Pevel/Créty – Ledergesicht 2

Die Witwe

Story: Pierre Pevel

Zeichnungen: Stéphane Créty
Originaltitel: 
Gueule de cuir: La veuve

Blattgold Verlag – ZACK Edition

Hardcover | 64 Seiten | Farbe |20,00 € | ISBN: 978-3-949987-64-9

Cover Ledergesicht 2

Es gibt viele History-Serien über Konflikte im Frankreich von Ludwig XIII. und Kardinal Richelieu, einige davon gehören sogar zur Weltliteratur. Und natürlich gibt es auch genügend Serien, die von den Ideen des Tarots beeinflusst sind und sich mit schwarzer Magie beschäftigen. Die wenigsten allerdings vereinen diese beiden Themen. Ledergesicht enthält zudem noch Elemente eines Superheldencomics, verleiht doch die Maske übermenschliche Kräfte.

Eine umkämpfte Stadt

Wie in Band 1 eingeführt, gibt es einen Kampf zwischen verschiedenen Triaden im Zodiak des Teufels. Unser Held hat die Maske übergestreift und ist somit ein Teil des Spiels, ohne es allerdings bereits komplett zu verstehen. Insbesondere ist ihm nicht klar, ob scheinbare Verbündete nicht in Wahrheit doch ein eigenes Spiel spielen. Dementsprechend verheimlicht er auch, dass der vormalige Träger der Maske keineswegs gestorben ist und versteckt ihn.

Der König der Gräber, Oberster der ersten Triade, überschwemmt die Stadt Paris mit einer vernichtenden Droge. Eigentlich kann diese nur von dem Alchimisten, dem Anführer der zweiten Triade, hergestellt worden sein, doch dieser wird seit einem Jahr vermisst. Parallel dazu versucht der König der Gräber die lokalen Pariser Herrscher der nächtlichen Aktivitäten auszuschalten. Wird es gelingen, dem etwas entgegenzusetzen?

Ledergesicht 2 page 3

Pevel füllt auch diesen zweiten Teil mit spannenden Actionszenen in den Gassen und über den Dächern und schickt seine Akteure in verzwickte Handlungsstränge. Langweilig wird einem beim Lesen sicherlich nicht. Da zudem auch Hintergrund über die Triaden geboten wird und am Schluss wieder ein Tagebucheintrag Erhellendes enthält, ist auch für Leser*innen, die mit den Geheimnissen des Tarot nicht vertraut sind, die Handlung unproblematisch zu verstehen.

Ein düsteres Mantel-und-Degen Stück!

Créty verknüpft zwei verschiedene Stilrichtungen: einerseits erinnern seine dynamischen Zeichnungen an die typischen frankobelgischen Mantel-und-Degen Abenteuer. Die Linienführung ermöglicht es ihm, diese Szenen gleichzeitig glaubwürdig und actionreich wiederzugeben. Er kombiniert diese detailreichen Zeichnungen aber mit einer düsteren, an Dark Fantasy erinnernden Farbpalette und hebt dadurch die mystischen Elemente hervor.

Ledergesicht 2 page 4

Während des Lesens kann man sich in den Straßenschluchten verlieren, die Innenausstattung der Gebäude ist fast schon fotorealistisch und trotzdem vermeint man, den Umhang des maskierten Rächers rascheln zu hören. Damit spricht der Comic sowohl Leser*innen, die Batman gewöhnt sind, als auch Fans von D‘ Artagnan an!

Klassische Moderne!

Oftmals hat man den Eindruck, dass man sich zwischen klassischem Stil und modernem entscheiden muss. Pevel und Créty beweisen, dass es auch anders geht und mixen sowohl inhaltlich als auch zeichnerisch munter beide Welten. Diese Mischung hätte schief gehen können, tut sie aber nicht! Ledergesicht ist ein Genuss!

Cover Ledergesicht 2 VZA

Wer will kann direkt beim Verlag eine limitierte Vorzugsausgabe mit Variantcover und limitierter Grafik bestellen. Diese verknüpft den Gothamartigen Einfluss mit dem Charme des vergangenen Paris!

Dazu passen The Specials mit „Friday Night, Saturday Morning“ von der Live from the Cathedral-LP und ein Pink Gin Tonic.

© der Abbildungen 2025 – Drakoo par Pevel, Créty & Maffre | 2025 Blattgold GmbH, Bad Dürkheim

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