Post/Heuvel – De Meimoorden

De Meimoorden 1940 – 1948

Story: Jacques Post
Zeichnungen: Eric Heuvel

Originalausgabe

Uitgeverij Personalia

Softcover | 80 Seiten | Farbe | 11,99 € |

ISBN: 978-94-928-4042-4

Der Comic von Jacques Post und Eric Heuvel basiert auf einem bereits 1984 erschienenen Buch von Post und wurde in den letzten zwei Jahren in StripGlossy vorabgedruckt. Er war im Mai dieses Jahres der meistverkaufte niederländisch sprachige Comic in den Niederlanden und auch in Belgien mit Platz 6 sehr erfolgreich (Quelle: StripGlossy 13).

Die Geschichte

De Meimoorden (auf Deutsch: Die Morde im Mai) ist auf den ersten Blick ein spannender Krimi aus dem Rotterdam des Jahres 1940. Der Vater der Hauptperson Henk Maalbeck ist ein Taxifahrer und wird ermordet, das Taxi wird geklaut.  Henk versucht nun, die Hintergründe zu verstehen und aufzuklären.

Ein zweiter Handlungsstrang beschreibt die Verwicklungen von deutschen Spionen zur Vorbereitung des unmittelbar bevorstehenden Überfalls der Niederlande und ihre persönlichen Bereicherungsmotive sowie den Einmarsch und die Bombardierung Rotterdams selber.  Jacques Post bedient sich dabei zweier Zeitlinien. Einerseits müssen Henk und seine Freundin Leentje inmitten der Wirren überleben und zugleich versuchen, die Hintergründe aufzudecken, andererseits geht es um die parlamentarische Enquetekommision, die 1948 versucht, die Verwicklungen von Einheimischen aufzuspüren und zu bewerten.

Post bringt unheimlich viel an historischem Detail in dieser Geschichte unter und dementsprechend ist der Textanteil teilweise sehr hoch, allerdings immer noch geringer als etwa bei Blake und Mortimer. Es geht dabei um den deutschen Spion Flenter, der mit dem niederländischen Steuerberater Moret krumme Dinger dreht und um die Verwicklung des lokalen Polizeichefs Dechy, der mehr weiß, als er dürfte.

Die Geschichte springt aber nicht nur zeitlich hin und her. Flenter verlässt Rotterdam kurz nach dem Mord und kehrt zunächst nach Deutschland zurück um dann während der Invasion wieder niederländischen Boden zu betreten. Nicht immer sind die einzelnen Handlungen den Strängen ohne Weiteres zuzuordnen so dass den Leser*innen ein Mitdenken abverlangt wird. Zugleich wird vieles an historischen Fakten durch fiktive persönliche Erlebnisse ergänzt, so dass die Geschichte verständlicher, aber auch emotionaler wird.

Gerade für deutsche Leser*innen ist die Story nicht einfach. Einerseits wird die Effizienz der deutschen Eroberungsarmee gezeigt, die Widerstand im Keim erstickt und wenig Skrupel besitzt. Auch die Vorbereitung durch Spionage und verdeckte Aktionen wird deutlich und zeigt die Akribie des Plans. Andererseits wird aber auch deutlich, welche Folgen der Einmarsch für die Bevölkerung und insbesondere die Stadt Rotterdam hatte. Die Zerstörung war immens und auch das wird in den Bildern sehr deutlich. Glücklicherweise hat es die europäische Nachkriegsgeschichte geschafft, Europa zu befrieden und staatliche Machtgelüste zu überwinden. Trotzdem ist es nicht unbedingt selbstverständlich, dass die heutige Generation die Deutschen mit einer so großen Freundlichkeit willkommen heißt.

Die Umsetzung

Eric Heuvel ist in Deutschland zwar vor allem durch seine Geschichten um January Jones bekannt. Er hat aber auch viele Sachcomics geschrieben, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Anne Frank Stiftung einen Comic über das Schicksal einer jüdischen Familie in den Niederlanden unter deutscher Besetzung, der unter dem Titel Die Suche auch auf Deutsch erschienen ist.

Heuvel ist ein Vertreter der Ligne claire, auch wenn seine Zeichnungen teilweise vor Details schier zu bersten scheinen. Er scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, unheimlich viele kleine Details in seinen Zeichnungen unterzubringen, und der als Grundlage dienende Roman bietet viel davon. Zudem ist Heuvel im Thema drin und hat ein (Bild-)Wissen der damaligen Zeit angesammelt, das fast jede Szene möglich macht. Manchmal ist aber ein zu großes Detail-Wissen hinderlich für den Flow und so befördern einige Bilder nicht die Geschichte, sondern stehen separat.

Abgesehen davon ist es aber eine gelungene Umsetzung, die die Schrecken anschaulich darstellt und gleichzeitig die Kriminalstory vorantreibt.

Comics, die den Zweiten Weltkrieg zum Thema haben, sind aktuell en vogue. Oft stehen dabei aber die technische Faszination im Vordergrund oder das Soldatenleben. Hier geht es zwar auch um die Hintergründe, im Vordergrund aber steht der Alltag der Zivilbevölkerung.

Die Sprache stellt meiner Ansicht nach nicht zu große Herausforderungen und ist daher keine echte Barriere. Außerdem unterstützen die Bilder aufgrund ihres Detailreichtums und helfen über unbekannte Wendungen hinweg. Vielleicht findet sich ja auch ein deutscher Verlag für die Geschichte der Uitgeverij Personalia. Es wäre zu wünschen! Es gibt im Übrigen auch eine Hardcoverausgabe für 19,99€.

Dazu passen ein Cassis und Golden Earring, die mehr zu bieten haben als das bekannte Radar Love!

Abbildungen © 2019 StripGlossy / Personalia vof

StripGlossy 13 – Juni 2019

Stripglossy 13 – Schwerpunkt: Dino Attanasio

Herausgeber: Mirjam van der Kaaden & Seb van der Kaaden

Verlag StripGlossy Personalia vof
Heft Din A 4 | 132 Seiten | Farbe | 8,95 €
ISBN: 978-94-928-4054-7

Im Mittelpunkt der 13. Ausgabe der StripGlossy aus Leens bei Groningen steht der italienischstämmige Dino Attanasio. Attanasio arbeitete zunächst in Italien in der Zeichentrickfilmbranche, emigriert aber schon 1948 zusammen mit Vater und Bruder nach Brüssel. Nach kurzer Zeit wechselte er von dem Zeichentrickfilm zum unbewegten Comic. Da Belgien (mindestens) zweisprachig ist, kommt er dort auch ohne Kenntnisse des Holländischen gut zurecht und wenn es doch einmal von Nöten ist, übersetzt seine Frau.

Dino Attanasio

Dino Attanasio hat nie den Sprung in die erste Reihe der frankobelgischen Künstler*innen geschafft; umso mehr bleibt jetzt (wieder) zu entdecken. Seine Comic-Karriere began zunächst bei Spirou/Robbedoes doch schon bald erfolgt der Wechsel zu Tintin/Kuifje wo er unter anderem Ton en Tineke (auf Deutsch Mausi und Paul) von André Franquin übernimmt. Daneben entwickelte er Bob Morane und zeichnete nach Texten von René Goscinny den Funny Spaghetti. Ab 1964 kommen dann der Detektiv-Funny Johnny Goodby nach Szenarios u.a. von Martin Lodewijk für Pep/Eppo und gegen Ende der 60-er Jahre die Serie „Macaroni’s“ über einen italienischen Fußballverein im Spannungsfeld der (amerikanisch/italienischen) Mafia. Letztere erschien in Deutschland in dem Taschenbuch 1.FC Fußball & Comic, das die Möglichkeit bot, die Bundesligaergebnisse einzutragen und sich daher bei Jungen einer großen Beliebtheit erfreute.

Dino Attanasios Serien stehen aber fast noch mehr im Licht dieser Ausgabe. Schon das Titelbild ist eine Hommage von Danier (d.i. Daan Jippes) an die Serie Spaghetti und es folgt im Heft noch ein aktueller Vierseiter von Jippes nach einem Text von Frans Hasselaar. Daneben gibt es aber aus der Originalserie die (Sjors-)Einführungsseite von 1974 sowie die dort referenzierte erste Geschichte. Und da die Liebe (auch zu einer Comicfigur) ja bekanntlich durch den Magen geht, ermöglicht man den Leser*inneneinen ersten Einblick in das Ende des Jahres erscheinende Stripkookboek mit einem Rezept für Entenbrust in Limoncello!

Auch die Macaroni’s bekommen ihre Neuinterpretation, gezeichnet und getextet von Dick Matena. Zum Schluss darf natürlich auch Johnny Goodbye nicht fehlen: Neben dem Reprint einer Originalseite von Attanasio dürfen Robbert Damen und Michiel Offerman ihre Version zum Beste geben. Moderner, den Ton aber treffend!

StripGlossy bietet damit eine umfangreiche Mischung aus Informationen über den Künstler Dino Attanasio und Comics entweder von ihm selbst oder aber von anderen als Hommage ausgestaltet. Die informativen Beiträge sind dabei sowohl als Interview als auch als Artikel gestaltet und daher wiederum sehr abwechslungsreich. Durch diese ergibt sich ein gutes Bild des Wahlbelgiers. In den meisten Magazinen gibt es oft entweder nur das Eine oder das Andere und das alleine ist schon ein Grund, diese Ausgabe zu kaufen (auch für diejenigen Leser*innen ernst gemeint, die des Niederländischen nicht soo mächtig sind).

Die Comics

Wie gehabt enthält das StripGlossy aber auch eine ganze Reihe an anderen Comics. Das Spektrum reicht dabei von Ein-Bild-Karikaturen über klassische Strips wie Gilles de Geus, der großartige de Generaal oder Tom Poes und aktuelle Helden wie Beterman (von vanO, dessen Serie Rhonda in ZACK publiziert worden ist) über die regelmäßigen Serien wie FFlint (eine Detektivgeschichte von Ger Apeldoorn und Fred de Heij), Saul (eine Storm-ähnliche Serie von Willem Ritstier und Apri Kusbiantoro), den Noir-Krimi Nick Name von Alex van Koten und die Kreuzfahrergeschichte Jelmer von Josse Pietersma und Roelof Wijtsma.

Dazu kommen noch kürzere, von Artikeln begleitete Comic-Seiten etwa von den WiRoJas, Claire oder sogar einer Disney-Geschichte. Wer einen Überblick über die Entwicklung der Neunten Kunst in unserem Nachbarland abseits der Standaard Uitgeverij gewinnen möchte, kommt eigentlich an StripGlossy nicht herum.

Insgesamt also wieder 132 Seiten prall gefüllt mit aktuellen und klassischen Comics aus dem Niederländisch-sprachigen Raum (bzw. in der entsprechenden Übersetzung), Artikeln, Interviews und News über das aktuelle Geschehen, ein paar weiterführenden Anzeigen die mehrere Stunden lesevergnügen bereiten sollten und sich zudem auch noch für das Archiv eignen! In Kürze erfahrt ihr mehr über das StripGlossy und das neue Albenprogramm der Herausgeber auf comix-online – stay tuned!

Dazu passen ein eisgekühltes Peroni und italienischer Ska von Banda Bassotti.

Abbildungen © 2019 StripGlossy / Personalia vof

StripGlossy 10 – September 2018

Herausgeber: Mirjam van der Kaaden & Seb van der Kaaden

Verlag StripGlossy Personalia vof
Heft Din A 4 | 132 Seiten | Farbe | 8,95 €
ISSN: N/A

cover StripGlossy 10

Die aktuelle Ausgabe der StripGlossy aus Leens/Groningen widmet sich im Schwerpunkt den Comics Herr Bommel und Tom Poes, ursprünglich von dem 2005 verstorbenen Marten Toonder erdacht und gezeichnet. Obwohl in Deutschland kaum bekannt ist Herr Bommel neben Suske en Wiske und Nero einer der bedeutendsten Dauerbrenner bei unseren Nachbarn.

Natürlich werden Comics schon seit langem nicht mehr in halb anonymen Studios ausgefertigt und so stehen auch die Akteure der Bände im Vordergrund. Den Anfang macht Henrieke Goorhuis, die erste weibliche Bommelzeichnerin überhaupt. Obwohl erst 28 Jahre alt hat sie schon eine beindruckende Anzahl an Beiträgen für Bommel und Tom Poes, Donald Duck und Woezel en Pip abgeliefert. Einiges davon und auch ihr bereits 2012 erschienener Strip über Überlebensstrategien im Dschungel sind in dieser Folge nachzulesen. Ihre erste Donald Duck Seite von 2009 beweist eindrücklich ihre Fähigkeit, eine Geschichte auch ohne Worte erzählen zu können da der Text nicht mit angedruckt worden ist, alle den cholerischen Donald ausmachenden Elemente aber vorhanden sind. So ist es auch kein Wunder, dass das Interview mit ihr unter der Rubrik Icoon, also Ikonen der niederländischen Comickunst eingereiht worden ist. In einem weiteren Beitrag dürfen die aktuellen Bommel-Zeichner*innen Henrieke Goorhuis, Will Raymakers und Tim Artz ihre jeweiligen Kolleg*innen beschreiben und jeweils mit einer Zeichnung vervollständigen. Eine meines Erachtens sehr persönliche Herangehensweise an das Thema die Spaß macht und dem Leser seltene Einblicke bietet.

Was wäre eine niederländisch-sprachige Serie ohne Daan Jippes und so folgt ein Werkstattbericht der Zusammenarbeit der Beiden.

StripGlossy 10 page 33

Weitere Ausschnitte aus der reichhaltigen Welt dieses Klassikers bieten Arbeiten von Straatman/Artz, Valkema, Strickwerda, van Herpen und Raymakers. Mehr Überblick geht nicht und so ist diese Schwerpunktnummer insbesondere für deutsche Leser*innen, die einen Einblick bekommen möchten, wärmstens zu empfehlen!

Aber auch sonst bietet das Heft einiges an Comics: De Generaal hat seinen Auftritt, De Lijn und De Meimoorden werden fortgesetzt und Dick Matena und Daan Jippes dürfen auch jeweils eine Kurzgeschichte beisteuern.

Detail StripGlossy 10 page 59

Das Strip Battle steht dieses Mal ganz unter dem Eindruck von Halloween: Dim Junius und Dimitri Jansma dürfen auf jeweils einer Seite ihr – beachtliches – Können beweisen und buhlen auf www.stripglossy.nl/stripbattle um Stimmen. Der Gewinner darf dann ein Jahr lang in StripGlossy publizieren. Wie schon erwähnt ist das eine Supersache für noch nicht soo bekannte Künstler*innen und kann nicht oft genug gelobt werden!

Was wäre die niederländische Comicliteratur ohne „Storm“ von Don Lawrence? In seinem Stil gezeichnet ist die neue Serie „Saul“ von Willem Ritstier und Apri Kusbiantoro deren zweiter Band hier zum Vorabdruck kommt. Es gibt übrigens auch gerade ein Promopaket mit dem ersten Band von Saul und einer älteren StripGlossy-Nummer.

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Die Redaktion möchte aber nicht nur unterhalten und stellt daher das Projekt „Verhalen van Vrouwen“ vor. Hier geht es um allerlei Arten von Gewalt gegen Frauen und zeichnerische Annäherungen daran. Das Projekt beinhaltet insgesamt Einsichten von 23 Frauen. Zum Abdruck kommen hier zwei Arbeiten der belgischen Zeichnerin Kim Duchateau, einmal getextet von Stijn Schenk. Für Schenk ist es bereits das zweite durch ihn editorisch betreute thematische Projekt nach „Mensen“, einer beachtenswerten Zusammenstellung mit dem Thema ADHS von jungen Menschen, das von der Stichting In Lijn und dem Dolhuys | museum van de geest herausgegeben worden ist. Restexemplare sind möglicherweise noch über die Stiftung erhältlich.

Abgerundet wird das Ganze wieder mit News, Verkaufscharts und Werbung nicht nur für die großen Verlage. Für alle, die einen Überblick über die aktuelle Szene unserer westlichen Nachbarn haben möchten, ein Muss.

Dazu passt klassischer holländischer Ska von Mark Foggo und ein typisch niederländisches Cassis.

Abbildungen © 2018 StripGlossy / Personalia vof

StripGlossy 9 – Juni 2018

Herausgeber: Mirjam van der Kaaden & Seb van der Kaaden

Verlag StripGlossy Personalia vof
Heft Din A 4 | 132 Seiten | Farbe | 8,95 €
ISSN: N/A

Schon im dritten Jahr erscheint bei unseren Nachbarn in Leens/Groningen das Magazin StripGlossy, dass sich der niederländisch-sprachigen Comic Kultur verschrieben hat. Alle drei Monate erscheint ein neues Heft mit einem externen Schwerpunktredakteur und einem ansprechenden Mix aus Comicbeiträgen und Artikeln bzw. Interviews. Für alle, die den Überblick über die Entwicklungen in diesem Markt behalten oder gewinnen wollen ist StripGlossy wegen der Vielfalt der Themen  eine gute Möglichkeit. Einen ersten Einblick bietet die Webseite www.stripglossy.nl. Der Titel leitet sich aus dem niederländischen Wort für Comics „Strip“ und dem verwendeten „glossy“ Papier ab. Natürlich sind alle Texte in Niederländisch verfasst. Während die gesprochen Sprache durchaus schwer zu verstehen ist erschließt sich der Inhalt beim Lesen ganz gut, wenn man des Englischen und des Plattdeutschen oder Kölschen Dialekts mächtig ist.

Bild Seite 41

StripGlossy ist in den Niederlanden fast überall im Zeitschriftenhandel und in Comicläden erhältlich und kann auch in Deutschland abonniert werden.

Viele niederländische Werke sind mittlerweile auch in Deutschland erhältlich. Das betrifft nicht nur die Disney-Zeichner (Daan Jippes zum Beispiel) sondern auch Serien wie Rhonda (im ZACK) oder Storm und Agent 327 (bei Splitter) um von Klassikern wie dem General gar nicht zu reden. Trotzdem gibt es dort viel mehr zu entdecken!

Comix-online möchte den Blick über die Landesgrenzen nie verlieren und deshalb werde ich auch weiterhin immer mal wieder einen Hinweis auf lesenswerte Veröffentlichungen aus den Niederlanden geben. StripGlossy gehört definitiv dazu!

Die aktuelle Ausgabe wurde von Fred de Heij betreut und enthält teilweise expliziten Content. Im Vorwort erklären die Herausgeber, dass sie die Leser*innen nicht zwingen möchten, diesen Teil (es handelt sich um sechs Seiten) zu lesen/anzusehen. Deshalb sind die entsprechenden Seiten versiegelt und müssen nicht geöffnet werden. Trotzdem enthält das Cover den Hinweis, dass diese Ausgabe für 18+ empfohlen wird. Auch das Titelbild selber spielt mit diesem Thema da es temperaturabhängige Schwärzungen enthält. Den Herausgebern war vermutlich nicht in den Sinn gekommen, dass die Temperaturen dieses Sommers  grundsätzlich den Effekt auslösen werden. Mensch sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen, die übrigen 126 Seiten sind von dieser Klassifizierung nicht betroffen.

Bild Seite 23

Die aktuelle Ausgabe stellt zunächst Fred de Heij mit der bekannten Technik des Fragebogens und zwei Beispielen seines Schaffens vor; handelt es sich bei Pulpman  um eine eher karikatureske Version eines Clowns ist De Overval ein klassischer Western. Beide Werke sind meines Wissens nach nicht auf Deutsch erhältlich. Daran anschließend wird ein Frühwerk von Dick MatenaFinn – abgedruckt. Im späteren Verlauf ist daraus Flynn geworden. Während Elemente der späteren Serie schon durchaus zu erkennen sind, ist der Bezug auf den klassischen Pulp, der als Inspiration diente, hier noch sehr deutlich zu erkennen.

Die Seiten von Ger Apeldoorn und Luca Salvagno bieten dagegen einen ersten Einblick in die  brandneue Serie De Jongens van de Witt die im sogenannten „goldenen Zeitalter“ spielt. Die Niederlande sind zwar sehr stolz auf diese Zeit, erlauben aber auch eine durchaus despektierliche Sicht! Weitere Comics sind von dem oben schon erwähnten Daan Jippes (Beterman, einer herrlichen Superheldenparaodie), Jesse van Muylwijck mit einer sehr spannenden Parodie eines Richters und Peter de Smet mit einer Geschichte des Generals sowie vielen weiteren lesenswerten Stories.

Besonders erwähnen möchte ich noch die Rubrik des „Strip Battles“. Zwei Teams erhalten die Möglichkeit zu einem vorgegebenen Thema eine Seite abzuliefern. Die Leser*innen dürfen dann voten, von wem sie mehr sehen möchten und das Gewinnerteam darf in den kommenden vier Ausgaben jeweils eine Story veröffentlichen. Natürlich sind auch die Gewinner der Battles der letzten Ausgaben vertreten. Meines Erachtens eine perfekte Möglichkeit für neue Teams bzw. Texter/Zeichner in einer Person!

Strip-Battle - Seite 67

Der gesondert gesicherte Strip ist dann erneut von Fred de Heij.

Abgerundet wird das Ganze mit News, Verkaufscharts und Werbung nicht nur für die großen Verlage.

Dazu passt The Men they couldn’t hang – Waiting for Bonaparte und ein Weizen oder noch besser ein Witbier.

Abbildungen © 2018 StripGlossy / Personalia vof