Morris – Lucky Luke 100

Die Ursprünge (Western von gestern)

Text: Morris

Zeichnungen: Morris

Originaltitel: Arizona & La mine d´or de Dick Digger

Egmont Ehapa Media

Softcover | 48 Seiten | Farbe | 6,90 € (als Hardcover 14,00 €)
ISBN: 978-37704-0122-2 (Hardcover)

Cover Lucky Luke 100
(c) Lucky Comics 2021

Gleich zwei neue Abenteuer des Mannes, der schneller zieht als sein Schatten von Morris? Kann das sein? Nun ja, natürlich erscheinen die beiden ersten Geschichten von Lucky Luke nicht erstmals auf Deutsch, sie waren aber bisher noch nicht Bestandteil der Reihe, die genau passend zum 75. Geburtstag der Western-Legende ihren 100. Band präsentiert! Mehr zum Jubiläum gibt es hier.

Die allererste Lucky Luke Veröffentlichung

1946 schrieb und zeichnete der gerade 23-jährige Maurice De Bevere die Geschichte Arizona 1880 und präsentierte erstmals einen Helden, der zur Legende werden sollte. Schon damals war Lucky Luke mit seinem typischen gelben Hemd, einem roten Halstuch und weißem Cowboyhut bekleidet. Der Look war trotzdem noch ein wenig anders was Dank des neuen Titelbildes des aktuellen Zeichners Achdé gut zu erkennen ist.

Back-Illustration Lucky Luke 100
(c) Lucky Comics 2021

Die Geschichte war Bestandteil des legendären Spirou-Almanachs 1947 und begründete den Ruhm des unter dem Pseudonym Morris arbeitenden Künstlers. Die Geschichte ist noch sehr Slapstick-lastig und beschreibt die Auseinandersetzung des Cowboys mit ein paar Gesetzlosen. Lucky Luke steht dabei auf der Seite des Gesetzes und bereits das erste Abenteuer endet damit, dass der Held auf seinem Pferd in den Sonnenuntergang reitet.

Weiter geht‘s

Auch die Goldmine von Dick Digger aus dem Jahr 1947 ist eher actionlastig und beinhaltet die eine oder andere Prügelei. Lucky Luke wird dabei keineswegs verschont: er wird von Steinen begraben, gefesselt und fast ertränkt, würde also in einer der früheren Zeichentrickshows mit Bugs Bunny oder Tom & Jerry kaum auffallen. Sein Körper ist weniger langgestreckt, der Kopf einfacher gestaltet und viele Details werden erst im Laufe der weiteren Jahre dazukommen.

Genau die Unfertigkeit macht aber den Reiz der ursprünglich als Teil der Lucky Luke Classics Band 1 und 3 veröffentlichten Stories aus. Viele wichtige Elemente sind bereits enthalten, die Geschichten haben sich dagegen glücklicherweise weiterentwickelt. Einen ersten Höhepunkt erlebten sie in der Phase als Rene Goscinny die Szenarien verfasste und das aktuelle Fackeln im Baumwollfeld von Jul und Achdé ist meiner Meinung nach eines der besten überhaupt.

Das Jubiläumsjahr

Morris hätte sich sicher nicht einmal gewagt zu träumen, dass sein Cowboy nach 75 Jahren immer noch reiten würde. Es gibt wenige Glücksfälle dieser Art und es gehört Mut und Geschick dazu, zu erkennen was nötig ist. Ein ganz wichtiger Schritt war sicherlich die Hinzunahme von Szenaristen, denn die Zeichnungen allein hätten den Erfolg nicht begründen können. So aber können wir in diesem Jahr nicht nur zwei alte Klassiker erneut würdigen (der Verlag spendiert dazu für die erste Auflage eine Goldfolie für die Titelzeile).

Logo 75 Jahre Lucky Luke
(c) Lucky Comics 2021

Es gibt auch eine neue Gesamtausgabe, eine weitere Hommage von Matthieu Bonhomme und nach Mawil bereits die zweite deutsche Interpretation des Helden. Ich bin sehr gespannt wie die manchmal doch sehr konservative Fangemeinde Ralf König feiern wird.

Zur Nummer 100 passen auf jeden Fall ein Getränk auf Agavenbasis und Willow Osborne mit ihrem Banjo, etwa Foggy Mountain Breakdown.

© der Abbildungen Lucky Comics 2021

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