ZACK 319 (Januar 2026)

ZACK 319

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 319

Das neue Jahr hat zwar noch nicht angefangen, die ersten Vorboten sind aber schon da; So ist die Januar-Ausgabe das ZACK-Magazin bereits bei den Abonnent*innen eingetroffen und in den Läden erhältlich. Zum Jahresanfang gibt es gleich drei Serienstarts, zwei davon sogar erstmals im ZACK – Nun ja, Ray Ringo ist eigentlich ein alter Koralle-Bekannter, erlebt aber gerade einen Relaunch. In diesem Heft befindet sich auch das Papier-Formular zur Wahl der ZACK-Serie des Jahres. Wer will kann aber natürlich auch online abstimmen.

Die Neustarts

Coverboy und Opener ist das bereits achte neue Abenteuer von Rick Master. Dieser ist daher der Erste in einer Reihe von gleich vier „klassischen“ ZACK-Serien in diesem Heft. Die Folge beginnt blutig, da Simon Van Liemt gleich zwei Männer auf den ersten Seiten sterben lässt. Zudem würde Nadine gerne der hübschen Reporterin Anne-Aymone, die ihren“ Rick anbaggert, die Augen auskratzen. So weit kommt es aber dann doch nicht. Auf jeden Fall wird Rick in ihrer Sendung herausgefordert. Zidrou schafft es auch in Dead Sugar, das vergangene Paris sehr lebendig auf die Seiten zu bannen.

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Aus der Versenkung zurückgekehrt ist Ray Ringo. In Devil’s Gate kündigt er allerdings seinen Job bei Wells Fargo, da er auf Grund von Einsparmaßnahmen die Sicherheit der Fahrten nicht mehr gewährleistet sieht. Er willigt jedoch ein, eine Fahrt eines alten Freundes zu begleiten. Éric Corbeyran hat einen Western im alten Stil geschrieben: Postkutschen, Verfolgungsjagden und Schießereien sowie ein Held mit Ehrenkodex, der auf dem Sattel und im Restaurant eine gleich gute Figur macht. Roman Surzhenko beweist nach der Jugend von Durango erneut, dass er das Metier beherrscht. Die Serie startet mit einer Einführung von dem Verfasser dieser Zeilen.

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Der dritte Neuzugang stammt von Olivier Andrieu. Olivier war einer der führenden SEO-Spezialisten Frankreichs, entschied sich aber für eine Zukunft als Comic-Szenarist. Zusammen mit Alain Julié setzt er Jeff Mistral in Szene, einen Detektiv, der auch von Maurice Tillieux hätte stammen können. Das bedeutet, dass wir ein 60-er Jahre Setting sehen, in dem Autos eine gewisse Rolle spielen, Technik ansonsten aber eher untergeordnet ist. Die Geschichte beginnt etwas unvermittelt mit einer Nahtoderfahrung. Der Jahre später stattfindende Kriminalfall ist ein Diamantenraub, der faktisch unmöglich scheint. Auch hier gibt es eine Einführung vom Verfasser dieser Zeilen.

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Die Fortsetzungen

Tanguy & Laverdure stehen aktuell auf unterschiedlichen Seiten eines bewaffneten Konfliktes: Während der Blondschopf die „freie Welt“ in Form einer asiatischen Insel gegen chinesische Provokationen zu verteidigen sucht, dient Tanguy gezwungenermaßen als Ausbilder eben jener Kräfte. Ist das ein Verrat? Patrice Buendia & Frederic Zumbiehl schildern gewohnt souverän den Konflikt, sparen dabei auch nicht an persönlichen Momenten, die Hintergründe erklären. Sebastien Philippe setzt sowohl Emotionen als auch Flugszenen sauber um. Für Fliegercomic-Fans ein Muss!

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Auf Amoras nähert sich alles dem Höhepunkt: Jerusalem lässt Wiske allein um endlich ihre Aufgabe ungestört erledigen zu können. Lambik und Blaskop kapern zunächst eine Tram und treffen dann auf eine Gruppe von Flüchtlingen, die die Insel verlassen wollen, bevor der Vulkan ausbricht, und Achiel sinnt über den Sinn. Marc Legendre und Charel Cambré ziehen alle Register, die geeignet sind, eine Katastrophenstimmung zu erzeugen.

Detail ZACK 319 page 31

Der Kampf der amerikanischen Nazi-Truppe gegen den Vaillante-Konzern und Senator Steve Warson steuert auf ein Finale Furioso hin. Tatsächlich will Steve sich selbst als Zielscheibe anbieten um dem FBI zum Erfolg zu verhelfen. Währenddessen kämpft Francoise ihren ganz persönlichen Kampf gegen den Krebs und Elsa ihren beruflichen auf der Strecke als Ersatz für Michel Vaillant. Wie immer eine perfekte Mischung aus Soap, Krimi und Renngeschehen von Daniel Lapière mit Zeichnungen von Marc Bourgne & Eilam.

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Schließlich gibt es weitere Seiten aus der Serie Aleksis Strogonov. Der dritte Band Tamo spielt im Millieu der Partisanen. Jean Regnaud übertreibt es aber mit zynischem Slapstick und so passt nichts wirklich zueinander: Alle sind korrupt, dumm oder feige und bekämpfen lieber sich selbst als die Feinde, allerdings nicht so witzig, wie etwa im Leben des Brian. Da können meiner Meinung nach auch die guten Zeichnungen von Émile Bravo nichts mehr retten.

Detail ZACK 319 page 85

Und sonst?

Auch im neuen Jahr bleibt vieles beim Alten. Wir dürfen uns daher wieder über den Ritter, Parker & Badger sowie Tizombi freuen. Auch News, Rezensionen und ein Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren sind wie immer vertreten. Die inhaltlichen Beiträge, beide von Christian Endres, behandeln das Criminal-Universum und das erste Buch von Flix.

Die Winterferien locken bisher tagsüber eher nach draußen, ist doch herrliches klares Wetter, sollten aber abends genügend Zeit bieten, sich in diese Ausgabe vertiefen zu können. Die weiteren Ankündigungen für 2026 verheißen weitere spannende Neuheiten und damit Spaß, Spannung und Abenteuer.

Dazu passen Booze & Glory mit „Mad World“ und ein DBB Winterbock.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2025

Reddition 82 – André Juillard

Ein Überblick über eine erfolgreiche Laufbahn

Herausgeber: Volker Hamann
Verlag Volker Hamann, Edition Alfons
Heft Din A 4 | 84 Seiten | Farbe | 12,00 €
ISSN: n/a

Cover Reddition 82

Nach der thematischen Nummer 81 über Autos im Comic widmet sich die aktuelle wieder einem Künstler und den Kollegen, mit denen er besonders eng zusammengearbeitet hat. Sie ist dem im letzten Jahr verstorbenen André Juillard gewidmet, der hierzulande sowohl mit seinen Historiencomics (Arno, Die sieben Leben des Falken) als auch als Zeichner der neuen Blake & Mortimer Bände erfolgreich war.

Die Begeisterung für die Vergangenheit

Wie immer beginnt das Dossier mit einem sehr ausführlichen Hauptartikel; Volker Hamann rollt das Leben und Wirken des 1948 in Paris geborenen Zeichners und Autors aus. Er wuchs bei seiner Großmutter auf, da seine Mutter bereits in seinem vierten Lebensjahr verschied. Obwohl seine Familie seine Zeichenkünste durchaus anerkennt und förderte, sollte der Junge „etwas Anständiges“ lernen. André brach das Medizinstudium allerdings nach zwei Jahren ab und landete schließlich bei den Comics.

Reddition 82 page 4/5

Das Ende der 70-er Jahre stand im Zeichen der Comics für Erwachsene, insbesondere erfreuten sich historische Stoffe großer Beliebtheit. Nach einigen Fingerübungen schließlich kam es zu der Zusammenarbeit mit Patrick Cothias. Dieser schrieb die Texte zu Masquerouge (Der rote Falke) und schließlich zu den sieben Leben des Falken, einem Epos, das sich auf viele Zyklen und Nebenserien erstreckte. Nicht alle davon wurden von Juillard umgesetzt.

Unterbrochen wurde die Arbeit am „Falken“ durch eine weitere historische Serie, die von Jacques Martin getextet wurde: Arno. Ein Musiker, dessen Wege sich immer wieder mit denen von Napoleon Bonaparte kreuzten, war zwar eine spannende Kombination, der Erfolg blieb jedoch bescheiden.

Den ganz großen Erfolg bei den Kritikern erreichte Juillard schließlich mit dem blauen Tagebuch, einem Werk, zu dem er Text und Zeichnungen beisteuerte. Die größten Verkaufserfolge jedoch gelangen mit der Fortsetzung einer klassischen Serie aus den Anfängen des Tintin-Magazins: Blake & Mortimer.

Reddition 82 page 50/51

Die weiteren Artikel

Neben diesem – wie immer ausgiebig bebildertem – Überblick widmen sich die weiteren Artikel des Heftes vertiefenden Analysen über einzelne Gebiete. Dazu gehören einerseits die Künstler, mit denen Juillard erfolgreich zusammengearbeitet hatte: Didier Convard (von Jan Roidner), Patrick Cothias und Yves Sente (von Stefan Schmatz) und Jacques Martin (erneut Volker Hamann). Wie immer kenntnisreich und gleichzeitig lesbar geschrieben, führen diese Aufsätze tiefer in die Details der Kooperationen ein, beschreiben Emotionen und Arbeitsweisen, aber auch Hindernisse.

Artikel über den Falken und Arno beschäftigen sich tiefer mit den Serien, ein Überblick über die Historiencomics der 80-er von Klaus Schikowski und über eine der Lieben des Zeichners, die Stadt Paris, runden das Bild des Comiczeichners und -autors ab. Allerdings ist er auch als Illustrator tätig gewesen. Seine Werke wurden in drei Bänden verlegt (Péle-Méle, in Deutschland über Salleck Publications zu beziehen). Auch sie werden hier vorgestellt. Dazu kommt wie immer eine ausführliche Comicographie von Volker Hamann, die auch die deutschen Veröffentlichungen enthält.

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In Deutschland einzigartig

Während in anderen Ländern mit einer größeren Comictradition Sekundärartikel, Zeitschriften und Sonderausgaben fast selbstverständlich bereits in mittleren Sortimenten zu finden sind, sieht es hier bei uns leider etwas anders aus. Es gibt zwar durchaus einige Zeitschriften mit einem special-special-interest scope, eine echte Konkurrenz zur Reddition aber gibt es nicht.

Wer sich vertieft und doch nicht akademisch mit der Neunten Kunst auseinandersetzen will, kommt an der Reddition nicht vorbei. Leider lässt das Pensum von Volker Hamann in Zukunft nur noch eine Ausgabe pro Jahr zu. Umso wichtiger ist es, dem Kleinverlag mit einem Abonnement eine Planbarkeit zu ermöglichen. Als Belohnung gibt es immer ein Extra (nein, kein Plastik-Gimmick). In diesem Fall eine Broschüre mit der Kurzgeschichte Verhängnisvolle Leidenschaft, einem Schmankerl für Comicsammler*innen.

Beilage Reddition 82

Dazu passen Cindy & Bert mit „Der Hund von Baskerville ” und ein Primitivo eurer Wahl.

© der Abbildungen Cover © 2004, Galerie Daniel Maghen, sowie bei den jeweiligen Autoren und Verlagen / Verlag Volker Hamann, Edition Alfons 2025

MOSAIK 600 (Dezember 2025)

Die Stadt der Geheimnisse

Story: Jens U. Schubert
Zeichnungen: 
Diverse

MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag

Kleinformat | 52 Seiten | Farbe | 3,65 € 
ISSN: 
0323-8857

Cover mosaik 600

600 Ausgaben mosaik, 70 Jahre Zeitschrift (unter zwei Titeln) und die Abrafaxe werden 50; es ist also ein Tripeljubiläum und comix-online gratuliert. Selbst international ist ein solches Jubiläum denkwürdig, mit nationalen Helden aus einem Land ohne eine besondere Comic-Tradition erst recht. Nachdem das Jahr 2025 durch viele einzelne Geschichten gekennzeichnet war, beginnt mit dieser Ausgabe wieder ein längeres Abenteuer!

Die magische Stadt Prag

Unsere Zeitreisenden sind dieses Mal im Prag des Jahres 1600 gelandet. Zu dieser Zeit residierte dort Kaiser Rudolf I. auf dem Hradschin, also der Burg inmitten und über Prag. Prag war das damalige Zentrum des Kaiserreiches und dementsprechend viele Diplomaten, aber auch Prominente hielten sich in der Stadt auf.

mosaik 600 sample Hradshin

Prag war zudem ein Zentrum der Wissenschaften: Tycho Brahe war der Hofastronom, der Mathematiker Johannes Kepler war dort unterwegs und der superreiche jüdische Kaufmann Mordechai Maisel förderte das Schulwesen auch für Arme, wo er nur konnte. Zudem lebte auch Rabbi Löw dort. Natürlich begegnen die drei diesen Personen bereits im Auftaktheft. Für spätere Verwicklungen ist damit der Boden gelegt.

Wie immer kommt auch die unterhaltsame Wissensvermittlung nicht zu kurz. So werden nicht nur die Figuren auf der Straße gezeigt, sie alle erhalten sowohl innerhalb der Story als auch in den redaktionellen Seiten Raum für Erläuterungen. Wir dürfen gespannt sein, welche dunklen und alchimistischen Ideen die Stadt der Geheimnisse noch bereithält.

Es geht aber auch erneut um das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen. Ein Kaiserhof zieht auch immer Gesandte verschiedenster Länder an und diese bringen ihre kulturellen Eigenheiten wie Essgewohnheiten und Kleidungsstile mit sich. Wieder nimmt das Autorenteam es auf sich, Vorurteile zu benennen und zu entkräften sowie Engstirnigkeit lächerlich zu machen

mosaik 600 sample Rabbi Loew

Semi-Funny für alle Altersstufen

Die sprechende Maus ist ein Beispiel für die Vielseitigkeit der Lesbarkeit. Für Kinder senkt sie die Eintrittsbarrieren, für Erwachsene dient sie als Sprachrohr für Kritik. Die Figuren sind klar erkennbar, haben aber genügend witzige Elemente, um dem Spaß beim Lesen genug Raum zu geben. Immer noch zu Recht empfohlen von der Stiftung Lesen!

mosaik 600 sample city hall

Ein Tipp für den Geschenkerummel?

Wer seinen Kindern, Enkel*innen oder sich selbst eine Freude unter dem Baum machen will, findet jetzt einen idealen Einstieg. Es muss nicht immer ein Heft mit Plastikbeigabe sein … Die Kombination aus Comic, online-Ergänzungen, und redaktionellem Teil mit Rezepten, Spielen und Wissenswertem ist auf jeden Fall gelungen und mit Sicherheit Gesamtdeutsch.

Dazu passen ein heißer Ingwer mit Zitrone und Jack Black mit dem „Math Song“.

© der Abbildungen Abrafaxe by MOSAIK, 2025 MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag + PROCOM Werbeagentur GmbH

ZACK 318 (Dezember 2025)

ZACK 318

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Vorbei, das Jahr 2025 ist Geschichte … Naja, zumindest ist die letzte ZACK-Ausgabe des Jahres erschienen. Mit dem Cover dieser Ausgabe geht eine Serie zu Ende – die letzten Monate war immer eine Frau auf dem Cover. Und obwohl mit Elsa eine Fahrerin im aktuellen Vaillante fährt, es ist nicht ihr Helm. Neben diesem Neustart gibt es nun auch tatsächlich das neue Abenteuer mit Aleksis Strogonov nachdem die Druckdaten nun eingetrudelt sind.

Die Neustarts

Der 13. Band der zweiten Staffel von Michel Vaillant trägt den schönen Titel Erlösung! Man darf gespannt sein, welche damit gemeint ist, denn wir haben ja noch ein paar Teile vor uns. Eins ist jedenfalls klar: der Krebs von Francoise lässt sich nicht mehr verheimlichen. Obwohl sie eigentlich die Firma weiterführen will, muss sie doch einige ihrer Tätigkeiten innerhalb der Familie weitergeben. Und auch Michel verzichtet vorerst darauf, Rennen zu fahren. Währenddessen kündigt das FBI an, noch immer aktiv zu ermitteln, die Bedrohungslage sei keineswegs vorbei. Spannende Fortsetzung der Storyline um Francoise und die rechtsradikale amerikanische Terrororganisation von Daniel Lapière mit Zeichnungen von Marc Bourgne & Eilam.

ZACK 318 page 5

Auch Aleksis Strogonov startet mit dem ersten Teil von Band 3, Tamo. Nach den Ereignissen in Deutschland trifft Aleksis auf einer Zugfahrt quer durch den Balkan auf einen Revolutionär und seine Tochter. In einer aberwitzigen Verkettung von teils komischen, teils absurden Vorfällen sprengen ausgerechnet seine Anhänger diesen Zug, Ein Märtyrer ist geboren, die Schlacht um die Nachfolge möge beginnen. Jean Regnaud schreibt erneut gegen alles und Émile Bravo setzt mit moderner klarer Linie um.

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Die Fortsetzungen

Wiske und Jerusalem treffen auf eine Gruppe von „Fatties“ die glauben, leichte Beute machen zu können. Es bleibt ihnen nicht viel Zeit, um festzustellen, dass ihre Einschätzung ein tödlicher Fehler war. Auch sonst ist dieser Teil von Amoras nicht gerade gewaltfrei. Marc Legendre bietet Charel Cambré genügend Gelegenheiten, rasante Action auf das Papier zu bringen.

Detail ZACK 318 page 43

Mick Tanguy ist mittlerweile im Trainingscenter für die chinesischen Piloten angekommen und muss feststellen, der er keineswegs der einzige Westler ist. Seine Aufgabe ist es, die Pilot*innen so zu schulen, dass sie immer schwerwiegendere Grenzverletzungen begehen können. Währenddessen hat sich die NATO entschieden, eigene Kräfte in den Raum um das (kaum verbrämte) Taiwan zu schicken, unter anderem René Laverdure. Verrat bietet rasante Fliegeraction mit brisantem Hintergrund von Patrice Buendia & Frederic Zumbiehl, perfekt umgesetzt von Sebastien Philippe.

Detail ZACK 318 page 57

Die Abschiede

Erinnert sich noch jemand an die Toten Hosen? „Wasserwerfer peitschen Dich, …“ Das ist in etwa die Stimmung in der Stadt in der Nacht vor dem großen Prozess gegen den Anführer der Opposition. Der Anwalt Dan Favreau macht sich keine Illusionen, und trifft in der Nacht noch auf seine Auftraggeberin in ungewohnter Rolle und die kleine Schwester, die natürlich mitten im Schlachtgetümmel steht. Das Erwachen des Bären von VanO ist eine ganz andere Nummer als Rhonda, weiß aber zu gefallen.

ZACK 318 page 73

Jeder Fußballfan weiß, dass nach dem Spiel vor dem Spiel ist. Genauso läuft es in Alte Versprechen von Álvaro Velasco & Iñaki San Román: Nur nicht aufgeben heißt die Devise in dem Spiel, das eigentlich nur Verlierer kennt und alles zulässt, außer dem finalen Aufgeben. Nun ja, einen positiven Abschluss gibt es aber doch, denn Benito trifft seine Tochter wieder. Poetisch, dramatisch, romantisch, realistisch… normalerweise passen diese Attribute nicht gut zusammen, hier jedoch schon!

ZACK 318 page 87

Und sonst?

Dazu gibt es den zweiten Teil des Interviews mit Corentin Rouge, und eine Vorschau auf den ersten Band der neuen Reihe “Jean-Michel Charlier präsentiert“ vom Verfasser dieser Zeilen. Dazu wie immer der Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren, News, Rezensionen und Gedanken von Frank Neubauer und Erheiterndes von Parker & Badger, Tizombi und StarfiXion.

Nicht nur für trübe Tage bietet auch die 318-te Ausgabe wieder einen guten Überblick über das aktuelle europäische Comicgeschehen.

Dazu in Vorfreude auf das baldige Concert Cock Sparrer und ein IPA.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2025

ZACK Sonderheft 3 (2025)

Gay/Boiscommun – Die Lehrlinge

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK Sonderheft 3

Nach zwei Heften mit Kurzgeschichten ist das dritte mit einer einzigen, abgeschlossenen Geschichte gefüllt. Sicher ist das einen Versuch wert. Die Frühjahrsausgabe 2026 kommt dann aber wieder mit mehreren Beiträgen, und zwar mit Comics aus den Michel Vaillant Dossiers. Dreizehn deutsche Erstveröffentlichungen warten darauf gelesen zu werden. Nun aber in eine mittelalterliche Fantasy-Welt …

Jung, mutig und unerfahren

Wer kennt sie nicht, die tollen Sprüche: Lehrjahre sind keine Herrenjahre, Früh übt sich, … Sie alle deuten darauf hin, dass die Lehrzeit von zwei Tatsachen geprägt ist: Die Lehrlinge dürfen nur selten selbst entscheiden, was sie zu tun gedenken ist die eine, die fehlenden Fähigkeiten die andere. Die Lehrlinge handelt von drei Jugendlichen, die eine Ausbildung begonnen haben: ein Krieger, eine Magierin, ein Heiler. Dazu kommt die abgewiesene Iris, die einen Ausweg aus jeder Situation weiß.

Ihre Meister*innen haben sie in einem kleinen Dorf, fast schon im Nirgendwo, zurückgelassen und nun machen sie sich Sorgen, ob ihnen etwas passiert sein könnte. Kaum haben sie sich auf ihre Reise begeben, werden sie auch schon von den Halbstarken des Dorfes attackiert. Aber erst als wenig später ein Ritter im Dorf nach ihnen fragt und Fahndungsplakate mit den Gesichtern ihrer Held*innen auftauchen, wird klar, wie vertrackt die Situation zu sein scheint.

ZACK Sonderheft 3 page 7

Olivier Gay, von dem unter anderem auch das Szenario zu Asterix im Reich der Mitte stammt, hat eine sehr angenehm zu lesende Coming-of-Age-Geschichte geschrieben. Die Vier müssen über sich selbst hinauswachsen, ihre Vorurteile überwinden und nicht zuletzt lernen, dass es böse, machtgierige Menschen gibt. Besonders im Fokus stehen dabei die – oft humorigen – Auseinandersetzungen innerhalb der Gruppe, denn verschiedene Professionen verlangen oft auch nach unterschiedlichen Voraussetzungen.

Computergenerierte Hintergründe und eine neo-klare-Linie

Olivier Boiscommun hat schon viele unterschiedliche Genres bedient. Einen kleinen Überblick darüber gibt der einleitende Artikel des Sonderheftes vom Verfasser dieser Zeilen. Für sein neuestes Werk setzt er stark auf computergenerierte und -kolorierte Hintergründe. Diese geben ein sehr einheitliches Setting für zusammengehörende Gruppen von Panels. Dadurch wird eine Art von filmischen Sequenzen geschaffen die z.B. Dialogen einen übergreifenden Rahmen bieten. Auch bei den Figuren verzichtet Boiscommun auf nicht notwendige Details und konturiert eher durch den (digitalen) Farbauftrag.

ZACK Sonderheft 3 page 8

Beides zusammen führt dazu, dass die Bilder, die für sich betrachtet sehr statisch wirken, zusammen eine hohe Dynamik entwickeln können, auch ohne die intensive Verwendung von Speedlines. Soundwords kommen dagegen relativ häufig vor. Obwohl Gewalt Bestandteil der Geschichte ist (es wird gekämpft, gehängt, gestochen, verbrannt, …), sind die Darstellungen doch sehr zurückhaltend. Man kann das Heft also tatsächlich auch denjenigen geben, die sich auf ihre Zukunft als Lehrlinge vorbereiten.

Eine überlange Geschichte zum Magazinpreis

Das ZACK Sonderheft hat sich zunächst einmal als alle 6 Monate erscheinende Ergänzung zum ZACK-Magazin etabliert. Da es auch im Pressehandel erhältlich ist, erreicht es ein ganz anderes Publikum als das klassische Alben-Geschäft. Es macht daher durchaus Sinn, dieses Format auch mal mit einer durchgehenden Geschichte anzutesten. Der Preis von knapp 10 € hat sich für diese Art mittlerweile durchgesetzt und könnte als Einstieg funktionieren.

ZACK Sonderheft 3 page 9

Die Aufmachung mit einem einleitenden Artikel über beteiligte Künstler oder Medien erlaubt auch denjenigen, die etwas tiefer einsteigen wollen, einen guten Start, Papier- und Druckqualität sind allemal gut genug.

Dazu passen „Young, gifted, and black“ in der Fassung von Aretha Franklin und kraftspendender Ingwerdrink.

© der Abbildungen Drakoo – Gay & Boiscommun / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2025

ZACK 317 (November 2025)

ZACK 317

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 317

Das Jahr ist fast schon wieder rum, Weihnachten naht mit großen Schritten und dann knallen unerwartete Überraschungen doppelt … Statt des angekündigten Stroganov müssen unvermittelt Tanguy & Laverdure früher ran als erwartet. Sie füllen nicht nur die Seiten im Heft, sondern stehen auch auf dem Titelbild. Die Serie der Heldinnen auf eben jenem wird daher fortgesetzt! Eine weitere Neuigkeit ist der Start einer Serie von Interviews, die aus dem (0nline-)Fachmagazin ActuaBD übernommen werden. Genug Stoff also für dunkle, verregnete Abende.

Der Neustart

Im Osten Europas steht ein Krieg mit Russland kurz vor seinem Ausbruch. Mick Tanguy hatte versucht, diesen noch zu verhindern und einen russischen Jet wieder „zurückzuführen“. Dazu war er aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Leider endete die Mission nicht ganz wie gehofft und der Held befindet sich nun in einem Gefängnis. Der französische Staat ist nicht wirklich Willens, ein Risiko einzugehen und schickt nur eine untergeordnete Beamtin, doch Freund Laverdure lässt sich nicht beruhigen. Band 12 der neuen Abenteuer, Verrat, passt nahtlos in die Reihe der Geschichten von Patrice Buendia & Frederic Zumbiehl im Spannungsfeld zwischen Fliegeraction und aktueller Politik. Sebastien Philippes Zeichnungen erfüllen ebenfalls alle Erwartungen!

ZACK 317 page 5

Die Fortsetzungen

 Suske befindet sich in der Gewalt von Achiel, muss allerdings feststellen, dass nicht Krimson, sondern die sogenannte Akademie dahintersteckt. Die persönlichen Auswirkungen sind allerdings gleich. Währenddessen trifft Teofil auf Jerome und der Professor versucht, seine Zeitmaschine wieder ans Laufen zu bekommen. Auch der Wiske genannte Teil der Saga von Amoras hat alle Bestandteile eines richtig guten Comics: gute, dynamische Zeichnungen, ein Dystopie-Setting, genügend komplexe Haupt- und Nebenfiguren, Spannung auf mehrere Zeitebenen und gleichzeitig noch bitterböse Gesellschaftskritik. Für mich immer wieder eine der besten aktuellen Comic-Serien überhaupt mit Text von Marc Legendre und Zeichnungen von Charel Cambré!

ZACK 317 page 25

Das Erwachen des Bären wurde bereits ganz am Anfang einmal gezeigt, auch im dritten Teil der ersten Episode von Wynona muss der Anwalt Dan Favreau feststellen, dass er mehr mit einem Bären gemeinsam hat, als ihm lieb ist. Diese Geschichte spielt ebenfalls in einer nicht allzu fernen Zukunft, die niemand möchte. Hier macht der Staat von seinen Institutionen Gebrauch gegen alles, was ihm nicht in den Kram passt. Man kann nur hoffen, dass VanO keine hellseherischen Fähigkeiten besitzt.

ZACK 317 page 39

Koksende Fußballspieler hat es immer mal wieder gegeben, meistens waren sie dann irgendwann allerdings nur noch deswegen bekannt. In Alte Versprechen hofft der Spielervermittler Benito Castanera noch, dass Ticotico sportlich einschlagen wird. Und es hat wirklich den Anschein, als ob der Neustart in der zweiten Liga das richtige Rezept wäre, zumal auch noch der ehemalige Star Fali nach seiner jahrelangen Pause aufgrund einer Sportinvalidität als Trainer „wiederkommen“ könnte. Der Beweis wäre allerdings noch anzutreten und Álvaro Velasco & Iñaki San Román haben bestimmt noch eine Überraschung in petto. Die Zeichnungen von Pedro Rodríguez lassen jedenfalls Vorfreude auf das anstehende Spektakel aufkommen.

ZACK 317 page 54

Die Abschiede

Die gerade gerettete Jolanne hat nichts Besseres zu tun, als ihren Freund mit der Waffe zu bedrohen und ihr Schicksal selbst in die Hände zu nehmen. Sie geht zurück nach Pondicherry, um sich den falschen Vorwürfen ihres Bruders zu stellen, die Aussage einer Frau kann zu damaligen Zeiten allerdings bestenfalls Zweifel säen. Immerhin erfahren wir in dieser Folge erstmals die Begründung für den Titel der Reihe… Gut gemachte Schmonzette von Jean Van Hamme & Alcante mit Zeichnungen von Francis Vallès, der mittlerweile ein wenig die Lust am Gesicht der Heldin zu verlieren scheint. Trotzdem ist Rani wieder zu Recht ein Anwärter auf vordere Plätze im Jahrespoll.

Detail ZACK 317 page 69

Und auch von Julie Wood müssen wir uns zunächst verabschieden. Sie hat ihr erstes Rennen mit einem achtbaren vierten Platz beendet und darf nun den Ruhm dafür entgegennehmen. Der allerdings ist nicht immer ernst gemeint, sondern kommt auch sexistisch daher. Was bisher keinen Abschluss gefunden hat, ist der parallele Krimi-Track. Hier endet das Tödliche Rodeo mit einer faustdicken Überraschung als Cliffhanger. Insgesamt betrachtet eine gute Story von Philippe Pelaez und zwiespältige Gefühle hinterlassende Zeichnungen von Claudio Stassi, dessen gerade erschienener Henri Vaillant mir besser gefallen hat.

Detail ZACK 317 page 83

Und sonst?

Die Seiten zwischen den Fortsetzungen werden im November von einem ausführlichen Interview mit Corentin Rouge, dem Zeichner von Rio, sowie zwei Artikeln über eine neue Fliegerserie, die Flügel der Zeit, vom Verfasser dieser Zeilen und die beiden XXL-Bände von Taschen über den Hulk und Stan Lee von Bernd Hinrichs gefüllt. Dazu wie immer der Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren, News, Rezensionen und Gedanken von Frank Neubauer und Erheiterndes von Parker & Badger, dem Ritter, Tizombi und StarfiXion.

Schließen wir den Kreis: der November bietet genügend Momente, in denen man das Haus nicht verlassen möchte. Die ZACK-November-Nummer bietet genügend Ablenkung …

Dazu Soft Cell (R.I.P.) und ein über Elefantendung gedörrter Ondjaba aus Namibia.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2025

ZACK 316 (Oktober 2025)

ZACK 316

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 316

Der goldene Herbst steht vor der Tür, aber auch schöne Herbsttage verhindern nicht, dass es abends früher dunkel wird. Sollte noch ein wenig Regen dazukommen, hat man sogar noch mehr Zeit zum Lesen. Einen guten Teil davon sollte das ZACK füllen können! Im Übrigen wird die Reihe der Heldinnen auf dem Titelbild mit Wiske und Jerusalem fortgesetzt.

Der Neustart

Die Covergirls gehören zum in diesem Heft startenden fünften Teil der Saga Amoras. Diese auf mehreren Zeitebenen spielende dystopische Science-Fiction Serie spielt mit Gegensätzen ganz unterschiedlicher Art. Menschen – wie der titelgebende Lambik – sind sehr selten nur gut oder böse, sondern (leider) oft ambivalent. Und so mag der erste Anschein der Wirklichkeit widersprechen. Es gibt aber auch echte Rivalitäten wie zwischen den Bewohnern von Amoras im Jahre 2047. Hier scheint es so, als ob die Fatties gewonnen hätten. Der Gegensatz Arm gegen Reich wird ebenfalls sehr deutlich, sind die einen doch allen Unbillen schutzlos ausgesetzt während andere sich in ihren Luxusbehausungen ein schönes Leben gönnen. Mehr dazu in den nächsten Ausgaben. Für mich, inklusive der Ableger Chroniken von Amoras und dem neuen „Helden van Amoras“, eine der besten aktuellen Serien mit Zeichnungen von Charel Cambré nach einem Szenario von Marc Legendre.

ZACK 316 page 5

Die Fortsetzungen

Julie Wood hat ihr erstes Ziel erreicht, sie darf ein Rennen bei den AFT Singles fahren. Neben den auch in dieser Folge enthaltenen eher krimiartigen Abschnitten steht in diesem Monat das Renngeschehen im Vordergrund. Claudio Stassi wechselt die Perspektiven und zeigt sowohl von vorne, aus der Vogelperspektive und mit den Augen der Fahrerin das Geschehen. Diese Seiten sind wirklich dynamisch und versöhnen zumindest mich mit den Schwierigkeiten des Zeichners mit den Gesichtern. Storytechnisch bewegt sich Philippe Pelaez in Tödliches Rodeo in sicherem Fahrwasser. Mal sehen, wie der Abschluss von Teil 1 im nächsten Heft aussehen wird.

ZACK 316 page 21

Ein wenig erinnert Alte Versprechen an die Gespräche alter Männer, dass es früher doch einfach besser war. Es gab nicht so viel Geld, dass schon Jugendlichen bündelweise hinterhergeschmissen wird, die Spieler waren ehrgeiziger, die Unterhaltung besser und der Respekt erst … Natürlich ist die Geschichte von Álvaro Velasco & Iñaki San Román nicht so einfach, sie spielt aber mit allen möglichen Referenzen und dazu gehören eben auch diese. Die Zeichnungen von Pedro Rodríguez bewegen sich im Grenzbereich von Realismus und überzeichneter Karikatur und bebildern die Story oft filmtypisch. Wer Ted Lasso mag, wird hier seine Freude haben. Wer am Fußball nur den Gewinn der eigenen Mannschaft gut findet, sollte allerdings die Finger davon lassen.

ZACK 316 page 38

Das Leben meint es nicht gut mit (der späteren) Rani. Jolanne wird von ihrem eigenen Bruder, ihrem antagonistischen Widersacher, erneut festgesetzt und in einen Kerker geworfen. Wie der Zufall es will, ist aber auch ihr alter Freund und Liebhaber Craig in der Nähe und greift ein. Auch in Verurteilt! reiht sich eine Katastrophe für die junge Frau an die nächste. Die ursprünglich als TV-Serie konzipierte Idee von Jean Van Hamme & Alcante funktioniert aber auch im Comic, vor allem, da Francis Vallès sie gekonnt und routiniert in Panels umsetzt. Sicher wieder ein Kandidat für vordere Plätze im Jahresranking.

ZACK 316 page 51

Ein heruntergekommener Anwalt soll einem zum Tode verurteilten Rebellen zur Freiheit, zumindest aber zum Überleben verhelfen. Um dieses zu erreichen hat Wynona ihn in seinem Büro aufgesucht und fährt ihn jetzt quer durch das Land zu dem Ort der erhofften Hilfe. Während der Fahrt entwickelt der fertig aussehende Mann ungeahnte Fähigkeiten und wir Leser*innen erfahren mehr über die Hintergründe. Doch dann geraten die Beiden in eine Straßensperre … Das Erwachen des Bären ist eine spannende Geschichte im Grenzbereich von Dystopie, Thriller und Anwaltsserie von VanO und macht Lust auf mehr.

ZACK 316 page 67

Der Abschied

Leider ist eine sehr spannende Geschichte mit diesem Heft abgeschlossen. Erectus – mit sieben Teilen eine ziemlich lange Story – erzählt von einer Pandemie und der Unfähigkeit der Menschheit, in Krisensituationen ihre Menschlichkeit zu bewahren. Ausgrenzung statt Hilfe, Gewalt statt Sicherheit und Manipulation anstelle von Fakten – wir kennen diese Reaktionen leider nur allzu gut. Erik Juszezak hat sich einen spannenden (etwas unrealistischen) Virus ausgedacht der Evolutionsschritte zurückdreht. Infizierte Menschen entwickeln sich zum Homo Erectus zurück. Der Umgang mit ihnen, aber auch der veränderten Flora und Fauna wird das zukünftige Leben der Menschheit beeinflussen. Besonders gut gefallen hat mir, dass diese Serie am Ende mit einigen Überraschungen aufwartet. Hoffentlich findet diese zudem gut gezeichnete Serie den verdienten Beifall.

ZACK 316 page 82

Und sonst?

Wie immer tummeln sich Parker & Badger sowie Tizombi auf diesen Seiten. Dazu kommt eine nette Seite über träumende Katzen. Der redaktionelle Teil enthält wie immer den Rückblick auf das ZACK vor 50 Jahren, ein Interview von Frank Neubauer mit Chris Noeth und einen Beitrag über die Gesamtausgabe des Mädchens von der Weltausstellung vom Verfasser dieser Zeilen. Wirklich genug also, um dunkle Herbstabende damit zu füllen!

Dazu Bad Cop Bad Cop, etwa mit „Disbelief“ und ein Old Fashioned.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2025

ZACK 315 (September 2025)

ZACK 315

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 315

Und weiter geht’s mit den Heldinnen auf den Titelbildern – es gibt genügend Serien mit weiblichen Protagonistinnen und es ist gut, das auch mal offensiv zu zeigen. Das September-Motiv des ZACK stammt aus der neuen Serie Wynona von Hans van Oudenaarden (VanO), der bereits mit Rhonda im Magazin vertreten war.

Der Neustart

Erde – Nordamerika – USA, in nicht allzu ferner Zukunft: Ein Mann rennt durch ein Labyrinth aus Gassen, stolpert und sieht sich einem gewaltigen Bären hilflos ausgeliefert. In diesem Moment betritt eine junge Frau das Büro eines abgehalfterten Anwalts, der gerade noch rechtzeitig aus seinem Traum aufschreckt… Es geht darum, einen Native American vor der ihn erwartenden Todesstrafe zu bewahren, in einem sehr polarisierten politischen Klima das fatal an reale Situationen erinnert. VanO eröffnet Das Erwachen des Bären, den ersten Teil der neuen Serie Wynona, grandios: Spannend, aktuell und mit Zeichnungen, die damit spielen, ein wenig skizzenhaft zu wirken.

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Die Fortsetzungen

Danach geht es noch ein kleines Stück weiter in die Zukunft: ein Virus führt zu einer Rückbildung von Evolutionsschritten da es ähnlich wie CRISPR funktioniert. Die Menschheit reagiert mit Furcht, Ausgrenzung und Gewalt auf die Folgen der Krankheit, doch die Heldin, die Paläontologin Anna Meunier, will sich nicht damit abfinden, dass es weder Hilfe noch Akzeptanz gibt, besonders, da ihr Freund selbst zum Erectus mutiert ist. Sie versucht, den in einem Zoogehege Untergebrachten zu helfen und verlässt den Weg der Legalität. Erik Juszezak hat klassische SF-Motive und die Erfahrungen der COVID-Pandemie verknüpft und eine gut lesbare, realistisch gezeichnete Geschichte daraus gemacht. Für mich ein Kandidat für vordere Plätze in der Jahreswertung!

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Bereits das dritte Mal dabei ist der Relaunch von Julie WoodTödliches Rodeo. Es geht um eine junge Amerikanerin, die den Traum hat, professionelle Fahrerin zu werden. Allerdings gefallen ihrem Bruder nicht alle Mittel, die sie dafür anwenden will. Ein zweiter Strang dreht sich um kriminelle Machenschaften, die bereits ganz zu Anfang ein Todesopfer gefordert hatten. Mittlerweile haben die Gangster die Verbindung zu dem Onkel der Woods gefunden. Eine solide Story von Philippe Pelaez mit für Fans des Originals enttäuschenden Bildern von Claudio Stassi. Zwar werden die Panels von Seite zu Seite besser und aussagekräftiger, kranken aber immer noch ein wenig an mangelnder Dynamik.

ZACK 315 page 49

Der Deadline-Day hat gerade wieder bewiesen, wie verrückt der Markt für den Austausch von Fußballprofis zwischen Vereinen mittlerweile geworden ist. Alte Versprechen geht zwar zeitlich in die Vergangenheit, in die vermeintlich Goldenen Zeiten von 1995, zeigt aber, dass auch damals schon nicht alles „gut“ war. Benito Castanera ist ein Spielervermittler. Sein einziges Juwel ist zum Sportinvaliden geworden, bevor er zum Star werden konnte. Seitdem versucht er verzweifelt, ein neues, williges Opfer zu finden. Seiner aktuellen Hoffnung scheinen allerdings ein paar Qualitäten zu fehlen. Bitterböse Satire von Álvaro Velasco & Iñaki San Román, kongenial in einem leicht verfremdeten Realismus von Pedro Rodríguez umgesetzt.

ZACK 315 page 64

Was hat Jolanne nicht schon alles mitgemacht: Betrogen, geschlagen, zum Tode verurteilt, geflüchtet, gefangen genommen, deportiert nach Indien, dort zur Bordellleiterin aufgestiegen und von ihrem Peiniger wiedergefunden, erneut geflohen, das Gedächtnis verloren, aufgenommen von der Frau des Gouverneurs von Pondicherry und erneut wiedergefunden … Die aktuelle Folge von Rani erlaubt eine kleine Verschnaufpause, droht der Heldin aber ständig mit der Vernichtung, ist sie doch schließlich von einem Gericht Verurteilt! Eine spannende Story mit großer indischer Kulisse von Jean Van Hamme & Alcante mit Zeichnungen von Francis Vallès. Bisher definitiv ein Liebling der Leser*innen.

ZACK 315 page 83

Der Abschied

Herr Romanov ist die letzte Kurzgeschichte mit Harry & Platte aus der Feder von Dennis Lapière mit Zeichnungen von Sikorski. Wo die Liebe hinfällt geschehen seltsame Dinge und die bekannten Maßstäbe von richtig und falsch beginnen zu verschwimmen. Aber darf Liebe alles?

ZACK 315 page 42

Und sonst?

In den Anfängen des neuen ZACK tauchten zwei Helden auf, die komplett gegen den Strich gebürstet waren: Spoon & White. Auch sie erleben gerade einen Relaunch. Erste Einblicke gibt es in diesem Heft – Bei Gefallen sicherlich mehr davon in diesem Theater …

Dazu Der Ritter, Tizombi und Parker & Badger mit ihren Erlebnissen, die den Leser*innen den Wechsel zwischen den Serien versüßen, und einige redaktionelle Beiträge: Michael Klein über das ZACK vor 50 Jahren, ein Interview mit Isabell Kreitz über ihre neue Graphic Novel und die Verstrickungen während der NS-Zeit sowie eine Einführung in Gunung Darah vom Verfasser dieser Zeilen.

Dazu The Sweet, etwa mit Ballroom Blitz und ein Guinness.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2025

Sprechblase 250 (Juli 2025)

Arturo del Castillo und andere Themen

Redaktion: Gerhard Förster
Bildschriftenverlag Hannover (bsv)
Din A4 | 100 Seiten | Farbe | 11,90 €
ISSN: N/A

Cover Die Sprechblase 250

Etwas verspätet, aber endlich da: die Besprechung der letzten Sprechblase aus den Händen von Gerhard Förster … Das Undenkbare konnte aber noch einmal abgewendet werden, das Magazin wird weitergeführt werden von Christian Blees, Martin Jurgeit, Andreas Zickert und Eckard Friedrich. Das Titelbild der Nummer 251 ist schon mal vorveröffentlicht worden. Comix-online sagt an dieser Stelle Danke an Gerhard für all die liebevolle Arbeit, die tiefgreifende Recherche, die aufmunternden Worte und überhaupt!!

Das Schwerpunktthema – Arturo del Castillo

Der von Arturo des Castillo gezeichnete Western John Kendall ist auch in Deutschland unter verschiedenen Namen veröffentlicht worden, teilweise wurden auch andere Serien von del Castillo damit vermischt. Wer aber war der Mann dahinter? Wie kam er zum Comic? Welche Einflüsse hatte er, welche Entwicklung kann man an seinen Werken sehen? Alles diese Fragen und noch mehr werden in einem Gemeinschaftsartikel, einer Comicographie, zweier Interviews und nicht zuletzt anhand vieler Illustrationen und einer kompletten Garret-Geschichte beantwortet. Ein perfekter Überblick, der tief genug einsteigt, um auch große Neugier zu befriedigen!

Enzo Chiomenti

Ein weiterer klassischer Zeichner, Enzo Chiomenti, bekommt eine Würdigung. Der Italiener war unter anderem an Blonder Panther, Tom Bill und Jezab beteiligt. Am bekanntesten dürften aber seine Arbeiten für Marco Polo gewesen sein: 26 Ausgaben bei Lehning und 95 bei Bastei sprechen eine deutliche Sprache. Neben unzähligen Abbildungen stehen vor allem zwei lange Interviews aus der Vergangenheit im Zentrum des Themas. Auch hier gilt, dass die Neugierde befriedigt wird. Was überbleibt, wären Bestandteile zukünftiger Forschung.

Und sonst?

Wie immer gibt es natürlich das Harry Magazin mit Rezensionen und weitere Artikel, die ein großes Spektrum abdecken: Bat-Man First Knight, Taschens Donald Duck (vom Verfasser dieser Zeilen), das Buch über Sigurd von Kai Stellmann mit kritischen Kommentaren, aber auch Analysen über PUCK und MISCHA. Leser(!)briefe beschließen die Ausgabe.

Natürlich ist die Sprechblase ein sogenannter Special Interest Titel. Aus dem Randthema der Comics nimmt sie sich noch einmal eine Teilmenge heraus. Das aber mit Bravour, Sachverstand und Herzblut. Wer sich mit diesem Thema wirklich beschäftigen möchte, kommt an der „Blase“ nicht vorbei. Dass es so bleiben möge, wünschen sich viele von dem neuen Team; die Zeichen stehen gut! Wir drücken die Daumen.

Ankündigung Sprechblase Sonderband

Wer mehr Sprechblase von Gerhard Förster möchte, kann einerseits den kommenden Sonderband Die ganze Wahrheit bestellen oder mit dem gerade erschienenen zweiten Index der ZEBRAs in die Tiefe gehen.

Dazu passen ein kühles Blond und etwas aus den Archiven von Bruce Springsteen.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Zeichnern und Verlagen 2025, c/o Bildschriftenverlag Hannover (bsv)

ZACK 314 (August 2025)

ZACK 314

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 100 Seiten | Farbe | 9,70 €
ISSN: 1438-2792

Wegen der Sommerferien erfolgt die Besprechung des aktuellen ZACK ein wenig später als gewohnt. Das Titelbild passt in die heutige Zeit: Katastrophen überall! Kriegsparteien lassen einen glauben, dass Tucholski möglicherweise doch Recht hatte, das Klima spielt weiterhin verrückt und Fake News erscheinen vielen Leuten als Wahrheit. Auch Rani ist im Grunde nichts anderes als ein Opfer von entstellten Wahrheiten.

Der Neustart

Die eben bereits angesprochene Rani ist nicht nur das Covergirl dieser Ausgabe, es startet auch bereits Teil 6 dieser von Jean Van Hamme und Alcante ursprünglich als TV-Serie konzipierten Reihe: Verurteilt! Mehr zur Vorgeschichte im Serienkompass (Achtung, Spoiler). Die in Pondichéry vom französischen Gouverneur aufgenommene Jolanne findet aufgrund der Konfrontation mit ihrem Peiniger zwar ihr Gedächtnis wieder, verliert aber die Unterstützung ihrer Gönnerin. Prachtvolles Historienspektakel vor indischer Kulisse von Francis Vallès.

ZACK 314 page 5

Die Fortsetzungen

Der überlange Science-Fiction-Thriller Erectus von Erik Juszezak stellt einige essenzielle Fragen: Wie sollen und wie wollen wir mit einer Bedrohung der Menschheit umgehen? Wie definieren wir menschliches Leben und seine Schutzwürdigkeit? Während aktuell die deutsche innenpolitische Debatte von der Frage nach dem Beginn der Menschenwürde geprägt wird (allerdings oft mit gefälschten angeblichen Belegen) geht es hier darum, ob die von einem Virus befallenen Menschen, die sich zu Urahnen zurückentwickelt haben, noch als solche anzusehen sind oder ob man sie als krankhafte „Störer“ besser interniert und gegebenenfalls sogar tötet.

Die 2. und 3. Liga sind bereits wieder gestartet, die Bundesliga folgt bald. Alte Versprechen von Álvaro Velasco & Iñaki San Román hilft, die (mittlerweile viel zu kurze) Fußballlose Zeit zu überbrücken. Der kommende Star wird wegen seiner Verletzung nie wieder im Rampenlicht stehen, aber es gibt ja noch weitere Talente, denen man eine grandiose Karriere versprechen kann. Und dann gibt es da noch die Tochter, die eben leider kein Mann ist…

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Wieder dabei sind Harry und Platte: die vorletzte der Kurzgeschichten von Dennis Lapière und Sikorski erzählt die Geschichte einer Geiselnahme. Natürlich wissen wir alle, dass solche Sachen niemals gut ausgehen und dieses Wissen haben auch alle Beteiligten. Trotzdem versuchen alle mehr oder weniger erfolgreich, dieses eine Ereignis doch irgendwie anders ausgehen zu lassen. Großes Kino!

Die zweite Motorsportikone aus Jean Gratons Feder, Julie Wood, erlebt eine Wiedergeburt. Nicht nur Michel Vaillant wurde runderneuert, auch die junge amerikanische Bikerin darf sich wieder präsentieren. Während die Story von Philippe Pelaez durchaus spannend erzählt wird, sind die Zeichnungen von Claudio Stassi für meinen Geschmack ein wenig zu digital und zu weit weg vom Original aus den Siebzigern. Das wäre vollkommen okay, wenn nicht Florent Daniel viel zu flächig koloriert hätte. So wirken vor allem die Gesichter in Tödliches Rodeo etwas zu „billig“.

Der Abschied

Mit dem letzten Teil des letzten Bandes Die Zeit der Kolonien geht die Familiensaga Die Bank zu Ende! Pierre Boisserie & Philippe Guillaume präsentierten uns eine Familienfehde die Dallas in den Schatten stellte, die Entwicklung der Finanzinstitute, der Stadt Paris und der Kolonien nahebrachte und immer wieder die gesellschaftliche Rolle der Frau thematisierte. Stéphane Brangier durfte Kostüme zeichnen, Dekors unterbringen, Massenszenen aufs Papier bringen und immer wieder Emotionen. Das ist ihm trotz des etwas sperrigen Themas gut gelungen. Das war eine Bereicherung!

Und sonst?

Der Ritter muss den Alltag überstehen, Tizombi definiert Heimweh neu und Parker & Badger zeigen weiterhin, wie viele Situationen sie nicht beherrschen! Dazu Michael Klein über das ZACK vor 50 Jahren, ein Artikel über die Romane mit Caro Morane und der dritte Teil der Serie über Erotik und Comics vom Verfasser dieser Zeilen. Diesmal geht es um das Verlagshaus Schreiber & Leser.

Dazu The Jam und später freue ich mich auf einen Aperol Spritz.

© der Abbildungen bei den jeweiligen Künstlern und Verlagen / Blattgold GmbH, Bad Dürkheim 2025

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