Für die Freiheit
Story und Zeichnungen: Claudio Stassi
Originaltitel: República
Blattgold Verlag – ZACK Edition
Hardcover | 160 Seiten | Farbe |32,00 € | ISBN: 978-3-949987-84-7

Auch wenn viele die Erinnerung bereits verdrängt haben und geschichtslos in die Zukunft blicken: Faschistische Regime in Europa hat es auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges noch gegeben. Das Recht des Stärkeren hat immer zur Folge, dass es Menschen gibt, die nicht zu den Stärkeren gehören und dementsprechend die geballte Gewalt erdulden müssen. República erzählt eine solche Geschichte aus den Anfängen von Francos Spanien.
Liebe in Zeiten der Gewalt
Claudio Stassi erzählt in seiner Graphic Novel gleich mehrere Geschichten, die zwar miteinander verwoben sind, aber alle ihre eigene Berechtigung und Folgen haben. Sie alle haben aber etwas mit Macht und Missbrauch derselben zu tun. Am einfachsten ist vielleicht diejenige der Rebellen: Nach einem blutigen Bürgerkrieg hatte General Franco ein auf die Kirche gestütztes, faschistisches Regime errichtet und unter seinen vorherigen Gegner*innen blutig aufgeräumt. Die Verschleppten, Gefolterten und Ermordeten zählen mehrere hunderttausend Menschen. Auch in República geht es um den verzweifelten Kampf der verbliebenen Kämpfer*innen für die Freiheit.
Parallel wird die Geschichte eines Filmdokumentes erzählt. Am 14. April 1931 war die spanische Republik ausgerufen worden. Die Proklamation war damals gefilmt worden, die Filmrolle überdauerte die Diktatur in einem Versteck und wurde erst 2008 wieder gefunden. Stassi erzählt eine bewegende, aber erfundene Zwischenepisode dieser Rolle, einem Fanal für die Freiheit!

Und schließlich gibt es eine Episode über eine tragische Liebe, quasi eine Romeo-und-Julia-Version. Die Tochter eines Rebellen und der Sohn des Stadtkommandanten haben eine heimliche Beziehung. Während sich die Tochter Illusionen über die Kraft der Liebe macht, findet sich der Sohn mit den Spielregeln der Macht ab. Wie weit die Verachtung reicht, wird schließlich ihre Erfahrung sein. Und auch die Liebe zwischen Kindern wird durch Gewalt von Seiten des Staates beendet.
Realismus in blau-grau
Der Grundton fast aller Seiten in diesem Band ist ein graues Blau, düster, unheimlich und drohend wie eine aufkommende Gewitterfront. Stassi zeichnet in diesen Hintergrund hinein und erlaubt sehr präzise Formen und Ausdrücke mit einer fast aquarellhaften Farbgebung. Dadurch wird der Kontrast zwischen den weichen Farbübergängen und den harten Konturen deutlich verschärft. Gewalt und Hass, Angst und Verzweiflung sind nicht nur in den Gesichtszügen deutlich zu erkennen.

República ist dabei keineswegs eine aus der Distanz gezeichnete Reportage, sie ist vielmehr ein flammendes Manifest für Gleichheit, Gerechtigkeit und Freiheit! Kaum ein Panel lässt daran einen Zweifel. Trotzdem überzeichnet Stassi nicht: die Bösen sind keine sichtbaren Ausgeburten der Hölle, es sind einfach kleingeistige und machtbesessene Individuen, die ihr Ego über alles andere stellen.
Nie wieder ist jetzt!
Bei uns in Deutschland hat die Elterngeneration der jetzigen Generation ZACK den Faschismus und seine Folgen noch aus eigener Anschauung erlebt. Was wir heute sehen, ist eine Ignoranz gegenüber, ja sogar die Leugnung der Geschichte. Geschichte wiederholt sich, das zweite Mal als Farce. Leider sind die Folgen des Ganzen nicht weniger spürbar. Insofern ist es wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind. Sie müssen erkämpft und bewahrt werden!

Auch die Erinnerung an das, was war, ist dabei ein wichtiger Baustein. Insofern sei es diesem Band gleich doppelt gegönnt, die Verkaufserwartungen deutlich zu übertreffen. Der einzige historische Fehler: „1984“ erschien erst 1948. Wer will kann auch zur Vorzugsausgabe mit alternativem Cover und zwei limitierten Drucken greifen.
Dazu passen The Busters mit „Wehrt Euch!“ und ein Ahoi 69.
© der Abbildungen Claudio Stassi, 2024 | 2026 Blattgold GmbH

















































