Charlot / Fourquemin – Lord Harold GA

Die Fälle von Lord Harold dem Zwölften – Gesamtausgabe

Story: Philippe Charlot
Zeichnungen: 
Xavier Fourquemin

Originaltitel: Les Enquettes de Lord Harold, Douxieme du Nom – Blackchurch/Trois Petites Souris

Piredda Verlag

Hardcover | 144 Seiten | Farbe | 30,00 € 
ISBN: 
978-3-949968-01-3

Cover Lord Harold GA

London ist mit seiner Geschichte, seinem Nebel und seinen lange als gefährlich und verrucht klassifizierten Vierteln an der Themse ein bevorzugter Schauplatz für Kriminalgeschichten. Das gilt besonders für die Viktorianische Zeit als moderne Technologie, moderne Methoden und moderne Auffassungen noch weitgehend unbekannte Zukunft waren. Trotz allem gab es immer schon Menschen, die sich mit dem Staus Quo nicht abfinden wollten und nach Neuem suchten. Einer davon ist Lord Harold Alaister Cunningham Talbot der Zwölfte.

Moderne Ermittlungstaktik und Standesdünkel

Lord Harold, der Zwölfte seines Namens, ist ein junger Adeliger, der nicht viel auf hergebrachte Verhaltensweisen gibt. Und so beschließt er, seine Kenntnisse nicht nur theoretisch zu erweitern, sondern auch praktisch anzuwenden. Als er dementsprechend seinen Dienst bei der Polizei antritt, stößt er gleich einer ganzen Anzahl von Mitbürgern vor den Kopf: Seinem Butler, dem diensthabenden Offizier der Wache in Blackwater, und seinem Butler Donald, der nun nicht mehr weiß, wie er sein Versprechen, dem Herrn zu dienen, umsetzen soll. Auch der Constabler des Towers ist alles andere als begeistert.

Lord Harold GA page 7

Neben Harolds Tanten steht allein die Königin diesem Experiment aufgeschlossen gegenüber, verlangt allerdings auch Erfolge. Blackchurch führt zunächst die Personen ein, vor allem natürlich den jungen Lord, seinen Hund Hermes und die zwei Beamten, die ihren Dienst mit ihm zusammen versehen werden. Die andere Hauptrolle nimmt eines der verrufenen Viertel Londons ein, Blackchurch, das fest in der Hand von Gauner*innen ist. Leider hat der Ruf mittlerweile so stark gelitten, dass kaum noch betuchte Menschen sich dort blicken lassen.

Harold verliert nie den Mut und glaubt, dass auch die Bewohner*innen dieses Viertels eigentlich gute Menschen sein könnten, wenn sie nicht am Rande des Abgrundes stünden. Der Konstabler und einige Adelige sind dagegen der Meinung, dass Blackchurch ausradiert werden müsse. Drei kleine Mäuse setzt diesen Kampf fort. Philippe Charlot beweist auch in dieser Serie, dass er ein Händchen dafür hat, Geschichten mit kleinen Begebenheiten Tiefe zu geben und sie somit glaubwürdiger zu machen. Dabei beweist er großen Respekt vor den Tugenden und Verachtung für Scheinheilige.

Lord Harold GA page 8

Rasantes Tempo

Die Geschichte wird in vielen Abschnitten sehr rasant erzählt. Manchmal hat man das Gefühl, dass Xavier Fourquemin seine Personen nur im Laufschritt auftreten lässt. Dieses Tempo artet aber nicht in Hektik aus, sondern entspricht der Unsicherheit der Personen, die sich Stillstand nicht leisten können. Einzig die Tanten und die Königin bilden einen gegensätzlichen Ruhepol mit ihren Teezeremonien. Butler Donald steht irgendwie dazwischen.

Die einzelnen Panels sind in sehr klar gliedernden Streifen angebracht. Diese unterscheiden sich nur in der Höhe und erlauben damit unterschiedliche Dynamiken. Besonders gut gelungen sind die „unheimlichen“ Szenen, die an Edgar Wallace-Filme erinnern und der jugendliche Übermut, den Lord Harold fast in jedem Bild ausstrahlt.

Lord Harold GA page 9

Sehr schöne, moderne Erzählung

Der Piredda-Verlag schafft es immer wieder, Serien an Land zu ziehen, die auch gut in das ZACK gepasst hätten. Auch Lord Harold ist so ein Fall: nicht zu viel Gewalt, aber auch kein Kindercomic. Ansprechender Semi-Funny, der Humor mit anspruchsvoller Story paart ohne hyper-realistische Zeichnungen zu bringen. Wer Das Mädchen von der Zeitausstellung oder Die Flintenweiber mag, wird hier ebenfalls Spaß haben!

Die Gesamtausgabe enthält neben den Covern der Einzelbände auch noch einen ganzen Schwung von Illustrationen. Figurenstudien, Skizzen und Seitenentwürfe runden die Ausgabe angemessen ab. Für Liebhaber*innen gibt es auch eine (verlagsvergriffene) limitierte Sonderausgabe.

Details aus Anhang Lord Harold GA

Dazu passen No Respect mit “Human Scum” und ein Dark Porter.

© der Abbildungen Editions Glénat 2020-2021 by Philippe Charlot & Xavier Fourquemin / 2022 Piredda Verlag

Schmidt – Nick Knatterton

Die Bibliothek der Comic-Klassiker 7: Nick Knatterton

Story und Zeichnungen: Manfred Schmidt

Originalausgabe

Carlsen Comics
Hardcover Querformat | 440 Seiten | Farbe | 40,00 €
ISBN: 
978-3-551-02918-8

Cover Bibliothek der Klassiker 7 - Nick Knatterton

In der Bibliothek der Comic-Klassiker erscheinen in unregelmäßiger Folge nationale wie internationale Must-Haves. Sie ist damit quasi die aktuelle Version der Reihen, die vor Jahren von der Bild und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verlegt worden waren. Die Aufmachung wirkt aber etwas gediegener und präsentiert die Stoffe in lesbarerer Form! Die Gesamtausgabe enthält alle 18 Geschichten des deutschen Meisterdetektivs.

Kombiniere …

Deutschland im Jahre 1950. Es geht wieder aufwärts, das Wirtschaftswunder nimmt seinen Lauf und neben der Sorge um das nackte Überleben ist wieder Zeit für Zerstreuung. Bestandteil dieses Paketes ist die Illustrierte QUICK mit schnell konsumierbaren News aus aller Welt. Stars und Sternchen bildeten dabei eine Säule, schon ab dem zweiten Jahr aber auch die Geschichten um Nick Knatterton! Bis 1959 sollten die Comics im Magazin bleiben, Lizenzen wurden auch in das Ausland verkauft.

Detail Nick Knatterton GA page 22

Manfred Schmidt, Erfinder, Texter und Zeichner der Serie, hatte die erste Geschichte als Parodie auf die aus Amerika kommende Kunstform der Comics, speziell Superman, geplant. Für einen deutschen Bildungsbürger waren Bildgeschichten bestenfalls etwas für Kinder, keinesfalls aber wertvoll. Überrascht vom Erfolg und Zuspruch der Leser*innen entstanden dann aber doch insgesamt 18 Episoden mit dem superschlauen Helden in markanter Kleidung mit Pfeife und spitzem Kinn.

Die Geschichten sind voll von Anspielungen auf die damalige politische Großwetterlage und präsentieren ein zeitgemäßes, krudes Frauenbild (giftiger Vamp oder naive Sekretärin) samt üppiger Kurven. Vor allem anfangs fühlt man sich an die wilden, Slapstick getriebenen Abenteuer von Tim bei den Sowjets erinnert. In den späteren Folgen wird die Handlung etwas systematischer entwickelt.

Detailreiche Zeichnungen mit Erklärungen

Ein wesentliches Merkmal der Zeichnungen von Schmidt sind die Kästchen, die Details aus den Bildern erklären. Manchmal wirken diese Texte, als ob der Zeichner seinen Leser*innen nicht zutrauen würde, die Bildsprache zu verstehen. Meistens sind sie aber ironische Anmerkungen, die den Fokus auf bestimmte Details legen. Die Zeichnungen sind schwarz-weiß, haben teilweise mit Wasserfarben gemalte Anteile, und nutzen ein Raster für die Kleidung der Hauptperson.

Detail Nick Knatterton GA page 23

Schmidt setzt häufig auf Speedlines und Wölkchen, um Bewegung zu visualisieren und pflegt ansonsten einen karikaturesken Stil. Damit ist er mit seinen wöchentlichen zwei Streifen in der Tradition der Zeitungscomics ohne wirklich dazuzugehören. Nick Knatterton ist ein Produkt seiner Zeit und würde so heutzutage niemals ein Publikum finden. Der dahinterstehende rasante Slapstick, die Überhöhung der natürlichen menschlichen Eigenschaften in der Person des Helden und die teils bissigen Kommentare auf das Zeitgeschehen sind aber ein wertvoller Bestandteil der Geschichte des deutschen Comics und damit ein notwendiger Teil einer Comic-Bibliothek in unseren Landen!

Ansprechende Darbietung

Der Hamburger Verlag hat sich erfolgreich bemüht, Nick Knatterton in einer wertigen Form zu präsentieren! Das gut gebundene Hardcover im Querformat steckt in einem hochformatigem Schuber und passt daher in jedes Regal. Damit ähnelt dieser Band auch den anderen Teilen der Reihe. Die jeweiligen Wochenlieferungen wirken durch den großzügigen Weißraum ohne jede Ablenkung und jede der Geschichten bekommt eine kurze Einführung.

Detail Nick Knatterton GA page 426

Sicherlich gibt es antiquarisch noch die eine oder andere Ausgabe der Geschichten für weniger Geld. Der Preis dieser Ausgabe ist aber für die Ausstattung angemessen und ein neues Buch hat, nicht nur für Sammler*innen, seine Vorteile! Vielleicht auch ein Geschenktipp für Weihnachten für die Opas!

Dazu passen ein klassischer Weinbrand sowie Bill Ramsey mit “Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett”, auch wenn dieser Schlager erst ein paar Jährchen nach der Einstellung der Comics aufgenommen wurde!

© der Abbildungen Carlsen Verlag GmbH, Hamburg 2022

Jean Graton – Michel Vaillant Collector’s Edition 4

Gesamtausgabe Teil 1: 1964 – 1967

Story: Jean Graton
Zeichnungen: 
Jean Graton

Originaltitel: Michel Vaillant L’Intégrale 4

Egmont Comic Collection

Hardcover | 224 Seiten | Farbe | 39,00 € |

ISBN: 978-3-7704-0296-0

Cover Michel Vaillant Collector's Edition 4

Es gibt eigentlich zwei Comic-Helden, die die Generation ZACK im Wesentlichen repräsentieren: Rick Master und Michel Vaillant. Während der erstere seine Gesamtausgabe auf Deutsch schon komplettiert hat, ist für zweiteren die Collector’s Edition gerade angelaufen und nun bei Band 4 angekommen. Und bevor jetzt ein Shitstorm anläuft: Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe von erstklassigen Held*innen, die Tintin, Spirou und ZACK zu dem gemacht haben, was sie waren bzw. noch sind. Die Jahreswertungen wurden aber mehrheitlich von eben diesen beiden angeführt. Und nicht zuletzt haben auch beide den Sprung in eine modernisierte Version geschafft.

Der Visionär

Jean Graton war nicht nur ein Meister seines Faches was die Zeichnungen betraf. Er hatte schon früh die Werbewirksamkeit von etablierten Comicfiguren erkannt und zunächst mit PubliArt, später mit seinem eigenen Studio unter anderem Michel Vaillant vermarktet. Daneben war er aber auch ein Fan von größtmöglicher Authentizität und Genauigkeit. Am liebsten war er vor Ort, schnupperte Benzin und genoss das Dröhnen in den Ohren. Sollte das nicht möglich sein, nutze er ein Netzwerk von Kontakten, um sich über Fotos und Literatur in die Rennstrecken und die verschiedenen Wettbewerbe einzufühlen.

Detail from Michel Vaillant Gesamtausgabe 4

So war es auch kein Wunder, dass er 1964 in Die Ehre des Samurai den Einstieg einer japanischen Firma in die Formel 1 vorwegnahm. Der tatsächliche Start von Honda folgte dann 1965. Sehr geschickt werden in diesem Band japanische Ehrvorstellungen, altväterliche Flapsigkeit und Gefahren risikobereiten Fahrens miteinander vermischt. Die Geschichte enthält aber auch eines der humoristischen Glanzlichter der frühen Jahre, wenn der Patriarch auf seinem Fahrrad mit der Fahrweise der jungen Wilden in Konflikt gerät. Diese Situation wird noch über Jahre immer wieder auftauchen. Zudem zeigt Graton, dass er durchaus gewillt ist, der Emanzipation Raum zu geben und die Familie offener zu gestalten als Traditionalisten es wünschen würden.

Spannung in Indianapolis ist eines der vielen Abenteuer, das Geschehen auf den Rennstrecken mit kriminellen Aktionen gegnerischer Rennställe verknüpft. Absolute Lieblingsgegner sind dabei sicherlich die Schurken, die hier für die Texas Driver’s fahren. Und in Die Ritter von Königsfeld beweist der Künstler, dass er nicht nur Rennstrecken auf das Papier bringen kann, sondern auch altertümliche Schlösser samt allen Voraussetzungen für eine Mystery-Geschichte. Rennfahrer verschwinden spurlos während Michel und Steve auf dem Schloss Königsfeld die Bekanntschaft von Vater und Tochter Spangenberg machen. Auch diese Geschichte wird sich fortsetzen.

Detail Graton Michel Vaillant 12

Der Reiz der Serie

Natürlich besticht Michel Vaillant vor allem dadurch, dass niemand sonst das Renngeschehen so glaubwürdig auf das Papier bekommt. Das Renngeschehen spielt sich vor den Leser*innen fast wie bei einer TV-Übertragung ab und lässt ein Mitfiebern zu. Dabei bleibt es aber nicht: Soap-Effekte lassen die Familie Vaillant wachsen, an Konflikten reifen und – vor allem – von Band zu Band langfristige Rahmenhandlungen erleben. Dabei werden die Figuren zwar kaum älter, heiraten aber, werden Eltern, …

Zusätzlich hat Jean Graton ein glückliches Händchen bei der Auswahl seiner Studiomitarbeiter. Christian Denayer etwa wird später Alain Chevallier auf den Markt bringen. Bei den hier abgedruckten Bänden ist er noch als Zeichner für die Autos verantwortlich und unterstützt somit die Produktion der neuen MV Geschichten. Die Collector’s Edition bringt dabei nicht nur die Alben in ungekürzter Version, sondern auch Kurzgeschichten und so rundet Der Autosalon 1946 die Comic-Sammlung ab.

Detail Graton Michel Vaillant 10

Zusätzliches Material

Eine ordentliche Gesamtausgabe muss heutzutage mehr liefern als eine angemessene Präsentation der Bildgeschichten und so ist es auch hier. Die einzelnen Abenteuer werden von Details zur Veröffentlichungshistorie begleitet und zeigen Magazintitelbilder und sonstige Illustrationen. Zusätzlich gibt es zu den einzelnen Bänden Hintergrundinfos und Volker Haman führt durch die Rezeption von Jean Graton in Deutschland.  

Selbst diejenigen, die schon alle Einzelbände im Regal haben, könnten durchaus auf die Idee kommen, sich die Collector‘s Edition zusätzlich anzuschaffen. Für alle anderen die Gelegenheit, die Serie in überschaubaren zeitlichen Abständen zu komplettieren!

Detail from Michel Vaillant Gesamtausgabe 4

Dazu passen ein Bölkstoff (auch wenn es von der zwei-rädrigen Variante des Rennsports kommt) und Noir Désir mit „Le Vent Nous Portera“.

© der Abbildungen Graton Editeur / 1964, 1965, 2008 / By Jean Graton – All Rights Reserved | 2022, Egmont Ehapa Media

Van Hamme/Francq – Largo Winch Doppelband 4

Makiling & Tiger

Story: Jean van Hamme
Zeichnungen: 
Philippe Francq
Originaltitel: 
Largo Winch Diptyques 4 (Volumes 7&8)

schreiber & leser Alles Gute!

Hardcover | 112 Seiten | Farbe | 24,95 €
ISBN: 
978-3-96582-092-0

Cover Largo Winch Doppelband 7 - 8

Der Verlag aus Hamburg bringt in rascher Folge die Doppelbände über den Erben des Winch-Konzerns heraus. Zur Erinnerung: Largo Winch ist der lange geheim gehaltene Erbe der Gruppe W. In seiner Jugend hat er überall auf der ganzen Welt Abenteuer erlebt und Körper und Geist gestählt. Nachdem er zunächst einmal seine Machtposition im Konzern hatte festigen müssen, erlaubt Autor Jean Van Hamme seinem Helden nun wieder etwas „Natur“. Van Hamme hatte die Figur zunächst als Romanhelden für eine erwachsenere Zielgruppe angelegt. Der Wechsel in das Comic-Genre hat sich auf jeden Fall gelohnt, gehört die Serie im französischsprachigen Ram doch zu den Erfolgsgaranten.

Politische Spielchen in Myanmar

In Myanmar, dem ehemaligen Birma, regiert zum Zeitpunkt dieser Geschichte noch nicht die heutige Militärjunta, Generäle haben aber schon damals das Sagen. Nicht unerwarteterweise gibt es in den Ländern, die an das kommunistische Gebiet angrenzen, Kontakte der Regierenden mit der CIA, insbesondere dann, wenn ein großer Teil der Weltproduktion an Heroin aus dem jeweiligen Land stammt. Ebenfalls erwartbar ist, dass es Untergrundgruppen gibt. Oft aus indigenen Strukturen entstanden, versuchen diese, teilweise mit Ideologien verknüpft, eine andere, aus ihrer Sicht bessere Zukunft für ihr Land zu erreichen. Nicht immer gehen diese Interessen mit denen der ausländischen Berater konform.

Largo Winch Makiling page 14

Wie dem auch sei: Simon Ovronnaz, Freund von Largo Winch seit früheren Tagen, bereist mit einer Freundin Myanmar. Beide werden mit fadenscheinigen Argumenten festgenommen und auf der Wache versucht Simon, eine Vergewaltigung seiner Begleiterin zu verhindern. Dabei wird ein Beamter scheinbar tödlich verletzt. In einem anschließenden Prozess wird Simon zum Tode verurteilt und zur Vollstreckung auf die abseits gelegene und schwer bewachte Festung Makiling verbracht.

Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, dass das angebliche Opfer bei dieser Aktion gar nicht zu Schaden gekommen war. Ein Komplott war geschmiedet worden, um finstere Ziele zu erreichen, und zwar basierend auf der Annahme, dass Largo Winch seinem Freund zu Hilfe kommen werde. Es scheint auch bekannt zu sein, dass Largo aus früherer Zeit Kontakte zu dem Führer der Rebellen, dem Tiger hat. Van Hamme verknüpft politische Motive (ja, auch ein wenige Verschwörungstheorie ist natürlich dabei) mit Actionelementen und Romantik zu einem glaubhaften, spannenden und realistischen Double-Feature und beweist ein weiteres Mal, warum seine Szenarien so erfolgreich sind!

Der Dschungel als Kulisse

Natürlich besteht Myanmar nicht nur aus Dschungel und Philippe Francq kann auch Städte und vor allem Technik perfekt auf das Papier bringen. Ein großer Teil dieser beiden Geschichten besteht aber aus Urwald mit all seiner überwältigenden Flora und Fauna. Er erklärt im Anhang, dass er sich an sich auf diese Möglichkeit sehr gefreut hätte, schon bald aber gemerkt hätte, wieviel Arbeit das macht. Glücklicherweise hat er sich nicht entmutigen lassen und die Qualität des Anfangs durchgehalten.

Largo Winch Makiling page 15

Außerdem darf er natürlich auch seine Kunst in der Darstellung des Alleskönners Winch beweisen. Sei es, dass dieser McGyver gleich aus unmöglichen Situationen einen Ausweg findet oder sich wie ein Martial Arts Kämpfer zur Wehr setzt. Nicht zuletzt ist seine Form beeindruckend, hat der CEO doch keineswegs an Kondition eingebüßt. Formal bewegt sich Francq allerdings auf sehr klassischem Terrain: meist dreizeiliges Layout und nur selten solch opulente Extravaganzen wie die Diskussion auf Seite 62. Trotzdem: Solide frankobelgische Thriller-Ware!

Sehr ansprechende Gesamtausgabe

Die Doppelbände haben Überformat und bringen dadurch den Inhalt noch besser zur Geltung. Allen gemeinsam ist der Anhang mit Informationen der Künstler zum jeweiligen Werk und vielen Skizzen und zusätzlichen Illustrationen, die den Schaffensprozess verständlich darbieten. Van Hamme ist nicht nur im Thrillerbereich (XIII) ein Star, seine Serien behandeln etwa auch die Geschichte des Brauens, spielen während der Kolonialisierung in Indien oder setzen Klassiker wie Blake und Mortimer fort.

Logo Largo Winch 7-8

Largo Winch gehört bei unseren westlichen Nachbarn zurecht zu den Kassenschlagern und hat auch hier eine größere Aufmerksamkeit verdient. Diese Gesamtausgabe in Doppelbänden ist allen ans Herz zu legen, die die Bände noch nicht besitzen aber Spaß an gut erzählten Thríllern wie James Bond, Bruno Brazil oder Bob Morane haben.

Dazu passt eine etwas ruhigere Begleitung mit Blues von Keb‘ Mo‘! In Anbetracht des Dschungels sollte dazu ein chininhaltiges Getränk passen.

© der Abbildungen DUPUIS 2022, 2022 Schreiber & Leser

Lee/Kirby – Avengers Vol. 1 1963 – 1965

Marvel Comics Library Avengers Vol. 1

Story: Stan Lee
Zeichnungen: 
Jack Kirby

Herausgeber: Kurt Busiek, Kevin Feige
Originalausgabe

Taschen Verlag

Hardcover XXL | 630 Seiten | Farbe | 150,00 €

Nummerierte Erstauflage von 5000 Exemplaren

ISBN: 978-3-8365-8234-6

Cover Lee/Kirby – Avengers Vol. 1 1963 - 1965

Taschen lässt nicht locker! Wie angekündigt, ist vor kurzem ein weiterer XXL-Band aus der Marvel Comics Library erschienen. Präsentiert werden im Coffee-Table-Format die ersten zwei Jahre der Avengers, die in ihren frühen deutschen Ausgaben noch „Die Rächer“ hießen. Was damals auf holzigem Papier für den amerikanischen Massenmarkt publiziert wurde, ließ viele Details der Zeichnungen untergehen. Nun gibt es die Möglichkeit, die ersten 20 Ausgaben in einer wohlfeilen Ausgabe zu genießen.

Avengers, assemble!

Wie schon bei der Neuausgabe der ersten Spider-Man Stories gibt es auch hier zunächst eine Einführung eines Fachmannes: Kurt Busiek. Kurt ist seit 40 Jahren erfolgreicher Autor von Comics, unter anderem für Marvel. Marvel war 1963 bereits ein sehr erfolgreicher Verlag, der seine Anfänge als Timely weit hinter sich gelassen hatte und mit DC auf Augenhöhe war. Die Konkurrenz unter den Verlagen war allerdings mörderisch, erfolgreiche Titel wurden gnadenlos kopiert, erfolglose eingestellt. Die Superhelden waren nicht mehr so erfolgreich wie früher, schickten sich aber an, in das Silver-Age zu gehen. Marvel hatte mit seinem eigenen Stil, seiner Jugendlichkeit wie etwa bei Spider-Man schon einige Erfolge erzielt. DC konnte aber mit einem sehr erfolgreichen Titel mit einem Team von Helden punkten.

Lee/Kirby – Avengers Vol. 1 1963 - 1965 Limitierung
limitiert auf 5000 Exemplare

Auch Stan Lee hatte mit den Fantastic Four eine erfolgreiche Marke, es fehlte aber ein Comic, der existierende Einzelheld*innen vereinen würde und somit bestenfalls zu gegenseitigem Upsell führen würde. Lee war für die Ideen zuständig und Jack Kirby sollte trotz seiner hohen Auslastung die Zeichnungen übernehmen. Was also lag näher als Held*innen zu vereinen, die der Künstler sowieso schon zeichnete? Keine Einarbeitung nötig, Plots waren bereits vor der Umsetzung bekannt und die Kontinuität konnte somit störungsfrei gewährleistet werden.

Abgesehen von dieser hilfreichen Komponente entwickelten die Avengers aber sehr schnell ganz eigene Beiträge zu diesem Team-Genre. Zunächst einmal waren nicht alle Mitglieder „gut“. Insbesondere Hulk, der zur Startformation gehörte, war eher unkontrolliert und gewalttätig. Und der Ton der Recken untereinander war nicht immer freundlich. Eine weitere Überraschung kam schon mit der zweiten Ausgabe, denn das Team war variabel. Mitglieder konnten ausscheiden, sich gar gegen das alte Team stellen. Als dann auch noch der re-aktivierte Captain America ab der Nummer 4 mitmachen durfte, standen dem potenziellen Erfolg alle Türen offen.

Lee/Kirby – Avengers Vol. 1 1963 - 1965 Detail vol 1 page 1

Nuff said

Und noch ein weiterer Punkt war nicht unbedingt üblich: Die anderen Teams kannten ihre Geheimidentitäten und waren eine mehr oder minder glückliche Art von Familie. Die Avengers aber trafen sich im Gebäude von Tony Stark, ohne zu wissen, dass dieser in seiner Identität als Iron Man mit am Tisch saß. Aus heutiger Sicht gibt es allerdings auch eine Bemerkung zu machen: Wir kennen Thor, Ant Man, Hulk und Iron Man als die erste Besetzung, die ebenfalls dazugehörende Wasp wird gerne verschwiegen!

Die meisten Leser*innen dieser Rezension dürften den Auftritt damals allerdings verpasst haben. Es gab zwar 1974 eine deutsche Ausgabe im Williams Verlag, viele der Hintergründe fehlten hier aber und es wurden auch nicht alle Serien, zudem nicht in der richtigen zeitlichen Einordnung veröffentlicht. Nicht zuletzt waren die Übersetzungen nicht immer glücklich. Und so dürfen wir hier natürlich auch lesen, dass der sagenhafte Nuff gar kein Kerl war, sondern nur ein Slangausdruck!

Die XXL-Library bietet nun die Möglichkeit, die ersten beiden Jahre am Stück im Original zu verfolgen. Wer jetzt stutzt, der/dem sei gesagt, dass sowohl der einführende Text als auch die Comics weltweit in einer einzigen, auf 5000 Stück limitierten Ausgabe, und damit zwangsläufig auf Englisch erscheinen. Es werden aber tatsächlich die kompletten Hefte faksimiliert, also inklusive der Werbeanzeigen, die für sich selbst schon ein witziges Stück Zeitgeschichte sind.

Lee/Kirby – Avengers Vol. 1 1963 - 1965 Detail vol 1 page 2

Vengeance is ours!

Es bleibt jeder/m selbst überlassen, ob er/sie die Avengers für die mächtigsten (Super)-Held*innen der Welt hält. Sie waren auf jeden Fall ein einzigartiges Team, das schon früh seine eigenen Feind*innen hatte, die einzeln oder als Team teilweise auch einfach nur Lust auf eine ordentliche Prügelei hatten.  Während heute vieler der Stories, insbesondere die großen Events, mit sehr viel Pathos aufgeladen sind, war damals viel mehr Humor im Spiel.

Zudem sind – zumindest für mich – die von Jack Kirby gezeichneten Held*innen genau diejenigen, die ich immer noch suche, wenn ich ein Marvel-Heft öffne. Natürlich ist heute alles viel diverser, korrekter und multidimensionaler. Der Reiz des „Neuen“, Unbekannten, sehnsüchtig Erwarteten war damals aber größer!

Lee/Kirby – Avengers Vol. 1 1963 - 1965 Detail vol 19

Die letzte enthaltene Nummer hat dabei noch ein besonderes Schmankerl bereit, wird sie doch von keinem geringeren als dem „großartigen Wallace Wood“ geinkt!

Must Have für den Marvel Fan

Marvel, das House of Wonder, hat sich immer wieder neu erfunden. Das aktuelle MCU sorgt für einen Blockbuster nach dem nächsten und hat als Teil der Streaming Plattform Disney+ erneut ganz eigene, neue Maßstäbe gesetzt. Die Anfänge aber, ohne die alles nicht möglich gewesen wäre, liegen in der Neudefinition des in die Jahre gekommenen Konzeptes von Super-Held*innen zu Beginn der 60-er Jahre. Ansonsten hätte das Genre vielleicht das Schicksal so vieler Spielarten geteilt: Wer kennt heute denn noch amerikanische Westerncomics, Romance-Titel oder Kriegsgeschichten?

Wer verstehen möchte, wie alles begann, wer das kongeniale Zusammenspiel von Stan Lee und Jack Kirby erleben möchte, der muss in die Vergangenheit eintauchen. Was gäbe es Besseres als eine Sammlung, die alle Details zugänglich macht, die eine historische Einordnung aus erster Hand bietet, und zudem noch einen sichtbaren Ehrenplatz im Regal genauso selbstverständlich ausfüllt wie die Ablage auf einem Tisch für alle Gäste. Eine Bibliothek der Superlative im XXL-Format.

Lee/Kirby – Avengers Vol. 1 1963 - 1965 Trenner
riesige Abbildungen

Dazu passen Mike Oldfield und „Tubular Bells“ sowie ein klassischer Coktail: Whiskey Sour.

© der Abbildungen 2022 Marvel / 2022 Taschen Verlag

Kresse  – Die Ahnen der Mescaleros 1

Gesamtausgabe – Band 1: Das Böse

Story: Hans G. Kresse

Zeichnungen: Hans G. Kresse

Carlsen Comics

Hardcover | 176 Seiten | Farbe | 32,00 €
ISBN: 
978-3-551-78173-4

Cover Kresse - Die Ahnen der Mescaleros 1

Hans G. Kresse ist einer der bekanntesten niederländischen Comic-Zeichner und Texter. Während seine große Vorliebe und Leidenschaft den indigenen nordamerikanischen Völkern galt, ist seine wohl bekannteste Serie aus einem anderen Sujet: Erik, der Normanne. Nun erscheint sein opus major in einer dreibändigen Gesamtausgabe (wieder) in Deutschland. Die einzelnen Bände wurden in den 70-ern im YPS vorveröffentlicht und später bei Carlsen als Album publiziert. Man hat sich dabei nun entschieden, als Titel anstelle von Die Indianer-Reihe den moderneren Claim Die Ahnen der Mescaleros zu wählen.

Das multiple Böse

Der Titel der Gesamtausgabe ist durchaus doppeldeutig: Kresse erzählt das Leben der verschiedenen Stämme in den Plains und beschreibt mehrere Friktionen. Einerseits gibt es traditionelle Feindschaften zwischen den Stämmen aufgrund unterschiedlicher Konzepte (sesshafte Landwirtschaft vs. nomadische Jagdgesellschaft), aber auch „böse“ Stämme, die andere unterjochen wollen. Zusätzlich spielt die Rivalität zwischen zwei Häuptlingssöhnen eine große Rolle: Während der Ältere sehr traditionell ist, hat der Jüngere sehr eigene Vorstellungen von der Zukunft. Und dann sind da noch die Spanier, Die Herren des Donners.

Der gleichnamige erste Band führt in die Geschichte ein, beschreibt die künftigen Hauptpersonen und bereitet das Setting. Kresse ist dabei nicht zimperlich und die Vernichtung eines ganzen Stammes wird als übliches Szenario beschrieben. Sehr geschickt führt er das Aufeinanderprallen von Tradition und Moderne aus. Natürlich sind die Spanier Invasoren, die nur eigene Interessen im Blick haben. Ihre Wundertiere, die bis dahin in Amerika unbekannten Pferde, könnten aber durchaus von Nutzen sein.

Detail aus Kresse Ahnen der Mescaleros 1
Illustration von Kresse

Die Erben des Windes und noch stärker Die Gefährten des Bösen führen diese Stränge fort. Kresse kombiniert persönliches Drama innerhalb der Stämme mit Geschichten von einzelnen Weißen oder Mischlingen, die eigene, differenzierte Rollen zugewiesen bekommen. Durch die sorgfältige Komposition haben diese Teile eigenständigen Reiz und tragen die Handlung voran. Nicht immer selbstverständlich! Es gibt allerdings auch den Vorwurf, dass Kresse sich mit seinem Plan, eine 20-bändige Chronik der indigenen Völker Nordamerikas vom ersten Kontakt mit den spanischen Eroberern bis zu ihrem Untergang zu verfassen, übernommen habe. Da letztlich nur 10 Teile erschienen sind, ist es müßig, darüber zu spekulieren und viel besser, die Reihe zu genießen.

Naturalistische Zeichnungen

Anfang der 70-er Jahre war es noch nicht ganz unüblich, Zeitungsstrips zu verfassen. Kresse selbst hatte jahrelang seinen Erik für die Zeitungen verfasst und auch sein Stil für die Indianerreihe ist noch davon geprägt. Obwohl die Zeichnungen sehr sorgfältig koloriert worden sind, könnten sie auch ohne diesen Schritt bestehen. Es wäre sogar sehr spannend, diese im Original mit denen von Serpieri (aktuell bei schreiber & leser) oder Jijé (Jerry Spring bei Egmont) zu vergleichen.

Ansonsten legt Kresse viel Wert auf den Hintergrund, geht dabei aber nicht so sehr in die Totale wie beispielsweise Giraud. Obwohl es Überspannungen gibt, bleibt das Layout sehr traditionell mit meistens vier, selten auch nur drei Reihen. Die Gesichter sind stark konturiert und tragen viele Emotionen und Körperbau sowie -haltung sind anatomisch korrekt. Auch bezüglich der Kleidung und der Lebensweise kann davon ausgegangen werden, dass Kresse so detailgetreu wie nur irgend möglich gearbeitet hat.

Beispiel Kresse - Maho-Tonga
eine Vorläufer-Serie

Ein Klassiker für die (Western-) Sammlung

Für Fans des Western-Comics sicherlich ein Muss. Im Yps belegte diese Serie den Westernplatz in den ersten Ausgaben, bis sie von Buddy Longway abgelöst wurde. Beide Serien gehören sicherlich ohne Zweifel zu den Must Haves in diesem Bereich, gerade weil sie nicht dem damals üblichen TV/Kino-Blickwinkel folgen. Die First Nations werden hier als Kulturnationen vorgestellt, die letztendlich keine Chance gegen die Eindringlinge hatten.

Ergänzt wird der Band durch zwei inhaltliche Teile. Zunächst stellt Rob van Eijck den Künstler vor, seinen Werdegang und die Leidenschaft für die nordamerikanischen Indigenen. Martin Jurgeit beleuchtet anschließend die Rezeption in Deutschland. Auch wenn (oder weil?) die Zeichnungen nicht dem aktuellen Modetrend entsprechen und weder Computerkolorierung noch Manga-Anleihen aufweisen, eine klare Empfehlung für Leser*innen auch jenseits der Westernfans mit einem Faible für gut erzählte Geschichten über mehrere Bände hinweg.

Dazu passen ein Mezcal sowie Dropkick Murphys mit „Two 6’s upside down“!

© der Abbildungen Erven Hans G. Kresse/Arboris BV 2018 / Carlsen Verlag GmbH Hamburg 2022

Le Tendre/TaDuc – Chinaman GA 1

Gesamtausgabe Band 1

Story: Serge Le Tendre, Olivier TaDuc
Zeichnungen: Olivier TaDuc

Originaltitel: Chinaman Compilation 1

Salleck Publications

Hardcover | 240 Seiten | Farbe | 34,90 € | 
ISBN: 978-3-89908-757-4

Cover Le Tendre / TaDuc Chinaman Gesamtausgabe 1

Und noch ein Western aus dem Hause Salleck Publications! Während es Dutzende von Western gibt, die die gleichen Geschichten immer wieder neu erzählen, fallen einige aus dem Rahmen. In ihnen gibt es zum Beispiel neue oder veränderte Perspektiven. Wir alle kennen die Migrant*innen aus China als typisierte Rollenbilder in klassischen Western: Wäschereien, Eisenbahnbau, Koch. Chinaman geht viel weiter und thematisiert bereits die Überfahrt und die daraus erwachsenen Verpflichtungen, den ständigen Rassismus und die kulturellen Herausforderungen. Mehr dazu im Serienkompass.

Die „Söhne des Himmels“ und „die weißen Dämonen“

Chinaman GA 1 page 103

Die meisten Migrationen haben handfeste Gründe: Armut, Hunger und/oder Verfolgung aus politischen, rassistischen oder religiösen Gründen. Der Wunsch nach spirituellen Erfahrungen oder Doku-Soaps wie „Die Auswanderer“ stellen dagegen nur kleine Randerscheinungen dar. Der Anhang dieser Gesamtausgabe enthält Informationen zu den Gründen für die Jobmigration aus China nach Nordamerika. Es war für viele die einzige Möglichkeit zu überleben und die Preise für die Überfahrt waren hoch. Würde man heute von „Schleuserbanden“ reden, waren damals die Triaden, die sog. chinesische Mafia, die Nutznießer.

Band 1, Die Goldberge, beschreibt dieses Szenario: Chen Long Ann, von den Einwanderungsbehörden umgetauft in John Chinaman, und sein Blutsbruder Chow kommen als Gefolgsleute eines hohen Mitglieds der Triaden nach Amerika um Tributzahlungen durchzusetzen. Als der Held beginnt, sich in ein Mädchen zu verlieben, werden die Dinge kompliziert und nicht alle spielen mit ehrlichen Karten. In Mit gleichen Waffen unterstützt Chinaman einen Trek von Siedler*innen. Er begegnet auch dort offenem Rassismus und blankem Hass, kann aber auch aufgrund seines Humors punkten. Außerdem kommt es zur Konfrontation zwischen den Blutsbrüdern um die Frage der Ehre.

Für Rose hat erneut ein anderes Thema: Während Chen unter die Trapper gegangen ist, um der weißen Zivilisation möglichst entfernt zu sein, versucht ein Städter ein junges Mädchen seinen Pflegeeltern zu entreißen. Diese Familientragödie wird von Serge Le Tendre und Olivier TaDuc perfekt in das Westernambiente integriert und mit rassistischen Vorurteilen garniert. Die Rostfresser schließlich beschreibt die Situation der chinesischen (und irischen) Arbeiter beim Bau der Eisenbahn: interne Rivalitäten, Hass, Strafmaßnahmen und das Ausnutzen dieser Gegebenheiten durch die Eisenbahngesellschaft sind die Themen dieser Geschichte.

Chinaman GA 1 page 104

Detailliert und realistisch – Die Zeichnungen

Während Geschichte und Szenario Koproduktionen sind, hat Olivier TaDuc die Zeichnungen allein angefertigt. Sein Detailreichtum lädt dazu ein, die Geschichten sehr intensiv zu genießen. Sowohl die Natur und ihre Jahreszeiten als auch die unterschiedliche städtische oder ländliche Architektur bilden jeweils passende Rahmen für die Handlung. Mimik und Körperbau der Menschen sind sehr stimmig und die asiatische Kampfkunst wird meisterhaft dargestellt.

Man merkt den Geschichten an, dass sie von der TV-Serie Kung Fu inspiriert sind. Der chinesische Einzelgänger als Held, immer bereit, Unterdrückten zu helfen und Ungerechtigkeiten zu beseitigen und nie aggressiv, aber doch klar in der Kampfkunst! Obwohl die Gewalt nie im Vordergrund steht, macht sie doch einen Großteil von Chinaman aus. Nie ist sie aber Selbstzweck, sie spielt immer nur eine Rolle im Geschehen.

Chinaman GA 1 page 105

Endlich bald erstmalig komplett!

Chinaman ist ein Must-Have für alle, die Western-Comics mögen! Die Veröffentlichungsgeschichte in Deutschland war bisher gelinde gesagt holprig. Nun aber ist Teil 1 der sehr schönen Gesamtausgabe erschienen, der abschließende zweite Teil für den Winter angekündigt. Die Reprise ist vor kurzem ebenfalls auf Deutsch erschienen. Der Band ist aber auch für alle, die die feine Art zu erzählen von Serge Le Tendre mögen.

Das leicht glänzende, feste Papier macht das Lesen zu einem Genuss! Im Anhang finden sich neben Skizzen und Coverabbildungen auch eine Art Broschüre über die Geschichte der chinesischen Migration nach Nordamerika, die Hintergründe und Herausforderungen. Dadurch wird das Verständnis für einige Motive innerhalb der Geschichte noch einmal größer. Für mich ein Kandidat für die Jahresbestenliste in der Kategorie Gesamtausgaben!

Chinaman GA 1 Anhang

Dazu passen der Kung-Fu-Soundtrack von Jim Helms und ein Jasmin Tee!

© der Abbildungen DUPUIS 2021, by Serge Le Tendre & TaDuc / 2022 Salleck Publications Eckart Schott Verlag

Peyo – Benni Bärenstark Gesamtausgabe 1

1960 – 1967

Story: Peyo (1, 2), Peyo & Yvan Delporte (3)
Zeichnungen: 
Peyo (1, 2), Peyo & Francois Walthéry (3)
Originaltitel: 
Benoît Brisefer: L´Intégrale 1

Splitter Verlag

Hardcover | 224 Seiten | Farbe | 39,95 € | 
ISBN: 978-3-96792-737-5

Cover Benni Bärenstark Gesamtausgabe 1

Untrennbar mit den Namen von Peyo, also Pierre Culliford, verbunden sind die Geschichten um die Schlümpfe. Die kleinen blauen Wichtel waren erstmals in einer Story von Johann und Pfiffikus aufgetaucht, hatten aber sehr schnell eine eigene Serie bekommen, die bis heute läuft. Zudem ist ein unglaubliches Merchandise-Konglomerat mit ihnen entstanden. Neben weiteren Serien hat Peyo aber auch eine Reihe über einen echten „Superhelden“ entwickelt, die ebenfalls zu den Klassikern der frankobelgischen Funnies gehört: Benni Bärenstark!

Fast immer superstark …

Der kleine Benni ist ein Junge, der nett, höflich, hilfsbereit und interessiert ist. Trotzdem will aber niemand mit ihm spielen, er ist nämlich superstark. Da er die Kräfte nicht immer richtig dosieren kann platzen Bälle, brechen Bänke, kurzum, gehen viele Dinge unbeabsichtigt kaputt. Da der normale Alltag eines kleinen Kindes für ihn also versperrt ist, orientiert er sich vielleicht etwas zu stark an der Welt der Erwachsenen und gerät immer wieder in gefährliche Situationen mit kriminalistischem Hintergrund.

Benni Bärenstark 1 page 39

Wie so oft nehmen Erwachsene die Leistungen von Kindern aber nicht wirklich war. Seine Superkräfte werden Benni oftmals nicht geglaubt. Und wenn doch, dann soll er sie genau dann beweisen, wenn er dazu nicht in der Lage ist: ein Schnupfen verhindert nämlich sofort die Ausübung und Benni wird zu einem normalen, schmächtigen Jungen. Die Abenteuer des bärenstarken Jungen starteten in Deutschland unter dem Label „Der kleine Winni“ in Fix & Foxi bevor Carlsen und toonfish Alben veröffentlichten.

Teil 1 der fünfbändigen Gesamtausgabe enthält die ersten drei Geschichten. In Die roten Taxis gerät der alteingesessene Taxifahrer, Herr Piepke, plötzlich unter Druck als ein neues Unternehmen mit modernen Autos auf den Markt in dem beschaulichen Freudenberg drängt. Die Fahrer scheinen aber noch auf ganz andere Ziele aus zu sein. Das Rätsel um Frau Albertine besteht zunächst einmal darin, dass die ältere Dame einerseits sehr freundlich zu sein scheint, andererseits aber unflätig und die Anführerin einer kriminellen Bande. Für die 60-er Jahre eine sehr moderne Verwechslungskomödie. Bennis zwölf große Taten ist abschließend ein Parforce-Ritt durch mehrere Länder auf der Suche nach Teilen eines Dokumentes, die nur zusammen großen Reichtum versprechen. Erneut ein spannender Krimiplot.

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Ein Funny für die ganze Familie

Anfangs hat Peyo fast alle Zeichnungen allein angefertigt und nur bei den Hintergründen auf Will zurückgegriffen. Im dritten Band teilt er sich diese Aufgabe bereits mit Francois Walthéry der später mit Natascha eine eigene große Serie haben sollte. Die gute Einführung von Patrick Gauner klärt auch über die Hilfestellung von André Franquin auf. Die Zeichnungen sind sehr detailliert und geben dem Zeichner der Ritterserie mit Magiesprengseln die Möglichkeit, die (damalige) Jetztzeit darzustellen.

Das gelingt auch mit Hilfe von Will sehr gut! Es macht Spaß, die Serie in dieser wirklich sehr guten Aufbereitung (wieder) in die Hand zu nehmen und zu genießen. Viele Anspielungen erlauben den älteren Leser*innen das Schmunzeln, während Jüngere eher mit Benni mitfiebern werden, ob die Aufgaben vor dem nächsten Schupfen erledigt werden können.

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Ein auch heute noch lesenswerter Klassiker

Einige „Klassiker“ wirken mittlerweile etwas aus der Zeit gefallen und haben eher nostalgischen Wert. Benni Bärenstark funktioniert dagegen auch heute noch. Natürlich gibt es in den Geschichten noch keine moderne Kommunikation. Sie werden dadurch aber nicht unglaubwürdig. Für Erwachsene ist es schon eher fragwürdig, warum der kleine Junge so oft und vor allem so lange unterwegs sein kann ohne ganze Heerscharen zu mobilisieren, die nach ihm suchen würden. Aber das ist halt Kunst!

Die Ausgabe im Splitter-typischen Format ist schön und wertig. Das informative Dossier klärt über die Beteiligten und die zeitlichen Hintergründe auf und präsentiert reichlich Illustrationen, die in deutschen Veröffentlichungen bisher nicht vorlagen. Und sie passen auch sehr schön neben die Johann & Pfiffikus-Bände. Für alle Altersstufen bedeutet in diesem Fall, dass drei Generationen zwischen Lesen und Vorlesen nach Belieben wechseln können.

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Dazu passen Willy Girmes mit “Piratentanz” und eine heiße Zitrone, wahlweise mit etwas Honig.

© der Abbildungen Peyo – 2022 – Licensed through I.M.P.S. (Brussels) – www.smurf.com / Splitter Verlag GmbH & Co. KG, 2022

Duchâteau/Denayer – Patrick Leman

ZACK-Spezial 4: Überfall auf den Fulgura

Story: André-Paul Duchâteu
Zeichnungen: 
Christian Denayer
Originaltitel: 
Patrick Leman – Orange sur la route, La peur mène la course & Razzia sur la Fulgura

Blattgold Verlag – ZACK Edition

Softcover | 72 Seiten | Farbe| 19,00 € | nur für ZACK-Abonnent*innen

Limitiert auf 555 + 55 Exemplare

ISBN: n/a

Cover ZACK Spezial 4

Seitdem das ZACK aus dem Mosaik Verlag zu Georg F.W. Tempels Blattgold gewandert ist, gibt es auch wieder ein Albenprogramm. Nur für Abonnent*innen erscheinen ausgewählte, limitierte Produktionen. Bisher ging es dabei mit Michel Vaillant, Johnny Focus und Bob Morane um Serien, die auch im ZACK erschienen sind. Mit Patrick Leman gesellt sich ein Titel dazu, der im ZACK hätte erscheinen können. Die drei hier abgedruckten Geschichten bringen den Spirou-Helden von Anfang der 70-er Jahre komplett in deutscher Erstveröffentlichung!

Heiße Autos, eiskalte Verbrecher

André-Paul Duchâteu ist nicht nur ein vielseitiger, sondern auch ein begabter Szenarist, der einige Klassiker des frankobelgischen Comics geschrieben hat. Im ZACK sind davon Rick Master, Yalek, Pharaon und Alain Chevalier erschienen. Ihnen ist gemeinsam, dass actiongeladene Stories oft mit einer Krimi-Note verknüpft sind. Gerne bringt er auch Auto-Verfolgungsjagden unter.

ZACK Spezial 4 page 3

Bei Patrick Leman darf er beides verbinden. Der junge Held ist ein Motorsportler und hinter dem Lenkrad zuhause. Sturm auf der Strecke thematisiert einen gefährlichen Eingriff in den Ablauf einer Rallye und in die Angst fährt mit muss man befürchten, dass ein Pilot die Rennserie mit allen Mitteln gewinnen möchte. Jedenfalls häufen sich die Unfälle.

Überfall auf den Fulgura ist erneut eher Krimi als Renngeschichte. Es geht um ein komplett neu entwickeltes Auto für die neue Saison. Natürlich soll es der Konkurrenz erst so spät wie möglich präsentiert werden, doch Industriespionage ist in diesem Gebiet leider weit verbreitet. Mehr zu dem Autor demnächst in der Reddition.

50 Jahre ZACK - Detail Patrick Leman

Realismus und Rasanz

Die Zeichnungen erlauben das Mitfiebern der Leser*innen. Bei den Rennszenen glaubt man, in unmittelbarer Nähe zu sein. Das ist natürlich kein Wunder, denn Christian Denayer hat sein Handwerk zunächst bei Jean Graton gelernt und dort für Michel Vaillant unter anderem die Rennwagen gezeichnet. Später erledigte er den gleichen Job für Tibet bei Rick Master. Bei Alain Chevallier war er für die Zeichnungen allein verantwortlich, für High School Generation hat er sogar Text und Bilder beigesteuert.

Seine Hintergründe sind detailverliebt: kleine Äste, einzelne Steine im Mauerwerk oder aufspritzender Kies gelingen perfekt, und die Autos könnten fast als Werbeprospekt-geeignet durchgehen. Insbesondere die Szenen im Dreck und bei Regen lassen die Gefahr des zu schnellen Fahrens deutlich werden. Mehr Dramatik geht nicht!

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Ein neuentdecktes Kleinod!

Eigentlich erstaunlich, dass trotz der Vielzahl an Verlagen noch niemand auf die Idee gekommen war, dieses Kleinod zu heben! Allen Fans von Michel Vaillant (1. Staffel) sei dieser Band ans Herz gelegt! Auch wer Rick Master liebt, kann hier nichts falsch machen, und die Leser*innen des zu Rolf Thomsen eingedeutschten Alain C. werden hier auch komplettieren wollen.

Der Band ist allerdings nur für die Abonennt*innen des ZACK bestimmt. Wer ein solches besitzt, kann sich eines der 555 + 55 Exemplare sichern. Patrick Leman ist aber auch Bestandteil der limitierten Box zum Erscheinen des ersten ZACK vor 50 Jahren. Dann ist sogar noch ein passendes Ex Libris dabei.

50 Jahre ZACK - kommendes Ex Libris
ExLibris aus der Box zum 50. ZACK Jubiläum

Dazu passen Brody Dalle mit „Rat Race“ und ein energieliefernder Smoothie!

© der Abbildungen Denayer | 2022 Blattgold GmbH

Browne – Hägar Gesammelte Chroniken 1973

Alle Tages- und Sonntagsstreifen

Text und Zeichnungen: Dik Browne

Originaltitel: Hagar the Horrible 1973

All Verlag

Hardcover Querformat | 208 Seiten | Schwarz-Weiß | 19,80 € |

ISBN: 978-3-96804-114-8

Cover Hägar Gesamtausgabe 1973

Als Hägar der Schreckliche im Februar 1973 erstmals veröffentlicht wurde, war es der erfolgreichste Start eines Zeitungsstrips überhaupt. Auch heute noch ist der Strip über den gutmütigsten Barbaren der Welt, der mittlerweile von dem dritten Browne verantwortet wird, der in Deutschland meistverbreitete. Der All Verlag von Ansgar Lüttgenau wagt nun den Schritt in das quasi Geschenkbuchsegment und bringt alle Bände der Gesammelten Chroniken, die jeweils ein Jahr umfassen. Mehr zu Zeitungscomics bei der Reddition 71.

Eine typische Familie

Hägar ist zwar einerseits ein typischer Wikinger, der mit seinen Mannen Burgen und fremde Länder wir England oder Italien überfällt. Aus diesem Zusammenhang entstehen immer wieder Strips, die neben dem auf Hand liegenden Urlaub an den Beginn eines Sales erinnern oder den unerwünschten Besuch entfernter Verwandter. Auch die Verpflegung auf See („Schon wieder Fisch?“) und die Standhaftigkeit angesichts einer feindlichen Übermacht bieten Anlass für viele Tageserzählungen.

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Hauptsächlich aber ist Hägar Ehemann und Familienvater. Die Beute, die er seiner Helga von den Raubzügen mitbringt, trifft selten ihren Geschmack. Der Sohn Hamlet ist völlig missraten, wäscht er sich doch gerne und liest Bücher. Die Tochter Honi macht keine Anstalten, sich einen guten Schwiegersohn zuzulegen, sondern trifft sich mit dem Looser Lute, einem Musiker.

Dadurch wird Hägar zu einem Abbild der Wirklichkeit. Jede*r kennt die Archetypen, wenn auch nicht aus dem eigenen Kreis so doch zu mindestens vom Hörensagen. Gleichzeitig ist aber die Verfremdung mit der zeitlichen Verpflanzung zu den Wikingern ein Schutz, der „Lachen ohne Reue“ ermöglicht.

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Die Reduktion auf das Wesentliche

Zeitungsstrips müssen sich aus zwei Gründen auf das Wesentliche konzentrieren: Unter der Woche steht nur ein Streifen zur Verfügung der aus ein bis drei, im Extremfall vier Panels besteht. Es bleibt daher wenig Zeit, die Pointe vorzubereiten. Zumal ist (war) der Zeitungsdruck nicht dazu gemacht, Feinheiten zu präsentieren: dickes, saugendes Papier macht filigrane Linien fast unmöglich. Es kommt daher darauf an, erkennbar zu sein! Gerade am Anfang dieser Kunstform waren die Leser*innen zudem oftmals nur rudimentär in der Lage, Text zu lesen, das Bildwerk musste also zur Not allein bestehen können.

Dik Browne arbeitet mit groben Schraffuren, einfachen Formen und klaren Linien. Nicht zuletzt die Knollennasen und die unterschiedliche Kleidung machen die Personen zu einfach wiedererkennbaren Unikaten. Die Emotionen stehen den Handelnden „ins Gesicht geschrieben“ und erfordern kein Textverständnis und die stetig wiederkehrenden Themen sind Allgemeingut. Unter den aktuellen Zeitungsstrips versteht es kaum ein anderer, diese Kombination so prägnant auf das Papier zu bekommen.

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Ein liebevoll präsentierter Klassiker

Ursprünglich für den schnellen Einmalkonsum kreiert, erfreuen sich Zeitungsstrips mittlerweile einer großen Fangemeinde, die die Geschichten auch gerne wiederholt und gesammelt genießen möchte. Themen- und Jahresbände haben daher schon seit längerem Konjunktur. Zudem eignen sie sich als Mitbringsel: Niemand wird sich zumindest ein Lächeln verkneifen können, wenn er/sie nach dem Auspacken auch nur einen kurzen Blick in das Innere wirft.

Für die Sammler*innen gibt es – wie immer beim All Verlag – auch hier eine auf 111 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe mit beigefügtem ExLibris. Außerdem führt Stefan Schmatz mit zusätzlichen, teils farbigen Illustrationen ein in die Hintergründe der Serie und die deutsche Veröffentlichungsgeschichte.

Hägar 1973 VZA
Ex Libris der limitierten VZA

1973 begeisterten Suzi Quatro, The Sweet oder Albert Hammond. Außerdem wurde in diesem Jahr MezzoMix „erfunden“. Der Nostalgiefaktor kann also einfach bedient werden, auch wenn Häger eigentlich zeitlos ist.

© der Abbildungen 2022 King Features Syndicate, Inc./Distr. Bulls / 2022 All Verlag

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