Cross Road Blues
Story: Kristof Berte
Zeichnungen: Charel Cambré
Softcover | 48 Seiten | Farbe | 8,99 € | ISBN: 978-90-02-28820-3

Manche Sachen ändern sich nie … oder doch? Nach insgesamt 20 Alben aus dem Amoras Kosmos gibt es einen Wechsel im Kreativ-Team, denn von nun an übernimmt Kristof Berte den Stab von Marc Legendre. Am Konzept der Serie ändert sich aber nichts und der Wechsel war bereits im Anhang der ersten Auflage des Auftaktbandes der Helden van Amoras angekündigt. Trotzdem ist das natürlich ein guter Anreiz für comix-online mal wieder auf diese Serie zurückzukommen und zu bejammern, dass sie in Deutschland keinen Fuß zu fassen scheint.
Der Blues und die Sache mit dem Teufel
Wer kennt sie nicht, die Saga von dem Musiker, der seine Seele an den Teufel verkauft, und plötzlich erfolgreich ist. Theoretisch stammt sie natürlich aus alten Zeiten, sie gehört aber sozusagen zum Inventar der Geschichten mit Bezug zu Blues. Aber zurück zu tatsächlichen Setting in Cross Road Blues:
Jerom arbeitet in einer Musikkneipe als Türsteher und Handlanger; erfolgreichster Themenabend der Kneipe sind die regelmäßigen offenen Bühnen, die nicht nur ein angestammtes Publikum haben, sondern bei denen im Regelfall auch die gleichen Künstler*innen auftreten. Dazu gehört Bobbie Mukendi, der leider wenig Talent besitzt. Nach einem unschönen Abend taucht der Musiker wochenlang nicht mehr auf, bis er plötzlich als Virtuose wieder da ist.
Hat Bobbie Blues wirklich seine Seele verkauft? Diese Frage stellen sich auch Suske und Wiske die – nach einem unerlaubterweise besuchten Konzert – ebenfalls von den Gitarrenkünsten geflasht sind, aber der Sache auf den Grund gehen wollen. Der erste Versuch endet sehr schnell schmerzvoll und spornt die beiden erst recht an …

Dynamische Zeichnungen
Charel Cambré ist dabei geblieben, das grafische Erscheinungsbild ändert sich also nicht. Außerdem schreibt auch Berte actionorientiert und lässt dem Zeichner den Raum, seine Fertigkeiten zu beweisen.
Die neue Reihe wollte Suske und Wiske wieder mehr in den Vordergrund stellen und beweist das auch mit allen bisherigen Bänden. Die zwischen jugendlich und jung erwachsen pendelnden Personen leben glaubhaft Emotionen, Begeisterung wie Frustration, aus und das Ambiente ist alles andere als eine Hochglanzwelt, die uns aktuell leider zu oft begegnet.
Must Have des modernen Abenteuercomics!
Ich bleibe dabei, die Serie ist auch mit einem neuen Szenaristen unter den europäischen Reihen mit das Beste, was aktuell geboten wird, denn sie vereint Spannung, augenzwinkernden Humor, Action, erwachsene Themen und ein wenig Übertreibung, ohne in unglaubwürdige Klischees oder Fleischbeschau zu verfallen. Dieser Band verweist auf viele Motive im Musikbusiness; das Konzept ist dabei, jeweils ein Thema herauszugreifen und anekdotisch zu referenzieren.
Da alle bisherigen Versuche, die Serie auch bei uns zu etablieren, gescheitert sind, müssen Fans wohl ober übel auf das Original zurückgreifen. Nun ja, es gibt deutlich Schlimmeres, ist die niederländische Sprache der deutschen doch oft ähnlich genug. Zudem gibt es so viele kleine Übersetzungshelferlein, dass das keine Hürde mehr darstellen sollte.
Dazu passen Keb Mo mit seinem neuen Album „The Breakdown“ und ein rauchiger Whisky.
Update: Ich lese gerade im neuen ZACK-Newsletter die Ankündigung, dass die Helden auch auf Deutsch erscheinen werden!
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