Mikolajczak/Möller – die spinne

die spinne.

Story: Michael Mikolajczak
Zeichnungen: Andreas Möller

Originaltitel: Originalausgabe

Kult Comics

Hardcover | 200 Seiten | s/w | 25,00 € |

ISBN: 978-3-96430-075-1

Schon seit Jahren werden die Krimi- und Thriller-Bestsellerlisten auch von Autor*innen aus deutschen Landen angeführt. Im Comicbereich waren dagegen eher andere Themenbereiche mit Künstler*innen aus Deutschland assoziiert. Mit dem Band die spinne von Mikolajczak und Möller ändert sich das gewaltig!

Der Inhalt

Amerika im Jahre 1972: Kerle sind noch Kerle, Autos groß und blubbernd und LGTB, Selbstverwirklichung oder auch nur Toleranz unbekannte Worte ohne Bedeutung.

Die junge Amber hat die Kleinstadt Tinkerville im Streit verlassen und kehrt zurück. Allerdings kommt sie nicht allein, sondern mit ihrem Freund, der nicht nur als Fremder sofort abgelehnt wird. Da er eine dunkle Hautfarbe besitzt, lernt er sofort alle Feinheiten des kleinbürgerlichen Rassismus kennen und bezahlt mit seinem Leben.

Amber hingegen glaubt, dass er nur abgereist wäre und bezieht eine kleine Wohnung im Haus des Kriegsveteranen Jimmy. Dieser hat ein besonderes Verhältnis zu jungen Frauen, beobachtet sie durch Löcher in den Wänden und entspricht schon sehr schnell dem Muster eines Psychopathen. Eigentlich weiß der ganze Ort von all den verschwundenen Frauen, niemand erzählt es aber rechtzeitig genug für Amber.

Besonders beeindruckend sind zwei Narrative: Zunächst schafft es Michael Mikolajczak sehr glaubwürdig den typischen local Cop zu beschreiben: eigentlich obrigkeitshörig, regelorientiert und konservativ, andererseits aber auch bemüht, „Freunden“ zu helfen und im richtigen Moment wegzuschauen. Die andere sehr gelungene, durch ihre Widerkehr Struktur schaffende Situation ist der Barbier. Die Situation der Rasur scheint in den USA eine hier nur schwer zu verstehende Kommunikationszentrale darzustellen, in der über Leib und Leben entschieden wird.

Der Autor hat bei Kult schon einige Graphic Novels veröffentlicht!

Das Artwork

Andreas Möller lehrt Kunstdidaktik an der Hochschule der Bildenden Künste Saar. Er hat zwar schon Illustrationen für einen Tatort angefertigt und einen eher dem Horrorgenre zugehörigen Comic illustriert, ist aber eher noch neu im Geschäft. Die spinne im reinen schwarz-weiß veröffentlicht bringt seine Zeichnungen sehr gut zur Geltung. Die Körper sind anatomisch korrekt und dynamisch in ihren Bewegungen. Die Gesichter (aber auch die Körperhaltungen) deuten an, dass das Leben der meisten Akteure bisher kein Zuckerschlecken war.

Der Horror des Alltags aber auch der der Gefahr finden sich in den Figuren aber auch im Seitenaufbau wieder. Während oft rechte Winkel das Layout beherrschen, geraten auch die Begrenzungen in Schieflage, wenn es brenzlig wird! Auch der Wechsel zwischen Schwarz auf Weiß hin zu den bedrohlichen schwarzen Hintergründen gelingt perfekt und treibt die Geschichte genauso stark wie der Text.

Die Empfehlung

Kult Comics fördert schon seit längerem auch den Deutschen Comic. Gerade die spinne zeigt, wie richtig das ist, denn diese Graphic Novel braucht den Vergleich mit internationalen Werken nicht zu scheuen! Unbedingte Kaufempfehlung mit Spannung und unerwarteten Twists! Es gibt im Übrigen auch eine limitierte Vorzugsausgabe mit signiertem Exlibris!

Ex Libris der limitierten Vorzugsausgabe

Dazu passen The Adicts und Tennessee Whiskey.

© der Abbildungen 2019 Comic Combo, Leipzig und Michael Mikolajczak, Andreas Möller

Die Digedags in Amerika – Klassiker des Monats Oktober 2019

Mosaik von Hannes Hegen – Amerika-Reihe 1 – Sonderausgabe

Text: Hannes Hegen und Lothar Dräger/Kollektiv

Zeichnungen: Kollektiv

Originalausgabe: Mosaik von Hannes Hegen 152 – 157
Junge Welt Verlag Berlin/DDR

Hardcover | 1989 |144 Seiten | farbig | (vergriffen)
ISBN: 3-7302-0686-9

In der Klassiker-Reihe gibt es heute exemplarisch eine doppelte Klassikereigenschaft zu würdigen:

Wie schon erwähnt hat das MOSAIK in diesem Jahr seine 750-ste Ausgabe feiern können. 1955 war die erste Ausgabe mit den Abenteuern von Dig, Dag und Digedag erschienen und die von Hannes Hegen erfundenen Helden wurden fortan über 20 Jahre von einem Kollektiv getextet und gezeichnet bis es zum Bruch mit Hegen und schließlich zu den Abrafaxen als neuen Stars des MOSAIK kam. Schon ab der Nummer 13 gab es das Konzept, mehrere Hefte zu einer Serie zusammenzufassen, und ab den 80-er Jahren wurden die als Heft schnell vergriffenen Hefte in Sammelbänden nachgedruckt. Das alleine begründet schon eine Klassifizierung als „Klassiker“!

Die Sammelbände der MOSAIK-Ausgaben von Hannes Hegen sind auch heute noch in der Version des Tessloff-Verlages lieferbar. Die hier exemplarisch besprochene Ausgabe der „Digedags in Amerika“ aus dem Jahr 1989 stammt aber auch in der 7. Auflage noch vom Verlag Junge Welt Berlin/DDR. Es handelt sich dabei um eine großformatige Sonderausgabe, die so nicht fortgesetzt wurde. Hinweis: Die Sammelbände der Abrafaxe-MOSAIK erscheinen wie auch die aktuellen Hefte im Mosaik Steinchen für Steinchen-Verlag. Dort erschien auch ein Poster mit allen Mosaik-Covern und Serienzuordnungen der Hefte.

Ein kurzer Rückblick

Das Ende der deutschen Teilung hat sich jetzt gerade das dreißigste Mal gejährt und fast die gesamte arbeitende deutsche Bevölkerung hat mittlerweile länger nach als vor der Maueröffnung gelebt. Auch 1989 hatte zunächst zwei völlig getrennte deutsche Staaten gesehen. Die dann folgenden Ereignisse in der Deutschen Botschaft, der Maueröffnung und schließlich der Vereinigung sind wohl bekannt.

Im Westen hatte die Regierung Kohl die geistig-moralische Wende über das Land gebracht, die Neue Deutsche Welle und andere Subkulturen waren verebbt, das Niveau des deutschen Fernsehens erheblich gesunken aber Comics hatten es geschafft, nicht mehr als Schmutz und Schund diffamiert zu werden.

Im Osten dagegen waren Subkulturen zwar klein, aber lebendig, der Frust der Bevölkerung wurde immer größer und der Mut, diesen zu zeigen, auch. Selbst wenn die Abschottung gegenüber kapitalistischer und imperialistischer Kultur nicht mehr so explizit wir früher war (das Jugendradio DT 64 war z.B. trotz meiner „West-Jugend“ der bevorzugte Musiksender), waren westliche Comics doch Mangelware. Das MOSAIK war ein dagegen ein vielgelesenes und qualitativ hochwertiges Eigenprodukt und hat zurecht bis heute überlebt.

Es hatte zu Beginn auf Sprechblasen gesetzt, diese aber nach kurzer Zeit doch wieder durch Texte unter den Bildern ersetzt. Ob der Grund tatsächlich die ungestörte Bilddarstellung war oder doch die vermutete höhere Wertigkeit von Bildergeschichten gegenüber Comics darf sicherlich bezweifelt werden. Die aktuellen ausgaben sind schon seit langem wieder mit Sprechblasen versehen.

Der Inhalt

Insgesamt umfasst die Amerika-Serie die Hefte 152 bis 211 und bildet den vorletzten Zyklus der drei Kobolde. Das erste Heft erschien 1969, also fast zeitgleich mit der westlichen Jugendrevolte gegen Vietnamkrieg, Rassismus und für freie Liebe. Von solchen Entwicklungen sind die Digedags natürlich nicht betroffen, spielt ihre Geschichte doch im Jahr 1860. Trotzdem passen sie in die Zeit, denn das während der Verwicklungen gefundene Gold soll zur Befreiung der schwarzen Sklaven genutzt werden.

Die Zeitreise führt die drei Helden nach New Orleans wo sie es schaffen, als Zeitungsreporter eingestellt zu werden. Schon damals nahm man es mit der Wahrheit nicht so genau und so werden Meldungen „größer“ als bei der Konkurrenz um Leser*innen zu gewinnen. Im Endeffekt führt das zu einer Wettfahrt zweier Flussschiffer um 10.000 Dollar. Dabei ist die eine Seite klapperig, aber herzensgut, die andere blinkend und fies.

Eingeführt wird auch der junge Ben, ein Sklave, der ein über Bord geworfenes Banjo an sich nimmt und in einer wilden Jagd fliehen muss. Szenen wie diese machen den Reiz der Serie aus, denn obwohl heutigem Tempo vielleicht nicht mehr entsprechend entwickeln sie eine Dynamik, die mit anderen Mitteln geschaffen wird als im frankobelgisch oder gar westdeutsch/Kauka geprägtem Gegenstück.

Die Abenteuer der Digedags sind ein Teil der Deutschen Kulturgeschichte und gehören somit zu mindestens exemplarisch in jede Sammlung. Sie erlebten Abenteuer zu einer anderen Zeit, vor allem aber in Regionen, die von den Bewohner*innen der DDR nicht besucht werden durften und erlaubten somit eine kleine Freiheit. Natürlich sind die Texte nicht frei von Agitation, triefen aber auch nicht davon. So sind die mitgelieferten geschichtlichen Informationen kompatibel mit denen aus einem westdeutschen Geschichtsunterricht in der Schule, die unterschwellige Interpretation vielleicht nicht immer.

Bildlich wirkt die klassische Form des Textes außerhalb des Bildes etwas altbacken, die Zeichnungen können sich qualitativ aber durchaus mit ihren westdeutschen Pendants messen!

Die besprochene Ausgabe wird durchaus von Zeit zu Zeit angeboten und sollte um 10 bis 15 Euro kosten.

Dazu passen selbstgemachte Zitronenlimonade und der Auftritt von Bruce Springsteen, Arlo Gurthrie & Joe Ely mit Oklahoma Hills.

© der Abbildungen 1998 Verlag Junge Welt, Berlin/DDR

Mosaik Doppelpack im Oktober

mosaik – mit den Abrafaxen durch die Zeit 526 (Oktober 2019) und mit den Abrafaxen um die Welt

Piratengold / Die Schokoladen-Expedition
Story: 
Jens U. Schubert
Zeichnungen: 
Kollektiv

Herausgeber (Schokoladen-Expedition): BMEL

MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag
Kleinformat | 52 Seiten | Farbe | 2,95 €  
ISSN: 
0323-8857

Der Oktober bringt kurz nach der Jubiläumsausgabe im Mai eine Premiere: Zum ersten Mal überhaupt erleben die Abrafaxe ihre Abenteuer in der Jetztzeit! Manche Themen sind zu wichtig um erst in einigen Jahrhunderten in einer Rückschau betrachtet zu werden und genau darum geht es in dem in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft entstandenen Sonder-MOSAIK!

Keine einfache Lösung in Sicht

Wo kommt die Schokolade für den leckeren Kakao eigentlich her? Wie wird sie geerntet und wer verdient daran? Wie sieht es mit Kinder- oder Sklavenarbeit aus und gibt es nachhaltige Produktionen? Wenn ja, kann ich diese erkennen? Fragen über Fragen die in der Schokoladen-Expedition auf leicht verständliche Weise beantwortet werden.

Und da es heute auch andere Möglichkeiten als das Lesen eines langen trockenen Artikels gibt, ist das Ganze als typische Reisegeschichte mit den drei Abrafaxen aufbereitet worden. Der einzige Unterschied: sie spielt heute und zeigt daher auch allen Leser*innen auf, was man selbst ganz konkret sofort umsetzen kann. Dazu gibt es wie gewohnt lehrreiche und wissenswerte Details, Rezepte und Tricks. Wer es im Handel tatsächlich nicht mehr bekommen hat findet es auf der Seite des Ministeriums unter Publikationen.

Aber: Auch leicht verständlich bedeutet nicht einfach! Die Probleme sind viel zu weitgehend um einfach gelöst zu werden! Trotzdem muss man nicht zu Zusehen, sondern kann selbst anfangen, etwas zu tun.

Das Hanseabenteuer geht weiter

Auch die reguläre Ausgabe hat es in sich: In Piratengold treffen endlich die vier Schatzerben aufeinander! Wirklich? Nein, aber die vier Botschaften aller Schatzerben sind erstmals vereint und die Expedition zum daraus abgeleiteten Versteck verlässt den Hafen. Abrax und Califax treffen sich nach langer Zeit der Trennung endlich wieder und Herr Lüneborg spinnt weiter seine Fäden um seinen Reichtum zu mehren. Geht er dabei über Leichen? Der Mittelteil bringt wieder Wissenswertes aus der Zeit der Hanse und unterstützt das Thema des Heftes.

Rundum gelungene Mischung aus Spaß, Information und Bildung und somit zurecht gefördert von der Stiftung Lesen!

Dazu passen Apfelsaft (selbst gesammelt?) und passend zum Thema Knut Kiesewetter „Leeder vun mien Fresenhof“.

Abbildungen © 2019 MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Le Hénanff – Wannsee

Wannsee

Story: Fabrice Le Hénanff
Zeichnungen: 
Fabrice Le Hénanff

Originaltitel: Wannsee

Knesebeck Verlag

Hardcover Überformat | 88 Seiten | Farbe | 24,00 € |

ISBN: 978-3-95728-304-7

Der Hintergrund

Wie beschreibt man das Unbegreifbare? Und wie macht man deutlich, dass ein eigentlich fast schon banales Arbeitstreffen mit anschließendem Frühstück das Todesurteil für Millionen von Menschen besiegelt hat?

Der Bretone Fabrice Le Hénanff versucht mit seiner Graphic Novel Wannsee genau das! In einer bürgerlichen Villa in Berlin-Wannsee kommen am 20. Januar 1942 fünfzehn hochrangige Vertreter des Nazi-Regimes unter Leitung von Adolf Eichmann zusammen um die Endlösung der Judenfrage zu diskutieren. Das Treffen ist auf maximal zwei Stunden ausgelegt und gut vorbereitet. Um der Nachwelt keine Informationen zu liefern wird das stenographische Protokoll sofort im Anschluss vernichtet und auch die später ausgegebenen Protokolle sollten nach der Besprechung mit den jeweiligen Vorgesetzten eigentlich vernichtet werden. Ein Protokoll aber überlebt und so wissen wir heute von dieser Konferenz.

Es wurden noch weitere Vorkehrungen getroffen um das zu planende Grauen handhabbar zu machen. In feinster Orwellscher Manier wird nur von Evakuierungen und Sonderkommandos gesprochen, nicht aber von Exekutionen. Trotzdem geht es um eine Plankapazität von bis zu 60.000 Juden pro Tag in den Vernichtungskammern. Die Begründung ist denkbar einfach: Munition ist knapp, Massenerschießungen belasten die Ausführenden zu stark emotional, und schließlich lassen sich damit auch nicht genügend große Zahlen „evakuieren“.

Die Beteiligten an dieser Konferenz sind zum größten Teil Juristen; nicht verwunderlich also, dass es auch darum geht, wie man diese Planungen rechtlich umsetzen und vereinfachen kann, etwa wenn es um die Behandlung von „Mischlingen“ geht oder um Ehen zwischen Ariern und Nicht-Volljuden. Die Abstraktionsfähigkeit der Teilnehmer führte später dazu, dass sie teilweise als Mitläufer mit nur leichter Belastung eingestuft worden sind. Deutsche Justiz in den ersten Jahren nach ´45 war nicht immer ein Ruhmesblatt um es mal höflich auszudrücken.

Die Umsetzung

Le Hénanff hält sich nicht sklavisch an die im Protokoll überlieferten Abläufe und Inhalte, er ergänzt etwa eine Beschreibung des Massakers von Babi Yar um das Grauen greifbarer zu machen. Er ergänzt die Beschreibung der Konferenz auch um Biographien der Teilnehmer. Hier führt er nicht nur auf, was die Männer vor der Konferenz getan haben, sondern auch danach und eben auch, wie die Zeit bis zu ihrem Tod verlaufen ist. Ihm kommt dabei zugute, dass er sich schon in früheren Werken intensiv mit dem Zweiten Weltkrieg auseinandergesetzt hat.

Die Grundfarbe der Bilder ist ein Sepiaton. Dadurch wirkt alles alt und dokumentarisch, obwohl es natürlich eine Fiktion ist. Bilder erstrecken sich dabei manchmal über mehrere Panele einer oder sogar mehrerer Reihen und ermöglichen dadurch ein Innehalten in einer Situation, die mehr Text bedarf oder mehr Bedeutung hat. Durch das teilweise eingesetzte leichte Rot auf den Gesichtern wirken die Personen einerseits wie gut genährte Schweinchen (während die Bevölkerung in einen Hungerwinter geht) andererseits manchmal wie verpickelt und mit Eiterbeulen überseht. Dadurch wird quasi eine maximale Distanz zwischen Künstler und dargestellten Personen geschaffen.

In einer Sub-Story treffen Mäuse in eben jenem Gebäude auf eine hungrige Katze. Es sei dahingestellt, ob es sich dabei um eine Hommage an Art Spiegelmann handelt oder eine um Allegorie. Sie entspricht auf jeden Fall der gnadenlosen Umsetzung des Plans der Vernichtung des europäischen (und später weltweiten) Judentums mit deutscher Gründlichkeit und effizienter, industrieller Planung.

Zu der Hardcover-Ausgabe im Knesebeck-Verlag gehören auch ein Vor- und ein Nachwort, Literaturangaben und Quellenverweise, die eine Einordnung des Tages in die zeitliche Historie und die Geschichte des Holocaust ermöglichen, trotzdem aber die singuläre Bedeutung dieser Konferenz herausstreichen. Ein wichtiger Titel, der einigen nicht gefallen wird und eine Mahnung an alle, niemandem zu vertrauen, der von Vogelschiss redet.

Dazu passen ein schwarzer Tee und „Zog nit keyn mol az du geyst dem letsn veg“ von Hirsch Glik.

© der Abbildungen Fabrice Le Hénanff © Editions Casterman/Knesebeck Verlag

Schwarwel – Gevatter 1

Kapitel 1: Verleugnung

Story: Schwarwel

Zeichnungen: Schwarwel

Glücklicher Montag

Heft | 36 Seiten | SW | 3,90 € |

ISBN: 978-3-9817615-7-3 (regulär) | 978-3-9817615-8-0 (variant)

Schwarwel ist dem einen oder der anderen frühen Leser*in von comix-online noch aus den Zeiten von EEE (Extrem Erfolgreich Enterprises) und als Mastermind des Schweinevogels bekannt. Mittlerweile hat er sich hauptsächlich auf das Zeichnen von Karikaturen verlegt, die unter anderem über Facebook für jede*n frei verfügbar sind und arbeitet bei „Glücklicher Montag“ unter anderem an Trickfilmen.

Gevatter ist Schwarwels erstes Comicprojekt seit einigen Jahren; der erste Teil ist gerade sowohl in einer regulären Ausgabe als auch als Variant mit einem Titelbild von Sascha Wüstefeld (Das UpGrade) erschienen. Die Hefte 2 – 5 sollen in kurzen Abständen folgen.

Der Inhalt

Die Graphic Novel wird von der FUNUS Stiftung herausgegeben die sich für einen unverkrampften Umgang mit dem Tod einsetzt. Jeder Mensch muss früher oder später sterben und mehr man sich im Vorfeld damit auseinandergesetzt hat, desto besser kann man damit umgehen. So veranstaltet die Stiftung z. B. das Leipziger Endlichkeitsfest „Die Stadt der Sterblichen“ vom 6. bis 29. September mit. Sie unterstützt aber auch Publikationen, die sich mit dem Tod beschäftigen und somit auch den Gevatter.

Schwarwel hat eine sehr persönliche Geschichte geschrieben: Tim, der in seinem Heranwachsen gezeigt wird, ist das Alter Ego des Autors. Es beginnt mit einem verzweifelten Anruf: der „Held“ dieser Story steht kurz davor, sich das Leben zu nehmen, ruft aber noch einmal einen Freund an, dem er damals in einer ähnlichen Situation geholfen hatte. Nun also muss der Freund das Gleiche tun…

In Rückblicken wird dann die Geschichte des kleinen jungen erzählt, der wie alle Kinder immer wieder mit dem Tod konfrontiert wird. Sei es die alte Frau, der verletzte Igel oder die potentiell tödliche Krankheit. Keinem Kind können diese Situationen erspart werden. Es bleibt aber zu hoffen, dass nicht alle Kinder mit ihren Fragen alleine gelassen werden…

Im weiteren Verlauf der Serie werden noch weitere persönliche Erlebnisse des Künstlers thematisiert werden: Alkohol, Depressionen, Sucht und Verzweiflung. Es gehört unheimlich viel Mut dazu, sein Innerstes so offen zu legen, sich angreifbar zu machen und die Deckung zu verlassen.

Gerade dieser Mut ermöglicht es aber auch, die im Anhang abgedruckten Adressen zur Hilfe bei Depressionen, schweren Krankheiten oder Trauerbegleitung nicht als Werbung zu verstehen sondern als Angebot von jemand, der weiß, wovon er spricht.

Genau diese Tiefe und der Wille zum Diskurs kommen auch aus den Interviews mit Schwarwel selbst, Sascha Wüsterfeld und Frank Pasic, dem Vorsitzenden von FUNUS zum Ausdruck.

Die Umsetzung

Die Graphic Novel erscheint in schwarz-weiß und damit in dem einzig passenden Rahmen. Farbe würde die Details überdecken und auch eine falsche Stimmung repräsentieren. Die Seiten folgen im Prinzip dem 3×3-Aufbau, sind aber flexibel und erlauben somit ein Zusammenfassen oder aber auch ein Verteilen des Motivs auf mehrere Panels.

Der Horror im Gesicht des jungen Tim, die Verzweiflung und Hoffnung im Gesicht des älteren brauchen keine Worte zur Unterstützung sondern erklären das gesamte Setting aus sich heraus. Machtverhältnisse, Schrecken und Rückzugsräume sind deutlich zu erkennen und erlauben eine fast filmische Rezeption.

Der faire Preis, die Gestaltung mit festem Einband und das Variantcover von jeweils unterschiedlichen Künstler*innen sollten ebenfalls dazu beitragen, dass die Geschichte über den Tod und den Umgang damit ihre Käufer*innen findet! Für mich definitiv ein Kandidat für die Top 5 des Jahres!

Dazu passen A place to bury strangers und ein Rotwein.

© der Abbildungen 2019 Glücklicher Montag und Schwarwel

Preisträger 2019

Auch 2019 gibt es wieder eine Übersicht mit ausgewählten Comicawards aus diesem Jahr. Natürlich gibt es noch viel mehr. Wenn ihr einen bestimmten Preis in dieser Übersicht vermissen solltet, nutzt doch bitte die Kommentarfunktion.

Festival International de la Bande Dessinée Angoulême

Stripshap Prijzen

ICOM Independent Comic Preis

Eisner Awards

Fahrradmod – Klassiker des Monats Juli 2019

Dahmen – Fahrradmod

Story: Tobi Dahmen
Zeichnungen: 
Tobi Dahmen

Originaltitel: Originalausgabe

Carlsen Comics
Hardcover | 480 Seiten | Schwarz-Weiß | 29,99 €
ISBN: 
3-551-76308-2

Warum sollen Klassiker immer verstaubt und alt sein? Sie können auch als relativ neue Werke einen Themenkomplex so gut darstellen, dass anderes daneben verblasst. So ist es mit der autobiographischen Geschichte von Tobi Dahmen aus der Anfangszeit der deutschen Mods. Natürlich gibt es über dieses Genre auch andere Comics, etwa Blue Monday von Chynna Clugston-Majors oder die nur auf Englisch erhältlichen Kindergarten Kids, aber keiner davon ist so treffend. Überhaupt gibt es wenige Bücher über Subkulturen, die eine persönliche Note glaubhaft rüberbringen und nicht von Stars handeln. Dazu gehören etwa die Dorfpunks oder Ostkurve/Kein Weinfest in Tenever.

Aber von Anfang an: Die Modernists oder Mods waren eine aus England auf den Kontinent exportierte Jugendbewegung aus der Arbeiterklasse. Während sie einerseits Prügeleien nicht abgeneigt waren, legten sie andererseits viel Wert auf stilvolle Kleidung für ihre Beat- und Soul-Nighter und motzten gerne ihre Roller mit allem auf, was der Spiegelladen hergab. Später kam als Musikrichtung der Ska hinzu und während ein Teil der Mods immer mehr zu Konsumenten synthetischer Drogen wurde, entwickelten sich auf der anderen Seite über den Zwischenschritt der Hardmods die Skinheads. Gemeinsam ist ihnen, dass sie keine rassistischen Vorurteile hatten (wie auch, wenn fast alle verehrten Musikern nicht Weiß sind?) und dass sie Rock’n’Roll, Rocker und Teddieboys (sowie natürlich Popper) verabscheuten. Das soll zur Einführung genügen.

Die Geschichte

Tobi, bzw. der Held in seiner Graphic Novel, beginnt bereits als Schüler mit seiner Modkarriere. Es ist nicht einfach, alle Styleregeln zu befolgen und fast noch schwieriger, auch treffsicher den richtigen Musikgeschmack zu haben. Trotzdem bietet die kleine Gruppe Rückhalt, Zusammengehörigkeit und die Aussicht auf viele Partys, Alkohol und nicht zuletzt auch Mädchen.Da das Geld für einen Roller nicht langt, muss allerdings ein Fahrrad als Ersatz genügen.

Es zeigt sich, dass die Gruppe nicht immer da ist, und dass es trotz Gruppe durchaus mal einen Stärkeren geben kann. Es gibt auch immer mehr Boneheads und dementsprechend weniger Fun.  Außerdem wird der Held langsam aber sicher älter und stellt sich die Frage, ob es das wirklich noch so ist. Nicht die Attitude, nicht die Musik und nicht die Freunde aber die Ausschließlichkeit des Ganzen.

Jahre später kommt es zu einem Revival und fast alle sind wieder da. Es ist schön, aber trotzdem vergangen und lässt sich nicht zurückholen. Die Jugend hat ihre Zeit, aber sie vergeht.

Der Künstler

Trotzdem ist es wichtig und richtig, seine Wurzeln nicht zu vergessen oder zu verleugnen und so zeichnet Tobi Dahmen nicht nur den Fahrradmod sondern auch z.B. für das alljährliche Skafestival in Roslau und für einschlägige Plattenlabel. Wie es die Redskins sagen würden: Keep on keepin on! Das größte Kompliment habe ich übrigens von einem gehört, der damals wirklich dabei war: Ja, so war’s!

Der Comic ist im Din-A5-Format ein echter Schinken und in mehrere Teile aufgeteilt. Die Zeichnungen sind persönlich. Es gibt nur die wichtigen Details, es ist also sehr reduziert und auch auf Farbe hat der Künstler verzichtet (was besonders ungewöhnlich ist, handelte es sich doch ursprünglich um einen Webcomic). Die Seiten sind entweder klar strukturiert oder bilden überlappende Bilder, die ein Ganzes ergeben.

Für alle, die mit der Thematik nicht so vertraut sind gibt es ein ausführliches Glossar mit Erklärungen zu allen Feinheiten und einen Soundtrack mit passender Musik.

Dieser Band sollt in keinem Comicschrank fehlen, wenn es um Comics aus Deutschland geht, um Musik oder Subkultur oder einfach auch nur um den Spaß in der Jugend.

Ich empfehle dazu ein Guinness und die letzte Scheibe des zu früh verstorbenen Rankin‘ Roger mit The Beat: Public Confidential.

© 2015 Carlsen Verlag GmbH

Gratis Comic Tag 2019 – Deutsche Superhelden

Superhelden aus Deutschland und Österreich im 2019er Gratis Comic Tag – eine Übersicht

Wie angekündigt sollen ein paar Titel des diesjährigen Gratis Comic Tags näher besprochen werden um euch ein paar Tipps zu geben, was sich lohnen könnte.

Header GCT

Die Liste mit allen Titeln gibt es hier und wenn ihr schauen wollt, wo in eurer Nähe Läden mitmachen, könnt ihr hier eine Umkreis-Suche starten. Der GCT findet am 12. Mai statt.

Dieser erste Artikel bringt euch vier Titel mit deutschsprachigen Superhelden näher. Lange Zeit war es sehr still in diesem Bereich. Es gab den einen oder anderen Helden aus der Lehning-Ära, der als Superheld durchgegangen wäre und dann waren da natürlich die „Helden“ Anfang dieses Jahrtausends und ein paar andere Titel. Es handelte sich dabei aber eher um deutsche Varianten von amerikanischen Mainstream-Helden. Oft fehlte es an der Verlässlichkeit der Produktionstermine oder das neue Heft dauerte einfach zu lange und irgendwie sind dann alle wieder verschwunden.

Parallel dazu und quasi unter Radarhöhe der öffentlichen Aufmerksamkeit gab es aber schon immer den Independent-Bereich und in diesem Sammelbecken kreativer Ideen und Publikationen auch schon immer etwas andere Superhelden. Seit ungefähr drei Jahren hat sich diese Schiene nun plötzlich Aufmerksamkeit erworben und aufgrund des Erfolges der Austrian Super Heroes (ASH) sind auch andere Helden en vogue. Eine Einführung in die verschiedenen Universen kann hier aus Platzgründen nicht erfolgen. Die Sammelbände haben aber meistens eine Zusammenfassung der bisherigen Stories der jeweiligen Universen und auch die Sprechblase bietet regelmäßig einen Überblick.

cover GCT 2019 ASH

Die Austrian Super Heroes sind dann auch mit einem Titel beim GCT 2019 vertreten. Das Heft beinhaltet eine längere Story (Lumpen) aus ASH 12 sowie zwei kürzere Origin-Stories über Siggi (aus ASH 16) und die Wassernixe Donauweibchen (aus ASH 11). Alle Geschichten sind von demselben Autoren, Harald Havas, werden aber von verschiedenen Zeichner*innen umgesetzt. Dadurch wird einerseits die Kontinuität der Handlung perfekt gewährleistet, gerade, wenn Origins oder Sologeschichten eingestreut werden, andererseits wird aber trotzdem für Abwechslung in der grafischen Umsetzung gesorgt. Cooles Artwork mit „anderen“ Held*innen, professionell umgesetzt und alle zwei Monate neu. Definitiv einen Blick wert.

Cover GCT 2019 Captain Berlin

Ebenfalls schon lange dabei ist Jörg Buttgereits Captain Berlin. Der Superheld aus der Hauptstadt wurde ursprünglich bereits 1982 als Filmheld konzipiert. 2006 kam er erstmals zurück und zwar in einem Hörspiel für den WDR. Es sollte dann noch weitere Jahre dauern bis 2013 dann tatsächlich der erste Captain Berlin Comic bei Weissblech Comics erschien. Der Held kämpft gegen Nazis und sonstige Monster, insbesondere aber auch gegen seine Erzfeindin Ilse von Blitzen. Getextet von Levin Kurio und gezeichnet von Rainer F. Engel bietet der Comic besten Trash und spaßige Unterhaltung. Natürlich scheinen immer wieder Anklänge an Indiana Jones durch und die Monster könnten aus der Blütezeit der 50er und 60er Jahre stammen, die Plots stammen aber aus der heutigen Zeit. Für den GCT gibt es eine abgeschlossene Geschichte aus dem vergriffenen vierten Heft. Wie auch bei ASH sind aber Sammelbände der vergriffenen Ausgaben erhältlich. Für nostalgische SF-Fans eigentlich ein Must-Try!

Cover GCT 2019 Trachtman

Eng mit dem Captain-Berlin-Universum verknüpft ist Tracht Man. Der Bayerische Held von Christopher Kloiber und Henning Mertens von Plem Plem Productions ist noch etwas grotesker als die beiden anderen Titel. Der Kampf von Tracht Man mit dem Wolpertinger mit einem Auftritt des Captains in einer Nebenrolle ist eher Comedy als Superheldengeschichte, kann aber durchaus überzeugen. Schnelle Wechsel, haarsträubende Storywechsel und ein Ritt durch verschiedenste Stile bieten Entertainment pur. Diese Geschichte ist dem Tracht Man Sonderheft  entnommen. Daneben gibt es aber auch eine reguläre Heftreihe.

cover GCT 2019 Kultgescshichten

Einen etwas anderen Ansatz verfolgen die Kultgeschichten der Leipziger von Kult Comics/Comic Combo. Unter diesem Titel bringen sie nun schon wiederholt Ausschnitte ihres aktuellen Programms. Zu dem Thema Deutsche Superhelden passt der einführende Ausschnitt aus „Das Kamäleon“ von Björn Hammel und Sascha Dörp von dem der  erste Band diesen Herbst erscheinen wird. Ein Held mit Superkräften und einer unscheinbaren Tarnidentität, ein Kommissaranwärter, der in einer Band spielt, eine Organisation, die sich gegen Lautstärke wehrt und auf die Stille setzt sind die Versatzstücke aus denen sich eine spannende und düstere Mischung aus Superhelden- und Thriller-Motiven entwickelt. Tipp!!  Dazu kommen noch drei Kurzgeschichten um den letzten Kobold und seinen Freund, die Waldrappe, von Dirk Seliger und Stefan Pede, die einen Vergleich mit aktuellen Geschichten in Spirou oder dem ZACK nicht scheuen müssen.

Dazu passen Craftbiere am besten. Musikalische Untermalung sollte den Spaßfaktor unterstützen: Attila the Stockbroker!

© 2019 ASH, Weissblech Comics, Plem Plem Productions, Comic Combo, Leipzig

Mosaik feiert die 750. Ausgabe

mosaik – mit den Abrafaxen durch die Zeit 521 (Mai 2019)

Der letzte Erbe
Story: 
Jens U. Schubert
Zeichnungen: 
Kollektiv

MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag
Kleinformat | 48 Seiten | Farbe | 3,40 €  
ISSN: 
0323-8857

Cover Mosaik 521

Im Dezember 1955 erschien das erste von insgesamt 229 MOSAIK-Heften mit den Digedags und im Januar 1976 dann das erste Abenteuer mit den Abrafaxen. Die aktuelle Nummer 521 ist also zusammengerechnet das 750. MOSAIK-Heft (und dabei sind die 40 von Anna, Bella und Caramella noch nicht einmal mitgezählt). Comix-online gratuliert dem aktuell mit einer Auflage von rund 100.000 Exemplaren erfolgreichsten in Deutschland produziertem Comic-Magazin herzlich!

Das MOSAIK hat seit rund 60 Jahren einen ganz eigenen Produktionsprozess: Es gibt ein festes Team von ungefähr 20 Leuten. Wenn die Stationen der Geschichte stehen, verfasst der Autor das Manuskript und erste Skizzen zur Bildaufteilung. Das Redaktionskollektiv begutachtet und verbessert diesen Aufbau dann. Eine weitere Besonderheit ist, dass jeder Zeichner für „seine“ Figur zuständig ist. Pro Seite sind also mehrere Zeichner parallel auf einem Zeichenkarton im Din A-3-Format tätig. Nach der Fertigstellung aller Zeichnungsbestandteile wird dann am Computer koloriert.

Zur Feier des Jubiläums liegt dem MOSAIK übrigens ein Riesenposter bei, auf dem nicht nur alle 750 Cover abgebildet, sondern auch die einzelnen Handlungsbögen im Zeitablauf aufgeführt sind.

Im Heft läuft noch das sogenannte Hanse-Abenteuer; Abrax, Brabax und Califax hat es in die Zeit der Hanse verschlagen. Während Abrax und Simon nach ihren Tätigkeiten in Brügge nun wieder in Lübeck angekommen sind, wo Simon verzweifelt versucht, die launische Ulrike als Braut zu gewinnen. Währenddessen entdeckt Genta, die als billige Dienstmagd für Ulrikes Vater arbeitet, einen Brief ihres verstorbenen Vaters, der alles ändert.

Mosaik 521 page 15

Brabax und Califax sind noch immer in Nowgorod. Sie haben mittlerweile drei der vier Erben der Schatzkarte ausfindig gemacht und versuchen, Pelze zu erwerben. Auf ihrer Fahrt nach Pleskau werden sie von einer Horde Wölfe gestellt. Aus dieser Szene entstammt auch das brillante Coverbild! Wer ist der „letzte Erbe“?

Zeichnerisch bewegt sich das MOSAIK meistenteils auf einem guten Niveau für Semi-Funnies. Bei einigen Nebenfiguren ist die Gesichtspartie steigerungsfähig, ansonsten gibt es aber nichts zu meckern. Storytechnisch schaffen es die Verantwortlichen eine Geschichte über ein bis zwei Jahre zu strecken und dabei den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Eine beachtliche Leistung die am Kiosk zu Recht honoriert wird.

Begleitend werden wieder Informationen über Geschichte und Technik in Kooperation mit verschiedenen Museen vermittelt. Diese Seiten helfen sicherlich, den einen oder anderen Großelternteil zum Kauf zu überreden. Bei der Elterngeneration sollte das Vorurteil der minderwertigen Literatur eh nicht mehr anzutreffen sein.

Diesem Konzept wird hoffentlich noch eine lange Zeit und viele weitere Jubiläen vergönnt sein! Verdient wäre es.

Dazu passen zuckerarme, selbstgemachte Limonade und eine „Summer“-Playlist, die von den schneebedeckten Weiten Nowgorods ablenkt.

Abbildungen © 2019 MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag

Comic-Preise 2018

Wer hat noch mal welchen Preis gewonnen? Manchmal ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. Als Service für euch daher nach Jahren gegliedert hier eine – ständig aktualisierte – Übersicht der wichtigsten Comic-Preise. Wenn ihr der Meinung seid, dass ein Preis fehlt, ergänzt ihn bitte über die Kommentarfunktion.

45° Festival International De La Bande Dessinée Angoulême

25 – 28 Januar 2018

http://www.bdangouleme.com/1234,1234

De Stripdagen Utrecht

31.März – 1. April 2018

https://www.stripschap.nl/pages/stripschapprijzen/de-stripschapprijs.php

18. Internationaler Comic-Salon Erlangen

31. Mai – 3. Juni 2018

Max und Moritz Preis

ICOM Independent Comic Preis

Comic-Con International San Diego

19. – 22. July 2018

Eisner Awards

Eisner Spirit / Eisner Retailer Award

Icon Awards

Inkpot Award

Bill Finger Awards

Russ Manning Award

Prix Saint-Michel

https://www.prixsaintmichel.be/index.php

Comicbuch-Preis der Berthold Leibinger Stiftung 2019

09.11.2018

Anke Kuhl – Manno!

Rudolph Dirks Award 2018

3. Verleihung im Rahmen der German Comic Con Dortmund

01. – 02. Dezember 2018