beiden Zeilen an „Queenie war blond, ohne Alter so eine | Schmiß zweimal pro Tag beim Vaudeville die Beine.“ ist dem Leser klar, dass hier keine Liebesgeschichte erzählt werden wird (obwohl eine enthalten ist).

Die Tänzerin lebt mit ihrem Liebhaber Burrs in einem heruntergekommenen Apartment und verbringt ihre Zeit mit Auftritten, Sex und Alkohol. Nach einem Konflikt mit Burrs, der wider Erwarten gewaltlos endet, beschließen die Beiden, eine Party zu veranstalten. Zu diesem Fest kommen die unterschiedlichsten Paradiesvögel, schnell entwickeln sich wilde, engumschlungene Tänze, musikalische Darbietungen und wildes Geknutsche während der Alkohol in Strömen fließt. Eine der Besucherinnen bringt einen jungen Gentleman mit und Queenie beschließt, diesen um ihren Finger zu wickeln um sowohl ihrer Freundin als auch ihrem Liebhaber eins auszuwischen.

Der Weg vom zarten, aber sehr geplant eigesetzten Augenaufschlag bis zum Spiel der Körper in ihrem Schlafzimmer wird in immer schnelleren Versen beschrieben und natürlich kommt es zur finalen Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern.

Das Buch brauchte zwei Jahre, bis es schließlich publiziert werden konnte und landete in einigen Städten der USA sofort auf dem Index. Trotzdem sollte es 1975 mit Raquel Welch verfilmt werden. Schon die erste Veröffentlichung wartete mit einer Illustration als Frontispiz auf, die graphische Begleitung des Textes wurde aber erst durch einen der Stars der Independent-Szene New Yorks, eben Art Spiegelman durchgeführt.

Die Zeichnungen

Die Bilder Spiegelmans erinnern immer ein wenig an Holzschnitte: Harte Kontraste, viel flächige (Nicht-)Farbe und Schraffuren passen perfekt zu der Schwüle der Musik, dem Tempo und dem Nichtbeachten gesellschaftlicher Konventionen. Homosexualität war in den 20-er Jahren kein akzeptiertes Verhalten; im Text von March sind aber sexuelle Ausrichtungen gleichwertig! Einzig eine Vergewaltigung einer Minderjährigen wird als nicht-akzeptabel bezeichnet und somit auch mit Gewalt unterbunden.

Die Bilder bieten jeweils einen kleinen Ausschnitt. Spiegelman versucht nicht, die Szenerie darzustellen, sondern wirft nur Schlaglichter auf Aktionen oder Stimmungen. Vieles bleibt daher weiter der eigenen Fantasie überlassen und doch ist soviel an grafischer Information vorhanden, dass der Taumel und das Zusteuern auf das Crescendo jede*m vor Augen stehen sollte. Als wiederkehrendes Motiv dienen dabei zwei langsam herunterbrennende Kerzen, die fast als Zwischenvorhang dienen.

Das Büchlein müsste antiquarisch einigermaßen gut aufzutreiben sein. Es wurde später auch noch mal als Taschenbuch veröffentlicht, gerade der Samt und der Einband machen aber meiner Meinung nach die Sache erst rund. Zwischen 25 und 30 € werdet ihr auf jeden Fall bezahlen müssen, in perfekter Qualität sogar viel mehr.

Dazu passen heißer Jazz (einfach mal nach Jazz Age oder Roaring Twenties googeln) und Hochprozentiges: Whiskey oder Rum.

Abbildungen und Zitat © 1995 Rowohlt Verlag, Reinbek, © 1994 by Art Spiegelman

Post/Heuvel – De Meimoorden

De Meimoorden 1940 – 1948

Story: Jacques Post
Zeichnungen: Eric Heuvel

Originalausgabe

Uitgeverij Personalia

Softcover | 80 Seiten | Farbe | 11,99 € |

ISBN: 978-94-928-4042-4

Der Comic von Jacques Post und Eric Heuvel basiert auf einem bereits 1984 erschienenen Buch von Post und wurde in den letzten zwei Jahren in StripGlossy vorabgedruckt. Er war im Mai dieses Jahres der meistverkaufte niederländisch sprachige Comic in den Niederlanden und auch in Belgien mit Platz 6 sehr erfolgreich (Quelle: StripGlossy 13).

Die Geschichte

De Meimoorden (auf Deutsch: Die Morde im Mai) ist auf den ersten Blick ein spannender Krimi aus dem Rotterdam des Jahres 1940. Der Vater der Hauptperson Henk Maalbeck ist ein Taxifahrer und wird ermordet, das Taxi wird geklaut.  Henk versucht nun, die Hintergründe zu verstehen und aufzuklären.

Ein zweiter Handlungsstrang beschreibt die Verwicklungen von deutschen Spionen zur Vorbereitung des unmittelbar bevorstehenden Überfalls der Niederlande und ihre persönlichen Bereicherungsmotive sowie den Einmarsch und die Bombardierung Rotterdams selber.  Jacques Post bedient sich dabei zweier Zeitlinien. Einerseits müssen Henk und seine Freundin Leentje inmitten der Wirren überleben und zugleich versuchen, die Hintergründe aufzudecken, andererseits geht es um die parlamentarische Enquetekommision, die 1948 versucht, die Verwicklungen von Einheimischen aufzuspüren und zu bewerten.

Post bringt unheimlich viel an historischem Detail in dieser Geschichte unter und dementsprechend ist der Textanteil teilweise sehr hoch, allerdings immer noch geringer als etwa bei Blake und Mortimer. Es geht dabei um den deutschen Spion Flenter, der mit dem niederländischen Steuerberater Moret krumme Dinger dreht und um die Verwicklung des lokalen Polizeichefs Dechy, der mehr weiß, als er dürfte.

Die Geschichte springt aber nicht nur zeitlich hin und her. Flenter verlässt Rotterdam kurz nach dem Mord und kehrt zunächst nach Deutschland zurück um dann während der Invasion wieder niederländischen Boden zu betreten. Nicht immer sind die einzelnen Handlungen den Strängen ohne Weiteres zuzuordnen so dass den Leser*innen ein Mitdenken abverlangt wird. Zugleich wird vieles an historischen Fakten durch fiktive persönliche Erlebnisse ergänzt, so dass die Geschichte verständlicher, aber auch emotionaler wird.

Gerade für deutsche Leser*innen ist die Story nicht einfach. Einerseits wird die Effizienz der deutschen Eroberungsarmee gezeigt, die Widerstand im Keim erstickt und wenig Skrupel besitzt. Auch die Vorbereitung durch Spionage und verdeckte Aktionen wird deutlich und zeigt die Akribie des Plans. Andererseits wird aber auch deutlich, welche Folgen der Einmarsch für die Bevölkerung und insbesondere die Stadt Rotterdam hatte. Die Zerstörung war immens und auch das wird in den Bildern sehr deutlich. Glücklicherweise hat es die europäische Nachkriegsgeschichte geschafft, Europa zu befrieden und staatliche Machtgelüste zu überwinden. Trotzdem ist es nicht unbedingt selbstverständlich, dass die heutige Generation die Deutschen mit einer so großen Freundlichkeit willkommen heißt.

Die Umsetzung

Eric Heuvel ist in Deutschland zwar vor allem durch seine Geschichten um January Jones bekannt. Er hat aber auch viele Sachcomics geschrieben, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Anne Frank Stiftung einen Comic über das Schicksal einer jüdischen Familie in den Niederlanden unter deutscher Besetzung, der unter dem Titel Die Suche auch auf Deutsch erschienen ist.

Heuvel ist ein Vertreter der Ligne claire, auch wenn seine Zeichnungen teilweise vor Details schier zu bersten scheinen. Er scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, unheimlich viele kleine Details in seinen Zeichnungen unterzubringen, und der als Grundlage dienende Roman bietet viel davon. Zudem ist Heuvel im Thema drin und hat ein (Bild-)Wissen der damaligen Zeit angesammelt, das fast jede Szene möglich macht. Manchmal ist aber ein zu großes Detail-Wissen hinderlich für den Flow und so befördern einige Bilder nicht die Geschichte, sondern stehen separat.

Abgesehen davon ist es aber eine gelungene Umsetzung, die die Schrecken anschaulich darstellt und gleichzeitig die Kriminalstory vorantreibt.

Comics, die den Zweiten Weltkrieg zum Thema haben, sind aktuell en vogue. Oft stehen dabei aber die technische Faszination im Vordergrund oder das Soldatenleben. Hier geht es zwar auch um die Hintergründe, im Vordergrund aber steht der Alltag der Zivilbevölkerung.

Die Sprache stellt meiner Ansicht nach nicht zu große Herausforderungen und ist daher keine echte Barriere. Außerdem unterstützen die Bilder aufgrund ihres Detailreichtums und helfen über unbekannte Wendungen hinweg. Vielleicht findet sich ja auch ein deutscher Verlag für die Geschichte der Uitgeverij Personalia. Es wäre zu wünschen! Es gibt im Übrigen auch eine Hardcoverausgabe für 19,99€.

Dazu passen ein Cassis und Golden Earring, die mehr zu bieten haben als das bekannte Radar Love!

Abbildungen © 2019 StripGlossy / Personalia vof

Game of Thrones – Königsfehde 1

George R. R. Martin – Königsfehde 1 – Das Lied von Eis und Feuer

Story: Landry Q. Walker nach George R. R. Martin
Zeichnungen: 
Mel Rubi

Originaltitel: A Clash of Kings: The Graphic Novel: Volume 1

Panini Comics
Klappenbroschur | 192 Seiten | Farbe | 20,00 €
ISBN: 
978-3-7416-1234-3

Cover Koenigsfehde Teil 1

Alle sieben Staffeln von Game of Thrones zum wiederholten Male gesehen und die Bücher gelesen und trotzdem ist es noch nicht Mitte April? Was soll man bloß tun, um die Wartezeit bis zur finalen Staffel zu überbrücken? – Eine sehr gute Idee könnte es sein, einen Blick in die bei Dynamite veröffentlichte Comic-Adaption von Walker und Rubi zu werfen! Der erste Teil des zweiten Originalromans Königsfehde ist gerade auf Deutsch erschienen! Neben der regulären Paperback-Ausgabe ist das Ganze auch als Hardcover für 29,00 € erhältlich.

Der erste Roman in der Umsetzung von Daniel Abraham und Tommy Patterson ist in 24 Folgen, verteilt auf vier deutsche Bände, zwischen 2012 und 2015 ebenfalls von Panini verlegt worden.

Landry Q. Walker gelingt es mit dem ersten Band von Königsfehde, eine eigenständige Version der hinlänglich bekannten Geschichte zu erzeugen. Er nimmt sich viel Zeit für die einzelnen Sequenzen und wechselt ständig zwischen den Schauplätzen. Naturgemäß sind viele Bestandteile des Romans in Regieanweisungen für den Künstler übertragen worden um die Texte entzerren zu können. Die Menge der lesend aufzunehmenden Information steht dadurch in einem guten Verhältnis zu dem grafischen Eindruck.

Detail Koenigsfehde Teil 1

In der Vergangenheit hat Walker bereits einige Serien unter anderem von DC oder Image geschrieben und auch mit Dean Coontz zusammengearbeitet. Mel Rubi hat ebenfalls schon eine lange Liste von Veröffentlichungen, hauptsächlich für Marvel und Dark Horse. Beide sind also im US-Markt zwar keine Superstars aber auch alles andere als Durchschnitt. In dieser Serie zeigen sie, warum.

Mel Rubi setzt das Szenario perfekt um. Es ist schwierig, sich den bildlichen Vorgaben der Megaserie von HBO zu entziehen, denn fast jede*r „kennt“ Tyrion, Cersei oder Jon Snow. Ruby ist mit seinen Zeichnungen viel näher am Original der Romane, schließlich muss er auch keine Schauspieler*innen finden, die der Beschreibung entsprechen. Seine Figuren sind aber immerhin nahe genug am Bild der TV-Serie um erkannt zu werden. Meiner Meinung nach sind die gelungensten Interpretationen Daenerys, die die Durchquerung de Wüste zu bewältigen hat, Tyrion, der seinen Posten als Hand des Königs gegen alle Widerstände zu verteidigen hat und in der Spinne Varys einen Freund findet sowie Arya, die auf ihrer Flucht vor König Joffrey mit dem Treck zur Mauer die Schrecken des Krieges kennenlernen muss. Alle Drei weisen deutliche Abweichungen zu ihrer TV-Erscheinung auf: Die Mutter der Drachen ist deutlich jünger und nach ihrer Feuerprobe auch ohne Haare, entwickelt sich aber zu der Anführerin, die später tatsächlich Anspruch auf den Eisernen Thron erheben wird. Der Zwerg ist sogar noch kleiner und verlebter, zeigt aber mit jeder Faser einen unbändigen Überlebenswillen und vor allem den Wunsch, Westeros zu dienen und das (Über-)Leben seiner Bewohner*innen vor die Interessen seiner Familie zu stellen. Arya schließlich war schon immer nicht die Hohe Tochter, darf aber hier zusätzlich das verängstigte, junge Mädchen sein, das gezwungen ist, hart zu werden um zu überleben.

Detail Koenigsfehde Teil 1

Auch die Rückkehr Theons auf die Eiseninseln und die Begegnung mit seinem Vater ist perfekt in Bilder gekleidet. Stannis Baratheon ist genau der sauertöpfische Widerling, den ich mir beim Lesen der Romane vorgestellt habe und Sam Tarly deutet an, dass er über sich hinaus wachsen wird…

Und es gibt noch einen Unterschied zu Buch und Serie: Der Comic lässt nicht aus, legt aber wesentlich weniger Wert auf die Darstellung von Gewalt oder Sex.

Falls jemand den Inhalt tatsächlich nicht kennen sollte: Der König des Landes Westeros ist tot und fünf potentielle Nachfolger kämpfen um den Thron. Gleichzeitig droht aus dem Norden eine neue Gefahr: Neben den sogenannten Wildlingen von jenseits der Mauer marschiert eine Armee von Wiedergängern unter dem Nachtkönig gegen das Reich der Lebenden. Und: in der Vergangenheit hatte ein Herrscherhaus insbesondere aufgrund seiner Drachen geherrscht. Mit der Tötung aller Drachen war auch die Macht des Hauses Targaryen gebrochen. Nun aber hat Daenerys, die letzte ihres Geschlechts, drei lebende Drachenjungen und versucht eine Armee aufzustellen, um ihr Reich zurück zu erobern. Während der Autor George R. R. Martin fünf Bände des Liedes von Eis und Feuer geschrieben hat, die die Grundlage der Fernsehserie bilden, sind die letzten Staffeln die Grundlage für noch zu schreibende Bücher.

Detail Koenigsfehde Teil 1

Für Fans von Game of Thrones ein Must-Have! Für alle Fantasy-Leser*innen, die es bisher irgendwie geschafft haben, dem Hype zu entgehen, ist jetzt die perfekte Gelegenheit, den Widerstand aufzugeben und einzusteigen. Und alle, die zwar den US-Stil mögen, die typischen US-Storylines aber eher nicht, sollten ebenfalls einen Blick riskieren. Hoffentlich darf dieses Team auch den nächsten Band umsetzen.

Wie bei Panini üblich, wird das Ganze natürlich mit dem Abdruck einzelner Originalcover abgerundet. Das Team hat sich dabei für die Dynamite-Abo-Variants entschieden die hier eher selten zu bekommen sind.

Dazu passen Rotwein (den guten Dornischen wird es hier allerdings nicht geben) oder die GoT-Sonderedition von Talisker und guter alter Rock’n‘Roll, etwa von Motörhead.

© 2019 George R. R. Martin, Panini Comics für die deutsche Ausgabe

Rückkehr nach Belzagor

2 Bände

Story: Phillippe Thirault nach Robert Silverberg
Zeichnungen: 
Laura Zuccheri

Originaltitel: Retour sur Belzagor

Splitter Verlag

Jeweils Hardcover Überformat | 56 Seiten | Farbe | 14, 80 € |

ISBN: Band 1– 978-3-96219-015-6 | Band 2 – 978-3-96219-016-3

Cover Rueckkehr nach Belzagor 2

Der abschließende zweite Teil dieses Science-Fiction-comics ist zwar schon im Oktober 2018 erschienen, soll aber trotzdem noch gewürdigt werden.

Robert Silverberg, Autor der von Phillippe Thirault adaptierten Story, war in den 50-er Jahren einer der produktivsten SF-Autoren der USA. In den 60-ern wandelte er sich vom Massenschreiber zum literarisch mehr ambitionierten und modernen Autoren und Herausgeber. Daher rührt auch sein Einfluss auf die New-Wave der 70-er. Silverberg legte Wert auf die Entwicklung seiner Charaktere und ihre sozialen Hintergründe und folgte somit der Wandelung vom Outer Space orientierten Plot zum Inner Space basierten. Er gewann einige Hugo, Nebula und Locus-Awards und ist sowohl in die SF and Fantasy Hall of Fame aufgenommen worden als auch seit 2005 Grand Master der SF und Fantasy Writers of America. Die dem Comic zugrunde liegende Erzählung von 1969 war selbst für den Locus-Award nominiert, gewann aber nicht. Sie referenziert Joseph ConradsHerz der Finsternis“, eine Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus als Gegensatz zur Zivilisation.

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Thirault gelingt es beeindruckend, das klassische Sujet in der Bearbeitung durch Silverberg so aufzubereiten, dass es als Comic funktioniert. Die Handlung verläuft in zwei verschiedenen Zeitsträngen. In der Vergangenheit war Eddie Gundersen ein junger, vielversprechender und karrierebewusster Leutnant, der auf seiner ersten Mission auf Terra Holman eingesetzt worden war. Dort hatte er mit Kommandant Kurtz zusammenzuarbeiten, einem typischen Vertreter derjenigen, die sich nicht unbedingt um Gesetze scheren, wenn es darum geht Eingeborene oder lokale Ressourcen zum eigenen Vorteil einzusetzen. Gundersen hatte für eine Bestrafung Kurtz gesorgt, musste wegen eines eigenen Fehlverhaltens aber den Planeten verlassen.

Jetzt, 18 Jahre später, ist der Planet seinen intelligenten Bewohnern, Nildoror und Sulidoror, zurückgegeben worden und heißt wieder Belzagor. Gunderson wird von zwei Forschern, einem Pärchen, angeheuert um eine Expedition nach Belzagor zu organisieren die eine eigentlich illegale Aktion enthält. Während der Durchführung dieser Expedition kommt es einerseits zu der Auseinandersetzung von Gunderson mit seiner Vergangenheit und seinen Fehlern, insbesondere ausgelöst durch das Wiedersehen mit seiner damaligen Partnerin sowie mit Kurtz und Kollegen, aber genauso durch Gespräche mit einem Nildoror über das Ritual der Wiedergeburt und das alles umfassende Karma, das auf dieser Welt G’Rahk heißt.

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Auch das alles auslösende Forscherpärchen  muss erst einmal wieder zu sich selbst finden, Arbeit und Privatleben in Einklang bringen und Prioritäten richtig setzen. Die Unterscheidung zwischen Gut und Böse, notwendig und überflüssig wird hier zwar unter einem anderen Blickwinkel präsentiert, ist aber genauso elementar.

Die Handlung selbst führt zu einem Höhepunkt im letzten Viertel, der so nicht erwartet werden konnte und neue Fragen aufwirft. Auch das Ende lädt zu unterschiedlichen Interpretationen ein.

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In diese äußere Handlung integriert wird der Planet und seine Flora und Fauna beschrieben und von Laura Zuccheri kongenial in Bilder umgesetzt präsentiert. Wer schon einmal Geschichten von Leo oder Mézières gelesen hat, weiß, wie anders Bewohner fremder Planeten aussehen können. Zuccheri steht den beiden in keiner Weise nach, denn nicht nur die intelligenten Bewohner Belzagors sind graphisch gelungen umgesetzt. Auch die nicht so genau beschriebenen und damit vorgegebenen Bewohner und Pflanzen sehen gut aus und versprechen Überraschungen wie etwa das fleischfressende Moos. Zudem beherrscht die junge Künstlerin die Darstellung von menschlichen Körpern, ihrer Mimiken und Details so gut, dass auch Nahaufnahmen Spaß machen. Der Seitenaufbau ist dabei meist klassisch in drei oder vier Reihen von Panelen verteilt. Geschwindigkeit wird durch rasanten Perspektivenwechsel oder Zoomen auf Details vermittelt. Auch die Hintergründe sind sehr detailliert ausgeführt.

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Dazu passen ein Getränk auf Mango-Basis und Soca!

© der Abbildungen 2018 Splitter Verlag

Conan der Cimmerier 2

Band 2: Nathok, der Zauberer

Story: Vincent Brugeas nach Robert E. Howard
Zeichnungen: 
Ronan Toulhoat

Originaltitel: Le Colosse Noir

Splitter Verlag

Hardcover Überformat | 72 Seiten | Farbe | 15,80 € |

ISBN: 978-3-96219-203-7

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Der zweite Band der europäischen Adaptionen der Geschichten von Robert Ervin Howard über den Barbaren aus Cimmerien beinhaltet das insgesamt siebte Abenteuer der Original-Reihe. Zu den Hintergründen über die Namenswahl und die Gemeinfreiheit siehe die Rezension zum ersten Band.

Im Nachwort von Patrice Louinet wird ein wenig über die Hintergründe dieser Story erzählt. Auf einen einzigen Satz heruntergebrochen: Howard hatte erkannt, dass nackte Frauen und muskelbepackte Helden in einem mit ominösen und bedrohlichen Kulten angereicherten Szenario eine gute Einnahmequelle darstellen!

Das Abenteuer beginnt mit einer packenden Erzählung über einen Meisterdieb, der es nach jahrelangen Vorbereitungen endlich schafft,die Grabkammer einer untergegangenen Zivilisation zu öffnen und damit eine Jahrtausende lang verborgene Macht befreit. Ronan Toulhoat schafft es sehr eindringlich, dieses in Bilder umzusetzen und setzt dabei Perspektivenwechsel sowie Größe und Anordnung der Panele filmreif um. Sowohl die Spannung als auch das Mysteriöse sind absolut greifbar und der Text aus dem Off ist perfekt integriert.

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Conan befindet sich mit anderen Söldnern in Khoraja, der Hauptstadt eines belagerten Königreiches, und wird von der dortigen Prinzessin als Heerführer angeworben, um dem drohenden Nachbarn entgegenzutreten. Sehenswert sind dabei die Szenen, in denen der rüpelige Conan den Adeligen des Reiches vorgesetzt wird! Natürlich haben sie keine andere Wahl, als ihn zu akzeptieren, und die Streitmacht bezieht ihre Stellung, um den zahlenmäßig überlegenen Feind zu erwarten.

Durchaus gelungen sind auch die Abschnitte, in denen sich Yasmela, die Prinzessin, mit Conan unterhält und ihre Ängste offenbart, während dieser sein Unbehagen über die ungewohnte Verantwortung und Rolle äußert.

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Brugeas nimmt sich viele Seiten um die Schlacht der Heere episch aufzubereiten: wenig Worte und lange Kampfszenen sind die Folge. Auch das ist graphisch durchaus gekonnt umgesetzt, hätte meiner bescheidenen Meinung nach aber durchaus kürzer ausfallen können. Nichts ist langweiliger als die seitenweise Darstellung des Todes.

Nach der Vernichtung eines großen Teils beider Heere schnappt sich Nathok, der Zauberer, die Prinzessin und flieht mit ihr in die Grabkammer, in der alles begann. Während die sexuelle Komponente im Verhältnis Nathoks zu Yasmela schon vorher offensichtlich war, werden jetzt auch die Gelüste der männlichen Leser der erstmals 1933 erschienenen Geschichte befriedigt: Der Held Conan besiegt den uralten Zauberer und erhält dafür die Gelegenheit zu Sex in der Grabkammer. Toulhoat schafft es dabei aber glücklicherweise, voyeuristische Interessen nur marginal zu bedienen. In der Erstveröffentlichung in den Weird Tales hatte es diese Geschichte als erste der Conan-Abenteuer auf das Titelblatt geschafft; der Held wurde allerdings zu Gunsten einer nackten Frau vor einem antiken Altar verdrängt.

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Muss man(n) diesen Comic lesen? Haben wir nicht schon genug Exemplare, die die veraltete männliche Weltsicht auf Frauen tagtäglich in den Medien verbreiten? Diese Frage betrifft allerdings nicht nur Conan sondern einen Großteil dieser Fantasygattung, insbesondere, aber bei Weitem nicht nur, der Werke vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Eskapismus und Flucht in veraltete Rollenbilder ist immer wieder zu beobachten und ist ok, wenn mann sich dessen bewusst ist, dass es sich hierum eine Literaturgattung handelt. Sollten damit allerdings Machtphantasien und der Wunsch, alte Rollenverhältnisse wiederherzustellen, verbunden sein, ist das nicht mehr zu akzeptieren. Immerhin schaffen es die Kreativen, die Frauenrolle selbstbewusst und stark darzustellen: Yasmela bestimmt, was sie zulässt. Und das unterscheidet sie immerhin von einem Großteil der Protagonistinnen des heute überall verfügbaren Hausfrauenporns die allein triebgesteuert dargestellt werden.

Von dem Autoren liegen bisher keine weiteren Werke auf Deutsch vor; der Zeichner Toulhoat ist eifrigen Splitter-Sammler*innen dagegen kein Unbekannter und hat bereits Science Fiction, Mystery und Fantasy illustriert.

Insgesamt ist diese Idee in ihrer grafischen Umsetzung dem Original deutlich näher als der erste Band und dürfte daher auch den Fans der alten Conan-Comics gefallen. Auf jeden Fall ist der Ansatz, verschiedenen Teams freie Hand zu lassen und „ihren“ Barbaren entwerfen zu dürfen, als durchaus gelungen zu beschreiben und erweckt eine Spannung auf die noch kommenden Bände!

Dazu passen ein schwerer Rotwein aus einem großen Kelch und die kehligen Klänge von Argy Bargy etwa auf „Drinks, Drugs and Football Tunes“!

© der Abbildungen 2018 Splitter Verlag

Conan der Cimmerier 1

Band 1: Die Königin der schwarzen Küste

Story: Robert E. Howard, Jean-David Morvan
Zeichnungen: Pierre Alary

Originaltitel: Conan le cimmérien – La reine de la côte noire

Splitter Verlag

Hardcover | 64 Seiten | Farbe | 15,80 € |

ISBN: 978-3-96219-202-0

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Conan der Barbar ist eine der klassischen Abenteuerserien aus den Pulpmagazinen der 30-er Jahre, in diesem Fall aus den Weird Tales. Kreiert ursprünglich von Robert E. Howard und dann fortgeführt von vielen verschiedenen Autoren, insbesondere Lyon Sprague de Camp, beschreibt sie den geschichtslosen Kämpfer aus einer fiktiven Welt, der alles gewesen ist: Söldner, Pirat, Dieb und sogar König. Denjenigen, die sich heute in ihrem besten Alter befinden, ist wahrscheinlich vor allem die Verfilmung mit Arnold Schwarzenegger im Gedächtnis, die den ursprünglichen Typus aber eher nicht getroffen hat. Howard hat insgesamt 21 Abenteuer, fast alle davon als Kurzgeschichte, geschrieben.

Editions Glenat hat nun eine Reihe gestartet, die es unterschiedlichen Teams gestattet, jeweils eine Geschichte als Comic umzusetzen und Splitter bringt das Ganze auf Deutsch heraus. Die zunächst geplanten 12 Bände sind ohne bestimmte Reihenfolge zu lesen, da Conan bereits im Original keine Entwicklung durchlebt: Am Ende geht alles auf Null. Zum Reihenstart sind gleich zwei Bände erschienen. Wer sich für die Originalgeschichten interessiert, kann auf die dreibändige Taschenbuch-Ausgabe bei Heyne zurückgreifen, die nur noch für teilweise erstaunliche Summen antiquarisch zubekommen ist, oder auf die noch lieferbare sechsbändige Ausgabe bei Festa.

Bei Panini bzw. Generation Comics sind vor einigen Jahren ein paar Bände mit Marvel-Conan Comics erschienen, die durchaus lesenswert sind!

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Glenat nutzt die Situation, dass in Europa Werke 70 Jahre nach dem Tod ihres Schöpfers gemeinfrei werden. Da in den USA andere Fristen gelten werden die „neuen“ Abenteuer dort vermutlich auch nicht erscheinen. Die Trademark für Conan bzw. Conan den Barbaren ist allerdings auch weiterhin geschützt und so hofft man in Frankreich, dass Conan der Cimmerier anders genug ist. Immerhin kommen wir so in den Genuss, eine weitere amerikanische Ikone in der Interpretation europäischer Künstler*innen sehen zu können.

Der erste Splitterband „Die Königin der schwarzen Küste“ von Jean-David Morvan und Pierre Alary hat die Liebesgeschichte von Conan und der weißen Anführerin einer schwarzen Piratentruppe namens Belit zum Thema. Conan wird auf den Anfangsseiten recht treffend einführend beschrieben, als er eine Gerichtsverhandlung endgültig beendet und auf ein gerade auslaufendes Handelsschiff flieht. Auch der Übergang von eben diesem Schiff auf das jenes enternde Piratenschiff offenbart die Treulosigkeit aber auch Berechenbarkeit des Kämpfers. Emotionale Bindungen sind ihm fremd. Im weiteren Verlauf treten alle typischen Bestandteile der Conangeschichten zu Tage:  Gewalt und Kämpfe, Horrorelemente, Mystik, untergegangene Zivilisationen und die Hoffnungslosigkeit des menschlichen Lebens im Generellen in Kombination mit der Aufopferung im Speziellen. Kein Wunder, dass die Stories auch nach 80 Jahren noch ihre Leser*innen finden. Belit stellt dabei allerdings eine andere Kategorie als die typischen Gefährtinnen dar, ist sie doch selber eine starke, selbstbewusste und autonom handelnde Persönlichkeit.

Im Endeffekt bleibt Conan als einziger der Besatzung des Piratenschiffes übrig; Weder der Verlust der Beute noch der der Kameraden oder der Geliebten bedeuten dem einsamen Kämpfer aber etwas. Auch metaphysischer Trost in Gottheiten steht im nicht zur Verfügung „Ich lebe, ich brenne in der Hitze des Lebens, ich liebe, ich töte, und das ist genug für mich.“

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Die Zeichnungen von Pierre Alary sind sehr dynamisch und variieren die Seitenaufteilung sehr geschickt. Während teilweise die klassische Anordnung eine eher ruhige Geschwindigkeit andeutet, werden Action oder aber auch bedrohliche Stimmungen durch Überlappungen oder Ausfransungen unterstützt. Auch die Farbwahl gefällt mir gut.

Wer allerdings den klassischen Conan von Buscema im Hinterkopf hat wird sich auf die figürliche Gestaltung Alarys erst einlassen müssen. Conan ist zwar muskelbepackt, sieht mit seinen reduzierten Details und dem Drei-Tage-Bart aber sehr ungewohnt aus. Auch die anderen Gesichter wirken etwas karikaturesk, allerdings stört es dort weniger. Sobald man sich nach ein paar Seiten an dieses Aussehen gewöhnt hat, irritiert es aber nicht mehr so stark da es in die Umgebung eingepasst ist.

Splitter ergänzt die Ausgaben mit Bonusmaterial. In diesem Band erfolgt eine Einordnung Conans und seines Autoren in die (SF/Fantasy-)Literaturgeschichte, begleitet von einigen Skizzen und Entwürfen.

Eine Besprechung des grafisch ganz anders umgesetzten zweiten Bandes folgt in Kürze auf comix-online.

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Zu diesem Conan passt auf den ersten Blick musikalisch entweder Metal oder HardCore. Da Conan allerdings so gar keine emanzipativen Ansätze zeigt, HardCore typischerweise aber schon, bleibt tatsächlich nur die erste Kategorie übrig. Die Bildsprache dieser Umsetzung lässt Death oder Doom und vergleichbare Spielarten eher nicht zu, also Guns ´n´ Roses und dazu etwas wie Milch, die müde Männer munter macht.

© der Abbildungen 2018 Splitter Verlag