Di Caro – Die süßeste aller Früchte 1

Der klassische Kuchenwettbewerb – Mal anders

Story und Zeichnungen:  Gabriele Di Caro

Originaltitel: Le fruit le plus doux

Splitter Verlag

Hardcover Überformat |64 Seiten | Farbe | 19,80 € | ISBN: 978-3-68950-070-2

Cover Die süßeste aller Früchte 1

Gabriele Di Caro ist in Deutschland längst kein Unbekannter mehr; seine Interpretation der Morde an Frauen im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts (Maison Fleury) sowie seine Kurzgeschichten über Begegnungen (Hinter dem Paradies) haben bewiesen, dass man splitternackte Inhalte mit einem vernünftigen Inhalt verknüpfen kann.

Eine jahrzehntelange Feindschaft

Seine neue Serie, Die süßeste aller Früchte, spielt kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieges irgendwo auf dem Land in den Vereinigten Staaten. Das örtliche Leben spielt sich zu großen Teilen im Diner ab, der Friseur weiß über alles Bescheid und ein, wenn nicht der Höhepunkt des Jahres ist der Wettstreit um die süßesten Früchte des Ortes. Ronald will ihn gewinnen, wenigstens ein Mal, doch bisher war Larry nicht zu schlagen.

Ein kleiner Reporter wird in das Örtchen gesandt, um über den Wettbewerb zu berichten. Während er sich einerseits mit seiner Vermieterin beschäftigt, holt ihn andererseits seine Vergangenheit in Form von zwei Geldeintreibern ein. Außerdem gibt es noch die Angestellte im Diner, die die Männer verrückt macht und den Vamp gibt.

Die süßeste aller Früchte 1 page 3

Kern der Geschichte ist aber eine Fee die Ronald die süßesten Früchte verspricht. Er darf sie allerdings erst in sieben Tagen ernten und muss sie bis dahin beschützen. Das ist leichter gesagt als getan, handelt es sich doch bei den Früchten um sehr freizügige Frauen. Wird Ronald der Aufgabe gewachsen sein?

50-er Jahre Feeling

Die Geschichte spielt in den frühen 50-er Jahren und Di Caro vermittelt in seinen Zeichnungen genau dieses Flair. Man riecht die Mischung aus Schweiß von der harten Arbeit, den überall geduldeten Zigarettenqualm und der Parfüms, die zur Vervollständigung getragen werden. Dazu kommt der Sound dicker Schlitten und die Klänge aus der Music-Box. Dieses Setting ist wirklich gut gelungen!

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Wie man bei dem Sub-Label allerdings erwarten darf, ist das nur die Bühne für körperliche Aktivitäten, die auch ziemlich explizit geraten. Der Band ist daher auch nur für Erwachsene geeignet. Bei seinen Werken ist der Künstler bemüht, die Frauen nicht zu Objekten zu machen. Der Blick bleibt allerdings der eines Mannes.

Mehr Haut als tragischer Held

Oft sind die heute noch bekannten Geschichten aus dem Amerika der 50-er Jahre sehr melodramatisch. Der Held ist zartfühlend und unverstanden, versteckt das Ganze aber unter einer rauen Schale. Die Frauen sind mitfühlend, können aber nicht wirklich helfen und leiden daher ebenfalls. Diese Grundstimmung fehlt hier. Es gibt zwar ebenfalls Verlierer, diese fügen sich aber in ihren Platz. Man weiß allerdings noch nicht, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird; für Drama ist jedenfalls noch Platz.

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Auch dieser Splitternackt-Band wird sich nicht schlecht verkaufen, er ist handwerklich auch gut gemacht! Und auch die Story ist zwar genretypisch, hat aber ihre Kniffe. Für Fans gibt es ebenfalls eine limitierte Sonderausgabe mit Variantcover, Bonusmaterial und einem beigelegtem Druck! UPDATE: Band 2 ist gerade erschienen.

Dazu passen Bite Me Bambi mit „Do the Damned“ und ein Miller‘s!

© der Abbildungen 2025 Gabriele Di Caro, represented by Tabou Editions, France | Splitter Verlag GmbH & Co.  , Bielefeld 2026

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