Der Superpage 3: Die Gaia-Strategie
Story: Fabien Vehlmann
Zeichnungen: Yoann
Originaltitel: Supergroom 3: La Stratégie-Gaia
Carlsen Comics
Softcover | 88 Seiten | Farbe | 14,00 € | ISBN: 978-3-551-80751-9

Was als lustige Fingerübung begann, ist mittlerweile bereits eine kleine Serie: Spirou hatte feststellen müssen, dass der Absatz der Produkte des Dupuis-Verlages in den Sinkflug gegangen war und deswegen beschlossen, sich als Superpage, also als europäischer Superheld, zu betätigen und der Zeitschrift die Exklusivrechte daran zu übertragen. Zwar hatte der Graf Rummelsdorf ihn mit einigen Gadgets ausgestattet, nicht alle Aktionen waren aber glücklich verlaufen. Und dann gab es nicht nur kostümierte Gegner*innen, er hatte auch andere dazu verleitet, sich ebenfalls verkleidet auf die Dächer zu begeben.
Eine KI und ihre „lustigen“ Ideen
Eigentlich hatte unser Held ja noch weiter abtauchen wollen, doch dann erreicht ihn eine Nachricht aus der hervorgeht, dass seine Tarnidentität aufgeflogen ist. Wenn er das Geheimnis bewahren möchte, soll er zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort sein. Natürlich macht er sich mit seinem Sidekick Redwing dahin auf. Der Treffpunkt ist die Zentrale von Gaia, einer New-Tech-Firma mit Sitz in Neu-Brüssel.
Dort angekommen muss der Superpage feststellen, dass alle Ausgänge verschlossen sind und das Hochhaus langsam von unten nach oben zufriert. Glücklicherweise bekommt er Unterstützung von der doch nicht toten Lubna, aka „Die Jägerin“. Immerhin können sie noch das Geheimnis ergründen, doch dann frieren sie ein.

Jahrzehnte später werden sie in einer ganz anders aussehenden Umgebung wieder wach: die Natur scheint sich die urbane Landschaft zurückgeholt zu haben. Doch zunächst müssen sie sich bösartiger Drohnen erwehren. Fabien Vehlmann hat aus dem etwas unstimmigen und klamaukhaften Anfang der Serie eine gut lesbare Science-Fiction-Geschichte gemacht, die neben der Frage über die Gefährlichkeit der KI mit Zeitreise-Problemen und Religionskritik um die Ecke kommt.
Noch mehr Fabelwesen
Die Reihen aus dem Spirou-Universum waren schon immer von vielen Tieren bevölkert, nicht alle davon gibt es wirklich. Dieser Band fügt noch einige weitere hinzu. Yoann hat sichtlich Spaß daran, eine Zukunftsvision von Flora und Fauna zu erschaffen, bei der nicht immer ganz klar ist, was davon „natürlich“ und was „künstlich“ ist. Auch bei den Gadgets darf er sich austoben und so bekommt sogar das Motomol einen neuen Auftritt.

Ein großer Spaß, der sich sowohl als großes Fragezeichen lesen lässt als auch als spannende Geschichte, die Eskapismus in Überlänge verspricht und ermöglicht. Sollte sich die Serie auch weiterhin in diese Richtung entwickeln ist es eine gute Ergänzung zu der Hauptreihe. Aber die Zuordnung zu verschiedenen Labeln ist ohnehin kaum möglich, sortiert doch Carlsen schon traditionell völlig eigenständig.
Spirou kann auch Science-Fiction (und ein wenig Superheld)
Tatsächlich hat mich dieser Band überzeugt und meine Skepsis zur Seite gewischt. Braucht die Welt noch mehr Superheld*innen? Nein, sicherlich nicht. Bei der Gaia-Strategie handelt es sich aber um eine clever konstruierte Geschichte, die genug aus dem Spirou-Kosmos enthält, um langjährige Fans zufrieden zu stellen, die Modernität der Superheld*innen-Idee aufnimmt und mit einem Science-Fiction-Szenario richtige Fragen stellt.

Die Gadgets vom Grafen erinnern zudem an die Anfänge von Phantomias aus den Zeiten von „Donald mal ganz anders“ und dürften die älteren Leser*innen ebenfalls schmunzeln lassen. Viel Spaß also!
Dazu passen Cock Sparrer mit „Hand on my Heart“ und ein Kompel Ondergronds.
© der Abbildungen 2025 Dupuis | 2026 Carlsen Verlag GmbH, Hamburg












































