StripGlossy 13 – Juni 2019

Stripglossy 13 – Schwerpunkt: Dino Attanasio

Herausgeber: Mirjam van der Kaaden & Seb van der Kaaden

Verlag StripGlossy Personalia vof
Heft Din A 4 | 132 Seiten | Farbe | 8,95 €
ISBN: 978-94-928-4054-7

Im Mittelpunkt der 13. Ausgabe der StripGlossy aus Leens bei Groningen steht der italienischstämmige Dino Attanasio. Attanasio arbeitete zunächst in Italien in der Zeichentrickfilmbranche, emigriert aber schon 1948 zusammen mit Vater und Bruder nach Brüssel. Nach kurzer Zeit wechselte er von dem Zeichentrickfilm zum unbewegten Comic. Da Belgien (mindestens) zweisprachig ist, kommt er dort auch ohne Kenntnisse des Holländischen gut zurecht und wenn es doch einmal von Nöten ist, übersetzt seine Frau.

Dino Attanasio

Dino Attanasio hat nie den Sprung in die erste Reihe der frankobelgischen Künstler*innen geschafft; umso mehr bleibt jetzt (wieder) zu entdecken. Seine Comic-Karriere began zunächst bei Spirou/Robbedoes doch schon bald erfolgt der Wechsel zu Tintin/Kuifje wo er unter anderem Ton en Tineke (auf Deutsch Mausi und Paul) von André Franquin übernimmt. Daneben entwickelte er Bob Morane und zeichnete nach Texten von René Goscinny den Funny Spaghetti. Ab 1964 kommen dann der Detektiv-Funny Johnny Goodby nach Szenarios u.a. von Martin Lodewijk für Pep/Eppo und gegen Ende der 60-er Jahre die Serie „Macaroni’s“ über einen italienischen Fußballverein im Spannungsfeld der (amerikanisch/italienischen) Mafia. Letztere erschien in Deutschland in dem Taschenbuch 1.FC Fußball & Comic, das die Möglichkeit bot, die Bundesligaergebnisse einzutragen und sich daher bei Jungen einer großen Beliebtheit erfreute.

Dino Attanasios Serien stehen aber fast noch mehr im Licht dieser Ausgabe. Schon das Titelbild ist eine Hommage von Danier (d.i. Daan Jippes) an die Serie Spaghetti und es folgt im Heft noch ein aktueller Vierseiter von Jippes nach einem Text von Frans Hasselaar. Daneben gibt es aber aus der Originalserie die (Sjors-)Einführungsseite von 1974 sowie die dort referenzierte erste Geschichte. Und da die Liebe (auch zu einer Comicfigur) ja bekanntlich durch den Magen geht, ermöglicht man den Leser*inneneinen ersten Einblick in das Ende des Jahres erscheinende Stripkookboek mit einem Rezept für Entenbrust in Limoncello!

Auch die Macaroni’s bekommen ihre Neuinterpretation, gezeichnet und getextet von Dick Matena. Zum Schluss darf natürlich auch Johnny Goodbye nicht fehlen: Neben dem Reprint einer Originalseite von Attanasio dürfen Robbert Damen und Michiel Offerman ihre Version zum Beste geben. Moderner, den Ton aber treffend!

StripGlossy bietet damit eine umfangreiche Mischung aus Informationen über den Künstler Dino Attanasio und Comics entweder von ihm selbst oder aber von anderen als Hommage ausgestaltet. Die informativen Beiträge sind dabei sowohl als Interview als auch als Artikel gestaltet und daher wiederum sehr abwechslungsreich. Durch diese ergibt sich ein gutes Bild des Wahlbelgiers. In den meisten Magazinen gibt es oft entweder nur das Eine oder das Andere und das alleine ist schon ein Grund, diese Ausgabe zu kaufen (auch für diejenigen Leser*innen ernst gemeint, die des Niederländischen nicht soo mächtig sind).

Die Comics

Wie gehabt enthält das StripGlossy aber auch eine ganze Reihe an anderen Comics. Das Spektrum reicht dabei von Ein-Bild-Karikaturen über klassische Strips wie Gilles de Geus, der großartige de Generaal oder Tom Poes und aktuelle Helden wie Beterman (von vanO, dessen Serie Rhonda in ZACK publiziert worden ist) über die regelmäßigen Serien wie FFlint (eine Detektivgeschichte von Ger Apeldoorn und Fred de Heij), Saul (eine Storm-ähnliche Serie von Willem Ritstier und Apri Kusbiantoro), den Noir-Krimi Nick Name von Alex van Koten und die Kreuzfahrergeschichte Jelmer von Josse Pietersma und Roelof Wijtsma.

Dazu kommen noch kürzere, von Artikeln begleitete Comic-Seiten etwa von den WiRoJas, Claire oder sogar einer Disney-Geschichte. Wer einen Überblick über die Entwicklung der Neunten Kunst in unserem Nachbarland abseits der Standaard Uitgeverij gewinnen möchte, kommt eigentlich an StripGlossy nicht herum.

Insgesamt also wieder 132 Seiten prall gefüllt mit aktuellen und klassischen Comics aus dem Niederländisch-sprachigen Raum (bzw. in der entsprechenden Übersetzung), Artikeln, Interviews und News über das aktuelle Geschehen, ein paar weiterführenden Anzeigen die mehrere Stunden lesevergnügen bereiten sollten und sich zudem auch noch für das Archiv eignen! In Kürze erfahrt ihr mehr über das StripGlossy und das neue Albenprogramm der Herausgeber auf comix-online – stay tuned!

Dazu passen ein eisgekühltes Peroni und italienischer Ska von Banda Bassotti.

Abbildungen © 2019 StripGlossy / Personalia vof

ZACK 241 – 20 Jahre ZACK

ZACK 241 (Juli 2019)

Herausgeber: Klaus D. Schleiter

Chefredaktion: Georg F. W. Tempel
Verlag MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag
Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,50 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 241

Das Jubiläumsheft mit der Nummer 241 ist da und hat wahrlich Glückwünsche verdient! Für Abonnenten hat es ein Retro-Cover im Stil des „alten“ ZACK, für die Neugierigen ein Interview mit dem aktuellen Chefredakteur Georg F. W. Tempel (ein weiteres findet sich hier) und für die Michel Vaillant-Fans hat das Team zwei bisher auf Deutsch noch unveröffentlichte Werbecomics des Rennfahrers bereit. Eine Bibliographie der bisher bekannten Werbecomics findet sich übrigens in der Sprechblase 235. Aufgrund dieser beiden Schätzchen ist das Heft zusätzlich auch noch dicker und hat einen Umfang von 100 Seiten, allerdings ohne den Zusatz Super-ZACK zu tragen.

Zurück in das Jahr 1999

Ein kleiner Rückblick auf das Jahr 1999: Als Leser des alten ZACK war ich begeistert zu hören, dass es das Magazin wieder geben sollte. Die erste Schwierigkeit bestand darin, es auch erwerben zu können, denn meine Kleinstadt beherbergt zwar mehrere Zeitschriftenläden und einen kleinen Bahnhof aber weder einen Comicshop noch einen Bahnhofsbuchhandel Also auf in die nächste Großstadt um das Gerücht zu verifizieren und so schnell wie möglich ein Abo abschließen… Am Anfang atmete das Heft Nostalgie ein und aus. Alle vorherigen Versuche, in Deutschland ein regelmäßiges Heftchen mit Fortsetzungsgeschichten im frankobelgischen Umfeld zu lancieren, waren gescheitert aber nun schien die Mischung aus alten Helden (Heldinnen gab es nicht so viele, sie sollten erst im Laufe der Zeit dazu stoßen) und neuem Material zu funktionieren. Der Name brachte sicherlich erst einmal eine große Aufmerksamkeit und den einen oder anderen Nostalgie-Käufer und so konnte sich das Ganze entwickeln.

20 Jahre später gibt es das Heft immer noch monatlich mit einer Mischung aus vier bis fünf Serien, Kurzgeschichten oder One-Pagern und einer Menge an Informationen rund um die Neunte Kunst. Der Umschlag ist wieder stabiler, das Papier ist gut und selbst die Transportverpackung ist nun regenfest! „Klassische“ Inhalte und den ZACK-Helden des Jahres gibt es immer noch und dass die Geburtstagsüberraschung unveröffentlichte Michel Vaillant-Stories sind, ist ein Zeichen dafür. Das ZACK hat sich aber längst emanzipiert und bietet viel mehr als einen nostalgischen Cocktail.

Das aktuelle Heft

Harmony, das Mädchen mit den unglaublichen Kräften ist zurück. Während sich das erste Abenteuer noch in geschützter Umgebung abspielte, ist sie jetzt Insassin einer überwachten Forschungseinrichtung. Wir erfahren, dass es andere Kinder mit Mutationen gegeben hat. Die Überlebenschancen der Mutationsträger sind aber nicht klar. Mathieu Reynès entwirft seine Seiten üblicherweise klar gegliedert, lässt aber auch zu, dass Emotionen wie Verwirrung und Unsicherheit das klare Seitengebäude verschwinden lassen. Die Geschichte ist erst einmal für Teenager, die nicht wissen, was sie können und mit der Pubertät umgehen müssen, hat aber auch einen Mystery- und sogar leichten Fantasy-Touch. In Frankreich hat diese Serie bereits ein großes Publikum.

In „Die Flügel des Herrn Plomb“ treffen die verschiedenen Geheimdienste aufeinander und die Verwirrung des Wer-mit-Wem fängt an, sich aufzulösen. Christophe Gibelin scheint es tatsächlich hinzubekommen, alle Fragen zu beantworten und liefert mit dem dritten Teil des siebten und letzten Bandes gewohnt solide Kost ab.

Bei Haute Cuisine dürfen wir uns von der Vorspeise bereits wieder verabschieden. Der Ausflug in die Sterneküche und ihre Niederungen aber auch Gefahren hat Spaß gemacht und die Hauptspeise wird im Hintergrund bereits vorbereitet… Immerhin bietet das letzte Panel einen schönen Cliffhanger.

Auch Marvano ist längst kein unbekannter mehr und überzeugt mit seinem klaren, schnörkellosen Stil. In Bonneville verzichtet er sogar auf Sprechblasen und bringt sämtlichen Text in Kästen unter. Die Geschichte der Hochgeschwindigkeitsstrecke auf dem großen Salzsee ist sicherlich nicht für jeden von gleichem Interesse, schafft es aber, viele Fakten ansprechend zu vermitteln und nimmt dadurch auch nicht-Motorsportbegeisterte mit.

Mit einem solchen endet auch die Story von Sylvain Rumberg, die neue Inhalte zur Millenium-Saga hinzufügt. Lisbeth Salander und „Super Blomkvist“ haben jetzt erst mal Zeit um ihre Wunden zu lecken. Der schwedische Geheimdienst und die Rechtsradikalen haben ihre Karten gespielt aber sie scheinen die Beiden nicht zum Schweigen gebracht zu haben. Die Zeichnungen von Ortega sind rau, schnell und temporeich. Der Mund ist teilweise etwas verbesserungsfähig aber der Stil passt perfekt zu dem harten Thriller-Topic.

Last but not least gibt sich der Rennfahrer Michel Vaillant gleich drei Mal die Ehre. Zum einen muss er sich in der Inkarnation der neuen Staffel Macau gezeichnet von Benéteau mit den familiären Problemen herumschlagen die Phillipe Graton und Denis Lapiére entworfen haben, zum anderen kommen zwei bisher unveröffentlichte Kurzgeschichten zum Abdruck: Photo-Finish von 1974 warb für eine Rennstrecke (Niveller-Baulders) und lebt vom Geruch der Motoren, Vorteil Thalys von 1997 stellt dagegen eher die Intelligenz und Cleverness von Francoise Vaillant in den Vordergrund. Damit stellt sie sogar Cramer und Payntor ins Abseits.

Variantcover ZACK 241
Variantcover

Dazu passen ein Sampler, etwa aus der Reihe „Up your Ears“ und zur Feier des Tages ein trockener Sekt!

Abbildungen © 2019 MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und den jeweiligen Zeichnern und Verlagen

Tunga Integral 4

Band 4: 1977 bis 1984

Story: Edouard Aidans
Zeichnungen: Edouard Aidans

Originaltitel: Originalausgabe

Kult Comics

Hardcover | 176 Seiten | Farbe | 29,95 € |

ISBN: 978-3-946722-41-0

Der am 6. September 2018 verstorbene Belgier Edouard Aidans war einer der Zeichner, die zunächst entweder in Tintin oder dem Konkurrenzprodukt Spirou veröffentlicht hatten, dann aber vom Hamburger Koralle-Verlag abgeworben worden waren. Das „alte“ ZACK hatte eine Zeitlang so hohe Verkaufszahlen, dass eine internationale Expansion erfolgversprechend schien. Sehr zum Leidwesen der deutschen Leser*innen, vor allem aber der Künstler, die auf das Angebot eingegangen waren, hielt der Hype nicht lange genug. So musste auch Aidans reuevoll zu Tintin bzw. Le Lombard zurück, wurde dort allerdings auch mit offenen Armen empfangen.

Mehr zu den Hintergründen dieser Geschichte findet sich im von Volker Hamann redaktionellen Teil dieses Integrals. Natürlich gibt es auch in diesem Teil wieder viele zusätzliche Illustrationen und Artikel über Aidans und Tunga. Die Besprechung zum dritten Teil bietet ebenfalls noch weitere Informationen zur Serie und zu ihrem Schöpfer.

Die ZACK-Ära

Ab 1978 produzierte Aidans für den Koralle-Verlag vier Kurzgeschichten, die inhaltlich eine fortlaufende Einheit bildeten und in der ZACK-Parade zum Abdruck kamen. Die ersten drei Teile wurden dabei auch in den internationalen Ablegern Super As, Wham! und Super J publiziert sowie unter dem Titel „Der Feuermacher“ in die Albenausgabe integriert. Die letzte, 1979 in der ZACK-Parade 35 erschienene Story „Im Tal der Dämonen“, brauchte fast 20 Jahre um in einem französischen Fanzine auf schwarz-weiß abgedruckt zu werden, schaffte es aber weder in ein Album noch in das Integrale von Joker Editions.

Alle Geschichten sind von Aidans nach dem altbewährten Muster geschaffen: Obwohl ursprünglich für das kleine Taschenbuchformat konzipiert können sie ohne Verlust in das größere Magazin-/Albenformat ummontiert werden wobei jeweils zwei kleine eine große Seite ergeben. Man kann die Meisterschaft des Künstlers dabei nicht zu hoch einschätzen, denn das Layout erzählt die Geschichte genauso wie der Text und dieses so anzulegen, dass es ohne Abstriche in zwei unterschiedlichen Aufbauten funktioniert ist hohe Kunst!

Inhaltlich geht es darum, dass Tunga, Ohama und Nooun in einem mysterienhaften Szenario auf ein unbekanntes Objekt stoßen. In einer Höhle in der Nähe treffen sie auf einen „Guru“ der Nooun die Gabe schenkt, mit Hilfe von Flintsteinen Feuer zu entfachen.

Zeichnerisch hat Aidans keine seiner Qualitäten verloren. Ob die Raptoren aber wirklich notwendig waren möchte ich bezweifeln. Wer weiß, von wem die Idee dazu kam, möchte dieses bitte im Kommentarfeld unten vermerken.

Rückkehr zu Tintin/Kuifje

Das ZACK war Geschichte und bis zum nächsten Ausflug in die Zeit vor 100.000 Jahren sollte es bis 1983 dauern: Mit „Die verlorene Fährte“ kehrte der Belgier triumphal auf die Seiten des angestammten Magazins zurück und präsentierte einen moderneren Helden.

Wieder einmal werden Tunga und Ohama getrennt und müssen ihre eigenen gefährlichen Situationen bewältigen. Dazu gehört auch der jeweils emotionale Konflikt der Sorge um die andere Person. Der Zeichenstil ist viel freizügiger, raumgreifender und dynamischer, natürlich auch aufgrund der Befreiung von den Zwängen zur Doppelverwendung. Auch die Kolorierung ist offensiver und überdeckt teilweise sogar Details der Zeichnungen, ermöglicht aber eine zusätzliche Ausdruckskraft gerade für emotionale Darstellungen. Auch die von Aidans (und seinem Vorbild Hogarth) schon immer eingesetzte Schraffur wird noch einmal feiner und lässt mich fast wünschen, es gäbe den Comic zusätzlich auch in einer nicht-farbigen, unverfälschten Version. Vielleicht findet sich ja tatsächlich genug Nachfrage?

Die letzte Prüfung“ von 1984 beendet diesen Band mit einer erneut stark besetzten Frauenrolle. Tunga erlebt ein Soloabenteuer auf einer Insel, die von Amazonen bevölkert ist. Dort gibt es eine sehr kämpferische Frau namens Ulcha und eine eher bedächtige, heilende Ilcha. Unser Held braucht relativ lange, bis er erkennt, dass es sich tatsächlich nur um zwei Ausdrucksformen der gleichen Person handelt. Obwohl hier die Action durchaus im Mittelpunkt steht, wäre es verkehrt, die Erzählung darauf zu reduzieren.

Aidans gelingt es immer wieder, das prähistorische Setting zu benutzen um allgemeingültige Handlungsweisen positiv zu beschreiben: Planung, Vertrauen, Teamgeist und der Wille, gemeinsam zu Lernen sind die Facetten menschlichen Verhaltens die den Sieg und das Überleben in der Urzeit ermöglichen und auch heute noch gebraucht werden. Insofern ist Tunga sicherlich auch „ein Klassiker“, trotzdem aber weder angestaubt noch altmodisch!

Es wäre daher dem Comic und dem Verlag zu gönnen, dass die Serie nicht nur von ein paar alten Knackern die mittlerweile ihre Kindheitserinnerungen in guter Qualität neu erstehen können gekauft wird sondern ein breites Publikum findet. Verdient hat es gerade diese Phase der Serie allemal!

Es gibt übrigens auch wieder eine (verlagsvergriffene) Vorzugsausgabe, dieses Mal mit drei Ex Libris als Bonus für die Produktionsprobleme.

Dazu passen ein Getränk auf Mangobasis und als Gegenpol etwas Industrial oder etwa die Einstürzenden Neubauten.

© der Abbildungen 2019 Comic-Combo, Leipzig

Vatine/Varanda – Die lebende Tote

Die lebende Tote

Story:  Olivier Vatine
Zeichnungen: 
Alberto Varanda

Originaltitel: LA MORT VIVANTE

Splitter Verlag
Hardcover | 72 Seiten | Farbe | 18,00 €
ISBN:
978-3-96219-312-6

Die Story

Die lebende Tote ist sowohl ein Science Fiction Comic als auch eine Horror Graphic Novel und sie wird beiden Genreanforderungen gerecht! Die Geschichte beginnt wie eine klassische SF-Story: Die Erde befindet sich nach einer atomaren Katastrophe unter Quarantäne und beherbergt im Wesentlichen Schatzräuber, die alte Bibliotheken oder Labore ausräumen. Auf dem Mars haben sich die Überlebenden eingerichtet und die Benutzung von Artefakten von der Erde ist verboten. Trotzdem gibt es Wissenschaftler, die versuchen, das alte Wissen aus geschmuggelten Büchern zu verstehen und sich anzueignen.

Während des Versuches, Schätze aus einer alten Bibliothek zu bergen, fällt die 10-jährige Tochter der Chefin in die Tiefe und stirbt. Sie wird von krakenartigen Wesen aus der Tiefe den Menschen zurückgegeben, allerdings scheint es dabei zu einer kurzen Verbindung zwischen Tier und Mensch gekommen zu sein.

Martha, die Mutter, beauftragt ihre Helfer, den Wissenschaftler Joachim vom Mars zu holen. Joachim ist einer derjenigen, der mit dem alten Wissen gearbeitet hat. Er soll die verstorbene Tochter klonen und Martha einpflanzen. Während dieser Zeit kommen sich Joachim und Martha näher und werden sogar so etwas Ähnliches wie ein Paar. Parallel arbeitet Joachim mit dem Cyborg Hugo. Auch Hugo ist ein Fundstück und war der Leibwächter der verstorbenen Tochter. Nun bekommt er einen Sprachchip und Joachim geht eine direkte Verbindung seines Geistes mit dem des Cyborg ein.

Soweit so gut mit dem SF-Anteil. Als das neue, geklonte Wesen geboren worden ist beginnt der Horrorteil, der hier nicht vorweg genommen werden soll.

Die Umsetzung

Olivier Vatine, wahrlich kein Unbekannter in dem Metier und am bekanntesten wohl durch sein Szenario zu Aquablue, gelingt es, ein sehr spannendes und doch konsequentes Gebäude zu erschaffen. In mehrere Kapitel aufgeteilt schafft er es, zunächst eine zwar düstere, spooky Atmosphäre zu erschaffen die geschickt Elemente der SF und der Schauerromantik verbindet. Natürlich sind der Name des Cyborg und sein Aussehen Anspielungen darauf. Im weiteren Verlauf kommt aber immer mehr Entsetzen hinzu und es stellt sich die Frage, ob der Mensch wirklich alles machen muss, was er kann (und damit meine ich nicht nur das Fällen von Bäumen) und ob nicht das wirkliche Monster in allzu bekannter Gestalt durch die Gegend läuft.

Auch Albert Varanda ist bereits mit mehreren Reihen auf dem deutschen Markt platziert. Keine davon hat es bisher geschafft, ihn in die erste Reihe zu bringen. Hier passen seine Zeichnungen aber perfekt! Er verbindet sowohl SF Dekors mit viktorianischem Schauer-Ambiente als auch karikaturenhafte Gesichter der 10-jährigen mit absolut realistischen Darstellungen der Erwachsenen. Die Unterschiede zwischen leichtem Dekors und gerastertem Schwarz sind trotz Kolorierung von Vatine noch deutlich zu erkennen und bilden eine gute Grundlage für die Geschichte.

Von mir eine klare Empfehlung!

Die Vorzugsausgabe „Diamant“

Mit diesem Titel startet der Splitter-Verlag eine neue Darreichungsform. In Frankreich, Belgien und den Niederlanden ist es bereits eine lange Tradition, dass von ausgewählten Comics eine überformatige Luxusausgabe in schwarz-weiß erscheint, die es Leser*innen ermöglicht, die Kraft der Zeichnungen ohne Kolorierung zu erforschen.

Teilweise sicherlich nur etwas für Sammler*innen, in diesem Fall aber durchaus sinnvoll. Die Zeichnungen von Alberto Varanda mit ihren feinen Linien und der flächig gerasterten Schwärze eignen sich perfekt dafür! Die auf 444 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe unter dem Reihentitel „Diamant“ enthält außerdem noch zusätzliche Seiten und kostet 69,00 €.

Dazu passen das Album „Tales and Mystery of Imagination“ von The Alan Parsons Project und ein alter Cognac.

© Splitter Verlag GmbH & Co. KG ·   Bielefeld 2019

Warnauts/Raives – Venezianische Affären 1

Venezianische Affären Gesamtausgabe Teil 1

Story: Eric Warnauts
Zeichnungen: 
Eric Warnauts, Guy Raives

Originaltitel: Les suites Véntiennes 1-3 (Intégrale 1)

Panini Comics
Hardcover Überformat | 160 Seiten | Farbe | 29,00 €
ISBN: 
978-3-7416-1288-6

Das Duo Eric Warnauts und Guy Raives ist in Deutschland wahrlich nicht unbekannt, gehörte aber bisher eher in die Kategorie Geheimtipp. In den neunziger Jahren brachte der Carlsen Verlag den Einzelband Congo 40, die Abrechnung mit Deutschlands Nationalsozialismus (Die zerbrochene Zeit) und die ersten vier Teile von Lou Cale, einer Krimiserie um einen Pressefotografen heraus, Finix führte vor ein paar Jahren fort. Panini hat bereits den Vierteiler Zeitenwende veröffentlicht, der ebenfalls im und kurz nach dem Zweiten Weltkrieg spielt.

Das Thema

Der aktuellen deutschen Erstveröffentlichung, die bei Casterman bereits vor rund 20 Jahren erschienen ist, liegt auch ein historisches Setting zugrunde: Das Venedig des 18. Jahrhunderts. Der Stadtstaat wird durch ein Konglomerat aus verschiedenen Institutionen beherrscht die sich wiederum aus traditionellen Familien rekrutieren. Dekadenz und Laster haben sich im Alltag der besser gestellten breitgemacht und unter der Fassade des Maskerade passieren die unglaublichsten Dinge.

Als mehrere Frauen ermordet und misshandelt aufgefunden werden, versucht Alessandro, die abscheulichen Verbrechen aufzuklären. Schnell wird klar, dass es sich bei der Serie um Ritualmorde handelt und dass Magie ebenfalls eine Rolle spielt. Zudem drängen sich Verbindungen in die Vergangenheit auf. Es scheint um Rache zu gehen… Außerdem spielen Rötelzeichnungen einer jungen, unbekleideten Schönheit eine große Rolle, allerdings erkennen nur wenige die Zeichen.

Die Titel der Einzelbände „Die Skizzen“, „Rotes Venedig“ und „Exil“ lassen den Handlungsablauf ein wenig erkennen, die Story ist aber vielschichtig genug, um nicht einfach nur einem Plot zu folgen: Es geht um (Miss-)Achtung, Rassismus und Machtgelüste, aber auch um den Versuch starker Frauen, sich eigenständig zu entwickeln und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Während einige Männer dieses verstehen können, müssen andere es leidvoll am eigenen Körper erfahren lernen.

Die Umsetzung

Warnauts und Raives setzen bei ihren Seiten auf die Macht des Bildes: oft werden sie von wenigen, großen Panelen beherrscht; ganze Seiten kommen ohne Text aus. Mal wird gegen ein dreireihiges, mal gegen ein vierreihiges Grundraster verstoßen und ständig wechselt die Anordnung. Dahinter liegt aber kein chaotisches Ausprobieren: Die Formen folgen der Notwendigkeit der Handlung und ihrer Dynamik. Das Überformat bringt dabei die Seiten noch mehr zur Geltung als es das typische A4-Format täte.

Die Gesichter sind durch die etwas großflächige Kolorierung manchmal etwas entstellt, wirken dadurch aber auch im Alltag fast maskenhaft und stören daher in diesem Zusammenhang nicht. Die Formen und die Anatomie der Figuren zeigen dagegen keine unerwünschten Besonderheiten, sondern sind korrekt. Auch das architektonische und kleidungsbezogene Dekors ist aufwändig und stimmig.

Panini hat für jeden Band das Einzelcover in Farbe und als Vorzeichnung mit aufgenommen. Insofern wird die Erwartung an eine Gesamtausgabe erfüllt. Es gibt auch einen kurzen Textteil, der in das politische Venedig der damaligen Zeit einführt. Editorische Notizen, ergänzende Illustrationen und Texte, also alles, was die Leser*innen heute in einem Integral typischerweise geboten bekommen, fehlen dagegen. Hier kann der Panini-Verlag sich sicherlich noch eine Scheibe von seinen Konkurrenten abschneiden.

Vor einigen Jahren wäre die Serie wahrscheinlich bei comicplus+ erschienen. Vielleicht hilft dieser Hinweis zur Einordnung des Ganzen. Spannende und vielschichtige Story mit ansprechendem Artwork!

Dazu passen gelassen prickelnder Pro Secco und italienische Musik: Klasse Kriminale (und im speziellen Johnny too bad).

© der Abbildungen Editions du Lombard (Dargaud-Lombard S.A.) 2016 by Raives, Warnauts, c/o Panini Verlag

ZACK 240

ZACK 240 (Juni 2019)

Herausgeber: Klaus D. Schleiter

Chefredaktion: Georg F. W. Tempel
Verlag MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag
Heft Din A 4 | 84 Seiten | Farbe | 7,90 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 240

240 Ausgaben ZACK bedeuten 20 Jahre monatliche Unterhaltung, fast 500 Artikel über Themen rund um Comics, hunderte Gewinnspiele, Interviews und vor allem natürlich tausende Seiten mit mehr oder weniger spannenden Comics aus aller Welt. Aber das alles sind eigentlich verfrühte Worte, das „richtige“ Jubiläumsheft kommt ja erst in einem Monat! Es wird 16 zusätzliche Seiten Umfang haben, die mit bisher in Deutschland unveröffentlichten Michel Vaillant Werbecomics gefüllt werden und ein Variant-Cover nur für Abonnenten. Soviel als Ausblick, nun aber zum Inhalt dieser Ausgabe.

Der Titelheld Michel Vaillant beginnt das siebte Abenteuer der zweiten Staffel im Gefängnis. Nicht jeder kann damit umgehen und so kommt es zu einem folgenschweren Treffen der „Next Generation“ das die Familie wohl noch lange beschäftigen wird. Steve Warson darf sich derweil mit dem Widerspruch zwischen politischem Image und authentischer Selbstdarstellung beschäftigen. Phillippe Graton und Denis Lapière haben mittlerweile den Bogen raus, die klassische Rennfahrerstory hat sich zu einer Mischung aus Krimi, Wirtschaftsthriller und Rennsport entwickelt und damit neue Zielgruppen aufgetan. So kann man eine Serie modernisieren ohne alte Leser*innen zu verlieren und doch den Anschluss halten. Dabei hilft natürlich sehr, dass die Zeichnungen von Benjamin Benéteau ebenfalls sehr behutsam neue Elemente einführen und genügend Anknüpfungspunkte für die alten Erwartungen bieten.

Millenium Saga nähert sich mit dem vierten Teil dem Höhepunkt des ersten Bandes. Lisbeth Salander und ihr Hacker Republic Kollege Rob bekommen es mit bewaffneten, vermummten Besuchern zu tun und müssen zunächst ihre Nachforschungen einstellen um ihr Leben zu retten. Mikael Blomquist hat ganz andere Sorgen. Natürlich stehen seine Ermittlungen gegen Die Republikaner Schwedens im Zusammenhang mit seiner journalistischen Arbeit aber hat er immer noch den internen Rückhalt? Rumberg und Ortega halten das hohe Tempo mit dem sie begonnen haben und haben den Krimiplot, den sie fortschreiben, gut getroffen. Tipp!

Der dritte Teil der Vorspeise in Haute Cuisine zeigt die Leiden eines Chefs, der sich kein gutes Personal leisten kann und die Kniffe, die trotzdem einen Einkauf bester Ware ermöglichen. Wie lange der Krug wohl noch zum Brunnen gehen kann bis alles in Scherben liegt. Erfrischende Kost der beiden Autorinnen Lehericey und Desmarès, gekonnt umgesetzt von Brahy. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir an den Dreien noch lange Spaß haben werden.

Christophe Gibelin versucht weiterhin, die Fäden seiner Flugzeugsabsturzfarce zu entwirren; In die Flügel des Herrn Plomb jagen sich Geheimdienste, Doppelagenten und Polizisten und im Zentrum steht in schönster klassischer Manier der Trottel, der überleben möchte. Obwohl der Plot eigentlich sehr traditionell ist, gelingt es Gibelin, genügend Wendungen einzuflechten, die den Leser auf neue Irrwege führen.

Auch Marvanos Bonneville wird fortgesetzt und so bietet der Rennsport eine schöne Klammer für dieses Heft! Die Meinungen sind vermutlich etwas zweigeteilt, da die Zeichnungen eher Illustrationen zu Erinnerungen und Tagebucheinträgen gleichen, die angeordnet worden sind als klassischen Comic-Panelen. So werden die vielen kleinen Details aber zueinander in Beziehung gesetzt und erlauben eine tiefgreifende Wissensvermittlung über die Geschichte des Geschwindigkeitswettlaufs.

In der Reihe der Interviews mit ehemaligen ZACK-Chefredakteuren ist diesmal Mark O. Fischer an der Reihe. In seine Zeit fielen der Ausbau der ZACK-Edition und damit viele Serien, die das ZACK lange geprägt haben. Dazu kommen dann natürlich noch Rezensionen, News und ein Artikel über die Netflix-Serie Love, Death + Robots, die wie ein reanimiertes Schwermetall wirkt.

Das ZACK bleibt auch im dritten Lebensjahrzehnt eine wichtige Bereicherung der deutschen Comicszene, die im Wesentlichen eine Albenkultur hat. Die Glückwünsche folgen dann im kommenden Monat!

Zum Rennsport gehört oft genug ein Bier. Um fahren zu können sollte es ein alkoholfreies sein! Zum Glück ist auch bei den Craftbrauereien mittlerweile angekommen, dass es nicht immer Alkohol sein muss! Die musikalische Untermalung für einen Genuss der Ausgabe im sonnigen Garten könnte dazu von El Bosso und den Pingpongs kommen.

Abbildungen © 2019 MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und den jeweiligen Zeichnern und Verlagen

Weyland – Aria Integral 2

Aria Integral 2

Text: Michel Weyland 
Zeichnungen: Michel Weyland

Originaltitel: Aria – La septième Porte | Les Chevaliers D`Aquarius | Les Larmes de la Déesse | Le Méridien de Posidonia

Kult Comics

Hardcover | 240 Seiten | Farbe | 35,00 € 
ISBN: 978-3-946722-89-2

Cover Aria Integral 2

Aria ist ein junge, blonde Kriegerin, die ihre Abenteuer in einer Welt erlebt, die dem Mittelalter der Erde entspricht. Sie könnte aber wegen einiger mythischer oder sogar Science Fiction-Elemente auch auf einem fernen Planeten spielen. 1980 erschien die erste Episode in Tintin, später wechselte Weyland mit der Serie zu Spirou. Die deutsche Veröffentlichungsgeschichte ist fast schon typisch. Nach einigen Bänden beim Rainer-Feest-Verlag unter dem Titel Ariane folgten weitere bei Epsilon unter dem „richtigen“ Titel Aria. Insgesamt gibt es aber noch viele unveröffentlichte Alben und weitere Geschichten zu entdecken. Dem hat sich jetzt der Leipziger Verlag Kult Comics angenommen und veröffentlicht eine Gesamtausgabe in 6 Integralen.

Die Gesamtausgabe druckt die Bände dabei nicht in der Reihenfolge des Erscheinens ab, sondern folgt in enger Absprache mit dem Autor und Zeichner Michel Weyland einem inhaltlichen Konzept. Da es sich bei den meisten Geschichten ohnehin um One-Shots handelt, fördert das den Lesefluss bestimmt. Teilweise wird dadurch aber die fließende zeichnerische Entwicklung sprunghafter.

Wie mittlerweile bei Gesamtausgaben üblich gibt es auch eine auf 99 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe mit einem anderen Cover hat und einem nummerierten, signierten Ex Libris für 49,00€.

Der Inhalt

Die siebente Pforte“ beschreibt eindringlich die Schrecken des Schlachtfeldes. Ob im Western wie bei Blueberry oder den Blauen Boys, im History-Bereich wie bei Tardy oder im Fernsehen: Die Stilmittel sind unterschiedlich, die Inhalte ähneln sich. Aria hat heilende Kräfte übertragen bekommen und soll nun die Verletzten versorgen. Sie allerdings weigert sich. Im Laufe der Geschichte passieren immer mehr magische Dinge und es öffnet sich eine Welt unter der der Gegenwart und doch stehen beide in einem Zusammenhang. Und dann spielt da noch ein mehrere Generationen umfassendes weiteres Thema eine Rolle…

detail Aria Integral 2 page 65

Die zehnseitige Kurzgeschichte „Dieses Schicksal ist dir nicht bestimmt“ hat ebenfalls mehrere Ebenen; Während es einerseits um eine Sache zwischen Amazonen und Aria geht, greift auf einer anderen ein Gott unmittelbar ein. Die kleine Geschichte ist zum Verständnis von Arias Persönlichkeit sehr hilfreich, zeigt sie doch neben Verletzlichkeit und Zorn auch eine unbändige Freiheitsliebe.

Der Zweiteiler „Die Ritter van Aquarius“ und „Die Tränen der Göttin“ sind ein weiteres Beispiel für die Mehrschichtigkeit der Werke von Michel Weyland. Einerseits ist das Ganze eine spannende Abenteuergeschichte um Rache und Machtkämpfe mit SF- oder Horrorelementen. Ein von Emotionen fehlgeleiteter entflohener Sklave erschafft sich eine Armee aus (fast) unbesiegbaren Monstern und rächt sich an seinen Unterdrückern. Auf einer Meta-Ebene ist er aber auch als Beitrag gegen Atomenergie und ihre Beherrschbarkeit zu lesen und passt daher auch zu aktuellen Fridays-for-future-Diskussion. Darf der Mensch alles machen?

Auch „Der Meridian von Posidonia“ hat das Gleichgewicht des ganzen Planeten zum Thema. Hat es folgen, wenn die Erde zu stark ausgebeutet wird?

Aria Integral 2 page 195

Die Umsetzung

Diese letzte Geschichte ist in ihrer grafischen Umsetzung vielleicht die eindringlichste und zeigt, dass der Belgier Weyland mehr kann als leichtbekleidete Blondinen in anmutigen Bewegungen zu zeichnen. Einerseits stimmen Anatomie und Ausdruck, andererseits ist er aber auch ein Meister der Stimmungen und der sehr detaillierten Dekors. Seine Heldin ist keine „Bikini-Kämpferin“ wie Red Sonja. Obwohl auch diese kaum geschützt gegen Schwerthiebe ist, bevorzugt Aria weiße, luftige Kleidchen (deren Sitz teilweise ebenfalls magisch beeinflusst sein muss) die bereits andeuten, dass ihre bevorzugte Lösung nicht der Kampf ist. Auch die anderen Personen tragen übrigens vergleichbare Kleidung. Die Magie kommt nicht nur in ihrer bösen Form vor und die teilweise sehr fröhlichen Farben unterstützen diese Rezeption.

detail aus Aria Integral 2 Ex Libris
Ausschnitt aus dem Ex Libris der limitierten Ausgabe

Die Ausgabe ist in ein stabiles Hardcover gekleidet. Das matte, kräftige Papier bringt Zeichnungen und Kolorierung von Nadine Weyland gut zur Geltung und weist bereits auf den ersten Blick auf die Unterschiede zwischen Comic-Teil (weißer Grund) und Begleitmaterial (leicht gelblicher Grund) hin. Natürlich sind alle Cover der bisherigen deutschen und der französischen Ausgabe enthalten, aber auch sonstiges Bildmaterial, Skizzen, und Poster. Die inhaltlichen Beiträge kommen von unterschiedlichen Autoren, aber auch von Weyland selbst. Sie ermöglichen daher einen guten und originären Zugang. Selbst wer also schon den einen oder anderen band zu Hause hat, kann anhand der guten Ausstattung getrost zuschlagen.

Geplant ist ein sechsmonatiges Erscheinen der geplanten 6 Integrale.

Geeignet für alle, denen „Sword & Sorcery“/Schwert und Magie mehr bedeutet als Conan, für die, die es ertragen können, dass Prüfungen auch mit Köpfchen gelöst werden (wobei sich die Heldin im Kampf durchaus zu bewähren weiß!) und für alle, die den gewitzten Kampf für Gerechtigkeit mögen!

Dazu passen frisches, gezapftes Keller- oder Bockbier und Alternative, etwa von The Alarm.

© der Abbildungen 2019 Comic Combo, Leipzig

Gazzotti/Vehlmann – Allein 11

Allein 11 – die nächtlichen Nagler

Text: Fabien Vehlmann
Zeichnungen: Bruno Gazzotti

Originaltitel: Seuls – Les Cloueurs de nuit

Piredda Verlag

Hardcover | 56 Seiten | Farbe | 14,95 €
ISBN:978-3-941279-90-2

Cover Allein 11

Allein ist eine Serie über Kinder, die sich nach ihrem Tod in einer Zwischenwelt wiederfinden. Zunächst geht es einzig um das Zurechtkommen von Dodji, Leila, Yvann, Camilla und Terry in ihrer gewohnten Umgebung aber ohne Eltern, Freund*innen, überhaupt scheinbar ohne andere Menschen. Nur die Gebäude und alle Sachen sind noch da, aber auch die entlaufenen Tiere aus dem Zoo. Was anfangs noch wie eine nette Gruselstory aussieht, entpuppt sich schnell als Mystery-Story, denn es gibt neben den 5- bis 12-jährigen Kindern noch andere Bewohner*innen der Zwischenwelt, die dort teilweise ohne zu altern und ohne wirklich sterben zu können teilweise schon seit Jahrhunderten leben. Dementsprechend haben sich dort auch Machtstrukturen und Legenden entwickelt und neben freundlichen Akteuren gibt es auch Kriminelle und Despoten.

Die ersten beiden Bände erschienen zu Zeiten von Mirko Piredda und Martin Surmann im ZACK (näheres dazu hier), alle Bände sind als Hardcover im Piredda Verlag erschienen. Nach rund eineinhalb Jahren Pause ist jetzt der aktuelle Band 11 ausgeliefert worden!

In „die nächtlichen Nagler“ steht der neunjährige Yvan im Mittelpunkt. Er muss sich in einer kleinen Hafenstadt alleine durchschlagen und wird von einer Instanz Camillas besucht. Er erkennt, dass sie das Mitternachtskind ist (siehe Band 9) und vernimmt ihre Warnung vor den Naglern, die Yvan für das untere Terrain gewinnen wollen.

Gleichzeitig ist Anton weiterhin fleißig dabei, Theorien über die Zwischenwelt und den zeitlichen Ablauf aufzustellen. Da sich auch in dieser Serie alles auf einen fulminanten Schlusspunkt hin entwickelt, ist die gehäufte Ankündigung eines Kampfes sicherlich ernst zu nehmen.

Im weiteren Verlauf, der eindeutige Horrorelemente hat, wird Yvan in seiner Behausung von einem geheimnisvollen Jungen, dessen Kopf komplett von Fliegen umhüllt und somit nicht erkennbar ist und zombieartigen Kindern überfallen und auf einen Billardtisch genagelt. Als Yvan am nächsten Tag aufwacht, fehlt ihm ein Teil seiner selbst und er weiß, dass die Nagler wiederkommen werden…

Ergänzt wird das Hardcover durch ein mehrseitiges Interview mit Fabien Vehlmann über die Story von „Allein“, seinen Lieblingscharakter und sein Verhältnis zu Bruno Gazzotti, illustriert mit vielen Skizzen und Entwürfen, sowie dem Abdruck der ersten Seite des angekündigten Spinn-Offs „Geschichten aus der Zwischenwelt“, das größeren Fokus auf Details und Nebenfiguren werfen wird.

Gazzotti hat sie Serie als klassischen frankobelgischen Funny im SPIROU/Marcinelle-Stil angelegt. Detailreiche Umgebungen und Hintergründe, dynamische, filmartige Sequenzen und detaillierte Gesichtszüge mit zum Teil karikaturesken Ergänzungen. Durch diese teilweise kindliche, abmildernde Darstellung wird der Horror gekonnt verstärkt, denn er passt nicht in die helle, freundliche Darstellung und wirkt durch diesen Gegensatz umso befremdlicher. Seitenlayout-technisch sollte der/die Leser*in aber nicht allzu viel Innovation erwarten.

Die Figuren sind von Vehlmann über mittlerweile 11 Bände gut entwickelt und haben alle „ihre“ Macken, die sie so sympathisch machen. Es gibt auch genügend Querverbindungen zu alten Hinweisen oder auf noch unbekannte Ereignisse um die Spannung aufrecht zu erhalten. Dabei hilft sicherlich, dass die gesamte Geschichte in aktuell drei Zyklen unterteilt ist.

Die Serie Allein ist eine der besten aktuell laufenden Reihen! Sie ist bereits für jüngere Leser*innen ab 12 – 14 Jahren (je nach Person) lesbar, hält aber für Ältere noch weitere Schichten bereit, die sie ebenfalls lesenswert machen. Die Ausstattung lässt ebenfalls keine Wünsche übrig!

Dazu passen haltbare Getränke, die es in die Zwischenwelt schaffen und sowohl zeitlich als auch gegenüber äußeren Einflüssen äußerst robust sind, also praktisch jedes Getränk in Dosen, und leicht verstörende Musik etwa von The Other (Dreaming of the Devil als Beispiel).

© der Abbildungen 2019 Piredda Verlag, Berlin

Go West – Klassiker des Monats Mai 2019

Go West – Gesamtausgabe

Text: Greg

Zeichnungen: Derib

Salleck Publications

Hardcover | 124 Seiten | Farbe | 25,00 € |

ISBN: 978-3-89908-498-6

Cover Go West

Go West ist eine zehnteilige Serie von Kurzgeschichten mit einer Länge von 7 bis 20 Seiten die in dem belgischen Tintin-Magazin zwischen 1971 und 1978 veröffentlicht wurde. Im Gegensatz zu vielen anderen damaligen Serien war sie von Anfang an auf einen alle Teile überspannenden Plot ausgerichtet und erzählt die Geschichte des arbeitslos werdenden Buchhalters Barnaby Bumper und seiner Gefährten auf ihrem Treck von der amerikanischen Ostküste ins den „Wilden Westen“.

Das Szenario stammt von Michel Régnier, der unter seinem Künstlernamen Greg veröffentlichte. Als Chefredakteur von Tintin überführte er das Magazin aus der klassischen Struktur mit ein bis zwei Seiten pro Abenteuer pro Woche zu einem neuen Format in dem die Geschichten in sieben bis acht Wochen veröffentlicht wurden. Die Teile sollten dabei eine Art „Kapitelstruktur“ aufweisen um einerseits einen wirklichen Lesegenuss zu ermöglichen, andererseits natürlich zum Kauf des nächsten Heftes anregen (Mehr dazu hier). Zu den längeren Alben kamen dann eben auch Kurzgeschichten wie Go West, die aufeinander aufbauten, aber nicht Woche um Woche erscheinen mussten. Greg hat neben dieser Westernserie auch andere Szenarios in diesem Genre verfasst, unter anderem für Chick Bill, den Lucky-Luke-Ableger Jolly Jumper und natürlich für Comanche, gezeichnet von Hermann.

Detail go West page 19

Derib (das ist Claude de Ribaupierre) hatte seine Karriere als Zeichner im Atelier von Peyo begonnen. 1969 begann er an seinem großen Thema, dem Leben der Indianer zu arbeiten und veröffentlichte die ersten Folgen der Geschichten um den kleinen Yakari bevor dann die Arbeit an Go West startete. Sein Hauptwerk Buddy Longway, die Geschichte eines weißen Trappers, sollte kurz darauf starten.

Die noch ganz im Funny-Stil gezeichnete Serie enthält bereits alle späteren Thematiken: Nicht alle Weißen kommen als Eroberer und wollen sich das Land untertan machen. Sie haben zum Teil kaum eine andere Wahl, wenn sie für den Unterhalt ihrer Familie sorgen wollen. Viele von ihnen wollen aber keinesfalls ihren Lebensentwurf anderen überstülpen sondern in Frieden mit anderen Menschen und der Natur leben. Ein weiteres Sujet ist der Konflikt zwischen der Gewalt des Stärkeren und den Errungenschaften der Zivilisation, hier in dem Kapitel „Die Strasse der Sonne“ als Konflikt zwischen Lynchjustiz und Gerichtsbarkeit dargestellt.

Detail Go West page 53

Über allem schwebt aber die Kritik am Rassismus: So besteht die Reisegruppe, die sich im Laufe der Geschichten immer mehr erweitert auch aus einem Farbigen und einem Sioux. Beide spielen tragende Rollen und müssen doch ihre oft von anderen unterstellte Minderwertigkeit erdulden. Derib und Greg vermeiden den Zeigefinger und bringen ihre Kritik trotzdem deutlich rüber. Auch die Indianer werden keinesfalls wie in anderen Western als blutrünstige Wilde dargestellt. Sie sind zu Frieden fähig und willig. Nur in einer Randnotiz weisen die Autoren darauf hin, dass der ausgehandelte Frieden von Medicine Lodge nicht an ihnen, sondern an weißen Soldaten wie General Custer gescheitert ist.

Go West page 93

Der Zeichenstil Deribs entwickelt sich von Geschichte zu Geschichte weiter und verfeinert sich. Anfangs sind es noch sehr großflächige Dekors, die die Handlung begleiten, doch sie werden immer detailreicher und kleiner, so dass am Ende die Figuren immer noch einem Funny entsprechen, die Hintergründe aber schon fast realistisch wirken. Damit vollzieht Derib die Entwicklung, die er in Buddy Longway noch konsequenter verfolgt hat, hier zum Teil nach. Darin liegt auch ein nicht unwesentlicher Bestandteil des Charmes dieser Ausgabe, dass auf so engem Raum so viel Entwicklung sichtbar wird. Zudem ist die Kombination aus Detailreichtum und figürlicher Überzeichnung auch nicht so häufig anzutreffen.

Es gibt noch eine weitere Ausgabe dieses Titels, erschienen 1978 im Carlsen Verlag. Sie enthält aber im Gegensatz zu der bei Salleck Publications als Hardcover erschienenen Gesamtausgabe nur die ersten neun Geschichten. Die zehnte, abschließende Folge wurde hier das erste Mal auf Deutsch veröffentlicht. Die Ausgabe umfasst des Weiteren ein paar redaktionelle Seiten mit einem Text über die Geschichten, ihre Rezeption und die weiteren Werke der beiden Künstler. In dem Artikel finden sich auch Abbildungen der Tintin-Cover mit Bezug zu Go West. Das verwendete Papier ist relativ dünn, aber blickdicht und lässt die Zeichnungen durch die etwas glänzende Struktur gut zur Geltung kommen.

Die Gesamtausgabe von 2014 ist noch lieferbar und daher problemlos zu bekommen.

Go West page 23

Go West ist aus mehreren Gründen zu gut, um in Vergessenheit zu geraten. Zum einen ist es ein früher Vertreter des neuen Weges, Comic-Abenteuer in wöchentlichen Magazinen erzählen zu wollen. War es ursprünglich genug, eine Seite mit einem Gag zu versehen und die Held*innen zu präsentieren, verlangte das Publikum immer mehr einen übergreifenden Plot hinter den Seiten und wollte zwar kurze aber abgeschlossene Inhalte konsumieren. Hier zeigt sich die Konkurrenz des Fernsehens mit seinen Serien. Andererseits ist Go West die Grundlage für die weiteren Serien von Derib über das Leben der Indianer und einer der Startpunkte für ein differenzierteres Bild als die üblichen Western es traditionell vermittelten. Zwar gab es auch im TV-Bereich schon Ansätze, etwa High Chaparral, der Mainstream sah aber entweder den bösen Indianer oder idealisierte nicht minder problematisch den „guten und edlen Wilden“.

Insbesondere wegen der Wüstenszenen wäre dazu eine selbstgemachte Zitronenlimonade perfekt! Musikalische Untermalung kann nur Country und Western sein – Wie wäre es mit The Common Linnets aus unserem westlichen Nachbarland?

© der Abbildungen 2014 Eckart Schott Verlag

Gratis Comic Tag 2019 – Thriller

GCT 2019 die zweite – Thriller – eine Übersicht

Im zweiten Teil der Hilfe für Unentschlossene werden in diesem Beitrag vier Thriller unterschiedlicher Verlage vorgestellt, die es am diesjährigen Gratis Comic Tag beim Händler eures Vertrauens zum Mitnehmen gibt. Das ganze Programm findet ihr hier. Der GCT findet am 12. Mai statt.

Header GCT

Die vorgestellten Hefte sind sehr unterschiedlich und bieten vom Teaser für ein Kickstarter-Projekt bis zum kompletten ersten Band alle Varianten.

Lazarus Eins von Greg Rucka und Michael Lark ist das erste Heft einer dystopischen Serie von Image Comics, hierzulande veröffentlicht von Splitter. Sie spielt in der nahen Zukunft und beschreibt eine mögliche, wenn auch wenig wünschenswerte Zukunft. Die Vermögensverteilung auf der Welt hat sich noch mehr zu einer geöffneten Schere entwickelt, nur sechzehn Familien haben die Welt unter sich aufgeteilt. Der Rest der Menschheit findet sich entweder als „Knecht“ oder als „Abfall“ wieder und kämpft um sein Überleben. Da die Macht der Familien naturgemäß nicht von allen akzeptiert wird, halten sie sich jeweils einen genetisch modifizierten, nahezu unbesiegbaren und unsterblichen Kämpfer, genannt Lazarus.

cover GCT 2019 Lazarus

Greg Rucka, sonst eher bekannt durch Mainstream Comics wie Batman oder Spider-Man bietet hier harte Kost, die von Michael Lark adäquat umgesetzt wird. Blutige Nahaufnahmen in Zeitlupe wechseln sich ab mit in düsteren Farben gehaltenen Szenen. Sicherlich nichts für schwache Nerven aber ein lohnenswerter Einstieg in eine preisgekrönte Science Fiction/Thriller-Serie, von der auf Deutsch bisher 6 Sammelbände erschienen sind.

Schreiber&Leser/Alles Gute verschenken sogar den ersten kompletten Band ihrer Serie Ghost Money. Auch diese Geschichte spielt in naher Zukunft und wird von dem Konflikt von Geheimdiensten auf der einen und Terrororganisationen auf der anderen Seite getragen. Es gibt Daneben superreiche, die kaum wahrnehmbar sind. Sie haben ultraschnelle Privatflugzeuge; Quartiere in mehreren Metropolen und kaum Kontakt zu offiziellen Stellen. Die Dame aus Dubai, so der Titel des ersten Bandes gerät dabei einerseits in das Visier der Ermittler, spielt andererseits aber auch plötzlich eine große Rolle im Leben der eigentlich völlig normalen Lindsey und dann gibt es da noch ein wenig erfüllte und unerfüllte Liebe…

cover GCT 2019 Ghost Money

Thierry Smolderen entwickelt routiniert eine mehrere Fäden umspannende Geschichte aus dem Überschneidungsfeld zwischen Jet-Set, internationalem Terrorismus und Geheimdiensten, das überzeugen kann. Dominique Bertail, aktuell auch mit dem Transgender-Western Mondo Reverso im Gespräch liefert dazu beeindruckende Bilder im klassischen franko-belgischen Stil: grandiose Architektur oder Landschaft steht genauso im Fokus wie detaillierte Nahaufnahme der Emotionen oder Kampfszenen. Für den Einstieg ist diese GCT-Ausgabe perfekt, der Wunsch nach größerem Seitenformat wird aber schnell aufkommen.

Auch The Next Art beteiligt sich wieder am GCT, dieses Mal mit der SENECA-Akte II – Tod in Genf. Wie auch schon beim ersten Teil beinhaltet das Heft (nur) eine Leseprobe und die Möglichkeit innerhalb von 30 Tagen auf Kickstarter.com für die Fertigstellung des Werkes zu sorgen. Allein schon wegen dieses ungewöhnlichen Ansatzes einen Blick wert! Michael Feldmann schafft es aber auch so mit seinem im Wesentlichen schwarzweißen Stil Interesse zu wecken; dafür sorgen auch die wenigen farbigen Details, die in die Zeichnungen integriert sind. Inhaltlich geht es auch hier um eine Verschwörung: Geheimdienste (oder zumindest Teile davon) versuchen mit aller Macht die Aufdeckung und Veröffentlichung von belastendem Material zu verhindern. Geschickt werden dabei reale Ereignisse wie die Barschel-Affäre oder die Katastrophe von Rammstein in die Handlung eingebaut. Im Film gibt es diese Art von Thriller nicht mehr so häufig wie früher, ein Grund mehr also um hier beim Comic zuzuschlagen.

Cover GCT 2019 Seneca II

Zuguter Letzt ein Altmeister dieses Metiers: Warren Ellis hat moderne Pulp-Comics geschrieben, jeweils nur ein Heft aus einer imaginären Serie und diese unter dem Namen Apparat zusammengefasst. Ein Teil davon ist Simon Spector das zusammen mit den anderen jetzt im Dantes Verlag erscheinen wird. Jacen Burrows hat dabei die Ideen von Ellis in einem harten schwarz-weiß umgesetzt. In einer farbigen Ausgabe wäre der deutschen Öffentlichkeit zu viel rot auf den Seiten, so mag es gehen. Natürlich gehört Brutalität zu dieser Art von Comic aber ich muss gestehen, dass ich Ellis nie so viel abgewinnen konnte.

Cover GCT 2019 Simon Spector

Obwohl die Geschichten doch sehr unterschiedlich sind dürfte ein Whisky Sour zu allen passen! Musikalisch etwas düster, zugleich aber kein Gothic: Warsaw haben ein wunderbares Album gleichen Namens veröffentlicht mit bereits vielen Hinweisen auf ihre spätere Inkarnation.

© 2019 Splitter Verlag, Schreiber & Leser, ThenextartVerlag, Dantes Verlag