Game of Thrones – Königsfehde 1

George R. R. Martin – Königsfehde 1 – Das Lied von Eis und Feuer

Story: Landry Q. Walker nach George R. R. Martin
Zeichnungen: 
Mel Rubi

Originaltitel: A Clash of Kings: The Graphic Novel: Volume 1

Panini Comics
Klappenbroschur | 192 Seiten | Farbe | 20,00 €
ISBN: 
978-3-7416-1234-3

Cover Koenigsfehde Teil 1

Alle sieben Staffeln von Game of Thrones zum wiederholten Male gesehen und die Bücher gelesen und trotzdem ist es noch nicht Mitte April? Was soll man bloß tun, um die Wartezeit bis zur finalen Staffel zu überbrücken? – Eine sehr gute Idee könnte es sein, einen Blick in die bei Dynamite veröffentlichte Comic-Adaption von Walker und Rubi zu werfen! Der erste Teil des zweiten Originalromans Königsfehde ist gerade auf Deutsch erschienen! Neben der regulären Paperback-Ausgabe ist das Ganze auch als Hardcover für 29,00 € erhältlich.

Der erste Roman in der Umsetzung von Daniel Abraham und Tommy Patterson ist in 24 Folgen, verteilt auf vier deutsche Bände, zwischen 2012 und 2015 ebenfalls von Panini verlegt worden.

Landry Q. Walker gelingt es mit dem ersten Band von Königsfehde, eine eigenständige Version der hinlänglich bekannten Geschichte zu erzeugen. Er nimmt sich viel Zeit für die einzelnen Sequenzen und wechselt ständig zwischen den Schauplätzen. Naturgemäß sind viele Bestandteile des Romans in Regieanweisungen für den Künstler übertragen worden um die Texte entzerren zu können. Die Menge der lesend aufzunehmenden Information steht dadurch in einem guten Verhältnis zu dem grafischen Eindruck.

Detail Koenigsfehde Teil 1

In der Vergangenheit hat Walker bereits einige Serien unter anderem von DC oder Image geschrieben und auch mit Dean Coontz zusammengearbeitet. Mel Rubi hat ebenfalls schon eine lange Liste von Veröffentlichungen, hauptsächlich für Marvel und Dark Horse. Beide sind also im US-Markt zwar keine Superstars aber auch alles andere als Durchschnitt. In dieser Serie zeigen sie, warum.

Mel Rubi setzt das Szenario perfekt um. Es ist schwierig, sich den bildlichen Vorgaben der Megaserie von HBO zu entziehen, denn fast jede*r „kennt“ Tyrion, Cersei oder Jon Snow. Ruby ist mit seinen Zeichnungen viel näher am Original der Romane, schließlich muss er auch keine Schauspieler*innen finden, die der Beschreibung entsprechen. Seine Figuren sind aber immerhin nahe genug am Bild der TV-Serie um erkannt zu werden. Meiner Meinung nach sind die gelungensten Interpretationen Daenerys, die die Durchquerung de Wüste zu bewältigen hat, Tyrion, der seinen Posten als Hand des Königs gegen alle Widerstände zu verteidigen hat und in der Spinne Varys einen Freund findet sowie Arya, die auf ihrer Flucht vor König Joffrey mit dem Treck zur Mauer die Schrecken des Krieges kennenlernen muss. Alle Drei weisen deutliche Abweichungen zu ihrer TV-Erscheinung auf: Die Mutter der Drachen ist deutlich jünger und nach ihrer Feuerprobe auch ohne Haare, entwickelt sich aber zu der Anführerin, die später tatsächlich Anspruch auf den Eisernen Thron erheben wird. Der Zwerg ist sogar noch kleiner und verlebter, zeigt aber mit jeder Faser einen unbändigen Überlebenswillen und vor allem den Wunsch, Westeros zu dienen und das (Über-)Leben seiner Bewohner*innen vor die Interessen seiner Familie zu stellen. Arya schließlich war schon immer nicht die Hohe Tochter, darf aber hier zusätzlich das verängstigte, junge Mädchen sein, das gezwungen ist, hart zu werden um zu überleben.

Detail Koenigsfehde Teil 1

Auch die Rückkehr Theons auf die Eiseninseln und die Begegnung mit seinem Vater ist perfekt in Bilder gekleidet. Stannis Baratheon ist genau der sauertöpfische Widerling, den ich mir beim Lesen der Romane vorgestellt habe und Sam Tarly deutet an, dass er über sich hinaus wachsen wird…

Und es gibt noch einen Unterschied zu Buch und Serie: Der Comic lässt nicht aus, legt aber wesentlich weniger Wert auf die Darstellung von Gewalt oder Sex.

Falls jemand den Inhalt tatsächlich nicht kennen sollte: Der König des Landes Westeros ist tot und fünf potentielle Nachfolger kämpfen um den Thron. Gleichzeitig droht aus dem Norden eine neue Gefahr: Neben den sogenannten Wildlingen von jenseits der Mauer marschiert eine Armee von Wiedergängern unter dem Nachtkönig gegen das Reich der Lebenden. Und: in der Vergangenheit hatte ein Herrscherhaus insbesondere aufgrund seiner Drachen geherrscht. Mit der Tötung aller Drachen war auch die Macht des Hauses Targaryen gebrochen. Nun aber hat Daenerys, die letzte ihres Geschlechts, drei lebende Drachenjungen und versucht eine Armee aufzustellen, um ihr Reich zurück zu erobern. Während der Autor George R. R. Martin fünf Bände des Liedes von Eis und Feuer geschrieben hat, die die Grundlage der Fernsehserie bilden, sind die letzten Staffeln die Grundlage für noch zu schreibende Bücher.

Detail Koenigsfehde Teil 1

Für Fans von Game of Thrones ein Must-Have! Für alle Fantasy-Leser*innen, die es bisher irgendwie geschafft haben, dem Hype zu entgehen, ist jetzt die perfekte Gelegenheit, den Widerstand aufzugeben und einzusteigen. Und alle, die zwar den US-Stil mögen, die typischen US-Storylines aber eher nicht, sollten ebenfalls einen Blick riskieren. Hoffentlich darf dieses Team auch den nächsten Band umsetzen.

Wie bei Panini üblich, wird das Ganze natürlich mit dem Abdruck einzelner Originalcover abgerundet. Das Team hat sich dabei für die Dynamite-Abo-Variants entschieden die hier eher selten zu bekommen sind.

Dazu passen Rotwein (den guten Dornischen wird es hier allerdings nicht geben) oder die GoT-Sonderedition von Talisker und guter alter Rock’n‘Roll, etwa von Motörhead.

© 2019 George R. R. Martin, Panini Comics für die deutsche Ausgabe

Batman – Die Vorgeschichte zur Hochzeit

Batman Sonderband – Die Vorgeschichte zur Hochzeit

Story: Tim Seeley
Zeichnungen: 
Brad Walker, Minkyu Jung, Javier Fernandez u. a.

Originaltitel: Batman: Prelude to the Wedding 1-5  (2018)

Panini Comics
Prestige | 132 Seiten | Farbe | 15,99 €
ISBN: 
978-3-7416-1145-2

cover Batman - Vorgeschichte zur Hochzeit

Hochzeiten werfen ihren Schatten voraus, insbesondere natürlich königliche! Neben den realen Hochzeiten gibt es momentan aber eine, die fast ebenso viel Aufmerksamkeit bekommen möchte: Die des Dunklen Ritters mit der Königin der Diebe – Batman und Catwoman. Aus offensichtlichen Gründen können sie nicht als Bruce Wayne und Selina Kyle heiraten. Selbstverständlich kennen aber einige Vertraute die geheimen Identitäten und so ist alles nicht ganz so einfach. Wenn dazu noch Ängste, Wünsche, Kontrollwahn und Superschurken kommen, mit anderen Worten, der Alltag in Gotham, dann haben alle ein wenig zu tun.

In den USA gibt es – wie immer bei Großereignissen – eine ganze Reihe von One-Shots, die Figuren, die weniger im Rampenlicht stehen, Raum zur Entfaltung geben und natürlich zusätzliche Verkäufe generieren sollen. Üblicherweise stehen bei solchen Events Neudefinitionen des ganzen Kosmos an, die alles „Neu“, spannender und wieder zugänglicher machen sollen oder aber eine ganze Riege altgedienter Recken durch neue Charaktere ersetzen. Der Markt der Comic-Leser*innen wird dadurch aber nicht größer und viele der Getreuen sind einfach nur genervt (aus mehr oder weniger akzeptablen Gründen) und kehren den Serien den Rücken. Bei den Batman-getriebenen Events geht es dagegen häufig nicht um einen Neustart, sondern um systemimmanente Veränderungen. In Deutschland sind diese Ergänzungshefte meistens in Form von Paperbacks erschienen, die es den Leser*innen ermöglichen, dem Spannungsbogen zu folgen, die Händler*innen aber mit kalkuliertem Risiko schützen.

Detail aus Batman - Vorgeschichte zur Hochzeit

Bruce und Selina haben sich in ihren Alter Egos schon seit Jahrzenten immer wieder romantisch angenähert und wieder entzweit. Teilweise war aus der Diebin schon eine Kämpferin für das Gute geworden doch ganz hat die Katze das Mausen nie lassen wollen. Nun also endlich der nächste Schritt.

Die hier gesammelten Hefte bieten durchaus spannende Einblicke aus ungewohnten Perspektiven. War der Joker schon im Lego-Movie arg enttäuscht, dass Batman ihn nicht als Lieblingsfeind bezeichnen wollte, wird hier seine emotionale Anspannung im Warten auf eine Einladung zur Hochzeit noch einmal größer. Er bleibt seinem psychopathischen Muster dabei allerdings sehr treu.

Auch der Kontrollwahn Batmans wird nett herausgearbeitet, wenn Nightwing mit der Überwachung des Mädelsabends vor der Hochzeit betraut wird. Es sei allerdings die Frage erlaubt, ob das einen guten Start in die Ehe verspricht… Und auch das Patchwork-Familien-Thema wird angesprochen, wenn Damian Selina fragt, ob sie mit Bruce Kinder haben möchte.

Detail aus Batman - Vorgeschichte zur Hochzeit

Einen kleinen Höhepunkt stellt für mich die Kostümparty im Bat Burger dar, die es Clark Kent, Dick Grayson und Bruce Wayne ermöglichen soll, unerkannt den Junggesellenabschied zu feiern. Allerdings haben die Drei ihre Pläne ohne Hush gemacht, der unbeabsichtigt verlorene Seelen ins Spiel bringt.

Ebenfalls basierend auf einer witzigen Idee ist die Episode zwischen Harley Quinn und dem Joker, die die gegenseitige Beziehung inklusive dem Neid aufeinander gelungen darstellt.

Detail aus Batman - Vorgeschichte zur Hochzeit

Das Paperback bietet altbekannten Gegenspielern Raum zur Entfaltung und trägt zu deren Entwicklung bei. Natürlich werden alle Originalcover mit abgedruckt. Graphisch bewegen sich die Geschichten aber eher im Altbekannten und liefern zwar solide Kost, stechen jedoch nicht heraus. Wer abseits der Pfade Neues entdecken will, ist hier falsch. Aber ist nicht gerade eine Hochzeit ein Anlass, das Bekannte zu genießen?

Der Sonderband mündet direkt in die Batman Ausgaben 25 und 26, die im April erscheinen werden.

Dazu passen White Wedding von Billy Idol und ein Cocktail mit viel Angostura.

© der Abbildungen 2018, 2019 DC Comics, c/o Panini Verlag

Batman – Der schwarze Spiegel

Batman – Der schwarze Spiegel

Story: Scott Snyder
Zeichnungen: 
Jock und Francesco Francavilla

Originaltitel: Detective Comics 871 – 881 (2011)

Panini Comics
Prestige | 300 Seiten | Farbe | 29,00 €
ISBN:
978-3-7416-1127-8

Es existiert auch ein Hardcover in limitierter Auflage

cover Batman - Der Schwarze Spiegel

Der schwarze Spiegel beweist, dass erneute Veröffentlichungen auch ihr Gutes haben können.

Ursprünglich bereits 2011 in Detective Comics erschienen und von Panini schon vor Jahren in zwei Sammelbänden herausgebracht, vereint der jetzt erschienene Comic alle Geschichten um die Rückkehr des geheilten (?) Psychopathen James Gordon, jr. in einem 300 Seiten starken Band.

Ein wenig Hintergrundwissen ist erforderlich, um diese Geschichte verstehen zu können: Bruce Wayne war scheinbar verstorben, das Cape somit verwaist. Dick Grayson hat die Rolle des maskierten Beschützers übernommen, keinesfalls aber auch angenommen. Während Bruce mehr als einmal den Rächer gab, ist Dick ein Beschützer. Auch ist er nicht so mit den Schatten verwoben und so darf Commisioner Gordon sich wundern, dass der Maskierte noch auf dem Dach steht obwohl das Signal gerade ausgeschaltet worden ist. Gotham selbst hat sich aber nicht verändert; es ist immer noch die gefährlichste Stadt der USA mit den übelsten Schurken und einem großen Anteil an Verderbtheit bei seinen Bewohnern. Wenn überhaupt anders, dann ist es in der Stadt eher noch schlimmer geworden, denn die neue Garde der Verbrecher kennt „keinen Anstand“ mehr und mordet noch mehr.

Dick Grayson wohnt zwar in dem ehemaligen Wayneschen Penthouse und wird von Alfred unterstützt, er hat sich mit seiner Rolle und Umgebung aber noch nicht anfreunden können. Immer wieder kommen Erinnerungen an seine Eltern hoch, die Gotham als den Punkt beschrieben haben, an dem man weitergehen muss als überall sonst. Überhaupt spielen Erinnerungen in diesen Geschichten eine große Rolle: Seien es Artefakte aus den großen Batman-Geschichten der Vergangenheit wie der Kuhfuß, mit dem der Joker Robin getötet hat, seien es Erinnerungen von James oder Barbara Gordon an die Jugend von James, jr. Alles wird geschickt miteinander verwoben und so ist die Storyline auch sowohl für Afficionados als auch für Neueinsteiger vielschichtig zu genießen.

Backcover Batman - Der Schwarze spiegel
Der Band beinhaltet auch einige Cover der Einzelausgaben und Variants

Scott Snyder ist wohl der Superstar unter den aktuellen Batman Autoren und hat die Geschichte des Dunklen Ritters über mehrere Definitionen hinweg geprägt. Er beweist, dass er ein guter Autor ist, der auch über mehrere mehrteilige Stories hinweg einen Plot entwickeln und zu einer Gesamtgeschichte verweben kann und der Brite Jock (das ist Mark Simpson) und Francesco Francavilla setzen das abwechselnd sehr gut um. Die Bilder sehen nicht aus, wie aus einem Mainstreamcomic amerikanischer Prägung; zu viel Schwarz, zu unscharf und düster sind die Bilder, die gerade dadurch gewinnen. Beide haben bereits eine eindrucksvolle Liste an Veröffentlichungen vorzuweisen.

Wer sollte sich dieses Paperback kaufen? Zunächst einmal alle, die zu irgendeiner Zeit Batman-Fans waren und es noch nicht im Schrank stehen haben, denn es bietet gerade durch den Vergleich des Batmans, wie Dick ihn interpretiert, mit dem „Original“ Einsichten in die Gefühlswelt von Bruce Wayne, die zwar nicht neu sind, aber innovativ herausgearbeitet werden. Der verbissene, getriebene Bruce ist ein Kind Gothams: immer Vollgas, immer an der Grenze und oft darüber hinaus. Dick dagegen (und auch James und Barbara Gordon) haben ein anderes Menschenbild: Sie glauben zwar nicht mehr wirklich an das Gute, haben aber die Hoffnung nicht aufgegeben, dass es doch irgendwo da draußen sein könnte.

Detail Batman - Der Schwarze Spiegel

Einige Batman-Stories der letzten Jahre litten daran, dass immer neue Schurken auftauchten, alte immer abstrusere Dinge taten und sich das Ganze eigentlich nur selbst referenziert hat. Hier ist aber ein Beispiel an gutem Storytelling, das durch die beiden Zeichner düster, nicht artifiziell aber auch nicht banal umgesetzt wird.

Außerdem ist es für alle ein Schnäppchen, die die alten Ausgaben auf einschlägigen Plattformen suchten, denn die aufgerufenen Preise sind teilweise absurd.

Die dritte Zielgruppe sind diejenigen, die einfach nur eine gut erzählte Psychopaten-Story mögen. Auf den dreihundert Seiten wird erst stückchenweise klar, wer wirklich hinter einigen Sachen steckt, und der Horror entwickelt sich langsam und teilweise auch erst im Rückblick. Dazu gehört auch, dass die Beweggründe und die innere „Rechtfertigung“ nicht ausgespart bleiben und zu dem gruseligen Gefühl beitragen. Zudem finde ich persönlich es angenehm, dass es hier keine Superkräfte oder Mystery-Elemente gibt und das Ende in gewisser Weise offenbleibt.

Dazu passen Long Island Icetea und Frustration – Empires of shame perfekt.

© der Abbildungen 2011, 2019 DC Comics, c/o Panini Verlag

Aquaman – Der Thron von Atlantis

Aquaman – Der Thron von Atlantis – Die Inspiration zum Kino Blockbuster

Story: Geoff Jones
Zeichnungen: 
Paul Pelletier, Ivan Reis

Originaltitel: Justice League (2011) 15-17, Aquaman (2011), 15-16

Panini Comics
Prestige | 132 Seiten | Farbe | 14,99 €
ISBN: 
978-3-7416-1031-8

Cover Aquaman - Der Thron von Atlantis

Der seit Dezember 2018 in den Kinos recht erfolgreich laufende „Aquaman“ ist der aktuelle Film des DC Extended Universe mit Jason Momoa in der Titelrolle. Inspiriert wurde der Film durch die hier besprochene Story von 2011.

Aquaman ist Gründungsmitglied der Justice League und damit fester Bestandteil der DC Heldenvereinigung, die regelmäßig Schurken bekämpft und Probleme löst. Er hat allerdings ein Problem, denn Arthur Curry – so sein richtiger Name – ist der Sohn eines Menschen und einer atlantischen Prinzessin. Als solcher kann Arthur zwar unter anderem unter Wasser atmen, sich mit allen Meereslebewesen verständigen und besonders schnell schwimmen, er ist aber kein „reiner“ Atlanter und somit nicht von allen Wasserwesen akzeptiert. Aber auch seine Mitstreiter Batman, Superman und Wonder Woman zweifeln immer mal wieder gerne, ob er sich wirklich der menschlichen Seite anschließen wird oder doch den Atlantern.

Als sich Orm, der Halbbruder Aquamans und aktueller Herrscher in Atlantis, nach einem Angriff mit Marschflugkörpern auf die Zivilisation in der Tiefe entschließt, amerikanische Küstenstädte anzugreifen um es den Landbewohner heimzuzahlen, müssen die Superhelden alle Kräfte aufbieten um die Opferzahlen nicht zu hoch werden zu lassen.

Detail aus Aquaman - Der Thron von Atlantis

Im Laufe der Auseinandersetzungen stellt sich heraus, dass Orm genauso manipuliert wird wie auch menschliche Beteiligte und dass ein ganz anderer Gegner im Hintergrund die Fäden zieht. Trotzdem stellt sich die Frage der Bestrafung, schließlich wurden ja Menschen geschädigt. Die Frage sei erlaubt, ob die gleiche Logik bei einer Reaktion auf einen Angriff auf menschliche Stätten und einer scheinbaren Reaktion gegen den scheinbaren Feind angewendet worden wäre. Wenn ja, müsste der eine oder andere amerikanische Präsident sich wohl verantworten…

Der Comic bietet rasante Action, brillante Monster und epische Schlachten in Kino-Popcorn-Manier und Überbreite. Alle Beteiligten leben ihren emotionalen Background komplett aus und neben den „Hilfstruppen“ der Justice League – besonders liebenswert Element Woman – hat auch Mera einen starken Auftritt. Wer also den Film schon gesehen hat, darf getrost den Hintergrund erlesen. Wer den Film noch sehen möchte, die Zweitverwertung beginnt ja bald, kann den Comic getrost lesen, da es genügend Unterschiede gibt.

Jones liefert solide Superheldenkost ab und erlaubt im Hintergrund ein paar Fragestellungen über die Legitimation von Gewalt. Ob sie allerdings wirklich gestellt werden sollten oder ob sie sich nur bei einem nicht patriotisch nationalistischen Leser aufdrängen, sei mal dahingestellt. Das Artwork ist teilweise grandios, die atlantischen Hilfstruppen überzeugen mit ihrer Mischung aus Tiefseestyle und überzeichneten Beisserchen und selbst die Gesichter in Nahaufnahmen wissen durchaus zu überzeugen.

Detail aus Aquaman - Der Thron von Atlantis

Insgesamt also sehr gediegene Kost! Die Übernahme eines Filmmotivs als Covermotiv hilft, den Zusammenhang zwischen den beiden Welten des DC Universe herzustellen und für die Fans sind die „richtigen“ Originalcover selbstverständlich im Anhang abgedruckt.

Dazu passen Popcorn, Cola und Charts!

© der Abbildungen 2013, 2018 DC Comics, c/o Panini Verlag

Tomoe 2

Der göttliche Spiegel

Text: Jack Manini

Zeichnungen: Tieko

Originaltitel: Tomoe 2 – Le miroir divin

Panini Comics

Hardcover | 56 Seiten | Farbe | 17,00 €

ISBN:978-3-7416-1008-0

cover Tomoe 2

Die Serie Tomoe beschreibt eine Episode im Japan des Jahres 1461. Nach einem Überfall auf ein Fischerdorf wird ein junges Mädchen von den Piraten unter ihrem Anführer Yoshinaka entführt und in Tomoe umbenannt. Sie ist die Nachfahrin der Göttin des Wassers und soll ihren Entführer heiraten um ein Paar aus der Vergangenheit zu reinkarnieren und Yoshinaka auf dem Weg zum Herrscher von Japan zu unterstützen.

Natürlich ist das alles nicht so einfach, denn Tomoe verliebt sich in den Sohn des Piraten, Oda, und Ränkeschmiede zwischen den verschiedenen Clans gehören zu einem Eastern wie das Salz in die Butter!

Tomoe 2 page 11

Dieser zweite Band der Geschichte beginnt sofort actiongeladen: Tomoe versucht ihren gefangenen Liebhaber zu befreien und mit ihm zu fliehen, doch ihr Lehrmeister erklärt den Beiden die Aussichtslosigkeit dieses Plans. Die Liebenden hätten keine Chance zu entkommen und ihr Leben wäre zerstört. Stattdessen solle Tomoe zunächst auf die Pläne Yoshinakas eingehen und ihm die Machtergreifung in Kyoto ermöglichen.

Auf den folgenden Seiten darf Tieko zeigen, dass er nicht nur ein Meister des Dekors ist – die Darstellung der Gewänder und der Architektur ist grandios! – sondern auch Kämpfe rasant und mit Detailfreude darstellen kann. Viele Szenen kommen ohne Worte aus und könnten als Exlibris einzeln veröffentlicht werden. Das einzige kleine Manko sind die Schneeflocken, die etwas generalisiert wirken, den positiven Eindruck aber nicht trüben können.

Handlungstreibendes Element ist der göttliche Spiegel, ein Symbol der Macht, das – den Tod des alten Herrschers vorausgesetzt– den neuen Machthaber auszeichnen soll. Dieser Spiegel ist jedoch nicht nur gut bewacht, sondern auch selbst nicht ungefährlich.

Tomoe 2 detail page 35

Am Ende wird sich zeigen müssen, ob der Plan aufgeht und Tomoe und Oda eine gemeinsame Zukunft haben, Yoshinaka Herrscher von Kyoto und über Japan wird oder gar eine andere der kämpfenden Parteien obsiegt…

Die Story ist von Manini gradlinig erzählt und bietet Raum für verschiedenste Kampfszenen aber auch für mythologische Elemente. Ihm gelingt es immer wieder, Tieko genügend Raum zu geben, wortlos weiter zu erzählen. Das Artwork ist detailreich, gut koloriert und im Seitenaufbau sehr variabel. Die Menschen und insbesondere die Gesichter sind meistens ausdrucksstark, ja, man kann die handelnden Personen schreien hören.

Für Fans dieser Gattung, aber auch für Liebhaber*innen eines Italo-Westerns oder eines Actionfilms eine Empfehlung!

Die Gewalt in diesem Comic ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Sie übersteigt zwar nicht das von Serien wie Game of Thrones oder Vikings gewohnte Maß, wäre vor 10 Jahren aber noch nicht möglich gewesen. Eastern sind von jeher auf Kampfszenen aufgebaut und daher überrascht diese zeitgemäße Darstellung nicht wirklich. Als Weihnachtsgabe für Kinder ist dieser Titel aber eher nicht zu empfehlen.

Tomoe 2 appendix detail

Abgerundet wird der Band durch eine Art Gallery mit Skizzen und Abbildungen, die den im Vergleich zu anderen Comics etwas höheren Preis rechtfertigen.

Dazu passen Dallax, ein sehr feiner und sehr japanischer Ska, und heißer Sake.

© der Abbildungen 2018 Bamboo Edition

The Beatles – Yellow Submarine

The Beatles – Yellow Submarine – Die Graphic Novel

Story-Adaption des Films: Bill Morrison

Zeichnungen: Bill Morrison nach Heinz Edelmann

Panini Comics
Hardcover | 116 Seiten | Farbe | 25 €
ISBN: 978-03-7416-0989-3

cover The Beatles Yellow Submarine

Die Sechziger sind zurück! Zum 50. Jubiläum des psychedelische Pop-Art Films hat Bill Morrison eine Comic-Adaption geschrieben und gezeichnet.

1968 war die Hochzeit der Beatles, der Hippie/FlowerPower-Bewegung und der Drogenexperimente. Der Spießigkeit der Altvorderen wurde ein Modell entgegengesetzt, das auf Liebe, Musik und Selbstverwirklichung basierte und die Gesellschaft dauerhaft verändern sollte. Gleichzeitig veränderte sich das kulturelle Bewusstsein: Farben und Formen verloren ihre Zweckgebundenheit, „Kultur“ wurde vergesellschaftet und erstmals Spaß in den Vordergrund gerückt. Aus dieser Gemengelage entstand der Film Yellow Submarine – auch im Gegensatz zu den „niedlichen“ Disney Animationsfilmen – mit den Beatles und ihren Songs, aber ohne Beteiligung der Fab Four selbst.

The Baetles Yellow Submarine page

Die Rahmenhandlung ist leicht erzählt: Pepperland wird von den Blaumiesen angegriffen. Diese schalten zunächst die Musikgruppe Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band aus und bekämpfen dann alle Freude und Kreativität in Pepperland. Dargestellt wird das durch die zunehmende Farblosigkeit, die die Tristesse brillant kennzeichnet. Fred wird vom Bürgermeister in einem gelben U-Boot auf Rettungstour geschickt und bringt die Beatles nach Pepperland und damit die Musik und Lebensfreude zurück. Viel wichtiger als diese Geschichte sind aber die abstrusen Abenteuer in bester englischer Comedy-Manier: anarchistisch, abgedreht und subversiv!

Der Comic (oder neudeutsch die Graphic Novel) schafft es, den Stil des Films zu transportieren und durch die Wahl des Seitenlayouts, die collagenhafte Übernahme von Soundwords und Fotos und die Farbwahl den überbordenen Klamauk auf die Seiten zu bringen. Dabei schadet es sicher nicht, dass Bill Morrison auch schon bei den Simpsons, Roswell und Futurama gerne mit Farben und Formen gespielt hat. Und auch für den Antitypus Disney hat Morrison im Übrigen lange Jahre gearbeitet. Als Herausgeber des amerikanischen MAD beweist er ebenfalls sein Faible für subversiven Humor. Es ließe sich also kaum ein geeigneterer Künstler für dieses Projekt finden. Die einzelnen Sequenzen, beispielsweise die Szene mit den Löchern, bekommen genügend Raum um zu wirken, sind aber nicht in die Länge gezogen. Die Figuren agieren dabei nicht nur in, sondern auch mit dem Comic!

The Beatles Yellow Submarine page

Wie im englischen Original von TITAN Comics bringt auch Panini das Ganze als Hardcover im englischen/amerikanischen Prestige-Format zu einem nachvollziehbaren Preis heraus und rundet das Ganze mit ein paar Konzeptskizzen und Alternativentwürfen ab.

Der Inhalt mit dem Gegensatz von Uniformierung und Spontanität hat sicherlich in den letzten fünfzig Jahren an Aktualität nichts verloren und passt in die heutige Zeit der Glorifizierung der guten, einfachen alten Zeiten. Ob der Stil die heutige Jugend noch erreicht sei allerdings in Frage gestellt. Immerhin passt er aber in die Zeiten der endlosen letzten Tourneen und Reunions von Musikikonen. Wer sich also grämt, dass er die Beatles nicht mehr live sehen kann, hat in diesem Band eine Ersatzmöglichkeit gefunden!

Detail aus Anhang The Beatles Yellow Submarine

Dazu passt natürlich nichts anderes als die Filmmusik mit Stücken der Beatles und instrumentalen Orchesterversionen und ein möglichst buntes Getränk auf Tri Top-Basis. Wer es ganz schummerig haben möchte kann dazu noch seine alte Lavalampe vom Dachboden holen.

© der Abbildungen 2018 Subafilms Ltd, A Yellow SubmarineTM Product

© 1968, Authorized BEATLESTM Merchandise

© 2018 Panini Verlag

Marvel 1602 Deluxe

Story: Neil Gaiman
Zeichnungen: 
Andy Kubert
Originaltitel: 
Marvel 1602 1-8

Panini Comics

Hardcover | 236 Seiten | Farbe | 39,00 € |

ISBN: 978-3-7416-0802-5

Broschur (reguläre Ausgabe) | 248 Seiten |Farbe | 19,99 € | ISBN 978-3-86607-930-4

cover Marvel 1602 Deluxe

Einige Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung ist kürzlich bei Panini Comics die Deluxe-Ausgabe der alternativen Geschichte der Marvel-Helden erschienen. Neben Überformat und Hardcovereinband bietet die Ausgabe neues Bonusmaterial und ein doppelseitiges, zum Schutzumschlag gefaltetes Poster.

Neil Gaiman, bekannt als Autor der Sandman-Reihe und von American Gods, hatte sich in der Nachfolge der Anschläge vom 11. September geweigert, einen Marvel-Comic in der aktuellen Zeit mit Hochhäusern, Flugzeugen und Bomben zu schreiben und den Ausweg des beginnenden 17. Jahrhunderts gewählt, weil es noch Magie genug enthält, Amerika aber schon entdeckt ist.

Die bekannten Konflikte werden 400 Jahre in der Zeit zurückversetzt erzählt: Magneto gegen Carlos Javier, Dr. (Otto von) Doom gegen die Vier von der Fantastik; Roihaz als Captain America, Donal als Thor, Sir Nicholas Fury als Geheimdienstchef und Doctor Stephen Strange als Leibarzt der Königin sind weitere Akteure im Konflikt zwischen der ältlichen und schon bald ermordeten Elizabeth I, Königin von England und dem Herausforderer James VI, König von Schottland und Elizabeths Nachfolger als James I. Auch die spanische Inquisition und der Vatikan dürfen in diesem Setting nicht fehlen, kommen aber erwartungsgemäß nicht gut weg. Bei der Auswahl der Charaktere hat Gaiman sich von dem Figurenpersonal der 60-er Jahre leiten lassen, konnte aber trotzdem nicht alle unterbringen.

Marvel 1602 - Detail

Den genauso wesentlichen Part der Zeichnungen hat Andy Kubert, wie auch sein Vater Joe kein Unbekannter im Bereich der Superhelden-Comics, übernommen. Er hat seine Arbeit in einer für die USA unüblichen Art abgeliefert die es erlaubt, den sonst typischen Schritt des Inkens zu überspringen. Die Linien sind dadurch sauberer und integrieren sich besser in das Ergebnis. Durch das gute Papier und das etwas größere Format kommen diese Zeichnungen besonders gut zum Ausdruck.

Erwähnt werden sollte auch, dass Todd Klein 2004 einen seiner bisher 17 (!) Eisner-Awards für das beste Lettering eben für diese Serie bekommen hat.

Marvel 1602 - Detail

Worum geht es? Die Königin Elizabeth I weiß um die Gefahr für ihr Leben und ihr Reich sowie um ihre Feinde und Fury versucht, sie zu schützen. Gleichzeitig beauftragt er Matthew Murdoch, einen blinden irischen Sänger, mit der Aufgabe, den Schatz der Templer in Empfang zu nehmen und sicher nach England zu geleiten. Die spanische Inquisition möchte Elizabeth durch James ersetzen und Doom möchte, nun ja, die Welt beherrschen. Gleichzeitig versucht Javier, Mutanten um sich zu scharen und zu beschützen während Magneto „seine“ Mutanten für seine Zwecke einzusetzen sucht.

Alle Subplots hier aufzuführen würde den Rahmen bei weitem sprengen und das Lesevergnügen schmälern. Immerhin handelt es sich um eine achtteilige Miniserie, die in der Folge auch noch drei Fortsetzungen erfahren hat.

Warum ist die Deluxe-Ausgabe gerade jetzt erschienen, mehr als 10 Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung? Vielleicht dachte man sich bei Panini, dass die Welt gerade so in Unordnung ist, dass eine Alternativweltgeschichte, die auch noch nicht ganz schlimm ausgeht, gerne genommen würde…

Bonusseite Marvel 1602 Deluxe

Auf jeden Fall macht sich die Ausgabe gut in jeder Sammlung von amerikanischen Comics und die Skizzenseiten bieten ein willkommenes Plus zur regulären Veröffentlichung. Die Idee mit dem Poster ist auch ganz nett, die notwendigen Knicke beeinträchtigen das Vergnügen aber doch etwas.

Dazu passen Attila the Stockbroker & Barnstormer und gewürzter Wein.

© der Abbildungen 2018 MARVEL, Panini Verlag

Batman – Der dunkle Prinz Sammelband

Cover Batman - Der dunkle Prinz

Batman – Der dunkle Prinz Sammelband

Story: Enrico Marini
Zeichnungen: 
Enrico Marini

Originaltitel: Batman – The Dark Prince Charming

Panini Comics
Prestige | 148 Seiten | Farbe | 16,99 €
ISBN:
978-3-7416-0967-1

Nach Disney und Marvel erlaubt nun auch DC einem europäischen Künstler seine eigene Version eines Markennamens: Enrico Marini durfte sich einen lang gehegten Traum erfüllen und seine eigene Interpretation eines der bekanntesten Comic-Helden erschaffen. Batman – der dunkle Prinz erschien zunächst in zwei großformatigen Bänden bei Dargaud auf Französisch und Niederländisch und kurze Zeit später auf Deutsch bei Panini Comics. Zum internationalen Batman-Tag ist nun ein Sammelband mit beiden Teilen im Batman-typischen Prestige-Format erschienen. Natürlich gibt es dieses Werk ebenfalls als limitiertes Hardcover zu einem Preis von 23 €.

Lohnt sich das? – Klare Antwort: Ja, denn das andere, kleinere Format und das glänzendere Papier entlocken der Geschichte noch mal neue Eindrücke und erlauben eine bessere Vergleichbarkeit mit den anderen Batman-Titeln. Wer bisher noch nicht zugegriffen hat sollte es jetzt auf jeden Fall tun, denn diese Story bringt die ganze Erfahrung Marinis im Erzählen guter und spannender Geschichten zur Geltung. Er nimmt alle erwarteten Züge des Jokers und Harley Quinn auf der einen Seite, Batmans und Alfreds auf der anderen und Catwoman irgendwo dazwischen auf, setzt aber eigene Akzente bei der Handlung.

Detail Batman - Der dunkle Prinz

Bruce Wayne erfährt, dass er (mal wieder) Vater geworden ist. Bevor er sich mit dieser neuen Situation abgefunden hat wird seine mittlerweile bereits neun Jahre alte Tochter allerdings von Joker entführt, die Mutter lebensgefährlich verletzt. Marini gelingt es brillant, die abstruse und brutale Verrücktheit des teuflischen Jokers und gleichzeitig die verletzliche Liebesgeschichte zwischen ihm und Harley darzustellen.

Genauso abgedreht ist definitiv der verzweifelte Versuch des dunklen Ritters, den Ort herauszufinden, an dem das Mädchen versteckt wird. War Batman schon oft nah an der Grenze zum „Bösen“ so kommt er ihr in diesem Band noch einmal näher und überschreitet sie sogar teilweise. Der Konflikt mit sich selbst und seinen Peers aufgrund seiner Verzweiflung wird allerdings durchaus entwickelt und es geht nicht um Rache oder Vergeltung, da die Rettung immer im Vordergrund steht.

Detail aus Batman - der dunkle Prinz

Beim Artwork beweist Enrico Marini, dass er zurecht einer der erfolgreichsten aktuellen Comicschaffenden im europäischen Raum ist. Auf Deutsch sind von ihm unter anderem Gipsy, Die Adler Roms, Raubtiere und der Stern der Wüste erschienen. Sein frankobelgischer Stil mit dicken schwarzen Linien und handkolorierter Tusche erlauben insbesondere bei den Gesichtern viele Details und stimmungsvolle Atmosphäre. Seine Seiten quellen teilweise vor Action nur so über da die einzelnen Bilder sich überlappen, spiegeln oder ineinander übergehen. Marini hat sich viel von aktuellen Filmproduktionen abgeschaut. Es gibt aber auch seitenfüllende Zeichnungen in der er sein Verständnis der Anatomie des Menschen unter Beweis stellen kann. Durch das kleinere Format wird die gefühlte Geschwindigkeit dabei noch einmal erhöht.

Dankenswerter Weise befinden sich in diesem Sammelband zusätzlich zu den beiden Einzelbänden die Anmerkungen des Künstlers, wie es überhaupt zu dieser Möglichkeit einen europäischen Batman zeichnen zu dürfen gekommen ist, und ein Interview speziell für die deutsche Ausgabe. Ein paar Skizzen sind ebenfalls enthalten.

Detail aus anhang zu Batman - der dunkle Prinz

Aufgrund des Tempos passt dazu am besten eisgekühlte Cola eures jeweiligen Lieblingsbrands und dunkler Urban Sound zum Beispiel von den Beastie Boys.

© der Abbildungen 2017, 2018 DC Comics, c/o Panini Verlag

Die Flüsse von London 1 – Autowahn

Cover Die Flüsse von London 1

Die Flüsse von London 1 – Autowahn

Story: Ben Aaronovitch und Andrew Cartmel

Zeichnungen: Lee Sullivan

Panini Comics

Originaltitel: Rivers of London: Body Work
Prestige | 128 Seiten | Farbe | 17 €
ISBN: 978-3-7416-0915-2

Die Flüsse von London sind als Buchausgabe schon seit langer Zeit fester Bestandteil der Bestsellerlisten. Seit 2016 gibt es bei Titan Comics in England auch eine Comicversion die es im August dieses Jahres auch nach Deutschland geschafft hat. Es handelt sich bei der Comic-Adaption übrigens um neue Abenteuer die die Printreihe ergänzen. Im Original ist gerade der fünfte Band erschienen, um schnellen Nachschub muss man sich also im Erfolgsfall keine Sorgen machen.

Page aus die Flüsse von London 1

Held der Geschichte ist der Londoner Polizist Peter Grant, der einer besonderen Spezialeinheit, dem Falcon, angehört, die sich um die Fälle kümmert, in denen Magie involviert ist. Während Peter noch ein Teilzeitmagier ist, der zwar in Verbindung zu den Göttinnen der Flüsse steht, spielt sein Chef, Inspector Nightingale in einer ganz anderen Liga.

Die Geschichte beginnt klassisch mit einem Autounfall: Ein Auto fährt in die Themse und die Insassen können es nicht mehr verlassen. Peter Grant erfährt, dass es sich nicht um einen normalen Unfall handelt, und bringt sich in die Ermittlungen der Londoner Polizei ein. Er bildet dabei ein Team mit Detective Constable Sahra Guleed, einer toughen Muslima. Schon am ersten Ort der Untersuchung versucht ein Auto die Ermittler zu überfahren. So weit, so gut, es hat allerdings keinen Fahrer!

Die Geschichte spielt in mehreren Zeitsträngen, die grafisch unterschiedlich dargestellt werden. Langsam stellt sich heraus, dass es um Rache geht und dass Alkohol eine Rolle spielt. Die Lösung des Falles ist dabei logisch begründet, liegt aber nicht von Anfang an auf der Hand, so dass genügend Spannung für den Leser aufgebaut wird. Wer mit aktuellen Fernsehserien oder den Romanen vertraut ist, wird sich hier sehr schnell heimisch fühlen. Beide Autoren haben bereits das eine oder andere Drehbuch für verschiedene Serien verfasst und kennen daher ihr Handwerk.

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Das Kreativteam ist im (britischen) Dr. Who-Universum heimisch. Es war also zu erwarten, dass sie routiniert mit diesen Themen umgehen können. Das Artwork bietet daher auch kaum Überraschungen, sondern absolut solide Kost. Die Story ist ursprünglich in 5 Teilen erschienen so dass im Laufe der Geschichte immer wieder kleine cliff-hanger zu erkennen sind die auf das nächste Heft neugierig machen sollen. In diesem Fall stört das die Gesamtausgabe aber nicht.

Panini druckt neben den Covern der Hefte noch ein paar Kurzgeschichten mit Geschichten aus dem Folly ab, die die Hauptpersonen aus einer anderen Perspektive zeigen – Gute Idee für den Serienstart und natürlich super, da dadurch mehr als die Hauptgeschichte geboten wird.

Die Zeichnungen sind im Regelfall auf drei oder vier Panelreihen verteilt. Daneben gibt es einige ganzseitige Illustrationen und größere Panels. Die Gesichter sind größtenteils ausdrucksstark und detailreich und heben sich dadurch durchaus ab. Wie es sich für eine Mystery-Reihe gehört fehlen die hellen Farben.

Im Vergleich zum Popcornkino fehlen die Piff-puff-bäng-Szenen. Mir gefällt das! Für alle, die es auch gerne etwas inhaltlicher und etwas weniger Kampf-orientiert haben ist diese Reihe daher durchaus ein Tipp im Superhelden Einheitsbrei!

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Dazu passt als Reminiszenz an den Zeichner Roxy Music (Sullivan spielt in einer entsprechenden Coverband) und ein Gin Tonic!

© der Abbildungen 2016 Ben Aaronovitch, 2018 Panini Comics

Der 15. September ist internationaler Batman-Tag

Logo Batman Tag

In den USA ist es schon eine ganze Weile üblich, die Kund*innen mit speziellen Werbeevents in die Läden zu locken. In Deutschland feiert man ebenfalls schon lange den Gratis-Comic-Tag und den Record-Shop-Day. Auch bereits in der Etablierungsphase ist der Batman-Tag, der dieses Jahr am Samstag, dem 15. September begangen werden wird.

In teilnehmenden Comic-Shops erwarten Euch viele spezielle Aktionen von Cos-play bis Batman-Kuchen in Eigenregie der Shops sowie ein Gratis-Comic und Postkarten von Panini. Natürlich gibt es auch ein „Verlobungs-Variant“ von Batman 18, das nur in teilnehmenden Shops erhältlich sein wird.

(c) Panini-Verlag 2018