Die Zeit der Kämpfe
Story: Patrice Buendia, Frédéric Zumbiehl
Zeichnungen: Olivier Jolivet
Originaltitel: Les ailes du temps 1 – Le temps de l´affrontement
Blattgold Verlag – ZACK Edition
Hardcover | 48 Seiten | Farbe | 16,00 € | ISBN: 978-3-949987-82-3

Fliegerserien gab und gibt es in großer Anzahl. Mal steht der militärische Aspekt im Vordergrund, mal ein Krimiplot, teilweise ist es auch nur der Rahmen für eine Soap Opera. Und natürlich gibt es auch eine ganze Reihe von Serien, die mit dem Phänomen der Zeitreise spielen. Die Unterschiede bei letzterem sind gewaltig: von der Familienserie Suske und Wiske über das Abenteuer für Jungen in Bob Morane bis hin zu Stoffen wie die Zeitmaschine von H.G. Wells. Die Flügel der Zeit kombiniert die beiden Gattungen.
Feindliche Doppeldecker und ein übereifriger Agent
Eine Wissenschaftlerin und ein Pilot die sich zudem noch nicht einmal gut leiden können werden während eines experimentellen Hyperschallfluges durch die Zeit gewirbelt und befinden sich plötzlich kurz hinter den Linien im Frankreich des Jahres 1917. Während „sie“ versucht, die Rolle einer längst verstorbenen entfernten Verwandten einzunehmen, muss „er“ als Amerikaner zunächst als ihr Diener auftreten. Da sie für die Rückkehr in ihre Zeit aber ein paar Ersatzteile brauchen die es – wenn überhaupt – nur bei der Luftwaffe gibt, lässt „Dunk“ sich überreden, als Pilot die Deutschen zu bekämpfen. Soweit der Rückblick.
Die Beiden stehen aber in ständiger Gefahr der Entdeckung. Ihre erfundene Geschichte entspricht nicht der Aktenlage und in Kriegszeiten ist jede Ungewissheit ein Verdacht auf Spionage. Die Zeit drängt daher. Immerhin haben die beiden eine mögliche Lösung gefunden, die allerdings eine weit höhere Geschwindigkeit und Flughöhe erfordert, als die damaligen Maschinen bewältigen können. Sie müssen also zwangsläufig einen Ingenieur hinzuziehen.

Gefahr droht aber nicht nur von dem französischen Geheimdienst, auch die deutschen Piloten unter dem „Roten Baron“ scheinen unbesiegbar und fügen der französischen Luftwaffe schwere Verluste zu. Dunk versucht, die Lage zu entschärfen und schlägt eine andere Art der Luftüberwachung vor, gerät auf seiner ersten Mission aber sofort in eine Luftschlacht.
Luftschlachten und History
Olivier Jolivet ist kein Unbekannter im Bereich der Fliegercomics, hat er doch bereits das Team Rafale zu Papier gebracht. Die Flügel der Zeit ermöglichen es ihm, sich bei den Doppel- und Trippeldeckern auszutoben. Das Tempo der Schlachten ist deutlich reduziert, aus Luft-Luft-Raketen werden Maschinengewehre, die Action ist aber vergleichbar und gut gelöst!

Die Szenen, die die Zeit von vor 110 Jahren darstellen, sind ebenfalls gut gelungen. Ganz selten wirkt eine Körperposition leicht verunglückt oder passen Hintergrund und Vordergrund nicht ganz zusammen. Grundsätzlich aber ist die Arbeit sehr solide und übersteht auch ohne Weiteres ein zweites, langsameres Lesen! Wer sich beim ZACK abgeholt fühlt, wird auch hier sein Vergnügen haben.
Empfehlenswerter Sujetmix!
Es ist nicht ganz leicht, die Ansprüche von technikbegeisterten Leser*innen und solchen, die eher Wert auf eine ausgefeilte und ansprechende Rahmenhandlung Wert legen, gleichzeitig zu bedienen. Dem Team Patrice Buendia und Frédéric Zumbiehl gelingt das wie immer gut; die Kabbeleien, der Konflikt der heutigen Erwartung mit dem damaligen Verhalten und die Spannung betten die Luftkämpfe in ein ansprechendes Abenteuer ein.

Ob die Tiefe der Figuren für eine 20-bändige Reihe langen würde, weiß ich nicht. Da die Serie aber auf genau einen Handlungsbogen angelegt ist, macht das auch nichts. Für diesen Zweck sind die Figuren und ihre Konflikte allemal ausreichend und der Mix ist selten genug, um zu faszinieren; eine klare Empfehlung also für die Fans der klassischen frankobelgischen Comic-Unterhaltung.
Dazu passen „Flieger“ von Extrabreit und ein La Chouffe IPA.
© der Abbildungen 2025 Dupuis, by Buendia, Zumbiehl, Jolivet | 2026 Blattgold GmbH, Bad Dürkheim























































