DC Black Label – Joker/Harley 1

Psychogramm des Grauens

Story: Kami Garcia
Zeichnungen: 
Mico Suayan, Mike Mayhew, Jason Badower

Originaltitel: US-Joker/Harley: Criminal Sanity 1-3

Panini Comics
Hardcover Überformat | 108 Seiten | SW & Farbe | 20,00 €
ISBN: 
978-3-7416-2035-5

DC Black Label ist die Anlaufstelle für Geschichten, die keine intensive Beschäftigung mit einer jahrelangen Kontinuität erfordern, da sie mit den laufenden Reihen nicht verknüpft sind. Dadurch bieten sie die Möglichkeit, Figuren in einem ganz anderen Licht zu präsentieren und mit Was-wäre-wenn-Szenarien zu spielen. Und die Titel sind meistens Flaggschiffe oder Leuchttürme und bieten daher Szenarien und Zeichnungen deutlich oberhalb des Durchschnittes!

Psychogramm einer kriminellen Karriere

Auch wenn Batman immer noch der erfolgreichste „Held“ des DC-Universums ist, haben doch einige seiner Gegenspieler*innen ihm längst den Rang in punkto innovativität abgelaufen. Insbesondere der Joker und seine ehemalige Geliebte Harley Quinn bieten hierfür herausragende Ansatzpunkte, haben doch Psychologinnen/Profilerinnen und Psychopathen gerade auch im TV/Streaming-Serienmarkt Hochkonjunktur.

Psychogramm des Grauens reiht sich in diese Thematik ein: Harley arbeitet als Profilerin mit dem GCPD und analysiert Taten um dien Täter*innen auf die Spur zu kommen. Gotham ist dafür der wohl beste Ort denn es zieht diese Typen an wie Licht die Motten. Gleichzeitig hat sie aber immer noch nicht den Mord an ihrer Geliebten verwunden. Er wird dem Joker zugeschrieben und geschah vor fünf Jahren, ist aber immer noch unaufgeklärt.

In wechselnden Zeitebenen erzählt Kami Garcia in den ersten drei Teilen dieser Miniserie von Harley, ihrem verbissenen Kampf um Aufklärung und ihrem Alltag in einer Welt in der nicht alle Polizisten sind wie James Gordon. Ignoranz, Gewalt und Frauenfeindlichkeit, Homophobie und Bildungsferne sind – auch auf Vorgesetztenebene – weit verbreitet und erschweren durch die Vorurteile die Aufklärung der Taten.

Während in Rückblicken die Geschichte zweier misshandelter Kinder erzählt wird, die sich später zunächst gegensätzlich entwickeln werden, mordet ein Unbekannter und stellt seine Opfer in besonderen Posen zur Schau. Sie sind fachgerecht zerlegt, wieder zusammengenäht und stellen teilweise Kunstwerke nach.

Herausragende Bilder

Gleich drei Zeichner tragen mit ihren herausragenden Bildern zur eindrücklichen Stimmung dieser Miniserie bei: Mico Suayan, Mike Mayhew und Jason Badower bringen die Gegenwart in schwarz-weiß auf das Papier. Keine Kolorierung überdeckt die Fähigkeiten der Zeichner; Kontraste zeigen Emotionen und verstärken Stimmungen und durch das Fehlen der Farbe wird der hardboiled Ansatz noch unterstützt. Jede einzelne Szene könnte Bestandteil einer Netflix- oder HBO-Produktion sein!

Die Rückblicke auf die Kindheiten sind dagegen fast schon fotorealistisch in Farbe wiedergegeben. Die Gewalt der jeweiligen Elternteile (Vater gegenüber dem Jungen, die Mutter gegenüber dem Mädchen) und ihre Verachtung der Opfer wird durch diesen Gegensatz noch deutlicher herausgestellt.

Das Layout der Seiten folgt keinem klassischen Schema, sondern ist nur situationsgetrieben. Auch dadurch wird Spannung erzeugt oder gehalten. Fast würde man sich wünschen, dass der Band auch noch „Filmmusik“ enthielte. Zum Schluss noch der Hinweis, dass bei dem ganzen Schwarz-weiß zwei Farben sehr gezielt ihren Einsatz finden: Grün und Rot. Jede*r darf jetzt kurz überlegen, was damit wohl gekennzeichnet sein könnte. . .

Die Ausgabe

Natürlich gehören bei Panini ein paar Worte zu den Künstler*innen genauso zum Standard wie die Galerie mit Covern und Variants. Üblicherweise wird das aber im Premiumformat präsentiert. Die (wohl drei) Teile von Joker/Harley kommen aber als Hardcover im Überformat daher und bieten somit XXL-Genuss! Ehrlicherweise muss man sagen, dass nicht alle Zeichnungen aus amerikanischen Heften dieses größere Format vertragen. Hier kommen die Details aber viel besser zum Tragen!

Cover der limitierten Variantausgabe

Für alle Batman-Gelegenheitsleser*innen ein Fest! Für alle Police/FBI-Profiler-Serienfans den Versuch wert, das Medium zu wechseln! Für alle, die toughe, selbstbestimmte Heldinnen lieben ein Tipp! Und nebenbei für alle, die gut gezeichnete Thriller mögen, natürlich auch.

Dazu passen Bad Cop/Bad Cop vorzüglich und ein Brooklyn Lager.

© der Abbildungen 2019,2020DC Comics c/o Panini Verlags GmbH

Swysen/Bazile – Chaplin

Ein Leben für den Film

Autor: Bernard Swysen

Zeichner: Bruno Bazile

Originaltitel: Les étoiles de l´histoire: Chaplin

Panini Comics

Hardcover | 88 Seiten | Farbe | 20,00 €

ISBN: 978-3-7416-1951-9

Ein schwieriger Mann

Biografien sind prinzipiell immer spannend: die beschriebenen Personen haben etwas Besonderes und taugen daher als Vorbild oder zur Abschreckung. Zudem müssen sie bekannt genug sein um potenzielle Käufer*innen anzulocken, denn der Verlag will ja schließlich auch leben. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass sich um die Person entweder Mythen ranken oder aber Skandale.

Bei Charles Chaplin ist es eine Mischung aus allem: Ein berühmter Schauspieler und Regisseur, der es irgendwann geschafft hat aus der Stummfilmzeit in die Moderne zu wechseln, mit der Figur des Tramp ein „Erfinder“ im Bereich der Comedy, als Mitbegründer der „United Artists“ ein Pionier des Autorenkinos und ein skandalumwitterter Lebemann der mehrfach Minderjährige heiraten musste um die Schwangerschaft zu legalisieren.

Bernard Swysen beschreibt den Menschen dahinter sehr liebevoll. Beginnend mit seinem Start in einfachen und immer einfacher werdenden Verhältnissen und Rückschlägen in der Theaterkarriere erzählt er das Hadern des jungen Chaplin mit seiner Heimat England und seiner traditionellen Strenge. In Amerika fand er Weite, Anerkennung und das Gefühl, dass jede*r etwas werden kann.

Swysen beschreibt aber auch die Enttäuschungen, die Charles mit seinen Frauen erlebte. Irgendwie waren seine ersten Ehefrauen immer nur hinter dem Geld, dem Glamour und der Abfindung her. Die Kritik an Chaplin, der sich immer wieder mit jungen, minderjährigen Mädchen vergnügte und damit die Grundlage für das spätere Verhalten selbst zu verantworten hatte, wird zwar erwähnt, hätte aber auch prominenter seien können. Seine übertriebene, fast schon zwanghaft Akkuratesse wird dagegen deutlich und lässt erahnen, warum er oft genug mit sadistischen und diktatorischen Zügen beschrieben worden ist.

Neben der glücklichen Zeit mit Oona, seiner wohl vierten Frau, stehen auch seine Filme und ihre Rezeption sowie die Vorwürfe im Nachkriegsamerika wegen angeblicher Zersetzung und kommunistischer Ideen im Mittelpunkt. Schließlich erklärte sein Wunschland, dass es ihn nicht mehr wolle und so wurde die Schweiz zu seinem Refugium.

Die Zeichnungen

Bruno Bazile ist in Frankreich durchaus bekannt, hat er doch unter anderem die Geschichten um Sarkozix verfasst. Da diese sich aber mit französischer Innenpolitik beschäftigen ist eine Übersetzung kaum wahrscheinlich. Aber er ist auch noch für ein paar andere Serien verantwortlich. In dieser Graphic Novel beweist er, dass er sich nicht zu verstecken braucht. Seine Zeichnungen von Chaplin und seinen Begleitern erlauben es, die Figuren altern zu sehen. Auch bekannte Schauspieler wie etwa Douglas Fairbanks und natürlich sowohl der „echte“ Chaplin als auch seine Filmfiguren sind gut getroffen.

Regelmäßige Leser*innen von comix-online wissen, dass eines meiner Qualitätskriterien die Mundpartie ist. Oft genug fällt den Künstler*innen nichts anderes ein, als immer wieder die gleiche Lippenstellung mit einer weißen Füllung zu präsentieren. Bazile bietet zwar auch noch etwas Luft nach oben hin zu einer realistischen Darstellung, ist aber sehr flexibel und trifft fast immer den richtigen Ausschnitt und Winkel!

Die Ausgabe

Ansonsten bewegt sich der Band mit seinen 70 Comic-Seiten auf klassischen frankobelgischen Pfaden. Ruhiges Layout, detaillierte Hintergründe und durch das Überformat auch visuell sehr ansprechend! Dankenswerter Weise gibt es auch noch einen Anhang mit einer Übersicht aller Filme von Charles Chaplin, übersichtlich sortiert nach Jahr und Studio und ein paar Fotos aus seinem Leben. Insofern eine runde Sache!!

Dazu passen eigentlich eher dramatische Klänge ohne Gesang, am besten mit ein wenig Knistern. Wäre mir aber ehrlich gesagt zu langweilig ohne den dazu laufenden Film. Daher also in Erinnerung an den gerade verstorbenen Toots Hibbert die Empfehlung für Toots & the Maytals mit „Reggae Got Soul“ und dazu ein Gin Tonic!

© der Abbildungen 2020 Panini Verlags Gmbh / DUPUIS 2019, by Swyers, Bazile | Charlie Chaplin TM © Bubbles Inc. S. A.

Geissman – The History of EC Comics

Das ultimative Kompendium

Autor: Grant Geissman

Taschen Verlag

Hardcover XXL-Format mit Schutzumschlag und Leseband | 592 Seiten | Farbe | 150,00€

ISBN: 978-3-8365-4976-9

Das Buch

Mehr als 6 Kilogramm wiegt das XXL-Hardcover im Format 29 x 39,5 cm! Obwohl gut gebunden besteht die Gefahr, dass es bei falscher Lagerung „schief“ wird und daher kommt es in einem stabilen Karton. Auf seinen 592 Seiten zeigt es mehr als 1000 Abbildungen, davon rund 100 noch nie gesehene aus dem Familienarchiv. Neben Fotos, Verträgen und natürlich ganz vielen Panels und Seiten aus den Comics gehören dazu auch Silverprints, also handkolorierte Vorlagen für den Coverdruck. Zu dem Bildmaterial gehört auch eine vollständige Galerie aller Cover von 1933 bis 1956!

Dabei hat das Coffee-Table-Book aber nicht nur grafisch etwas zu bieten, denn auch inhaltlich ist eine so umfangreiche, komplette Verlagsgeschichte nirgendwo zu finden. Natürlich gab es gerade im englischen Sprachraum schon viele Bücher, aber eben immer nur über Ausschnitte und auch die Essays etwa in der aktuellen Wally Wood-Reihe im All Verlag oder das Dossier in der Reddition 62 sind eher als Ergänzung zu verstehen.

Bill Gaines und Al Feldstein 1950

Einen kleinen Haken hat die Sache allerdings: Das in der ersten Auflage auf 5000 Exemplare limitierte Werk ist nur in englischer Sprache erhältlich. Trotzdem – und das sei hier bereits verraten – ist es jeden Cent seiner 150 Euro wert. Die langen Winterabende kommen schon bald, die Kneipe ist wegen Corona eh nicht zu empfehlen und schließlich steht ja auch Weihnachten fast schon vor der Tür.

Das Buch folgt strikt der zeitlichen Chronologie und reichert die Fakten mit Anekdoten, persönlichen Begebenheiten, Biografien und einer unvorstellbaren Fülle von Abbildungen an.

Der Autor

Mit Grant Geissman hat der Verlag einen international renommierten Kenner der Materie gefunden, war er doch derjenige, der mit dem vorherigen Herausgeber Russ Cochran extra einen neuen Verlag gegründet hatte um die Reihe der EC Archives fortzusetzen als Gemstone damit aufgehörte. Sein erstes Buch zu diesem Komplex war MAD gewidmet und ist bereits vor 25 Jahren erschienen, weitere folgten. Nun ist also das Opus Magnum zur ganzen Geschichte des Verlages erhältlich.

Hauptberuflich ist Geissman übrigens im 45-ten Jahr seiner Profikarriere als sehr bekannter Jazz-Musiker und war bereits mehrfach für den Emmy nominiert, etwa für Monk und Two and a half Men.

Eine tragische Vater-Sohn-Beziehung steht am Anfang

Max Gaines gründete zunächst den Verlag All American Comics, in dem Flash, Green Lantern und Wonder Woman starteten, wurde dann aber von seinen Partnern herausgekauft. Mit diesem Geld hatte Max dann 1944 EC Comics gegründet; das E stand dabei zunächst für Educational. Zwar verkauften sich die bereits bei AAC gestarteten Picture Comics of the Bible gut, der Rest der Titel aber nicht und so wurde aus dem E ein Entertaining. Als er 1946 bei einem Bootsunfall starb, wurde sein Sohn William (Bill), der gerade dabei war, sein Lehrerexamen zu machen, von der Mutter gebeten, den Verlag fortzuführen. Sein Vater hatte nie ein gutes Haar an ihm gelassen und nichts hatte ihm ferner gelegen, als in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, aber er beugte sich dem Drängen und fand langsam in seine Rolle.

Wie damals üblich sprangen Verlage auf ein gerade erfolgreich platziertes Thema und melkten die Käufer solange es ging. Den richtigen Profit machten dabei aber vor allem die Trendsetter und so kam es, dass der gerade frisch gestartete Al Feldstein seine Chef, der zugleich ein Freund war, überzeugen konnte, selbst ein Thema zu kreieren: Langsam wandelten sich die Crime und Western orientierten Titel hin zu Horror-Geschichten. Anfangs noch eine Geschichte pro Heft war bald eine ganze Gruppe von Titeln nur diesem Thema verpflichtet.

Der New Trend

The Haunt of Fear, Tales from the Crypt, The Vault of Horror starteten den New Trend. Die Geschichten hatten jeweils einen festen Erzähler: The Vault-Keeper, The Crypt-Keeper und The Old Witch. Diese waren aber nicht an bestimmte Titel gebunden und erschufen dadurch eine übergreifende Identifikation.  Zu dieser Zeit stießen viele neue Mitarbeiter zu EC die alle auf ihre Art prägend und einzigartig waren: Graham Ingles, Wallace Wood (zunächst noch im Duo mit dem späteres SF-Autor Harry Harrison), Jack Davies oder Joe Orlando. Alle diese Künstler werden intensiv vorgestellt.

Das Horror-Thema wurde bereits nach kurzer Zeit durch Weird Science und Weird Fantasy und damit auf die ersten echten Science-Fiction-Themen ergänzt. In den Pulps und Radio-Hörspielen hatte es diese Themen schon länger gegeben, im Comic war das aber neu und startete erneut einen neuen Hype.

Diese Aufarbeitung von Geissman stoppt aber nicht bei all den bekannten Namen. Das besondere hier ist, dass auch Personen wie Marie Severin ihre Credits bekommen. Sie war diejenige, die den Geschichten ihre Farben gab. Waren vorher nur Freelancer am Werk, prägte sie ab 1951 tatsächlich den Stil und sorgte zugleich für einen gewissen Ausgleich, galt sie doch als das „katholische Gewissen“ des Verlages und milderte die eine oder andere Übertreibung der Boys ab.

Der wahre Horror ist die Realität: Krieg und SuspenStories

Die Fans erwarteten mehr und Gaines konnte auf sein altes Motto zurückkommen: Während bei anderen Verlagen die Zeichnung im Vordergrund steht ist es bei EC die Story. Zusammen mit Kurtzman wurden Kriegs-Comics entwickelt, kurze Zeit später von Crime SuspenStories. Diese neuen Geschichten boten vor allem ein Forum für Kommentare zur menschlichen Verfassung – Rassismus, Bigotterie, Drogen, Korruption etc. standen immer wieder Pate für die mit einem typischen EC-Ende versehenen Stories. Neben einem großen Zuspruch durch die Fans führte das aber auch zu einer geheimen FBI-Untersuchung: Kriegscomics, die nicht den Heroismus sondern den Schrecken in den Mittelpunkt stellen wurden unter dem Aspekt der feindlich gesinnten Wehrkraftzersetzung untersucht.

Die abgedruckten Bildbeispiele zeigen diesen Anspruch im Detail. Einerseits wird Kurtzmans detailbesessenes Mikromanagement deutlich, andererseits werden trotz der in den 50-er Jahren limitierten grafischen und drucktechnischen Möglichkeiten die Seitenaufbauten, das Spiel zwischen Licht und Schatten und die gewählten ausschnitte als Stilmittel erkennbar. Film Noir oder Will Eisner’s Spirit sind weitere Einflüsse.

Und dann wurde es verrückt

Wenn Horror und Science-Fiction zwar inhaltliche Marktführertitel sind, Umsätze aber zurückgehen, muss etwas Neues her. Da traf es sich gut, dass Harvey Kurtzman, immer etwas neidisch auf die Einkünfte Al Feldsteins, mehr Geld brauchte und so wurde ein comic Comic Book entwickelt, das die ganze Welt erobern sollte. Mit MAD wurden die EC-typischen Twists in das Satirische gedreht und Comics, TV und Film-Persiflagen erstellt und damit komplett neue Käufer*innenschichten erschlossen. Natürlich gab es die eine oder andere witzige oder juristische Auseinandersetzung, die jeweils hier ihre Beschreibung und Würdigung erfährt. Auch die internen Streitigkeiten, etwa um Panic, das einzig offizielle MAD-Plagiat, sind nachzulesen!

Das Ende naht – Wertham und die Folgen

Schon immer hatte es Kritik an den Themen und insbesondere den Darstellungen von Horror, Gewalt und Sexualität gegeben aber 1954 erreichte die Debatte einen Höhepunkt. Innerhalb weniger Monate hatte die Jagd, angeführt von dem Psychologen Wertham und einigen Elternverbänden zur Etablierung einer Selbstzensur der amerikanischen Comicverlage geführt und zur Aufgabe der Crime und Horror-Titel von Gaines‘ EC Comics. Es folgte die Clean, Clean Line mit Titeln wie Piracy, Psychoanalysis oder Aces High. Niemand erinnert sich an diese Titel, oder?

Die ganze Diskussion hatte allerdings auch eine positive Auswirkung, denn MAD wandelte sich vom Comic-Book in ein Magazin, änderte Format und Preis und fiel somit nicht unter den beschneidenden Comic-Code! Da alle anderen Versuche floppten blieb MAD als einziger EC-Titel übrig. Schließlich musste dann noch eine harte Entscheidung getroffen werden: Kurtzman ging und der zwischenzeitlich entlassene Feldstein übernahm das Ruder von MAD und kurz drauf tauchte Alfred E. Neumann erstmals auf dem Cover auf.

Damit begann eine weitere Erfolgsgeschichte die schließlich zu mehr als 2,5 Millionen verkauften Exemplaren führen sollte, später aber unter anderen Dächern als EC. EC inspirierte unzählige spätere Independent-Aktivist*innen und auch dieses ist in diesem Prachtband beschrieben und dokumentiert!

Must Have

Der Kauftipp dieses Jahres im Bereich der Comic-Sekundärliteratur! Kein Verlag hat Comics für Erwachsene (im positiven Sinn) so geprägt wie der EC-Verlag und noch heute sind Horror und Science-Fiction-Fans von der Qualität überzeugt. Gleichzeitig hat MAD Maßstäbe gesetzt und ganze Generationen von Komikern und Comedians weltweit beeinflusst. Schließlich hat sich EC – vor allem auch in den Kriegs-Comics – nie auf blinden Patriotismus und falsche Heldenverehrung verlassen, sondern gesellschaftlich relevante Themen wie Rassismus und Drogenkonsum angesprochen.

Die Zusammenstellung all dieser Fakten mit der unglaublichen Fülle von Bildmaterial durch Grant Geissman wird der Qualität und Einzigartigkeit des EC-Verlages gerecht, allerdings ohne dabei in Lobhudelei zu verfallen. Geissman ist ein intimer Kenner und Experte, aber kein Fanboy! Trotzdem ist kein einziger Satz dieses Mammutwerkes überflüssig oder gar langweilig. Die Abbildungen sind in Sekundärtiteln oft eher gut gemeint als wirklich hilfreich: Details lassen sich mit der Lupe gerade noch erkennen. Das XXL-Format erlaubt Bildgrößen, die Details wiedergeben, grafische Entwicklungen klar werden lassen oder aber eine ganze Geschichte auf zwei Doppelseiten (lesbar!) zu platzieren. Alleine schon deswegen ein Must-Have für alle, die ein bisschen mehr über Comics wissen wollen!

Keine Musikempfehlung könnte tatsächlich für das ganze Werk reichen. Immerhin ein ganzes Stück würdet ihr mit dem Konzertmitschnitt von Tay Mahal & Keb‘ Mo‘ Band kommen (Jazz San Siver 2017). Der Genuss von einem Mackmyra Vinterglöd könnte ebenfalls helfen!

© der Abbildungen 2020 TASCHEN GmbH / by William M. Gaines, Agent, Inc.

Gratis Comic Tag 2020 – weitere Perlen

GCT 2020 zum Vierten – persönliche weitere Empfehlungen ohne „Rubrik“

Nun steht der Gratis Comic Tag 2020 also wirklich kurz vor der Tür! Comix-online hat bereits einige der diesjährigen Gratishefte vorgestellt: Western, von deutschsprachigen Künstler*innen und für Kids. Es gibt aber noch so viel mehr, dass eine letzte kleine subjektive Liste folgen soll. Dieser Liste werden keine Comics fernöstlicher Stilrichtungen angehören; Nicht, dass mir nicht der eine oder andere Titel durchaus gefallen würde, ich traue mir selbst schlichtweg nicht zu, auch nur halbwegs eine Einordnung hinzubekommen und so würde ich über ein „Das gefällt mir“ nicht hinauskommen. Ich gelobe Besserung.

Illustration: Artur Fast

Alle Infos zum GCT, insbesondere eine Suchmaschine für Aktionen in eurer Nähe und alle Titel findet ihr auf der offiziellen Seite.

Die Rückkehr aufs Land

Jean-Yves Ferri und Manu Larcenet haben ein (mittlerweile) dreibändiges Meisterwerk verfasst, das durch Corona eine ungeahnte Aktualität erfahren hat. Viele Großstädter haben sich während des Lockdowns überlegt, dass eine Kleinstadt doch auch Vorteile hätte: Die Konkurrenz um das Klopapier ist geringer, der Garten bietet mehr Auslauf als der Etagenbalkon und die Fahrten zur Arbeitsstelle fallen schließlich bei Homeoffice weg. Die Rückkehr aufs Land beschreibt in kurzen Episoden alle Tücken, die jetzt eben gefehlt haben und lässt das Knollenmännchen, mehr noch aber seine unerschütterliche Frau Prüfungen bestehen, die teilweise nur mit Kartons zu bewältigen sind. Sehr liebevolle Halbseiter die auf Deutsch bei Reprodukt erschienen sind.

Roald Dahl reloaded

Hexen hexen ist ein Kinderbuchklassiker des bereits 1990 verstorbenen Autoren Roald Dahl. Er erscheint immer wieder in neuen Fassungen und ist in der von Pénélope Bagieu Teil des Reprodukt-Beitrages zum GCT 2020. Oma muss als Ablenkung Geschichten erzählen, um von der Trauer abzulenken und Geschichten über Hexen eignen sich dazu besonders, denn schließlich gibt es ja keine, oder doch? Liebevolle Geschichte, die aber für sehr zartbesaitete nicht ganz geeignet ist. Bagieus Zeichnungen sind kantig, nicht einfach und schon gar nicht weichgespült. Trotzdem oder viel eher gerade deswegen kann man als Leser*in aber glauben, dass Sorgen ernst genommen werden und findet möglicherweise die gewünschte Ablenkung.

Klassische und urbane Sagen

Klassiker zuerst: Unter dem Label „Mythen der Antike“ werden klassische Stoffe neu aufbereitet und geraten dadurch vielleicht wieder in den Blickwinkel der jungen Generation. Falls nicht, finden sich wenigstens ältere Leser*innen, die die Geschichten nur wiederauffrischen wollen. Als Beispiel findet sich der komplette erste Teil (von drei) der Ilias im Programm. Clotilde Bruneau hat den Text aufbereitet, Pierre Taranzano hat das Ganze in schöne Bilder gepackt. Klassische frankobelgische Schule (allerdings mit teilweise computergenerierten Hintergründen) aus dem Hause Splitter.

Die Entstehungsgeschichte der Teenage Mutant Ninja Turtles behandelt dagegen moderne urbane Mythen. Im klassischen Schwarz-Weiß müssen die mutierten Schildkröten ihren bis dato größten Kampf gegen Ninjas durchstehen. Mehr von Eastman und Laird’s Epen bei Dani Books. Als Zugabe präsentiert dieses Heft ein paar Entwürfe und Illustrationen und lohnt sich schon deswegen!

Fantastisches London

Viktorianisches England, Crime and Suspense, Fantastische Begebenheiten und eine unerschrockene Heldin sind die Ingredienzien dieser Serie von Thierry Gloris und Jacques Lamontagne aus dem Splitter-Verlag. Pik-As ist eine fantastische Detektei die Fälle im Grenzbereich übernimmt. Die sehr detaillierten Zeichnungen bieten das Böse, das Unglückliche aber auch das Schöne ungeschminkt dar und platzieren das Ganze vor ungemein detaillierten Hintergründen. Ein Fest für die Augen! Das Heft enthält den kompletten ersten Band Die Parapsychologin und könnte dafür sorgen, dass gleich sieben Titel auf der Einkaufsliste landen.

Horror von Alan Moore

Cinema Purgatorio ist eine Reihe von ineinander verwobenen Geschichten, die dem Kopf Alan Moores entsprungen sind. Teilweise zeichnet er selbst für das Szenario verantwortlich, teilweise hat er diese Aufgabe anderen überlassen. Im Original sind insgesamt 5 verschiedene Geschichten Teil dieses Universums. In jedem der insgesamt 18 Hefte der Serie ist jeweils ein Kapitel erschienen. Die auf Deutsch beim Dantes Verlag erscheinenden Ausgaben widmen sich aber jeweils nur einer Storyline. Drei erste Kapitel werden hier vorgestellt. Schwarz-weiß Horror (nur) für Erwachsene.

Und sonst

Daneben gibt es noch viele weitere Titel und jede*r von euch sollte einen eigenen Blick auf das große Angebot werfen. Eine Nichtaufnahme hier ist kein Indiz für einen schlechten Comic, sondern viel eher limitierten Zeitbudgets geschuldet!

Nutzt das Event um mal wieder in einen Comic-Shop, einen Schauraum, eine teilnehmende Buchhandlung oder einen anderen Ort zu gehen und nehmt nicht nur Hefte mit, sondern schaut euch um und besucht die Stätte eures Vertrauens auch danach wieder.

Die geschenkten Hefte lassen sich dann überall genießen, vorzugsweise mit einer an den verschwindenden Sommer erinnernden Limonade und einer Playlist mit College Punk.

© der Abbildungen 2020 Gratis Comic Tag und den jeweiligen Verlagen und Künstler*innen

DC Black Label – Der Fluch des Weissen Ritters

Batman – Der Fluch des Weissen Ritters

Story: Sean Murphy
Zeichnungen: 
Sean Murphy, Klaus Janson (Von Freeze)
Farben: Matt Hollingsworth

Originaltitel: US-Batman: Curse of the White Knight 1-8; US-Batman: White Knight presents Von Freeze

Panini Comics
Broschur | 268 Seiten | Farbe | 27,00 €
ISBN: 
978-3-7416-1838-3

Um es vorwegzunehmen: Dieses Sequel zu Der Weisse Ritter ist eine der besten Batman-Geschichten seit langem und gehört in jede Batman-Sammlung!

Der Inhalt

Der Joker ist wieder er selbst und Jack Napier, der eloquente Politiker, der Gotham für immer verändern wollte, ist nur noch eine Möglichkeit innerhalb der Psyche des irren Massenmörders. Auch Batman/Bruce Wayne ist wieder er selbst, allerdings von erheblichen Zweifeln geplagt und kurz davor, seine Geheimidentität preiszugeben. Jim Gordon dagegen hat sich definitiv verändert; er möchte die von Napier vorgebrachten Ideen umsetzen, die Eliten bekämpfen und entmachten sowie für die Bewohner*innen Gothams als Bürgermeister da sein.

Im zur Seite steht eine neue Behörde, das GTO, in der seine Tochter Barbara, Nightwing aber auch Rene Montoya oder Sgt. Bullock und andere für eine neue Gesellschaftsordnung kämpfen.

Auf einer parallelen Erzählebene geht es um ein dunkles Geheimnis aus den Gründertagen. Ursprünglich war Gotham ein Piratenloch und wurde von Edmond Wayne und Bakkar, einem Krieger-Priester des Ordens von St. Dumas befreit als sie Laffy Arkham töteten. Aus für uns zunächst ungeklärter Ursache kam es zum Zerwürfnis zwischen den Beiden und heutzutage ist nur noch das Vermögen der Waynes in Gotham repräsentiert. Das Geheimnis wurde aber scheinbar vom Joker entdeckt und scheint grundlegend zu sein.

Da die Eliten sich mit ihrer Entmachtung nicht abfinden wollen, versuchen sie auf mehreren Wegen, die Zukunft Gothams nach ihren Plänen zu gestalten. Einer davon ist der Versuch, Azrael, einen Krieger des Ordens von St. Dumas, als neuen Batman zu präsentieren. Und dann gibt es auch noch die schwangere Harley Quinn/Harleen Quinzel die nichts lieber möchte als ihren Jack zurück zu bekommen und dafür sogar unerwartete Bündnisse eingeht.

Da es sich bei Black Label immer um eine Geschichte außerhalb der Kontinuität handelt, darf (reichlich) Blut fließen und der eine oder andere liebgewordene Hauptcharakter verlässt die Bühne. Emotionen, Anspielungen auf die Hauptserie und Überspitzungen der gewohnten Charaktereigenschaften machen das Lesen zu einem Genuss!

Sean Murphy beweist noch weitgehender als in der ersten Miniserie wie gut er die Figuren verstanden hat und was alles aus diesem bekannten Setting herauszukitzeln ist. Durch die Verknüpfung von Historie und Gegenwart schafft er sogar noch eine weitere Dimension von Fragen/Problemen die Anknüpfungspunkte für weitere Hefte bieten würden.

Die zusätzliche Geschichte Von Freeze wird von Murphy als „deleted scene“ bezeichnet. Sie spielt in der Vergangenheit in Nazi-Deutschland und wirft einen Blick auf unmenschliche Forschungen, Antisemitismus und die Frage nach dem Verhältnis von Ethik und Moral auf der einen und wirtschaftlichen Interessen auf der anderen Seite!

Die Zeichnungen

Hatte ich bei Teil 1 noch geschrieben, dass die Zeichnungen von Sean Murphy Potential für Verbesserungen enthalten würden, ist jetzt zu bemerken, dass es realisiert und gehoben wurde! Detailgenaue Zeichnungen mit einer gehörigen Portion Realismus führen zu Figuren, die möglicherweise eine Rasur nötig hätten, deren Körperbau aber wenigstens möglich ist. Gerade die Gesichtsausdrücke sind immer noch etwas karikierend überzogen, bringen dadurch aber eben auch die emotionale Nähe rüber.

Auch die Kolorierung von Matt Hollingsworth ist angenehm zurückhaltend und unterstützend. Es gibt keine Kaugummibunten Quitschefarben sondern realistische Kompositionen und die Bräunung der in der Vergangenheit spielenden Episoden ist ebenfalls gut gelungen.

Der Stil von Klaus Janson ist etwas härter, sollte aber Batman-Fans ebenfalls vertraut sein. Als in Deutschland geborenem Künstler war es für ihn eine besondere Herausforderung die Nazi-Brutalität darzustellen. Die Geschichte bietet einen interessanten neuen Aspekt in der Beziehung der Waynes und Mr. Freeze und stellt alte Gewohnheiten und Vorurteile in Frage.

Die Ausgabe

Natürlich ist es schön, dass wir hier nicht 9 Monate auf die Komplettierung dieser tollen Story warten mussten, sondern alles schön handlich in einem gut gebundenen Paperback serviert bekommen. Die Cover werden wieder mitgeliefert und dazu gibt es auch noch einführende Worte und ein paar unkolorierte Zeichnungen, die einen Einblick in das Wirken Murphy’s geben.

Gerade die weiblichen Figuren Harley Quinn und Barbara Gordon haben hier mehr Platz zur Entfaltung, so dass sie alles andere als Anhängsel sind, und auch Ruth spielt eine große Rolle.

Wer möchte kann das Ganze auch als limitiertes Hardcover für gerade einmal 9 € mehr erwerben!

Variantcover der limitierten Ausgabe

Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung für Batman-Fans aber eben auch für Gelegenheitsleser*innen und Fans der klassischen 80-er und 90-er Jahre!

Die mehr als 260 Seiten brauchen ein wenig um (erstmals) verschlungen zu werden und für den Anfang ist deshalb Wasser wohl angemessen, da am wenigsten ablenkend. Für den zweiten Durchgang vielleicht einen gut gekühlten Riesling und dazu die immer noch guten Peter & The Test Tube Babies!  

© 2019, 2020 DC Comics c/o Panini Comics

Smith/Duursema – Avatar

Avatar – Tsu’Teys Pfad

Story: Sherri L. Smith (nach James Camerons Film)

Zeichnungen: Jan Duursma, Doug Wheatley (Brüder)

Originaltitel: US-Avatar: TsuTey’s path 1 – 6, Avatar – Brothers (from Free Comic Book Day 2017)

Panini Comics

Broschur | 148 Seiten | Farbe | 18,00 €
ISBN: 
978-3-7416-1432-3

James Camerons Avatar von 2009 ist immer noch einer der erfolgreichsten Filme der Welt und eröffnete tricktechnisch ganz neue Horizonte. Was folgt aus einem Blockbuster? Richtig: die große Maschine läuft an und neben Merchandising erfolgt eine Zweitverwertung in Comic und Literatur und aus einem Film wird eine Reihe. Bei Avatar hat das alles ein wenig länger gedauert als üblicherweise und so handelt es sich bei Tsu’Teys Pfad tatsächlich um die erste offizielle Comicveröffentlichung.

Der Inhalt

Auf dem Mond Pandora wohnen die Na’Vi im Einklang mit der Natur. Obwohl sie keine Vegetarier sind und sich von gejagten Tieren ernähren, stehen sie doch mit ihrer Umwelt und allen anderen Lebewesen in direktem Kontakt. Sie können sich über eine Art außen liegender Synapsen mit anderen Lebewesen und Pflanzen verbinden und darüber Gefühle und Gedanken austauschen. Ihre Lebensweise kommt der Vorstellung eines Paradieses wohl relativ nahe. Natürlich gibt es Gefahren und auch Tod, das Ganze ist aber im Rahmen einer akzeptierten Ordnung.

Gestört wird das gesamte Gefüge durch die Menschen. Sie haben entdeckt, dass der Mond Bodenschätze beherbergt, die abgebaut werden sollen. Wie so üblich interessieren ökologische Aspekte bei wirtschaftlich getriebenen Projekten herzlich wenig und so wird der Abbau durch militärische Aktionen begleitet und die Vernichtung des ökologischen Systems steht bevor. Sollte sich jemand an die Ereignisse im Regenwalt erinnert fühlen?

Die Menschen haben es geschafft, Avatare zu erschaffen. Menschen können einen Körper steuern und sich somit in das Leben des Stammes der Omatikaya „einschleichen“. Die Himmelsmenschen werden zwar als Traumwanderer erkannt, sind aber trotzdem Teil des Alltags. Ihre Aufgabe ist es, die Aktionen zu unterstützen, den Widerstand zu spalten und schlussendlich auszuschalten. Auch Jake Sully ist einer dieser Grenzgänger, verliebt sich aber in eine der Na’Vi – Neytiri – und zweifelt an seinem Auftrag.

Im Gegensatz zum Film wird die bekannte Story aus anderer Perspektive erzählt. Tsu’Tey ist einer der größten Krieger der Omatikaya und traut den Traumwandlern nicht. Eigentlich würde er sie gerne töten, muss aber hinnehmen, dass sie Teil der Stammesgemeinschaft werden. Als es zum Kampf kommt wird diese Kooperation aber auf eine neue Probe gestellt.

Zusätzlich ist auch noch die Kurzgeschichte Brüder abgedruckt; Bei ihr handelt es sich eher um eine Fingerübung für Sherry L. Smith: Verschmelzungen zwischen Na’Vi und Tier, Gefühlsübertragung und Action. Das scheint hilfreich gewesen zu sein, denn ihr Aufbau der Geschichte ist sehr stringent und logisch. Nicht immer ist es einfach, eine bekannte Story neu zu erzählen, weil der Spannungsbogen anders trägt. Ihr gelingt es aber in einer sehr lesenswerten Version die zwischen „privaten“ und kämpferischen Stellen sehr geschickt wechselt.

Die Zeichnungen

Auch Jan Duursma ist nicht unbekannt im Bereich der Comicadaptionen von filmischer Science-Fiction. Ihm gelingt es (für mich ehrlicherweise unerwartet) gut, die 3-D animierten Na’vi in zweidimensionale Bilder zu übertragen. Landschaft, fremdartige Wesen und auch die Humanoiden Handlungsträger sind ansprechend und „anders“ genug! Bei einigen Hintergründen wirken die Figuren allerdings wie draufkopiert. Insgesamt ist das aber eine gute Leistung!

Das Seitenlayout ist eine gute Mischung aus traditioneller Erzählweise und komponierten Bildern mit komplexerer Struktur. Kein innovatives Feuerwerk, aber das wäre bei einem Blockbuster, somit also bei einem Mainstreamwerk eher hinderlich!

Fazit

Gelungener Auftakt der Reihe mit Geschichten aus dem Avatar-Universum! Im Laufe der nächsten Jahre werden nicht nur drei neue Filme auf den Markt kommen, sondern auch ihre Adaptionen und wahrscheinlich auch begleitende Geschichten. Wir können gespannt sein! Wie immer gehören natürlich auch alle Cover zum Lieferumfang

Dazu passen die sehr melodischen Guitar Gangsters die mittlerweile auch schon über 30 Jahre dabei sind und ein Red Ale.

© der Abbildungen 2020 Panini Verlags GmbH / Twentieth Century Fox Film Corporation

Adams/Rodríguez – Die Insel des Dr. Moreau

Die Insel des Dr. Moreau

Story: Ted Adams, Gabriel Rodríguez nach H. G. Wells

Zeichnungen: Gabriel Rodríguez

Originaltitel: The Island of Dr. Moreau 1 & 2

Panini Comics
Hardcover | 108 Seiten | Farbe | 25,00 €
ISBN: 
978-3-7416-1752-2

Herbert George Wells ist einer der Wegbereiter der modernen Science-Fiction und als solches ein Klassiker, viele seiner Werke sind aber zu Unrecht ein wenig in Vergessenheit geraten. Teilweise liegt das daran, dass der Stoff keine Adaption in bewegten Bildern erfahren hat, teilweise wahrscheinlich eher daran, dass die Kinoversionen nicht in der Lage waren, sich nachhaltig in das Gedächtnis zu spielen.

Die Insel des Dr. Moreau gehört sicherlich zu den Letzteren, denn an sich ist der Roman an Aktualität und Thematik sehr frisch! Wenn er wie in dieser Fassung dann auch noch leicht modernisiert daherkommt ist ein Bestseller eigentlich schon vorprogrammiert. Hmmh, zumindest hätte er das verdient!

Die Story

Ellie Prendick ist eine studierte Biologin, die sich 1896 nach einem Schiffsunglück irgendwo im Pazifik an das Ufer einer abgelegenen Pazifikinsel retten kann. Dort trifft sie auf einen abgehalfterten Säufer, Mr. Montgomery, einen von der Hochschule suspendierten Wissenschaftler, Dr. Moreau, und ein paar kapuzenbewehrte Angestellte. Schnell erinnert sie sich an die grausamen Experimente des Dr. mit Lebewesen, wegen denen er Europa hatte verlassen müssen und muss feststellen, dass er seine Experimente nicht nur fortgesetzt hat, sondern auch Kreaturen geschaffen hat, die halb menschlich, halb tierisch zu sein scheinen.

Während einige der Kreaturen sich dieser Situation scheinbar klaglos unterordnen und andere durch eine Quasi-Religion gehalten werden, scheinen andere mit ihrer Rolle unzufrieden zu sein. Durch das Auftauchen der Fremden wird nicht nur Montgomery zu einem sabbernden Etwas, auch die Wesen erkennen, dass sich Machtverhältnisse verschoben haben.

Kaum ein Roman dieser Zeit ist so aktuell, wenn es um die Grenzen des Machbaren geht. Überall greift die Menschheit durch Gentechnik in evolutionäre Prozesse ein, verändert oder zerstört die Umwelt und lässt ethische Diskussionen über die eigene Tätigkeit nicht mehr zu. Geändert wurde in dieser Adoption von Ted Adams und Gabriel Rodríguez lediglich das Geschlecht der Besucherin, die im Original noch männlich war. Dadurch kommt in der Graphic Novel eine weitere Konfliktschicht hinzu.

Das Artwork

Rodríguez hat fast die gesamte Geschichte im Doppelseitenlayout angelegt; die Leserichtung geht also immer von links nach ganz rechts und macht nicht wie üblich in der Mitte der Seite halt. Dadurch ergeben sich ungewohnte Bildmöglichkeiten, insbesondere für Landschaften im Panorama-Modus und für Ansammlungen von Geschöpfen. Die Zeichnungen sind sehr detailreich und erlauben sowohl rasante Action durch die Abfolge vieler Panels in einer Reihe als auch ruhig bei flächefüllenden Illustrationen. Die Ausgabe bietet dabei die seltene Möglichkeit, das gesamte Werk in seinen Bleistiftzeichnungen vor der Kolorierung zu betrachten, da diese ebenfalls enthalten sind.

Erst diese reinen Zeichnungen bieten die Chance, den Zeichner in Reinkultur zu sehen, denn gerade im amerikanischen Raum können inks and colours sowohl in positiver als auch in negativer Seite den ursprünglichen Künstler komplett verändern. In dem zusätzlich auch noch abgedruckten Interview darf Gabriel Rodríguez dann auch noch erklären, warum er sich für dieses innovative Layout entschieden hat und warum die Beiden diesen Stoff adaptiert haben.

Die Empfehlung

IDW ist aktuell einer der innovativsten Plätze im amerikanischen Comic-Business. Diese Literaturadaption ist dafür ein weiterer Beweis, denn sie vereinigt handwerkliches Können auf hohem Niveau mit der Auswahl relevanter Themen und sinnvollen Goodies wie Reinzeichnungen und Interview.

Auch die deutsche Ausstattung ist angemessen: Hardcover mit Glanzlackapplikation, größeres Format und festes Papier lassen den Preis von 25 € als der Wertigkeit entsprechend erscheinen. Definitiv ein Band auch für diejenigen, die sonst mit Material aus den USA nicht so viel anfangen können! Für mich einer der Kandidaten für die Jahresbestenliste: politisches Thema wie aktuell auch z.B. bei Schreiber & Leser und gut gemachte Science-Fiction und nicht nur für die Älteren, die H. G. Wells noch in der Schule gelesen haben.

Dazu passen alter Hardrock in neuen Schläuchen von Samantha Fish und ein Bier aus der inklusiven Josefs-Brauerei Bigge.

© der Abbildungen 2020 Panini Verlags GmbH / Ted Adams, Gabriel Rodríguez & Idea & Design Works, LLC

Bennett/Kristantina – Insexts 2

InSEXts 2 – Nekropolis

Story: Marguerite Bennett
Zeichnungen: 
Ariela Kristantina

Originaltitel: InSEXts 8 – 13

Panini Comics
Prestige | 132 Seiten | Farbe | 17,00 €
ISBN: 
978-3-7416-1725-6

Der Bodyhorror der Amerikanerin Marguerite Bennet geht in die zweite Runde in Deutschland. Dementsprechend muss nicht mehr viel erklärt werden und die Story kann sofort Fahrt aufnehmen.

Männerwahn und alltägliche Gewalt

Vom Prinzip her geht es – wie so oft – darum, dass Frauen sich so zu verhalten haben, wie es von Männern gewünscht ist. Das gilt umso mehr als die Geschichte im viktorianischen Zeitalter spielt, Frauenrechte also noch vollkommene Wunschvorstellung waren. Es geht aber auch darum, dass nicht alle Frauen bereit sind, sich an diese Regeln zu halten und so finden wir die beiden Protagonisten des ersten Bandes in Paris wieder. Während sich Mariah um ihren kleinen Jungen gekümmert und ein sicheres Heim geschaffen hat, erwacht Lady erst jetzt wieder.

Sie machen Bekanntschaft mit einer jungen Frau – Haruspex – die ebenfalls außergewöhnliche Kräfte zu haben scheint sowie mit einer Gruppe junger Herren, die die Frau als klassisches Schönheitsideal verehren, ihr allerdings kein eigenes Leben erlauben wollen. Mit Hilfe eines magischen Gegenstandes verwandeln sie Frauen und machen sie wehrlos. Natürlich können die Heldinnen das nicht hinnehmen und so kommt es in und unter der Stadt Paris zu einem Showdown der Kräfte.

Die Umsetzung

Ariela Kristantina setzt die Story in einem ganz eigenen Stil um. Einerseits geht es um offenkundige Erotik zwischen den Frauen und um sexualisierte Gewalt der Männer. Andererseits steckt aber auch in der Kombination aus gefährlichem wie schönem Insekt und Frau so viel Poesie, dass es unfair wäre, es auf eines zu reduzieren. Insofern haben wir es hier mit Schauerromantik-Horror der besten Art zu tun!

Viele der Seitenlayouts basieren auf einem großen Bild, in das die die Handlung treibenden Panels eingebettet sind. Diese sind wiederum sehr flexibel in der form und können rechteckig, schräg oder rund sein und lassen daher keine Langeweile aufkommen. Besonders hervorzuheben sind allerdings die ganzseitigen Illustrationen am Anfang und Ende jedes Kapitels.

Auch wenn die Frauen in dieser Geschichte viele Herausforderungen zu bestehen haben und oft nicht nur ihre Identität, sondern auch ihr Leben verteidigen müssen, gibt es doch Hoffnung auf Verwirklichung, auf Liebe und auf eine Zukunft!

Für alle Liebhaber*innen moderner Horror/Schauerromantik abseits von Teenager-TV-Serien fast schon ein Muss!

Dazu passen ein gut gekühlter Rosé und die Downtown Boys, eine queere, diverse, fordernde Band!

© der Abbildungen 2019/2020 Marguerite Bennet/ Aftershock Comics, c/o Panini Verlag

Finch/Aneke – Age of Conan 2

Valeria – Die Rächerin aus Aquilonia

Story: Mereditch Finch
Zeichnungen: 
Aneke

Originaltitel: US-Age of Conan: Vaeria 1 – 5 (2019/2020)

Panini Comics

Broschur | 116 Seiten | Farbe | 14,00 €
ISBN: 
978-3-7416-1605-1

Die Reihe Age of Conan präsentiert Geschichten über “Nebenfiguren“ mit genügend Potential für ein halbes Jahr. Sollte sich mehr daraus entwickeln können, steht einem Spinn-off sicherlich nichts im Wege. Bis dahin hat Marvel aber einen Brand für viele Stories im Randbereich von Conan der alle paar Monate einen perfekten Einstiegspunkt für Newbies ermöglicht und zudem noch eine Wiederverwertung als Paperback. Der zweite Run präsentiert Valeria, die beste Schwertkämpferin Aquilonias!

Das Licht der Pulp-Welt erblickte Valeria erst nach dem Freitod ihres Schöpfers Robert E. Howard, hatte später aber mehrere Auftritte in den Marvel-Comics um den schwertschwingenden Barbaren und durfte auch in der Kinoverfilmung mit Schwarzenegger dabei sein. Immer tauchte sie aber als schon fertige Kämpferin auf und so war es an der Zeit, ihre Herkunft (oder Comic-Marketing-technisch ihre Origin) zu erzählen.

Die Story

Valeria lebt als junge Frau zusammen mit ihrem Bruder Cassian auf einem Hof. Oft genug ist auch ihr Onkel Antonius anwesend, der beste Freund ihres Bruders. Eines Tages muss sie jedoch mit ansehen, wie ihr Bruder von einem Vermummten getötet wird. Die letzten Worte ihres Bruders deuten auf Antonius als Täter hin und fortan kennt Valeria nur noch die Rache als Ziel für ihr Leben. Sie eignet sich mehr und mehr Kampftechniken an und wird zur Meisterin mit dem Schwert.

Während ihrer ersten Jahre muss sie ein ums andere Mal erkennen, dass sie zwar gute Kampfesfähigkeiten erlernen konnte, die männliche Kraft aber nicht immer ersetzen kann. Dementsprechend muss sie auch lernen, vorauszuplanen und ihre Fähigkeiten optimal einzusetzen. Während eines Aufenthaltes in einem Kloster von Mitra scheint sie die Spur von Antonius endlich gefunden zu haben.

Doch wie immer stellt sich die Frage, ob solche Fixierungen der Realität standhalten können. Wird Valeria Antonius töten?

Das Artwork

Meredith Finch hat eine geschickt erzählte Variante des klassischen Topos geschaffen. Held*in erleidet einen Schicksalsschlag und sinnt auf Rache – der Weg ist mühsam aber aufgrund des starken Zieles ist ein Aufgeben keine Option – der ersehnte Moment ist ganz anders als geplant… Finch legt dabei durchaus Wert darauf, dass sie keinen Helden beschreibt, sondern eine Heldin, die mit ganz anderen Herausforderungen zu kämpfen hat. Dabei spielt sie auch mit den Vorurteilen, die dieser männlich dominierten Serie qua definitionem innewohnen und sorgt dadurch für den einen oder anderen Schmunzler.

Auch die Zeichnungen stammen von einer Frau: Aneke hat sich ebenfalls schon ihre Sporen verdient und schafft es, das junge Mädchen, die lernende junge Frau und die erfahrene, körperbewußte Kämpferin gleichermaßen glaubwürdig darzustellen. Ihre Valeria hat die Fähigkeit, Emotionen und eigene Ungewissheiten zu zeigen und sogar Unwillen gegenüber Brutalität, gleichzeitig aber auch durch Körpersprache auszudrücken, dass sie keinesfalls klein beigeben wird. Das ist gegenüber teilweise sehr hölzernen Geichtszügen in amerikanischen Comicheften schon mal ein großes Plus.

Der Seitenaufbau steigert sich dabei über die fünf Ausgaben von Standardware zu komplexen beidseitigen Splashpanels gewaltig und so sei der marketingtechnisch wohl notwendige große Busen in unpraktischer Kampfeskleidung verziehen (der im Übrigen bei einer Herkunftsgeschichte für eine bekannt Figur ja auch gar nicht beeinflussbar ist). In den jüngeren Inkarnationen sieht sie dagegen ganz normal aus.

Die Wertung

Marvel experimentiert in dieser Serie mit weiblichen Teams und anderen Blickwinkeln. Hoffentlich laufen sie so erfolgreich, dass noch viele weitere folgen werden! Ich finde, dass das der teilweise doch sehr antiquierten Reihe um schwertschwingende Barbaren zu Gute kommt! Daher die Empfehlung nicht nur für eigefleischte Fans (denen der etwas andere Blickwinkel trotzdem gefallen dürfte) sondern auch für alle, die bisher gedacht haben, dass Sword & Sorcery nichts für sie ist.

Dazu passen Samantha Fish und ein Fruchtbier!

© der Abbildungen 2019, 2020 Conan Properties international LLC c/o Panini Verlag GmbH

Marvel Comics 1000

Die Jubiläumsausgaben 1000 und 1001

Story: Al Ewing und viele andere
Zeichnungen: 
Steve Epting und viele andere

Originaltitel: US-Marvel Comics 1000, 1001 (2019)

Panini Comics

Broschur | 132 Seiten | Farbe | 15,99 €
ISBN: 
978-3-7416-1566-5

Marvel wurde im letzten Jahr 80 Jahre alt und hat mit verschiedensten Publikationen sein Jubiläum gefeiert. Begonnen hatte alles 1939 mit dem Comic-Ableger Timely Comics. Das mit Pulps etablierte Konzept sollte mit einem anderen Medium fortgeführt werden und schon der erste Titel ließ (rückwirkend) Großes erahnen, kam er doch als Marvel Comics #1 heraus. Er präsentierte die ursprüngliche Fackel, den Sub-Mariner und – damals noch Mainstream – den Westernhelden Masked Raider.

1941 wurde Stan Lee die Leitung übertragen und 1951 erfolgte der erste Namenswechsel zu Atlas Comics. Wieder 10 Jahre später hieß es dann Marvel Comics und so blieb es bis heute. Diese Kontinuität galt allerdings nicht auf Seite der Eigentümer, denn Marvel wechselte ein ums andere Mal den Besitzer bis schließlich 2009 Disney den Verlag übernahm.

Die Ausgabe

Eine besondere Art des Feierns waren die Titel Marvel Comics 1000 und 1001 vom Oktober und Dezember des letzten Jahres, die nun auch auf Deutsch in einem Sammelband erschienen sind. Natürlich ist so ein Rückblick immer eine persönliche Auswahl der Highlights und Meilensteine, dieser ist allerdings eine besonders gelungene! Marvel Comics 1000 präsentiert für jedes der abgelaufenen 80 Jahre genau eine Seite mit einem prägenden Detail, erstellt von den aktuellen Superstars der Szene.

Dabei kommen viele Szenarios von Al Ewing, dem es dadurch gelingt, so etwas wie einen roten Faden durch die Geschichte zu verfolgen und ein Geheimnis aus den Anfangstagen durch all die Jahrzehnte weiter zu entwickeln. Dabei gelingt es sogar, den Bogen von dem Masked Raider und die Three X’s über Conan und Darth Vader bis hin in die Zukunft zu spinnen und das Gesicht hinter der Maske zu enthüllen.

Nicht immer ist die Story stringent und mehr als einmal werden die Durchschnittsleser*innen ein Nachschlagewerk ihrer Wahl bemühen wollen um festzustellen, welche Serie oder welche Hauptfigur hier gerade im Fokus steht. Das ist meiner Meinung nach aber kein Manko, sondern ein positiver Nebeneffekt. Lasst euch dadurch vor allem nicht abschrecken: da jedes Teilchen genau eine Seite umfasst, ist auch bei Nichtwissen weder der Lesefluss eingeschränkt noch wird die Geschichte unverständlich.

Zeichnerisch bieten die beiden Jubi-Nummern alles, was geht. Es macht keinen Sinn, jetzt Namen zu droppen, denn (fast) alle, die nicht rechtlich daran gehindert sind, für Marvel zu schreiben oder zu zeichnen und Lust hatten, sind auch dabei. Stilistisch geht es daher von klassisch über kindgerecht, von Fantasy-orientiert bis hin zu fast schon expressionistisch und auch die Textmenge variiert von sehr wenig bis hin zur gerade eben noch Platz für eine winzige Illustration lassend.

Die Empfehlung

Gewisse Meilensteine gehören in jede Comic-Sammlung. Marvel Comics 1000 ist einer davon! Welche Ausgabe ihr euch schlussendlich ins Regal stellen wollt, bleibt euch überlassen, aber das hier ist definitiv der Preis-Leistungs-Sieger und das limitierte Hardcover ist verlagsvergriffen.

Zugleich ist dieser Band eine Leistungsschau von über 100 aktuellen Kreativen und bietet eine einmalige Gelegenheit für einen Überblick in die Spitzenklasse der (US-)Comic-Branche.

limitierte Hardcover-Ausgabe

Dazu passt das New York Ska Jazz Ensemble und ein Mix-Kasten mit dem Besten, was euer Getränke-Dealer zu bieten hat.

© der Abbildungen 2020 Marvel Characters B.V. c/o Panini Comics, Stuttgart