ZACK 243

ZACK 243 (September 2019)

Herausgeber: Klaus D. Schleiter

Chefredaktion: Georg F. W. Tempel
MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag
Heft Din A 4 | 84 Seiten | Farbe | 7,90 €
ISSN: 1438-2792

Der Neustart

Dantes kehrt zurück! Der Wirtschaftskrimi aus der Feder von Pierre Boisserie und Phillippe Guillaume mit den Zeichnungen von Erik Juszezak geht in die letzte Runde. Neben den gefälschten Kunstobjekten aus der New Yorker Werkstatt war im letzten Teil auch ein falsches Weinetikett aufgetaucht. Der (Luxus-)Wein existiert zwar, allerdings noch nicht mit dem angegebenen Jahrgang. Gleichzeitig kommt es zu einer Entführung des Babys von Dantes und seiner Frau aus der Säuglingsstation. Für Spannung ist also von Anfang an gesorgt. Welches Spiel spielen Christopher Dantes Vater und die Kunstfälscherin? – Solide Krimikost!

Die Fortsetzungen

Der zweite Band von Harmony namens Indigo von Mathieu Reynès geht schon in die dritte Runde: Die Kinder mit den übersinnlichen Fähigkeiten haben sich nicht so weiterentwickelt wie gewünscht. Es übernimmt eine militärisch ausgebildete Truppe die mit Folter nicht nur droht. Bei der blonden Titelheldin schlägt die Methode an; ihre Kräfte verstärken sich. Der Cliffhanger erleichtert das Warten auf das Oktoberheft nicht.

Michel Vaillant war schon immer mehr als reiner Motorsport. In der zweiten Staffel haben Phillipe Graton & Denis Lapière den Krimianteil aber noch einmal erhöht und vor allem auf eine lange Storyline gesetzt. Macau ist schon der siebte Band aber die Auseinandersetzung um die Firma Vaillante mit Ethan Dasz ist noch in vollem Gange. Evelyne hat Beweise, die sie Michel übergeben möchte. Zunächst aber müssen die Zwei auf einem Motorrad durch Macau flüchten. Das gibt Benjamin Benéteau die Gelegenheit zu beweisen, dass er rasante Rennszenen mit Autos genauso gut beherrscht wir Motorradszenen in einer vollen Innenstadt. Zurecht eine der Besten technikorientierten Serien dieses Jahrtausends!

Tessio, der „schlimme“ Bruder von Cassio, hat es endlich geschafft, die letzte Kanope zu bekommen. Nun kann er versuchen, ihre Mutter wieder auferstehen zu lassen und endlich eine Schreckensherrschaft zu etablieren. Es könnte aber sein, dass man ein Übel mit einem anderem austreiben kann. Das Reich der Erinnerungen wird – so scheint es – alle offenen Fragen beantworten und steuert auf einen finalen Höhepunkt zu.

Endgültig und letztmalig verabschiedet sich der Agententhriller die Flügel des Herrn Plomb. In sieben Alben hat Christophe Gibelin ein Verwirrspiel mit Agenten beidseits des Eisernen Vorhangs aufgezogen, das durch persönliche Beziehungen und Konflikte zwischen befreundeten Diensten angereichert wurde. Im Zentrum all dieser Stürme stand ein Fotograf, geplant als Kollateralschaden und doch bis zum Schluss unter den Lebenden. Die Auflösung ist tatsächlich so zynisch wie vermutet!

Und sonst so?

Schon das Editorial des Chefredakteurs verkündet eine frohe Botschaft: Der absolut zu empfehlende Titel de Meimoorden von Eric Heuvel wird ab Februar im ZACK in deutscher Übersetzung erscheinen. Schon jetzt könnt ihr anfangen, die Tage zu zählen!

Neben wie immer genialen Abenteuern auf dem Friedhof unter dem Titel Tizombi dürfen auch Parker & Badger und der Vater der Sterne wieder ran. Insbesondere bei letzterem bleibt zu hoffen, dass irgendwann der Vorrat ausgeht und eine neue Serie ihre Chance erhält.

Neben News und Rezensionen inklusive einer längeren der neuen Luc Orient-Gesamtausgabe im ALL-Verlag interviewt Christian Endres den neuen Zeichner von Conan der Barbar. Mahmud Asrar darf seine Eindrücke schildern und auf seine Vorbilder verweisen. Abgerundet wird das Ganze mit ein paar Einblicken in die neuen Seiten.

Zu der wie immer sehr kurzweiligen Lektüre passen The Selecter mit Daylight und ein Nojito!

Abbildungen © 2019 MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und den jeweiligen Zeichnern und Verlagen

Conan der Cimmerier 5

Band 2: Die scharlachrote Zitadelle

Story: Luc Brunschwig nach Robert E. Howard
Zeichnungen: 
Étienne Le Roux

Originaltitel: La Citadelle Écarlate

Splitter Verlag

Hardcover Überformat | 64 Seiten | Farbe | 16,00 € |

ISBN: 978-3-96219-206-8

Der gerade erschienene Band von Luc Brunschwig und Étienne Le Roux ist bereits die fünfte europäische Interpretation des Conan-Mythos und folgt wie auch die anderen streng den Vorgaben des Schöpfers Robert E. Howard. Da die Geschichten keiner Chronologie folgen, sondern nur eigenständige Ausschnitte aus dem Leben des Cimmeriers abbilden, eignen sich die Vorlagen vorzüglich dafür, von unterschiedlichen Kreativteams bearbeitet zu werden. Conan selbst ist bereits in Film, TV oder Comic so oft dargestellt worden das keine Figur erwartet wird. Es gibt eher eine Vereinbarung über das Nicht-Aussehen: Conan kann nicht strohblond sein, nicht weiblich, „of colour“, schwächlich oder insektenartig. Alles andere ist aber interpretationsfähig. Zu Band 1 und 2.

Die Story

In Die scharlachrote Zitadelle ist Conan also ein König, der sein Reich schon seit längerem regiert hat. Wie immer herrschen verschieden Ansichten über die Güte dieser Tätigkeit vor, denn es gibt Nutznießer*innen und Verlierer*innen. In der gegebenen Situation scheint es so zu sein, dass die Mehrheit der Regierten eigentlich sehr zufrieden mit ihrem König ist. Ungerechtigkeiten, hohe Abgaben, Frondienste und andere unschöne Begleiterscheinungen einer (natürlich nicht aktuellen) Monarchie wurden beseitigt und Pfründe abgeschafft. Die andere Seite eben dieser Medaille ist aber natürlich, dass die Inhaber*innen der ehemaligen Privilegien, Einkünfte und Dienste eben nicht mehr bekommen und sich daher als „Opfer“ dieser Herrschaft sehen.

Wie gut, dass es auch noch Nachbarn gibt… Diese sind – so dass kriegerische Grundsetting dieser Literaturgattung – natürlich immer neidisch auf die Ressourcen des in Frage stehenden Landes (Bodenschätze, strategische Bedeutung, Sklav*innen) und vor allem darauf bedacht, dass diese revolutionären Ideen nicht in ihr Land hinüberschwappen. Eigentlich also der heutigen Weltpolitik prinzipiell gar nicht soo unähnlich.

Die Geschichte beginnt mit dem Eintreffen des Barden in der Königsfeste. Er berichtet von dem Hinterhalt, den Almarus, Strabonus und der Magier Tsotha-Lantis mit ihren Armeen für die Streitmacht Conans gelegt haben, und in dem fast alle Männer getötet worden sind. Auch Conan, der geliebte König, sei umgebracht worden.

Tatsächlich ist der trotz seines Alters immer noch kräftige König nur gefangengenommen worden um eine Kapitulation im Gegenzug für persönliche Freiheit zu erreichen. Damit soll den Untertanen klar gezeigt werden, dass alle Errungenschaften der Conanschen Regierungszeit keineswegs nachhaltig seien und gerne der persönlichen Lage des Herrschers geopfert würden. Natürlich lässt sich der Barbar nicht darauf ein…

Im Folterkeller darf der muskelbepackte Held dann die Bekanntschaft mit einer riesigen Echse machen, aber auch mit einem Überlebenden der Überfälle aus der früheren Zeit als Conan noch als Pirat lebte. Nach einigen Dungeon-Begegnungen kann er schließlich Pelias befreien, der vor 10 Jahren von Tsotha-Lantis gefangengenommen worden war und selbst ebenfalls übernatürliche Kräfte auf seiner Seite weiß.

Währenddessen hat in dem nun scheinbar verwaisten Königreich die Machtübernahme der alten Eliten mit all ihren blutigen Details begonnen…

Das Artwork

Étienne Le Roux gelingt es gut, sowohl die dunklen Höhlenszenen mit Gefahren hinter jeder Ecke, Traumsequenzen und Ängsten aber auch Monstern darzustellen als auch die brutalen Szenen der Machtübernahme, die paradoxerweise in strahlendem Sonnenlicht wiedergegeben werden. Die Hintergründe wirken dagegen teilweise etwas zu einfach, der Rasterschatten etwas zu „nicht-selbst-gemacht“. Abgesehen von diesen kleinen Mängeln aber eine sehr ansehnliche Umsetzung.

Die Figur des Conan wirkt im ersten Moment mit dichtem schwarzem Vollbart etwas ungewöhnlich, man gewöhnt sich aber schnell daran, da man schon so viele Interpretationen gesehen hat, dass auch diese nicht wirklich anders ist. Die anderen Figuren sind nicht so geprägt von Erwartungen und daher noch leichter zu akzeptieren. Die Bösartigkeit kommt hier oft mit einem Lächeln daher. Der Seitenaufbau ist klassisch und von wenigen Soundwords begleitet. Allein bei rasanten Kampfszenen scheint sich auch der Stil bewegen zu wollen und unterstützt so die Dynamik.

Luc Brunschwig ist aktuell vor allem durch die neuen Abenteuer um Bob Morane sowie die im ZACK abgedruckten Geschichten mit Mic Mac Adam bekannt. Hier beweist er, dass er durchaus auch in Sword & Sorcery Settings seine Qualitäten hat. Das Springen zwischen den beiden Locations, Hell und Dunkel, Magie und Restauration ist gut umgesetzt und kann auch in Zeiten eines Publikums, das mit Game of Thrones Kost dieser Art bereits gut visualisiert bekommen hat, noch punkten.

Die Ausstattung

Splitter stattet auch diesen Band wieder mit einem Nachwort aus, das auf die Entstehungsgeschichte des Originals von 1932 eingeht und zudem weitere Illustrationen enthält. Der Band ist wie auch die anderen im typischen splitter-Überformat als Hardcover erschienen und bringt Farben und Zeichnungen brillant zum Ausdruck. Bei dem Preis kann man eigentlich nichts falschmachen. Interessant könnte es in diesem Monat zudem sein, die europäische Interpretation mit der neuen amerikanischen zu vergleichen, denn auch bei Marvel gibt es einen (deutschen) Neustart der barbarischen Abenteuer.

Dazu passen Kellerbier und The Ordinary Boys.

© der Abbildungen 2019 Splitter Verlag

Swolfs – Prinz der Nacht 7

Der erste Tod

Story: Yves Swolfs
Zeichnungen: 
Yves Swolfs

Originaltitel: Le Prince de la nuit: Tome 7, La première mor

Splitter Verlag

Hardcover Überformat | 48 Seiten | Farbe | 16,00 € |

ISBN: 978-3-96219-316-4

2015 Paris, der Bahnhof ist großflächig mit riesigen Plakaten bestückt auf denen die Sensation beworben wird, dass Yves Swolfs seine Vampir-Serie Prinz der Nacht fortsetzt.

2019, Deutschland, der siebte Teil der Saga erscheint auch in Deutschland. Mittlerweile ist bereits der erste Teil der neuen Serie von Yves SwolfsLonesome – erschienen und der achte Teil des Nachtprinzen ist bereits in der Ankündigung. Was ist geschehen? Zum einen ist wohl zu berücksichtigen, dass die Serie in Deutschland keinen leichten Stand hatte: Die ersten Bände erschienen im „alten“ Splitter-Verlag, der jedoch pleite ging. Es ging weiter bei Kult Editionen wo auch zwei Integral-Ausgaben erschienen sind, doch auch dieser Verlag ist nicht mehr. Und so dauerte es bis zum letzten Monat dass der Splitter-Verlag, Heimat von Swolfs Westernserien Durango und Lonesome, eine neue, diesmal einbändige Integralausgabe der ersten 6 Bände herausbrachte und nun auch endlich die neuen Abenteuer veröffentlicht.

Die Story

Während die ersten sechs Bände die Beziehung des untoten und damit auch quasi unsterblichen Vampirs Kergan mit dem Geschlecht der Rougemonts zum Inhalt hatten, geht es jetzt in die Comicdeutsch Origin des Blutsaugers.

Kergan ist der Sohn eines Stammesführers und Kriegsherren der Karpen, die sich im Kampf mit römischen Legionen befinden. Er ist zwar der ältere Sohn seines Vaters, nicht aber der Sohn seiner Frau, die versucht, ihren Sohn als Erben zu platzieren. Kergan ist ein brillanter und erfolgreicher Krieger, zugleich aber unbeherrscht, aufbrausend und emotionsgesteuert. Als er den Kopf eines römischen Zenturios heimbringt, ist selbst der Vater überzeugt, dass Kergan einen Dämpfer braucht und schickt ihn auf eine diplomatische Mission.

Natürlich gehören zu einer richtigen Entstehungsgeschichte eines bösen Vampirs auch eine große Ungerechtigkeit und eine Enttäuschung und sie werden hier auch dargeboten! Swolfs hat sich dabei aber große Mühe gegeben, allzu starke Plattitüden zu vermeiden und einen stimmigen Handlungsbogen zu erschaffen. Wo sich Verrat auf Verrat türmt, die Liebe entschwindet und das Leben keinen Sinn mehr zu machen scheint, kann die Rache zur neuen Zielsetzung werden. Der Entscheidungsprozess ist aber nicht einfach…

Das Artwork

Yves Swolfs ist ein Meister seines Faches. Er beherrscht Landschaften und Dekors genauso wie Personen. Die Eingangssequenz alleine ist schon so filmisch und so genial angelegt, dass ein Weiterlesenwollen fast als einzige Möglichkeit erscheint. Er beherrscht die Totale wie auch die Nahaufnahme und wechselt auch zwischen beiden hin und her. Dadurch wird z.B. die Szene auf der Brücke auch glaubwürdig, denn zwischen der dem Leser die Situation zeigenden Gesamtansicht, den Gesichtern und Bögen der Angreifer und denen der Römer wechselt Swolfs ständig um eine solche Spannung zu erzeugen, die den Schweiß der Beteiligten fast riechen lässt.

Auch seine Umgebungen sind detailreich und stimmungsvoll, egal ob während der Nacht oder tagsüber, im Gebirge, Wald oder freien Feld. Die Seitenaufbauten sind dabei vollkommen flexibel und folgen keinem Schema.

Die Empfehlung

Kaufen!

Es handelt sich beim Prinzen der Nacht um keine Teenagerserie. Natürlich geht es um enttäuschte Liebe, aber Kergan wird kein Ehrenmann werden. Die Darstelllungen sind teilweise explizit, überschreiten aber keine Grenzen! Die Zeichnungen sind grandios und die Story ist (wenn man mal davon absieht, dass das Thema natürlich dem Fantastischen und irrealen zugehörig ist) nachvollziehbar und logisch. Wer nicht die ersten Bände eh schon im Besitz hat, muss diese nicht erwerben, um neu einsteigen zu können, es könnte aber eine Folge des Genusses dieser Geschichte werden…

Dazu passen The Cure und ein Rotbier.

© der Abbildungen 2019 Splitter Verlag

ZACK 242

ZACK 242 (August 2019)

Herausgeber: Klaus D. Schleiter

Chefredaktion: Georg F. W. Tempel
MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag
Heft Din A 4 | 84 Seiten | Farbe | 7,90 €
ISSN: 1438-2792

Das Jubiläumsjahr ist nun schon fast selbst Geschichte, findet aber in diesem Heft seinen verdienten Abschluss mit der Vorstellung der Mitarbeiter*innen hinter den Kulissen. Marketing, Messe, Lettering, Presse, Vertragswesen, Organisation wollen betreut oder gemacht werden und alles braucht seine Spezialist*innen. Dieser Beitrag stellt sie vor!

Der Neustart

Das Cover darf in diesem Heft Cassio zieren. Die Serie von Stephen Desberg und Henri Reculé geht in die letzte Runde: Das Reich der Erinnerung wird (hoffentlich) alle offenen Fragen auflösen und steuert auf den Höhepunkt zwischen Cassio und seinem Bruder Tessio zu. Die Geschichte beginnt blutig in einem Kloster, denn dort wird die gesuchte ägyptische Kanope aufbewahrt. Für die neu hinzugekommenen, denen das jetzt überhaupt nichts sagt: Einerseits gibt es eine (sehr) kurze Einführung, andererseits sind die Zeichnungen gut genug und die Story so spannend und abwechslungsreich durch Orts- und Zeitwechsel, dass Cassio auch ohne Vorkenntnisse Spaß machen sollte. Desberg ist eindeutig in Europas Stilen verwurzelt. Eine Beeinflussung durch amerikanische Zeichner lässt sich aber auch erahnen.

Die Fortsetzungen

Die neuen Abenteuer von Michel Vaillant sind eine Mischung aus Wirtschaftskrimi und (modernem) Rennsportcomic. Während einerseits die Boliden gezeigt werden, die durch Macau rasen, steuert die Auseinandersetzung zwischen Vaillante und Dasz auf einen neuen Höhepunkt zu. Zum einen will letzterer die traditionelle Firma, vor allem aber die Familie Vaillant komplett vernichten, zum anderen scheint der Betrüger betrogen zu werden. Benjamin Benéteau hat mittlerweile alle Personen verinnerlicht und beweist mit den Rennszenen, dass er auch dieses Thema perfekt beherrscht. Das Szenario von Philippe Graton & Denis Lapière ist spannend und hat der ehrwürdigen Serie neues Leben eingehaucht. Nicht, dass der klassische Michel schlecht wäre. Er trifft nur nicht mehr den jugendlicheren Leser. Mit der Aufnahme der Krimi- und E-Auto-Themen wird die Brücke geschafft. Sonst wäre die „neue“ Serie wohl auch nicht bereits im siebten Band.

Harmony von Mathieu Reynès erzählt die Geschichte von mutierten Kindern mit speziellen Fähigkeiten. Hier geht es aber nicht um die Frage, wie die Mutanten zur Gesellschaft stehen, sondern darum, ob die Fähigkeiten ausgebeutet werden dürfen oder doch die Interessen der Kinder im Vordergrund stehen sollten. Nicht nur Revolutionen fressen ihre Kinder. Auch Reynès hat außer den europäischen noch andere Einflüsse; hier sind es aber die japanischen. Lesenswert und zu Recht in Frankreich sehr erfolgreich!

Die Flügel von Herrn Plomb gezeichnet und geschrieben von Christophe Gibelin gehen in ihren vorletzten Teilabdruck; Verbindungen werden genauso offensichtlich wie die Ignoranz von Geheimdiensten gegenüber Zivilisten: Opfer sind einkalkuliert! Detailreich gezeichnet, witzige Hommage an Stan und Ollie und ein Plot, der natürlich übertrieben ist, allerdings nicht so stark, dass er vollkommen unglaubwürdig wäre.

Bonneville Vier Null Sieben! von Marvano geht dagegen in dieser Ausgabe zu Ende. Ein Comic, der einen Salzsee, der als Rennstrecke dient, zum Helden hat, ist sicherlich nicht alltäglich und auch nicht einfach. Während über die zeichnerischen Fähigkeiten Marvanos wohl keine Diskussion nötig ist, ist die Aneinanderreihung von Bildern und Texten vielleicht nicht jedermanns Sache. Natürlich entsteht aus den Teilen ein Ganzes, sogar ein lehrreiches und persönlich freue ich mich auf den angekündigten zweiten Teil, bin aber gespannt, wie es euch damit geht. Meinungen?

Und Sonst?

Bernd Hinrichs berichtet über frankobelgische Comic-Verfilmungen und ist immerhin schon bei G wie Gaston angekommen und dann gibt es ja noch die Kurzgeschichten:

Parker & Badger beschreiben (peinliche) Alltagssituationen, die nicht immer, aber dieses Mal wirklich gut gelungen sind. Der Vater der Sterne versucht so etwas wie Pädagogik aus Nerdistan zu vermitteln und scheitert mal wieder. Aber es gibt ja noch Tizombi von Cazenove & Maury mit gleich drei Folgen in diesem Heft. Allein wegen dieser Seiten lohnt sich der Kauf!

Dazu passen The Slackers (laufen gerade im Hintergrund) und wetterangemessen viel Wasser, natürlich selbst gesprudelt…

Abbildungen © 2019 MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und den jeweiligen Zeichnern und Verlagen

Colman/Maltaite – Schock 3

Schock – Die Geister von Knightgrave, dritter Teil

Text: Stéphan Colman

Zeichnungen: Éric Maltaite

Originaltitel: Choc 3 – Les fantomes de Knightgrave

Salleck Publications

Hardcover | 88 Seiten | Farbe | 25,00 € |

ISBN: 978-3-89908-628-7

Harry und Platte (oder auch Gin & Fizz zu Kauka– und Semic-Zeiten bzw. Tif et Tondue im Original) war eine der bekanntesten Serien aus Spirou. Sie war schon in der ersten Ausgabe 1938 mit von der Partie und lief fast 60 Jahre bis sie – wie wir heute wissen – vorläufig eingestellt wurde. Das aktuelle Heft 4241 bringt dir Rückkehr der beiden Helden aus der Feder der Gebrüder Blutch.

Bereits seit 2014 ist Schock zurück. Ursprünglich von Maurice Rosy in die Serie eingeführt, entwickelte sich der Bösewicht mit dem Ritterhelm schnell zu einem wesentlichen Bestandteil der Serie und führte als brutaler Gegenspieler die beiden Titelhelden oft genug an den Rand der Verzweiflung. Obwohl sich Herr Schock und seine Organisation Die Weiße Hand im Endeffekt nie als Sieger fühlen durften, haben sie doch in der ganzen Zeit nie wirklich verloren und so war die Identität des maskierten Verbrechers bisher nicht gelüftet worden.

Die dreiteilige Reihe Die Geister von Knightgrave sollte genau mit diesem Pfund wuchern können, beschreibt sie doch die Entwicklung eines jungen Mannes – Eden – , der unter seinem Vater leidet, hin zu einem bösartigen Verbrecher. Besonderen Charme zieht die Geschichte daraus, dass Éric Maltaite, der Zeichner der neuen Abenteuer des Herrn Schock, der Sohn von Will Maltaite ist, der fast 40 Jahre lang die Hauptserie gezeichnet hatte.

Die Geschichte

Der dritte Teil beginnt mit einer wilden Verfolgungsjagd in Istanbul Mitte der fünfziger Jahre. Der Text aus dem Off stammt von dem maskierten Schock und endet mit den Worten „Ich habe Frieden gefunden“.  

Diese Sequenz ist auch schon typisch für einen Teil des Comics: Viel Action, lautes Gedonner der Kanonen oder Bomben, schnelle Schnitte. Die Umsetzung als Kinofilm ist hier bereits vorweggenommen und es wird ein pyrotechnisches Spektakel erster Güte geboten. Andererseits ist die Geschichte aber auch sehr ruhig erzählt, wenn sich die Inspektoren Allumette und Fixchusset nach einer Beerdigung unterhalten. Insgesamt aber bestimmen die temporeichen Elemente die Geschichte. Stéphan Colman bringt aber auch viel Zeitgeschichte in seinem Szenario unter. Episoden spielen zu Beginn des Hitlerregimes im Berlin der Olympischen Spiele oder auf dem Obersalzberg bzw. zeigen die Hamburger Bombennacht, die zu dem Feuersturm führte, der weite Teile der Stadt vollkommen zerstörte.

Die Geschichte springt dabei munter zwischen den verschiedenen Zeiten und vermischt das Ganze noch mit einer Entführung. Colman und Maltaite lassen sich aber viel Zeit für die einzelnen Handlungsbestandteile. Immerhin ist auch dieser dritte Teil wie die ersten beiden 86 Comicseiten lang.

Die Leser*innen erfahren im Übrigen nicht nur, wer der Schock ist, sondern z. B. auch, dass sein Vater seine Soldatenspielfiguren verbrannt hat, der Kleine und auch sein Vater von seiner Mutter sehr geliebt worden sind und dass sich der Verbrecher trotz aller seiner Fehler um eine alte Nachbarin kümmert. Niemand – und das ist das gute an der Geschichte – wird eindimensional dargestellt und nichts ist so einfach, wie es scheint.

Dadurch hält sich die Story natürlich das Potential für weitere Geschichten offen. Viel wichtiger ist aber, dass es dadurch mehr Spaß macht, den Entwicklungen zu folgen und die Scheidepunkte zu reflektieren. Wäre eine andere Möglichkeit gegeben gewesen? Und fast immer lautet die Antwort „ja“.

Das letzte Panel, soviel sei verraten, bildet einen perfekten Übergang zum ersten Auftreten des Verbrechers in der Originalserie.

Die Umsetzung

Dieser Abschlussband erscheint wie schon seine Vorgänger in etwas größerem Format als Hardcover und auf festem, leicht glänzendem Papier. Die ebenfalls erhältliche, auf 250 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe ist wegen der zusätzlichen Skizzen und Illustrationen sogar noch etwas dicker und beinhaltet ein signiertes Ex Libris sowie ein anderes Covermotiv. Der Preis von 25€ (bzw. 59 für die VZA) ist somit angemessen. Erschienen ist das Ganze beim rührigen Eckart Schott Verlag der nicht nur unter dem Namen Salleck Publications ein ums andere Mal Perlen der frankobelgischen Comickunst nach Deutschland bringt, sondern auch seit mehreren Jahrzehnten Zeichner*innen zu Comic Börsen, Messen und ähnlichen Veranstaltungen einlädt!

Variantcover der limitierten Ausgabe

Naturgemäß ist es bei einer von Anfang an auf drei Teile angelegten Story nicht einfach, erst später einzusteigen und so würde ich für den vollen Genuss tatsächlich die Anschaffung aller Bände empfehlen! Wenn, ja wenn? Es lohnt sich für diejenigen, die Fans der ursprünglichen Geschichten um Harry und Platte sind und wissen wollen, warum der Herr Schock wurde was er ist. Die Story selbst ist eine lange aber spannende Geschichte über den Reiz des Verbrechens im Vergleich mit dem schnöden Leben des Gesetzestreuen – aber keine Angst für die Moraltreuen: Verbrechen lohnt sich im Endeffekt dann doch nicht, denn der Ritterhelmträger siegt ja nicht wirklich (siehe oben). Es ist ein sowohl gut konstruierter als auch gut gezeichneter Beitrag des aktuellen frankobelgischen Schaffens (abseits von Fantasy jeglicher Spielart) und die Ausgabe ist herstellerisch schön gemacht.

Dazu passen viele Sachen und dann doch wieder nichts richtig. In Anbetracht des Schlusses empfehle ich dazu ein englisches Ale und ein wenig Britpop von Pulp.

© der Abbildungen Eckart Schott Verlag, 2019

Gil/Paturaud – Victor Hugo

Victor Hugo – Im Exil

Story:  Esther Gil
Zeichnungen: 
 Laurent Paturaud

Originaltitel: Victor Hugo

Splitter Verlag
Hardcover | 120 Seiten | Farbe | 22,00 €
ISBN: 
978-3-96219-300-3

1853 beweint ein Mann den Tod seiner Tochter vor 10 Jahren. Noch immer kennt seine Trauer keine Grenzen und noch immer lässt er seine andere Tochter, seine Frau und seine Geliebten darunter leiden. Am Abend des 11. September jedoch spricht während einer Seance die Tote zu ihrem Vater, der nun weiß, dass es seine Aufgabe sein wird, den Tod aufzuklären. Es handelt sich um Victor Hugo, den Schriftsteller aber eben auch Politiker, der auf der Flucht vor Napoleon III. die Insel Jersey als Ort des Exils gewählt hat.

Die Handlung

Um den Tod seiner geliebten Tochter Leopoldine aufklären zu können, muss Hugo aber zurück auf das Festland, ja sogar in die Hauptstadt Paris. In seinem Heimatland ist aber ein beträchtliches Kopfgeld auf ihn ausgesetzt und niemand in Hugos Umgebung kann das Risiko verstehen. Sie alle glauben an einen Unfall und halten Hugos Vermutungen für Hirngespinste.

In Paris selbst ist Napoleon II.I gerade dabei, zusammen mit Baron Haussmann die Stadt neu zu planen: die Stadtteile sollen übersichtlicher, kontrollierbarer und „gehobener“ werden – heutzutage nennt man so etwas Gentrifizierung – und die Straßen sollen ausgebaut werden. Letzteres ist natürlich für den zunehmenden Handel wichtig, erlaubt aber auch schnelle Truppenbewegungen im Falle eines der vielen Aufstände. Insofern lässt sich dieser Band durchaus in Kombination mit der Zeit der Blutkirschen lesen!  

Und auch der Tod am Galgen von John Charles Tapner findet seinen Eingang in die großartige Geschichte. Tapner war mit Sicherheit ein kleiner Gauner. Ob er auch ein Mörder war, wird zumindest in dieser Geschichte bezweifelt, auf jeden Fall aber war seine Geschichte der Aufhänger für eine engagierte Diskussion um die Todesstrafe unter Beteiligung Victor Hugos und wurde erst durch den direkten Einsatz des französischen Botschafters in London beigelegt: Der junge Mann wurde zwei Tage später gehängt.

Die Bilder, die Hugo auf der Fahrt nach Paris und dort selbst zeigen, zeichnen ihn als einen sehr selbstbezogenen, starrköpfigen aber auch mutigen Mann. Während dieser kurzen Zeit wohnt er gleich zwei Geliebten bei, bekommt in Paris aber auch genügend Eindrücke in die Not der Unterprivilegierten und der Machtstrukturen, die später in Les Miserables verarbeitet werden sollten.

Die Künstler*innen

Während viele Fakten in dieser Geschichte verarbeitet worden sind, ist sie als solche doch reine Fiktion. Wir wissen, dass Hugo unendlich um seine Tochter getrauert hat, an Seancen beteiligt war und tatsächlich geglaubt hat, seiner Tochter bzw. ihrem Geist begegnet zu sein. Auch sein Exil, seine Geliebten und sein Gegenspieler in Paris Vidocq sind verbürgt. Die Details sind aber der Fantasie von Esther Gil entsprungen. In ihrem Nachwort erklärt sie, dass sie schon während der Schulzeit von der Maßlosigkeit der Trauer des Vaters beindruckt war. Später – und im Verlauf von minutiösen Nachforschungen – kam dann der Einsatz gegen die Todesstrafe hinzu und das Szenario konnte geschrieben werden. Gil hat damit eine Geschichte vorgelegt, die einerseits sehr viel Sympathie mit ihren Personen zeigt, ohne aber tatsächlich alle Aktionen gutzuheißen. Andererseits ist daraus ein spannender Krimi geworden, der zusätzlich noch viele geschichtliche Details transportiert.

Laurent Paturaud hat die Geschichte kongenial umgesetzt. Die ersten zwei Seiten sind Romantik pur und führen bildgewaltig in die Stimmung des fast schon gefühlstoten Vaters ein. Paturaud kann aber auch stille Gesprächsszenen oder Armutsdarstellungen aus Paris. Nicht zuletzt gelingen ihm auch die intimen Szenen zwischen Hugo und seinen Geliebten sachlich und ohne Voyeurismus. Dabei wechselt er von kleinen Panels zu großen, integriert Bilder in einen Hintergrund oder benutzt eine Graufärbung um Erinnerungen zu kennzeichnen.

Die Ausstattung

Natürlich handelt es sich auch bei diesem Band um ein typisches Splitter-Hardcover. Man hat sich aber entschieden, nicht nur die 94 Seiten der Geschichte zu veröffentlichen, sondern insgesamt 120 Seiten daraus zu machen. So kommen einerseits die Autorin Esther Gil und Victor Hugo selbst zu Wort, andererseits bleibt auch genügend Platz um auf geschichtliche Hintergründe näher einzugehen und die Geschichte damit verständlicher zu machen.

Und – quasi als Sahnehäubchen – kommen auch noch Skizzen, und Ex Libris-Entwürfe zum Abdruck! Schöner kann man einen solchen Band nicht machen! Der Preis dafür ist fast schon unverschämt gering. Im Nachhinein ist es etwas unverständlich, warum es sechs Jahre gedauert hat bis dieses Werk auch auf Deutsch erschienen ist. Das Original erschien ursprünglich bei Editions & Galerie Daniel Maghen.

Dazu passen französischer Cidre und The Damned aus ihrer dunklen Phase.

© der Abbildungen 2019 Splitter Verlag

StripGlossy 13 – Juni 2019

Stripglossy 13 – Schwerpunkt: Dino Attanasio

Herausgeber: Mirjam van der Kaaden & Seb van der Kaaden

Verlag StripGlossy Personalia vof
Heft Din A 4 | 132 Seiten | Farbe | 8,95 €
ISBN: 978-94-928-4054-7

Im Mittelpunkt der 13. Ausgabe der StripGlossy aus Leens bei Groningen steht der italienischstämmige Dino Attanasio. Attanasio arbeitete zunächst in Italien in der Zeichentrickfilmbranche, emigriert aber schon 1948 zusammen mit Vater und Bruder nach Brüssel. Nach kurzer Zeit wechselte er von dem Zeichentrickfilm zum unbewegten Comic. Da Belgien (mindestens) zweisprachig ist, kommt er dort auch ohne Kenntnisse des Holländischen gut zurecht und wenn es doch einmal von Nöten ist, übersetzt seine Frau.

Dino Attanasio

Dino Attanasio hat nie den Sprung in die erste Reihe der frankobelgischen Künstler*innen geschafft; umso mehr bleibt jetzt (wieder) zu entdecken. Seine Comic-Karriere began zunächst bei Spirou/Robbedoes doch schon bald erfolgt der Wechsel zu Tintin/Kuifje wo er unter anderem Ton en Tineke (auf Deutsch Mausi und Paul) von André Franquin übernimmt. Daneben entwickelte er Bob Morane und zeichnete nach Texten von René Goscinny den Funny Spaghetti. Ab 1964 kommen dann der Detektiv-Funny Johnny Goodby nach Szenarios u.a. von Martin Lodewijk für Pep/Eppo und gegen Ende der 60-er Jahre die Serie „Macaroni’s“ über einen italienischen Fußballverein im Spannungsfeld der (amerikanisch/italienischen) Mafia. Letztere erschien in Deutschland in dem Taschenbuch 1.FC Fußball & Comic, das die Möglichkeit bot, die Bundesligaergebnisse einzutragen und sich daher bei Jungen einer großen Beliebtheit erfreute.

Dino Attanasios Serien stehen aber fast noch mehr im Licht dieser Ausgabe. Schon das Titelbild ist eine Hommage von Danier (d.i. Daan Jippes) an die Serie Spaghetti und es folgt im Heft noch ein aktueller Vierseiter von Jippes nach einem Text von Frans Hasselaar. Daneben gibt es aber aus der Originalserie die (Sjors-)Einführungsseite von 1974 sowie die dort referenzierte erste Geschichte. Und da die Liebe (auch zu einer Comicfigur) ja bekanntlich durch den Magen geht, ermöglicht man den Leser*inneneinen ersten Einblick in das Ende des Jahres erscheinende Stripkookboek mit einem Rezept für Entenbrust in Limoncello!

Auch die Macaroni’s bekommen ihre Neuinterpretation, gezeichnet und getextet von Dick Matena. Zum Schluss darf natürlich auch Johnny Goodbye nicht fehlen: Neben dem Reprint einer Originalseite von Attanasio dürfen Robbert Damen und Michiel Offerman ihre Version zum Beste geben. Moderner, den Ton aber treffend!

StripGlossy bietet damit eine umfangreiche Mischung aus Informationen über den Künstler Dino Attanasio und Comics entweder von ihm selbst oder aber von anderen als Hommage ausgestaltet. Die informativen Beiträge sind dabei sowohl als Interview als auch als Artikel gestaltet und daher wiederum sehr abwechslungsreich. Durch diese ergibt sich ein gutes Bild des Wahlbelgiers. In den meisten Magazinen gibt es oft entweder nur das Eine oder das Andere und das alleine ist schon ein Grund, diese Ausgabe zu kaufen (auch für diejenigen Leser*innen ernst gemeint, die des Niederländischen nicht soo mächtig sind).

Die Comics

Wie gehabt enthält das StripGlossy aber auch eine ganze Reihe an anderen Comics. Das Spektrum reicht dabei von Ein-Bild-Karikaturen über klassische Strips wie Gilles de Geus, der großartige de Generaal oder Tom Poes und aktuelle Helden wie Beterman (von vanO, dessen Serie Rhonda in ZACK publiziert worden ist) über die regelmäßigen Serien wie FFlint (eine Detektivgeschichte von Ger Apeldoorn und Fred de Heij), Saul (eine Storm-ähnliche Serie von Willem Ritstier und Apri Kusbiantoro), den Noir-Krimi Nick Name von Alex van Koten und die Kreuzfahrergeschichte Jelmer von Josse Pietersma und Roelof Wijtsma.

Dazu kommen noch kürzere, von Artikeln begleitete Comic-Seiten etwa von den WiRoJas, Claire oder sogar einer Disney-Geschichte. Wer einen Überblick über die Entwicklung der Neunten Kunst in unserem Nachbarland abseits der Standaard Uitgeverij gewinnen möchte, kommt eigentlich an StripGlossy nicht herum.

Insgesamt also wieder 132 Seiten prall gefüllt mit aktuellen und klassischen Comics aus dem Niederländisch-sprachigen Raum (bzw. in der entsprechenden Übersetzung), Artikeln, Interviews und News über das aktuelle Geschehen, ein paar weiterführenden Anzeigen die mehrere Stunden lesevergnügen bereiten sollten und sich zudem auch noch für das Archiv eignen! In Kürze erfahrt ihr mehr über das StripGlossy und das neue Albenprogramm der Herausgeber auf comix-online – stay tuned!

Dazu passen ein eisgekühltes Peroni und italienischer Ska von Banda Bassotti.

Abbildungen © 2019 StripGlossy / Personalia vof

ZACK 241 – 20 Jahre ZACK

ZACK 241 (Juli 2019)

Herausgeber: Klaus D. Schleiter

Chefredaktion: Georg F. W. Tempel
Verlag MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag
Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,50 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 241

Das Jubiläumsheft mit der Nummer 241 ist da und hat wahrlich Glückwünsche verdient! Für Abonnenten hat es ein Retro-Cover im Stil des „alten“ ZACK, für die Neugierigen ein Interview mit dem aktuellen Chefredakteur Georg F. W. Tempel (ein weiteres findet sich hier) und für die Michel Vaillant-Fans hat das Team zwei bisher auf Deutsch noch unveröffentlichte Werbecomics des Rennfahrers bereit. Eine Bibliographie der bisher bekannten Werbecomics findet sich übrigens in der Sprechblase 235. Aufgrund dieser beiden Schätzchen ist das Heft zusätzlich auch noch dicker und hat einen Umfang von 100 Seiten, allerdings ohne den Zusatz Super-ZACK zu tragen.

Zurück in das Jahr 1999

Ein kleiner Rückblick auf das Jahr 1999: Als Leser des alten ZACK war ich begeistert zu hören, dass es das Magazin wieder geben sollte. Die erste Schwierigkeit bestand darin, es auch erwerben zu können, denn meine Kleinstadt beherbergt zwar mehrere Zeitschriftenläden und einen kleinen Bahnhof aber weder einen Comicshop noch einen Bahnhofsbuchhandel Also auf in die nächste Großstadt um das Gerücht zu verifizieren und so schnell wie möglich ein Abo abschließen… Am Anfang atmete das Heft Nostalgie ein und aus. Alle vorherigen Versuche, in Deutschland ein regelmäßiges Heftchen mit Fortsetzungsgeschichten im frankobelgischen Umfeld zu lancieren, waren gescheitert aber nun schien die Mischung aus alten Helden (Heldinnen gab es nicht so viele, sie sollten erst im Laufe der Zeit dazu stoßen) und neuem Material zu funktionieren. Der Name brachte sicherlich erst einmal eine große Aufmerksamkeit und den einen oder anderen Nostalgie-Käufer und so konnte sich das Ganze entwickeln.

20 Jahre später gibt es das Heft immer noch monatlich mit einer Mischung aus vier bis fünf Serien, Kurzgeschichten oder One-Pagern und einer Menge an Informationen rund um die Neunte Kunst. Der Umschlag ist wieder stabiler, das Papier ist gut und selbst die Transportverpackung ist nun regenfest! „Klassische“ Inhalte und den ZACK-Helden des Jahres gibt es immer noch und dass die Geburtstagsüberraschung unveröffentlichte Michel Vaillant-Stories sind, ist ein Zeichen dafür. Das ZACK hat sich aber längst emanzipiert und bietet viel mehr als einen nostalgischen Cocktail.

Das aktuelle Heft

Harmony, das Mädchen mit den unglaublichen Kräften ist zurück. Während sich das erste Abenteuer noch in geschützter Umgebung abspielte, ist sie jetzt Insassin einer überwachten Forschungseinrichtung. Wir erfahren, dass es andere Kinder mit Mutationen gegeben hat. Die Überlebenschancen der Mutationsträger sind aber nicht klar. Mathieu Reynès entwirft seine Seiten üblicherweise klar gegliedert, lässt aber auch zu, dass Emotionen wie Verwirrung und Unsicherheit das klare Seitengebäude verschwinden lassen. Die Geschichte ist erst einmal für Teenager, die nicht wissen, was sie können und mit der Pubertät umgehen müssen, hat aber auch einen Mystery- und sogar leichten Fantasy-Touch. In Frankreich hat diese Serie bereits ein großes Publikum.

In „Die Flügel des Herrn Plomb“ treffen die verschiedenen Geheimdienste aufeinander und die Verwirrung des Wer-mit-Wem fängt an, sich aufzulösen. Christophe Gibelin scheint es tatsächlich hinzubekommen, alle Fragen zu beantworten und liefert mit dem dritten Teil des siebten und letzten Bandes gewohnt solide Kost ab.

Bei Haute Cuisine dürfen wir uns von der Vorspeise bereits wieder verabschieden. Der Ausflug in die Sterneküche und ihre Niederungen aber auch Gefahren hat Spaß gemacht und die Hauptspeise wird im Hintergrund bereits vorbereitet… Immerhin bietet das letzte Panel einen schönen Cliffhanger.

Auch Marvano ist längst kein unbekannter mehr und überzeugt mit seinem klaren, schnörkellosen Stil. In Bonneville verzichtet er sogar auf Sprechblasen und bringt sämtlichen Text in Kästen unter. Die Geschichte der Hochgeschwindigkeitsstrecke auf dem großen Salzsee ist sicherlich nicht für jeden von gleichem Interesse, schafft es aber, viele Fakten ansprechend zu vermitteln und nimmt dadurch auch nicht-Motorsportbegeisterte mit.

Mit einem solchen endet auch die Story von Sylvain Rumberg, die neue Inhalte zur Millenium-Saga hinzufügt. Lisbeth Salander und „Super Blomkvist“ haben jetzt erst mal Zeit um ihre Wunden zu lecken. Der schwedische Geheimdienst und die Rechtsradikalen haben ihre Karten gespielt aber sie scheinen die Beiden nicht zum Schweigen gebracht zu haben. Die Zeichnungen von Ortega sind rau, schnell und temporeich. Der Mund ist teilweise etwas verbesserungsfähig aber der Stil passt perfekt zu dem harten Thriller-Topic.

Last but not least gibt sich der Rennfahrer Michel Vaillant gleich drei Mal die Ehre. Zum einen muss er sich in der Inkarnation der neuen Staffel Macau gezeichnet von Benéteau mit den familiären Problemen herumschlagen die Phillipe Graton und Denis Lapiére entworfen haben, zum anderen kommen zwei bisher unveröffentlichte Kurzgeschichten zum Abdruck: Photo-Finish von 1974 warb für eine Rennstrecke (Niveller-Baulders) und lebt vom Geruch der Motoren, Vorteil Thalys von 1997 stellt dagegen eher die Intelligenz und Cleverness von Francoise Vaillant in den Vordergrund. Damit stellt sie sogar Cramer und Payntor ins Abseits.

Variantcover ZACK 241
Variantcover

Dazu passen ein Sampler, etwa aus der Reihe „Up your Ears“ und zur Feier des Tages ein trockener Sekt!

Abbildungen © 2019 MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag und den jeweiligen Zeichnern und Verlagen

Tunga Integral 4

Band 4: 1977 bis 1984

Story: Edouard Aidans
Zeichnungen: Edouard Aidans

Originaltitel: Originalausgabe

Kult Comics

Hardcover | 176 Seiten | Farbe | 29,95 € |

ISBN: 978-3-946722-41-0

Der am 6. September 2018 verstorbene Belgier Edouard Aidans war einer der Zeichner, die zunächst entweder in Tintin oder dem Konkurrenzprodukt Spirou veröffentlicht hatten, dann aber vom Hamburger Koralle-Verlag abgeworben worden waren. Das „alte“ ZACK hatte eine Zeitlang so hohe Verkaufszahlen, dass eine internationale Expansion erfolgversprechend schien. Sehr zum Leidwesen der deutschen Leser*innen, vor allem aber der Künstler, die auf das Angebot eingegangen waren, hielt der Hype nicht lange genug. So musste auch Aidans reuevoll zu Tintin bzw. Le Lombard zurück, wurde dort allerdings auch mit offenen Armen empfangen.

Mehr zu den Hintergründen dieser Geschichte findet sich im von Volker Hamann redaktionellen Teil dieses Integrals. Natürlich gibt es auch in diesem Teil wieder viele zusätzliche Illustrationen und Artikel über Aidans und Tunga. Die Besprechung zum dritten Teil bietet ebenfalls noch weitere Informationen zur Serie und zu ihrem Schöpfer.

Die ZACK-Ära

Ab 1978 produzierte Aidans für den Koralle-Verlag vier Kurzgeschichten, die inhaltlich eine fortlaufende Einheit bildeten und in der ZACK-Parade zum Abdruck kamen. Die ersten drei Teile wurden dabei auch in den internationalen Ablegern Super As, Wham! und Super J publiziert sowie unter dem Titel „Der Feuermacher“ in die Albenausgabe integriert. Die letzte, 1979 in der ZACK-Parade 35 erschienene Story „Im Tal der Dämonen“, brauchte fast 20 Jahre um in einem französischen Fanzine auf schwarz-weiß abgedruckt zu werden, schaffte es aber weder in ein Album noch in das Integrale von Joker Editions.

Alle Geschichten sind von Aidans nach dem altbewährten Muster geschaffen: Obwohl ursprünglich für das kleine Taschenbuchformat konzipiert können sie ohne Verlust in das größere Magazin-/Albenformat ummontiert werden wobei jeweils zwei kleine eine große Seite ergeben. Man kann die Meisterschaft des Künstlers dabei nicht zu hoch einschätzen, denn das Layout erzählt die Geschichte genauso wie der Text und dieses so anzulegen, dass es ohne Abstriche in zwei unterschiedlichen Aufbauten funktioniert ist hohe Kunst!

Inhaltlich geht es darum, dass Tunga, Ohama und Nooun in einem mysterienhaften Szenario auf ein unbekanntes Objekt stoßen. In einer Höhle in der Nähe treffen sie auf einen „Guru“ der Nooun die Gabe schenkt, mit Hilfe von Flintsteinen Feuer zu entfachen.

Zeichnerisch hat Aidans keine seiner Qualitäten verloren. Ob die Raptoren aber wirklich notwendig waren möchte ich bezweifeln. Wer weiß, von wem die Idee dazu kam, möchte dieses bitte im Kommentarfeld unten vermerken.

Rückkehr zu Tintin/Kuifje

Das ZACK war Geschichte und bis zum nächsten Ausflug in die Zeit vor 100.000 Jahren sollte es bis 1983 dauern: Mit „Die verlorene Fährte“ kehrte der Belgier triumphal auf die Seiten des angestammten Magazins zurück und präsentierte einen moderneren Helden.

Wieder einmal werden Tunga und Ohama getrennt und müssen ihre eigenen gefährlichen Situationen bewältigen. Dazu gehört auch der jeweils emotionale Konflikt der Sorge um die andere Person. Der Zeichenstil ist viel freizügiger, raumgreifender und dynamischer, natürlich auch aufgrund der Befreiung von den Zwängen zur Doppelverwendung. Auch die Kolorierung ist offensiver und überdeckt teilweise sogar Details der Zeichnungen, ermöglicht aber eine zusätzliche Ausdruckskraft gerade für emotionale Darstellungen. Auch die von Aidans (und seinem Vorbild Hogarth) schon immer eingesetzte Schraffur wird noch einmal feiner und lässt mich fast wünschen, es gäbe den Comic zusätzlich auch in einer nicht-farbigen, unverfälschten Version. Vielleicht findet sich ja tatsächlich genug Nachfrage?

Die letzte Prüfung“ von 1984 beendet diesen Band mit einer erneut stark besetzten Frauenrolle. Tunga erlebt ein Soloabenteuer auf einer Insel, die von Amazonen bevölkert ist. Dort gibt es eine sehr kämpferische Frau namens Ulcha und eine eher bedächtige, heilende Ilcha. Unser Held braucht relativ lange, bis er erkennt, dass es sich tatsächlich nur um zwei Ausdrucksformen der gleichen Person handelt. Obwohl hier die Action durchaus im Mittelpunkt steht, wäre es verkehrt, die Erzählung darauf zu reduzieren.

Aidans gelingt es immer wieder, das prähistorische Setting zu benutzen um allgemeingültige Handlungsweisen positiv zu beschreiben: Planung, Vertrauen, Teamgeist und der Wille, gemeinsam zu Lernen sind die Facetten menschlichen Verhaltens die den Sieg und das Überleben in der Urzeit ermöglichen und auch heute noch gebraucht werden. Insofern ist Tunga sicherlich auch „ein Klassiker“, trotzdem aber weder angestaubt noch altmodisch!

Es wäre daher dem Comic und dem Verlag zu gönnen, dass die Serie nicht nur von ein paar alten Knackern die mittlerweile ihre Kindheitserinnerungen in guter Qualität neu erstehen können gekauft wird sondern ein breites Publikum findet. Verdient hat es gerade diese Phase der Serie allemal!

Es gibt übrigens auch wieder eine (verlagsvergriffene) Vorzugsausgabe, dieses Mal mit drei Ex Libris als Bonus für die Produktionsprobleme.

Dazu passen ein Getränk auf Mangobasis und als Gegenpol etwas Industrial oder etwa die Einstürzenden Neubauten.

© der Abbildungen 2019 Comic-Combo, Leipzig

Vatine/Varanda – Die lebende Tote

Die lebende Tote

Story:  Olivier Vatine
Zeichnungen: 
Alberto Varanda

Originaltitel: LA MORT VIVANTE

Splitter Verlag
Hardcover | 72 Seiten | Farbe | 18,00 €
ISBN:
978-3-96219-312-6

Die Story

Die lebende Tote ist sowohl ein Science Fiction Comic als auch eine Horror Graphic Novel und sie wird beiden Genreanforderungen gerecht! Die Geschichte beginnt wie eine klassische SF-Story: Die Erde befindet sich nach einer atomaren Katastrophe unter Quarantäne und beherbergt im Wesentlichen Schatzräuber, die alte Bibliotheken oder Labore ausräumen. Auf dem Mars haben sich die Überlebenden eingerichtet und die Benutzung von Artefakten von der Erde ist verboten. Trotzdem gibt es Wissenschaftler, die versuchen, das alte Wissen aus geschmuggelten Büchern zu verstehen und sich anzueignen.

Während des Versuches, Schätze aus einer alten Bibliothek zu bergen, fällt die 10-jährige Tochter der Chefin in die Tiefe und stirbt. Sie wird von krakenartigen Wesen aus der Tiefe den Menschen zurückgegeben, allerdings scheint es dabei zu einer kurzen Verbindung zwischen Tier und Mensch gekommen zu sein.

Martha, die Mutter, beauftragt ihre Helfer, den Wissenschaftler Joachim vom Mars zu holen. Joachim ist einer derjenigen, der mit dem alten Wissen gearbeitet hat. Er soll die verstorbene Tochter klonen und Martha einpflanzen. Während dieser Zeit kommen sich Joachim und Martha näher und werden sogar so etwas Ähnliches wie ein Paar. Parallel arbeitet Joachim mit dem Cyborg Hugo. Auch Hugo ist ein Fundstück und war der Leibwächter der verstorbenen Tochter. Nun bekommt er einen Sprachchip und Joachim geht eine direkte Verbindung seines Geistes mit dem des Cyborg ein.

Soweit so gut mit dem SF-Anteil. Als das neue, geklonte Wesen geboren worden ist beginnt der Horrorteil, der hier nicht vorweg genommen werden soll.

Die Umsetzung

Olivier Vatine, wahrlich kein Unbekannter in dem Metier und am bekanntesten wohl durch sein Szenario zu Aquablue, gelingt es, ein sehr spannendes und doch konsequentes Gebäude zu erschaffen. In mehrere Kapitel aufgeteilt schafft er es, zunächst eine zwar düstere, spooky Atmosphäre zu erschaffen die geschickt Elemente der SF und der Schauerromantik verbindet. Natürlich sind der Name des Cyborg und sein Aussehen Anspielungen darauf. Im weiteren Verlauf kommt aber immer mehr Entsetzen hinzu und es stellt sich die Frage, ob der Mensch wirklich alles machen muss, was er kann (und damit meine ich nicht nur das Fällen von Bäumen) und ob nicht das wirkliche Monster in allzu bekannter Gestalt durch die Gegend läuft.

Auch Albert Varanda ist bereits mit mehreren Reihen auf dem deutschen Markt platziert. Keine davon hat es bisher geschafft, ihn in die erste Reihe zu bringen. Hier passen seine Zeichnungen aber perfekt! Er verbindet sowohl SF Dekors mit viktorianischem Schauer-Ambiente als auch karikaturenhafte Gesichter der 10-jährigen mit absolut realistischen Darstellungen der Erwachsenen. Die Unterschiede zwischen leichtem Dekors und gerastertem Schwarz sind trotz Kolorierung von Vatine noch deutlich zu erkennen und bilden eine gute Grundlage für die Geschichte.

Von mir eine klare Empfehlung!

Die Vorzugsausgabe „Diamant“

Mit diesem Titel startet der Splitter-Verlag eine neue Darreichungsform. In Frankreich, Belgien und den Niederlanden ist es bereits eine lange Tradition, dass von ausgewählten Comics eine überformatige Luxusausgabe in schwarz-weiß erscheint, die es Leser*innen ermöglicht, die Kraft der Zeichnungen ohne Kolorierung zu erforschen.

Teilweise sicherlich nur etwas für Sammler*innen, in diesem Fall aber durchaus sinnvoll. Die Zeichnungen von Alberto Varanda mit ihren feinen Linien und der flächig gerasterten Schwärze eignen sich perfekt dafür! Die auf 444 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe unter dem Reihentitel „Diamant“ enthält außerdem noch zusätzliche Seiten und kostet 69,00 €.

Dazu passen das Album „Tales and Mystery of Imagination“ von The Alan Parsons Project und ein alter Cognac.

© Splitter Verlag GmbH & Co. KG ·   Bielefeld 2019