McCarthy/Parkhouse – Sex Pistols

Die Graphic Novel

Story: Jim McCarthy
Zeichnungen: Steve Parkhouse

Originaltitel: Sex Pistols – The Graphic Novel

Panini Comics
Hardcover | 100 Seiten | Farbe | 19,00 €
ISBN: 978-03-7416-2172-7

Cover Sex Pistols - Graphic Novel

Im Rahmen der Comic-Biographien gibt es auch immer mehr Graphic Novels über Musik. Die Bandbreite reicht dabei von Klassikern über Ikonen der Pop-Welt bis hin zu härteren Stilen wie Metal und Punk. Wie bei ihren bildlosen Geschwistern ist jeweils nur ein schmaler Grad zwischen Fanboy-Lobhudelei und theoretischem Elaborat wirklich für die breite Masse geeignet.

No Future!

Die Sex Pistols waren nicht die ersten auf der Bühne, nicht die ersten mit einem Punk-Album auf dem Markt, nicht einmal welche, die über Jahre hinweg zusammenspielten und doch sind sie so etwas wie Ikonen und fast jede*r Normalbürger*in kennt sie. Insofern ist es fast schon logisch, dass ihre Geschichte die Grundlage eines Comics bildet. 3 Londoner Jungs suchten einen neuen Sänger und finden in John Lydon, der sich Johnny Rotten nennen wird, einen neuartigen Frontmann. Die Jungs sind rotzfrech, pubertär arrogant, strahlen aber etwas Neues aus in dieser so dunklen Zeit in England. Zudem werden sie gemanagt: Auftreten, Musik und Kleidungstil passen perfekt zusammen um dem Image des zerrissenen, aufsässigen und flegelhaften Punks zu entsprechen.

Detail Sex Pistols - Graphic Novel

Der erste Plattenvertrag wird bereits nach der ersten Single gekündigt, der zweite endet mit dem Einstampfen der bereits produzierten 2. Single und es bleibt ein Vertrag mit einem etablierten Label. Währenddessen hatte der Bassist die Pistols bereits wieder verlassen und Sid Vicious war eingestiegen. Die Band hatte fast überall in England Auftrittsverbot und schaffte es doch, zur Nr. 1 der Singlecharts zu werden; Allerdings wurden Bandname und Songtitel verschwiegen und durch ein Nichts ersetzt.

Die anschließende USA-Tournee führte dann bereits zur Auflösung. Die Hälfte der Band nahm in Brasilien mit dem Postrüber Biggs ein paar Titel auf, Sid schaffte es zwischen diversen Entzügen den Klassiker „My Way“ zu interpretieren und danach starb seine Freundin Nancy im gemeinsamen Drogenrausch an einer Stichverletzung. Schließlich endete dann auch Sids Leben und Rotten wurde wieder zu Lydon und wechselte zu PIL.

Jim McCarthy schafft es, diesen Parforceritt in eine lesbare Story zu übersetzen, die Wut und den Frust der Kids dabei genauso ernstnehmend wie die Überforderung durch zu viel Hype und Geld schildernd. Das Scheitern war vorprogrammiert. Ein wenig zu kurz kommt meines Erachtens die Rolle von Vivianne Westwood die sicherlich mehr zu dem Chaos beigetragen hat als hier beschrieben wird.

Sex Pistols

Die Zeichnungen

Steve Parkhouse hatte einen schweren Job denn jede*r kennt die Gesichter der Pistols und die Outfits. Diese so zu zeichnen, dass sie wiedererkannt werden können, gleichzeitig die zweidimensionalen Figuren aber Emotionen ausdrücken können, die im bewegten Bild oder vertont ganz anders rüberkommen würden, ist eine Herausforderung die super gemeistert worden ist.

Die Figuren leben, wirken authentisch und von den Drogen gezeichnet und sind daher stimmig. Das Gefühl der damaligen Zeit, der Kontrast zwischen der etablierten, erstarrten Musikwelt und Gesellschaft und dem vorlauten Chaos kommt gut rüber und zeigt die Energie, die Punk hat(te). Für alle, die damals nicht dabei waren, sicherlich eine gute Darstellung!

Punx not Dead

Aber: So einseitig ist Punk nie gewesen, dass eine Band als Beschreibung funktionieren würde. Schon in den wenigen Aufbruchswochen in London gab es mit The Damned und The Clash ganz andere Entwürfe und seitdem sind unzählige Spielarten dazu gekommen. Während die Pistols die damalige englische Gesellschaft gehasst haben, gingen andere Bands hin und haben Gegenentwürfe präsentiert, Sexismus, Rassismus und Faschismus thematisiert, Religionen und Ernährungsglaubenssätze propagiert und vieles mehr.

Rotten from Sex Pistols

Trotzdem ist der Band eine schöne Erinnerung an einen Teil dieser Geschichte, an Helden, die keine sein wollten und an eine Zeit, nach der nichts mehr werden konnte wie es vorher gewesen war! Also: unbedingt empfehlenswert!

Dazu passen natürlich nichts anderes als billiges Dosenbier, ungekühlt, und „Never mind the bollocks … Here’s the Sex Pistols“!

© der Abbildungen 2008/2012 Omnibus Press by McCarthy, Parkhouse / 2021 Panini Comics

Katzenjammer Kauderwelsch

A Comic-Pionier-Story

Ein Film von Martina Fluck / YUCCA Filmproduktion

Uraufführung 3. November 2019, ab 2020 in den Kinos

Dauer 1:25

Film auf DVD plus Hardcover (64 Seiten)

ISBN: 978-3-96234-038-4 | 20,00 €

Cover Katzenjammer Kauderwelsch

Dies ist in gewisser Weise eine Premiere auf comix-online: Ich habe zwar schon mal einen Artikel verfasst über eine Fernsehserie nach einem Comic aber noch nie über einen eigenständigen Film! Tada! Katzenjammer Kauderwelsch führt uns zurück zu den Anfängen des Comic-Strips, zu den norddeutschen Wurzeln zweier Comic-Pioniere und ihrer Zielgruppe der deutschen Einwanderer. Nach einigen Vorführungen auf Festivals und einer Corona-bedingt eingeschränkten Kino-Präsenz ist er nun als Video für alle erhältlich.

Die Dirks-Brüder

Der Film von Martina Fluck ist als Dokumentarfilm eine sehr persönliche Annäherung eines Comic-Zeichners – Tim Eckhorst – an die Gebrüder Dirks. Basis des Ganzen ist die gemeinsame Geburtstadt, denn die beiden Brüder waren als Kinder in sehr frühem Alter mit ihren Eltern aus Heide in Schleswig-Holstein in die USA ausgewandert. Rudolph Dirks startete bereits 1897 mit einem Strip für Randolph Hearst, den Katzenjammer Kids und war damit unter den Pionieren der neuen, erfolgreichen und auch einträglichen Kunstform. Mehr zu der Geschichte der Zeitungsstrips in der Reddition 71.

Detail Cover Katzenjammer Kauderwelsch

Die Kids erzählten Geschichten über die Streiche zweier kleiner Jungen namens Hans und Fritz, die im Regelfall mit einer Tracht Prügel von Mama oder dem Captain endeten. Ein gewisser Einfluss von Max und Moritz ist dabei sicherlich nicht zu verkennen. Die Sprache der Akteure war eine Mischung aus Deutsch und Englisch und damit sehr nah an dem Mischmasch der deutschen Einwanderer, für Amerikaner aber immer noch gut verständlich. Dirks arbeitete bereits mit noch heute benutzten Elementen des Comics; Symbole anstelle von Worten, Lautworte und Bewegungslinien gehörten zu seinem Repertoire. Inhaltlich führte er wahrscheinlich die erste Patchworkfamilie ein, denn der Captain ist nicht der Vater der Jungen.

Es kommt zu einem im Film nachvollziehbar nachgestellten Konflikt. Rudolph Dirks möchte seine Serie für ein Jahr unterbrechen, möglicherweise auch einfach nur (noch) mehr Geld dafür bekommen. Jedenfalls kommt es zu einem Rechtsstreit in dem Hearst das Recht an dem Strip und seinem Titel, Dirks das Recht an den Figuren unter einem neuen Titel zugesprochen werden. 2006 ist dann Schluss für die Katzenjammer Kids, der zweite Dirks-Strip unter dem neuen Titel The Captain and the Kids war bereits 1979 eingestellt worden.

Gus (Gustav) Dirks war der jüngere Bruder. Da er nicht für eine lokal begrenzte Zeitung arbeitete, sondern für überregionale Zeitschriften war er aber auch der Bekanntere und Erfolgreichere. Sein Selbstmord mit 24 Jahren war eine landesweite Schlagzeile. Bekannt wurde er mit Tiergeschichten, bzw. der Vermenschlichung von Tieren. Und auch diese Anfänge haben mittlerweile eine lange Tradition.

Detail Cover Katzenjammer Kauderwelsch Gus

Der Film

Alle diese Inhalte werden von Tim Eckhorst im Film sowohl durch „Live“-Zeichnungen als auch durch Originale und Interviews verdeutlicht. Wir begleiten den Künstler aus Heide auf seinen Streifzügen durch New York und die Künstlerkolonie Ogunquit, besuchen Verwandte und den letzten Zeichner der Katzenjammer Kids und PopeyHy Eisman – und erfahren somit quasi in Echtzeit Stück für Stück das Leben und die Herausforderungen der beiden Ausnahmekünstler.

Die Regisseurin nimmt sich Zeit und lässt ihren Helden in eigenen Erinnerungen schwelgen oder über die potenzielle Lautmalerei von Krankenwagensirenen in New Yorker Baum-Zeichnungen sinnieren. Sie entschleunigt damit die heutige Welt, um Zeit zu haben für die persönliche Annäherung und das Begreifen der Persönlichkeiten. Die Zuschauer*innen bemerken dadurch gar nicht sofort, wieviel Information wirklich mitgeteilt wird und wieviel kenntnisreicher sie am Ende des Films seien werden.

Detail Cover Katzenjammer Kauderwelsch Dirks

Das Begleitbuch

Es wäre aber nicht genug, nur den Film zu sehen. Das Begleitbuch zum Film fasst wesentliche Kernpunkte zum Nachlesen zusammen und sichert dadurch ein wenig Nachhaltigkeit. Für mich besonders auffällig ist die Verknüpfung der grafischen Gestaltung mit den Inhalten. Der an Holzschnitte erinnernde Zeichenstil Tim Eckhorsts wird einerseits für Porträts der gerade vorgestellten Personen benutzt, dient aber auch der Darstellung der Umgebung oder prägender Szenen. Diese Illustrationen schaffen damit eine Verbindung über die Jahrhunderte von der Überschiffung aus Heide/Holstein in die USA 1884 über die Erfolge der Strips der Dirks-Brüder bis hin zu den Ausführungen des letzten Zeichners der Katzenjammer Kids – Hy Eisman.

Diese Zeichnungen schaffen aber auch die Verbindung zu dem Film, denn dort werden sie gemalt. Das Büchlein schafft es also, die Erinnerungen an die Inhalte an bekannte Elemente – die Zeichnungen – zu knüpfen und damit hoffentlich zu verstetigen.

Detail Cover Katzenjammer Kauderwelsch Rechtstreit

Warum man dieses Video haben sollte

Einerseits sollte sich jede*r Comicinteressierte über gut gemachte Sekundärliteratur freuen. Ein mehr an Wissen über die Herkunft und Geschichte der Künstler, die künstlerischen Methoden und die Rezeptionsgeschichte vergrößern den Genuss der Werke ungemein. Insbesondere natürlich dann, wenn auch dieses Wissen in einer tollen Form dargeboten wird. Dieses Werk ist ein wenig anders, denn das Wissen befindet sich nicht zwischen zwei Buchdeckeln, sondern liegt als Film vor. Das ist zwar nicht einzigartig aber doch Besonders und sollte auch angenommen werden.

Meine Empfehlung für einen der kommenden Abende an denen ihr aufgrund der Ausgangs- und Kontaktsperre sowieso zuhause seid! Dazu passen dann ein leicht gekühlter leichter Frühlingswein und natürlich ausnahmsweise mal keine Musik! Hier geht es zum Trailer.

© der Abbildungen 2019/2020 Yucca Filmproduktion / Ch. A. Bachmann Verlag / Tim Eckhorst sowie die jeweiligen Urheber der Abbildung

Conan der Cimmerier 9

Die Menschenfresser von Zamboula

Story: Gess nach Robert E. Howard
Zeichnungen: 
Gess

Originaltitel: Les Mangeurs d`Hommes de Zamboula

Splitter Verlag

Hardcover Überformat | 56 Seiten | Farbe | 16,00 €

ISBN: 978-3-96219-210-5

Cover Gess Conan der Cimmerier 9

Conan ist ein Held des Pulp-Zeitalters: Literatur, die eine schnelle Flucht aus dem erdrückenden Alltag ermöglicht. Klare Helden, böse Gegner, heroische Settings und gerne ein bisschen Erotik, Grusel und Schauer! In der Serie Conan der Cimmerier dürfen sich jeweils neue frankobelgische Künstler*innen oder Teams an einer klassischen Story von Robert E. Howard versuchen.

Fremde in der Stadt

Schon immer war es nicht leicht, als Fremder in eine Stadt zu kommen. Zu ungewohnt waren die spezifischen Bräuche, die angebeteten Götter und die Machtverhältnisse. Und oft wurden diese Fremden auch in Schenken oder Gasthäusern ausgenommen und konnten froh sein, mit dem Leben davonzukommen. Das ist auch das Grundmotiv der Menschenfresser von Zamboula. Es geht das Gerücht, dass Fremde aus eben jener Herberge, die Conan genommen hat, spurlos verschwinden. Und es heißt ebenfalls, dass Dämonen dahinterstecken.

Conan der Cimmerier 9 detail page 3

Tatsächlich gerät unser Schwertkämpfer an einen Menschenfresser, aber auch an eine nackte Frau, die eine wirre Geschichte erzählt. In verschiedenen Versionen geht es darum, dass ihr Liebhaber durch einen Trank verrückt geworden sei und Conan ihn nun überwältigen müsse. Zudem soll er ihr helfen, ein Gegenmittel zu besorgen. Natürlich steckt mehr dahinter und die Leser*innen werden Dämonen, Vampire und Herrscher*innen sehen.

Die Story

Im Nachwort ordnet Patrice Louinet die Geschichte in das Werk von Howard ein: Er hatte gerade ein paar anspruchsvollere Conan-Stories verfasst die allerdings von Weird Tales, seinem bevorzugten Pulp-Magazin, abgelehnt worden waren. Es war mehr Erotik, mehr Horror und mehr Einfachheit gefragt und Howard lieferte. Die „Menschenfresser“ haben einen platten, widersprüchlichen Inhalt voll von rassistischen Konnotationen und kaum eine Erklärung dafür, warum die weibliche Hauptrolle fast die komplette Story nackt verbringen muss.

Conan 9 detail page 4

Aus diesem Grundgerüst macht Gess eine akzeptable Geschichte. Natürlich kann er weder die Widersprüche beseitigen noch die Vorgabe der Nacktheit ignorieren. Er stellt diese aber soweit möglich in den Hintergrund, schützt sozusagen die Darstellerin und ignoriert, ja konterkariert somit die voyeuristische Vorgabe. Die Heldin wird somit eine zwar seltsame, aber starke und eigenständige Persönlichkeit.

Die Zeichnungen

Ein Reiz an dieser Reihe ist die unterschiedliche Interpretation des Helden. Der Conan von Gess ist ein Muskelpaket, in seinen Proportionen aber noch natürlich. Die ebenfalls mitspielenden übernatürlichen Wesen sind deutlich übertriebener im Körperbau und bestätigen damit die Menschlichkeit des Helden. Auch die dargestellten Frauen sind nicht Barbie-like, sondern eher natürlich und respektvoll gezeichnet. Die Gesichter gelingen dagegen nicht immer und hätten in manchen Panels der Nachbearbeitung bedurft. Immerhin traut sich Gess des Öfteren, seitenweise auf Text zu verzichten!

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Wirklich gut gelungen sind die Szenen in denen Conan gegen den Dämon und seine Illusionen kämpft und in denen die Architektur der Stadt Zamboula im Vordergrund steht! Die Menschenfresser müssen dagegen fast schon als inakzeptabel bezeichnet werden. Natürlich muss sich Gess in gewisser Weise an die Vorlage halten, hier wird aber zu stark mit rassistischen Vorurteilen gearbeitet.

Die Wertung

Der Reiz der Serie ist die Abwechslung in der Interpretation klassischer, originaler Geschichten. Die Umsetzenden müssen einerseits den Ton der damaligen Zeit und von Robert E. Howard treffen, andererseits eine moderne, heute lesbare Version erschaffen. Gess trifft den Ton gut. Er hat sich dabei für die Annahme entschieden, dass Howard die Stereotypen übertrieben hat, um auf seine Weise Kritik daran auszudrücken. Dadurch ist es ihm möglich, ein paar der Übertreibungen zurückzunehmen. Leider hat er sich dabei auf das Frauenbild konzentriert und alles andere ignoriert.

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Für Fans des Originals – und davon gibt es nicht wenige – eine gelungene Umsetzung! Die Aufmachung mit Skizzen und dem Essay im Anhang ist natürlich wie immer vorbildlich! Als Tipp zum Schluss: Viele schauen sich die letzte Seite als erstes an – in diesem Fall sollte das unbedingt unterbleiben.

Dazu passen The Pixies und ein Rotbier!

© der Abbildungen ÉDITIONS GLÉNAT 2020 CONAN LE CIMMÉRIEN – LES MANGEURS D‘HOMMES DE ZAMBOULA / Splitter Verlag GmbH & Co. KG · Bielefeld 2020

Braun – Will Eisner

Graphic Novel Godfather

Katalog zur gleichnamigen Ausstellung

Autor: Dr. Alexander Braun

Avant Verlag

Hardcover XL-Format | 384 Seiten | Farbe | 39,00 €

ISBN: 978-3-96445-050-0

Cover Braun - Will Eisner Graphic Novel Godfather

Dr. Alexander Braun ist einer der renommiertesten Autor*innen über Comics, Sammler und aktuell von der Stadt Dortmund engagiert um den dortigen schauraum comic + cartoon für drei Jahre mit Ausstellungen zu bestücken. Zu den Präsentationen, die kostenfrei (!) besichtigt werden können, gehört jeweils auch ein Katalog. Bisher wurden diese von den Kulturbetrieben der Stadt verlegt. Die aktuelle Ausstellung ist allerdings gleich für mehrere Orte konzipiert und wird nach Dortmund auch (hoffentlich so denn die Mutationen und Impfungen mitspielen) 2022 in Erlangen, im Cartoonmuseum Basel und in Schleswig zu sehen sein. Der Begleitband durfte also etwas schwergewichtiger ausfallen. Aktuell bleibt ein virtueller Besuch möglich.

Die Person Will Eisner

Der Band über den Graphic Novel Godfather beginnt gar nicht mit ihm selbst sondern mit einer Nebenfigur und der bis dahin unbekannten Art der Einbeziehung der Leser*innen in die präsentierte Geschichte. Will Eisner hatte schon früh begonnen, die Grenzen der (damals angesagten) maskierten Superhelden-Comics zu überschreiten und auszudehnen. Nicht nur, dass der Spirit, sein Held, keine echte Maske trug, er brach auch mit fast allen anderen Konventionen: kein Serienlogo, sondern anspruchsvolle Splashpanels als Opener mit in die Komposition integriertem Schriftzug; der „Held“ war öfters kaum in der Geschichte präsent, ja wird sogar zusammen mit seinem Zeichner in einer Metaebene karikiert und es standen die „kleinen Leute“ im Vordergrund.

Page 5/6 Braun - Eisner introduction

Auffällig ist die Eigenart Eisners, die Leser*innen einzubeziehen, in dem Teile der Handlung sich direkt an sie richten, ihr Wissen dem der „Handelnden“ überlegen ist und doch die Katastrophe nicht abgewendet werden kann. Die dazu notwendigen Bildausschnitte und sonstigen Techniken werden von Braun mit vielen kleinen Beispielen dargestellt und erläutert. Dabei verlieren die Ausführungen nie die Leichtigkeit einer Plauderei obwohl sie mit genau geplanten Sätzen auch das kleinste Detail sezieren und präsentieren.

Die beiden ersten Karrieren

Abgesehen von dem Appetithäppchen gleich zu Beginn, dass natürlich dazu verleiten soll, am Ball zu bleiben, folgt der weitaus größte Teil des Buches der Lebenschronologie von Eisner. Angefangen mit der Auswanderung seines Vaters aus Österreich (als Alternative zur Selbstverstümmelung um dem Kriegsdienst zu entgehen) und der späteren Heirat über die ersten Anfänge des jungen Will wird zunächst die Basis gelegt. Die Eisners waren arm, aber doch bessergestellt als aus Osteuropa eingewanderte Juden und auch assimilierter. Eisner gründete zusammen mit Bob Iger ihr erstes Studio, um Zeitungen mit einem kompletten Comic-Supplement zu versorgen, von dem dann wiederum der Spirit die Hauptgeschichte war.

Page 32/33 Braun - Eisner

Anders als der Vater war Will durchaus bereit, gegen die Faschisten in den Krieg zu ziehen, auch wenn er tatsächlich den Kriegsdienst an der Heimatfront mit dem Zeichnen von „educational comics“ verbringen sollte. Während dieser Zeit war der Spirit ohne ihn fortgeführt, nach Kriegsende aber wieder von Eisner übernommen worden. 1952 war diese Phase zu Ende und der Künstler konzentrierte sich mit einer neuen Firma komplett erneut auf Sachcomics, hauptsächlich wieder für die US Army. Die Einheit von Text und Bild, die er immer angestrebt hatte, war hier wieder gefragt, denn es ging darum Nutzer*innen von technischem Gerät mit Informationen zu versorgen die im Gegensatz zu den existierenden langwierigen Erläuterungen auch gelesen (und befolgt) würden.

Restart und etwas ganz Neues

1969 musste die Familie Eisner einen schweren Schicksalsschlag, den krankheitsbedingten Tod der Tochter, verdauen. Während das Will und seiner Frau Ann noch halbwegs gelang wurde der Sohn nie wirklich damit fertig und selbst zum Problemfall. Alexander Braun beschreibt diese Zeit eindringlich und auch die damit zeitlich einhergehenden Veränderungen: Eisner beendete die Arbeit für die US Army, verkaufte seine entsprechende Firma und nahm erstmals an einer der neuen Comic Conventions teil. Schlussendlich führte das zu einer für den Rest seines Lebens andauernden Freundschaft und Geschäftsbeziehung zu Dennis Kitchen.

Page 54/55 Braun - Eisner

Diese führte nicht nur zu neuen Arbeiten von Eisner, sondern zu einer Neuausgabe des Spirit und zu neuentfachtem Feuer für neue Darstellungsformen. Das erste greifbare Ergebnis davon war die Graphic Novel „Vertrag mit Gott“ der dann weitere folgten. Erstmals hatte Eisner es geschafft und eine Erzählung mit Bildern in einem Literaturverlag platzieren können und nebenbei auch den richtigen Zeitpunkt für dieses neue Genre getroffen. Und wieder leitet Alexander Braun an vielen Beispielen her was dieses Neue eigentlich ist, wie es konstruiert ist und warum es wirkt. Dabei geht es auch um die Verarbeitung der eigenen Trauer über den Tod der Tochter.

Die Themen der folgenden Graphic Novels drehen sich um die eigene Familie (in schonungsloser Offenheit!), jüdische Lebensverhältnisse in den Staaten, die Geschichte einer Straße, sind aber immer auch basiert in der Eisnerschen Lebenswelt und damit auch auf dem erlebten Antisemitismus, Armut und Ausbeutung. Eines der bekanntesten Werke dürfte wahrscheinlich „Ich bin Fagin“ sein. Hier baut Eisner auf Charles Dickens auf und setzt dem dort vorhandenen antisemitischen Konstrukt des „Juden“ eine andere Sichtweise entgegen, um eine bessere Auseinandersetzung mit dem Thema zu ermöglichen. In die gleiche Richtung zieht seine Schrift gegen die Hetzschrift der angeblichen Protokolle der Weisen von Zion.

Der Output war aber nicht nur Comics und Graphic Novels sondern auch Interviews, Analysen und vor allem zwei Sekundärwerke über die Kunst der grafischen Erzählens mit den Mitteln der „Sequential Art“.

Eine ganz persönliche Auseinandersetzung

Ich habe schon einiges, ausgezeichnetes von Alexander Braun gelesen. Ich bewundere seine Fähigkeit, komplexe Sachverhalte einfach darzustellen, aufzubröseln und dadurch nachvollziehbar zu machen. Hier gibt es kein Geschwafel über künstlerisches Ziel, sondern eine auf das handwerkliche heruntergebrochene Erklärung warum etwas wirkt und was es auslöst. Durch die schiere Menge der Illustrationen kann das auch nachvollzogen werden und das Überformat des Buches hilft dabei natürlich auch: Die Zeichnungen sind so groß, dass auch Details gut erkennbar sind.

Der Text ist aber gleichzeitig sehr persönlich geschrieben. Braun versucht sich in die Rolle Eisners zu versetzen, um ihn zu verstehen und ist dabei weder unkritisch, fanboy-haft noch bewertend. Er scheut sich auch nicht, eigene Theorien aufzustellen und diese im Interview mit Dennis Kitchen zu überprüfen. Dadurch wird das Werk spannend wie ein Krimi und lädt dazu ein, die (durch Corona eh häuslichen) Abende mit diesem Buch zu verbringen.

Page 75/76 Braun - Eisner Graphic Novel godfather

Das wiederum ist fast schon ein coffeetable-book, 25 x 32 cm groß und 4 cm dick! Da sich der Avant-Verlag entschieden hat, sehr stabiles, hochwertiges Papier zu verwenden, ist es auch nicht gerade leicht. Es lohnt sich aber uneingeschränkt (und ist nebenbei bemerkt für diesen Preis ein echtes Schnäppchen)! Für mich ein ernstzunehmender Kandidat für das Sachbuch des Jahres und eigentlich ein Must-Have für alle, die Comics nicht nur lesen wollen. Und wer kann sollte nach dem Genuss des Titels (erneut) die Ausstellung besuchen und die Werke im Original betrachten.

Dazu passen das Joe Alterman Trio (mit Jon Liebman und Nick Johnson) und ein Bier von He’Brew.

© der Abbildungen 2021 Will Eisner Studios, Inc. / 2021 THE SPIRIT ist eine geschützte Marke der Will Eisner Studios, Inc. / 2021 Alexander Braun für alle Texte / 2021 Avant Verlag

Straczynski/Deodato jr. – The Resistance 1

Eine neue Ordnung

Story: Joseph Michael Straczynski
Zeichnungen: Mike Deodato Jr.

Originaltitel: US-The Resistance 1-6

Panini Comics
Prestige | 164 Seiten | Farbe | 20,00 €
ISBN: 978-03-7416-2227-4

Cover Straczynski/Deodato jr. – The Resistance 1

Jetzt auch noch ein Comic über eine Pandemie? Haben wir nicht genug Probleme vor der Haustür? Aber Moment, der Comic ist ja von kurz VOR COVID-19… Also: Vorurteile wieder zurück in die Schublade. Was bleibt, sind die hohen Erwartungen denn bereits mit Babylon 5 hat JMS die Messlatte extrem hoch gelegt und auch im Folgenden immer wieder sein Talent bewiesen. Nach vielen Betätigungen in fremden Universen erfolgt nun die Genesis eines komplett neuen. Es soll die Basis für viele weitere Geschichten einer unbekannten Vielzahl von Kreativen werden.

Ein neues Zeitalter nach der Pandemie

Die Geschichte spielt in der Jetzt-Zeit; alles geht seinen gewohnten Gang und die Menschen reisen Kreuz und Quer durch die Welt. Doch eines Tages passiert es, dass ein Erreger (und seine Herkunft wird hier nicht verraten) den ersten Wirt findet und von diesem Zeitpunkt an geht es ganz schnell. Wir alle kennen heute die animierten Grafiken aus hunderten von Sondersendungen und insofern vergisst man beim Lesen schnell, dass diese Fiktion nur kurz nach ihrer Veröffentlichung tatsächlich Realität geworden ist.

Detail The Resistance 1

Glücklicherweise haben wir aber nicht den von Straczynski erdachten Virus abbekommen denn bereits in der ersten Welle sterben 400 Millionen Menschen auf der Erde und eine Impfung ist nicht in Sicht. Doch dann ist es vorbei und von einem Tag auf den anderen scheint die Seuche beendet. Einige Überlebende haben jedoch besondere Kräfte entwickelt, Superkräfte. Dabei wurden keine unterschiede gemacht und so sind jetzt Arbeitslose wie Milliardär*innen, Süchtige wie Spitzensportler*innen, gute und Böse mit diesen Kräften ausgestattet.

Es entwickelt sich eine neue Industrie, die versucht der Superwesen Herr zu werden und Held*innen wie Schurk*innen ausstattet und mit Verträgen knebelt. Daneben gibt es aber auch einige, die das nicht mit sich machen lassen wollen und so ist das Grundsetting gelegt. Ach ja, und es gibt natürlich Politik! Einige Staaten versuchen, ihre Territorien zu vergrößern, Diktaturen gehen unter und entstehen und die Großen fallen in den Kalten Krieg zurück.

Innovative Zeichnungen

Der Ruf, der Mike Deodato Jr. vorauseilt, ist fast noch größer, hat er doch fast alles bei Marvel schon gezeichnet und auch Serien wie Wonder Woman oder Xena zu Erfolgen geführt. Nun sind der bekannte Mainstream-Zeichner und JMS zu AWA (Artists, Writers & Artisans) gewechselt, um ihre eigenen Figuren zu erschaffen. Das Universum soll für viele Projekt offenstehen, die Figuren der Resistance allerdings gehören den beiden.

page from The Resistance 1

Das Layout folgt oft einem festen Raster, das über die Seitenbegrenzungen hinaus geht und die Zeichnungen in den unendlichen Raum ausfasern lässt. Um dabei nicht eintönig zu werden sind immer wieder auch ganzseitige Illustrationen, klassische Streifenfolgen oder verschränkte Layouts eingestreut und bieten in ihrer Mischung eine perfekte Fläche für die realistischen Zeichnungen Deodatos. Er wechselt das Erzähltempo häufig und variiert dann auch die Panelgröße entsprechend. Dazu kommen Rückblicke in opaken Farben und Medien wiederspiegelnde Facetten. Dabei zitiert er durchaus den einen oder anderen Klassiker wie etwa Watchmen. Und dankenswerte Weise legt er wenig Wert auf die Ergebnisse von Gewalt!

Erwartungen erfüllt?

Ich denke schon, dass The Resistance die Erwartungen der meisten Leser*innen erfüllt! Die Post- (oder vielleicht auch in-between-) Pandemie-Erfahrungen decken sich mit dem hier Beschriebenen und die beste Science-Fiction war schon immer die, die von der Wirklichkeit nicht so einfach unterscheidbar war. Die Zeichnungen sind auf hohem amerikanischem Niveau und die Geschichte ist keineswegs ein langweiliger erster Band, der die Umgebung und die Figuren zwar einführt, sonst aber wenig zu bieten hat.

Backcover Straczynski/Deodato jr. – The Resistance 1

Straczynski hat eine ganze Menge Elemente verknüpft und kann damit witzige Begebenheiten genauso gut erzählen wie dramatische, traumatische, politische oder zynische. Kurzum: Er beschreibt tatsächlich eine Welt und erzählt nicht nur eine Geschichte in einer existierenden. Natürlich ermöglicht die Nähe zur Realität aber den Leser*innen das unbewusste Füllen von Lücken durch das alltägliche. Insgesamt also ein gelungener Neustart und eine Empfehlung für alle, die mal neue Superheld*innen kennenlernen wollen und nicht mit Lemiere schon genug davon haben.

Neben den bereits üblichen Covern enthält der Band auch noch Auszüge aus dem Szenario inklusive der Vorentwürfe und eine längere Erklärung von JMS zur Vorgeschichte der Serie.

Dazu passen Los Fastidios mit ihrem Corona-Album „From Lockdown to the World“ und ein typisches Stay at Home-Getränk: selbst gebrautes Bier.

© der Abbildungen 2020 Artists, Writers & Artisans Inc., Panini Verlag GmbH

Durieux – Spirou und Fantasio Spezial 32

Pacific Palace

Story: Christian Durieux
Zeichnungen: Christian Durieux

Originaltitel: Spirou et Fantasio One-Shot: Pacific Palace

Carlsen Verlag
Softcover | 80 Seiten | Farbe | 13,00 €
ISBN: 978-03-551-78044-7

Cover Spirou und Fantasio Spezial 32 Pacific Palace

Bei den meisten klassischen Serien aus dem frankobelgischen Raum sind die Serienheld*innen nicht mehr an die Originalkünstler gebunden. Spirou war dabei in gewisser Weise ein Vorreiter, denn als Titelheld des gleichnamigen Magazins war er von Beginn an Eigentum des Verlages und wurde an unterschiedliche Künstler vergeben. Vor einigen Jahren ging man sogar noch einen Schritt weiter und fragte bei unterschiedlichen Teams Einzelbände an. Diese sollten einen eigenständigen Blick auf die Figuren werfen dürfen und so der Serie, die ihren Reiz zu verlieren drohte, neuen Atem einhauchen! In Deutschland erscheinen die Bände in der Reihe Spirou und Fantasio Spezial.

Zurück zu den Anfängen

Christian Durieux geht in seinem Band in gewisser Weise zurück zu den Anfängen der Serie. Spirou arbeitet als Hotelpage, wenn auch nicht mehr im zerstörten Moustique, so doch in einem ehrwürdigen Luxushotel namens Pacific Palace. Er hat es geschafft, seinen notorisch klammen Freund Fantasio ebenfalls als Page unterzubringen. Die Story beginnt damit, dass das Hotel bis auf wenige Bedienstete geräumt und von der Öffentlichkeit abgeschottet worden ist. Es steht ein auf wenige Tage begrenzter Besuch eines geflohenen osteuropäischen Diktators samt Familie bevor.

Spirou und Fantasio Spezial 32 page 3

Dieser Diktator war ein der französischen Regierung wohlgesonnener Verbündeter gewesen und jetzt ist die Frage zu klären, wie Frankreich sich wohl in Zukunft verhalten wird, um weder andere Verbündete zu verschrecken noch die neue Regierung zu verärgern.

Die Story, die Durieux um diese politischen Herausforderungen herum strickt, ist vielschichtig: Einerseits erfährt Spirou nach und nach einiges, auch persönliches, über seinen Vorgesetzten, der als Flüchtling sein eigenes Päckchen mit sich herumschleppt. Es entwickelt sich aber auch so etwas wie eine Romanze zwischen dem schüchternen Pagen und einer frechen jungen Frau, die durch slapstickhafte Eifersüchteleien seitens Fantasios aufgelockert wird.

Märchenhafte Zeichnungen

Schon das Cover deutet an, dass in diesem extradicken Band Action keine große Rolle spielen wird. Es geht um die leisen Töne, die Visualisierung von Stimmungen und die Reduktion von Hintergrund und Personen auf das Wesentliche. Dementsprechend sind die Gesichter auch eher Formen, haben dabei aber mehr Ausdruck als so manche realistische Darstellung!

Spirou und Fantasio Spezial 32 page 6

Die Zeichnungen sind in einem erdigen Grundton und wirken dadurch fast etwas nostalgisch. Trotz der Gedecktheit ermöglichen sie aber einerseits die Darstellung der Eskapaden des leicht trotteligen Fantasios, andererseits aber auch die zarte Annäherung der jungen Liebenden mit den weißen Highlights der Augen! Das ist auch mein Tipp für das Hineinschnuppern! Der Seitenaufbau ist im Übrigen mit meistens drei oder vier Panel-Reihen sehr klassisch und trägt damit zu der ruhigen Struktur bei.

Ein Kleinod!

Mit Pacific Palace hat Spirou und Fantasio Spezial ein weiteres Highlight hervorgebracht! Der 1965 in Belgien geborene Christian Durieux hat schon viele Comics geschrieben oder gezeichnet und dabei auch mit Stars wie Dufaux oder Gibrat zusammengearbeitet. In Deutschland war ihm bisher größerer Erfolg noch nicht vergönnt, es liegt außer diesem Werk nur ein von der EU veröffentlichter Sachcomic vor. Vielleicht ändert sich das ja jetzt.

Pacific Palace ist jedenfalls ein Kleinod in dem eine politisch brisante Story geschickt mit persönlichen Geschichten verknüpft wird. Die aufgeworfenen Fragen der Moral sind auf allen Ebenen zu beantworten und erlauben keine einfachen schwarz-weiß Szenarien! Dementsprechend zurückhaltend sind auch die Bilder und ihre Farbgebung. Hier schreit niemand die absolute Wahrheit heraus, sondern sucht nach möglichen Antworten. Die Zeichnungen ziehen einen bereits nach wenigen Seiten in die Story hinein was auch an der gewählten Perspektive liegt, denn oft genug steht der/die Leser*in hinter einer fragenden Person und ist damit Teil der Handlung.

Für alle Spirou-Fans ein Leckerbissen! Niemand sollte sich jedoch von dem Reihentitel abschrecken lassen: Es ist kein Vorwissen erforderlich und die Thematik könnte auch mit anderen Personen funktionieren. Der Band ist sicherlich einen Versuch wert!

Logo Jubiläum Spirou und Fantasio 2016
Motiv zur Serie ©Dupuis/Vehlmann, Yoann, 2013

Dazu passen die leicht jazzigen Klänge von Amy Winehouse‘ „Frank“ und ein typischer Hotelcocktail: Tequila (oder Virgin) Sunrise.

© der Abbildungen Dupuis/Durieux, 2021

Ellis/Hitch – Batmans Grab 2

Batmans Grab 2 – Krieg in Gotham City

Story: Warren Ellis
Zeichnungen: 
Bryan Hitch

Originaltitel: US-The Batman’s grave 7 – 12 (2020)

Panini Comics

Prestige | 164 Seiten | Farbe | 19,00 €
ISBN: 
978-3-7416-2244-1

Batmans Grab 2 Cover

Der zweite Teil der kompletten Miniserie hat einen etwas anderen Fokus als der erste Teil. Die beiden Superstars Ellis und Hitch präsentieren eine Geschichte außerhalb der Kontinuität und dürfen sich daher alle Freiheiten nehmen. Sicherlich eine der größten ist, dass Alfred Pennyworth, Butler und Freund der Familie Wayne, am Leben ist!

Der Krieg hat begonnen

Teil 1 zog einen großen Teil seines Charmes daraus, dass Batman sich in die Opfer eines Verbrechens hineinversetzen und so ein Verständnis für die Taten und ihre Verflechtungen entwickeln konnte. Mittlerweile ist klar, dass alle Taten Teil eines Plans sind, und dass sein Gelingen das Überleben der Stadt Gotham als solches gefährden würde. Dabei zieht Warren Ellis alle Register und kreiert einen Superschurken mit psychologischem Trauma als Hintergrund.

Batmans Grab 2 Detail 1

Allerdings beeinflusste möglicherweise eine mögliche Verfilmung das Story-Writing meines Erachtens etwas zu sehr. In bester Popkornkinomanier geben sich technische Gadgets die Hand, explodieren immer größere Mengen und hauen Menschen auf einander ein. Hier hätte ein wenig mehr Psychologie und etwas weniger Action gutgetan.

Die Story an sich gefällt aber trotzdem: Die Traumata stehen im Vordergrund und bestimmen die Emotionen. Der Verstand versucht das zu verstehen und trotzdem eine logische Entscheidung zu ermöglichen, wird aber immer wieder durch Reize in Frage gestellt. Dabei fungiert Alfred oft genug als Gewissen und Verstand gleichzeitig wenn er Bruce wenigstens bei der Wundversorgung am Weglaufen hindern kann.

Bombastische Zeichnungen

Von den lauten Tönen getrieben kann Bryan Hitch natürlich ebenfalls aus dem Vollen schöpfen. Übertriebene Kampfmaschinen, gallige Drohnen und Kampfanzüge in oft seitenfüllenden Panels und dazu ohrenbetäubende Explosionen, zerreißendes Metall und ineinander krachende Fahrzeuge sind so realistisch dargestellt, dass der Soundtrack fast schon zu hören ist.

Batmans Grab 2 Detail 2

Daneben kann er aber auch im zweiten Teil leise Szenen einfühlsam zu Papier bringen. Der Regen, die Tränen, der um das üble Ende wissende Blick von Alfred sind für mich die wahren Highlights der Zeichenkunst!

One for the record!

Seien wir mal ehrlich: Viele der Batman-Geschichten aus den letzten Jahrzehnten taugen nur zum einmaligen Lesen. Sie dienen der monatlichen Unterhaltung aber haben keinen nachhaltigen Wert in der Batman-Historie. Dieser wird entweder durch das Einführen von Charakteren geschaffen oder aber durch (oftmals psychologische) Herausforderungen, die Held*innen oder Schurk*innen weiterentwickeln. Daneben gibt es natürlich auch extrem gut konstruierte, spannende Geschichten.

Hier bringen Ellis und Hitch nicht nur Batman und Alfred weiter, sondern definieren auch einen ernstzunehmenden Gegenspieler ohne dabei übersinnliche, göttliche oder extraterrestrische Kräfte bemühen zu müssen. Lesenswert! Für Sammler*innen gibt es auch vom zweiten Teil eine limitierte Hardcoverausgabe mit Variantcover und selbstverständlich fehlt auch der Abdruck von Variantcovern nicht.

Batmans Grab 2 Variantcover
Cover des limitierten Hardcover

Dazu passen ein „Lemmy“-Cocktail und “You can`t bring me down” von Suicidal Tendencies!

© der Abbildungen 2020 DC c/o Panini Verlag GmbH

Zack 262

ZACK 262 (April 2021)

Herausgeber/Chefredaktion: Georg F. W. Tempel

Blattgold Verlag

Heft Din A 4 | 84 Seiten | Farbe | 7,90 €
ISSN: 1438-2792

Cover ZACK 262

Der Frühling ist da und macht angeblich alles neu. Wie aber schon Theodor Fontane in Frühling verkündet hat:

Wohl zögert auch das alte Herz
und atmet noch nicht frei;
es bangt und sorgt: Es ist erst März,
und März ist noch nicht Mai.

Das April-ZACK 262 liegt genau dazwischen, ist aber schon eine seltene Pflanze, denn es enthält weder Neustart noch Abschluss einer Geschichte.

Die Fortsetzungen – Geschichten aus der Vergangenheit,

Das Titelmotiv stammt dieses Mal aus der Fantasy-Serie Saul von den beiden Niederländern Willem Ristier und Apriyadi Kusbiantoro. Der Held war im letzten Heft auf seiner Flucht von Zwergen gerettet worden. Diese hatten ihm den lebenden Mantel umgelegt, der nun langsam beginnt, Einfluss auf den Träger auszuüben. Er soll einen Krieger aus dem Träger machen. Derweil hat das auf Sauls Ergreifen ausgelobte Kopfgeld eine Jägerin angelockt. Auch sie begegnet dem Schneetiger, der ihr sein Geheimnis offenbart. Spannende Melange aus Action und bekannten aber neu gemixten Zutaten im Storm-Stil. Auffallend ist hier, dass die Zwerge nichts Niedliches an sich haben!

ZACK 262 Page 21

Danach geht es in das Frankreich des Jahres 1743. Die uneheliche Tochter des verstorbenen Marquis de Valcourt war zum Tode verurteilt worden und hatte von der Befreiung eines Anführers einer Truppe von Gesetzlosen profitieren können. Nicht alle im Lager sind aber über ihre Anwesenheit erfreut und auch sie selbst muss sich über ihre neue Lage klar werden. In Die Räuberin muss sich die zukünftige Rani langsam damit abfinden, dass ihre bisherigen Ansichten in einem neuen Leben nicht zählen werden. Spannende History-Serie von Altmeister Van Hamme und Alcante mit grandiosen Landschaften von Francis Vallés.

Jack Manini erzählt Geschichten über das Mädchen von der Weltausstellung in Paris. 1855 ist ein Auftritt des Kaisers Napoleon III. geplant und ein Offizier wird erpresst, um ihn öffentlich zu ermorden. Mit Hilfe der kleinen Julie versucht dieser, die Entführer zu enttarnen, um seine Geliebte aus ihren Fängen befreien zu können doch der Plan scheint schief zu gehen! Willem Étienne setzt die Geschichte gekonnt um. Er verwendet dabei durchaus moderne Layouts, bleibt aber grundsätzlich im vertrauten Streifenraster. Mit schnellen Schnitten schafft er Tempo und Dramatik und variiert dabei auch geschickt die Perspektive. Wer Bastos & Zakuski mochte wird auch hier erfreut sein!

ZACK 262 Page 38

Gegenwart und Zukunft

Nach all der Dramatik bringt Spaghetti den Klamauk zurück: Kampf um Fahrgäste mit allen Mitteln in Taxi! Der niederländische Tausendsassa Daan Jippes bringt die neuen Abenteuer der Figur von Dino Attanasio nach Geschichten von Frans Hasselaar zu Papier. Klassischer Füller in hoher Qualität!

ZACK 262 Page 53

Bei all der Vergangenheitsorientierung tut es gut, einen Sprung in die Zukunft zu machen: Terence Trolley öffnet das Fenster zum Gehirn und zeigt eine Welt, in der einige wenige Psy-Fähigkeiten haben. Natürlich rufen besondere Fähigkeiten auch die verschiedensten potentiellen Nutznießer*innen auf den Plan und nicht alle haben gute Absichten. Etwas ruppige Zeichnungen von Patrick Boutin-Gagné passen sehr gut zu dem Szenario von Serge Le Tendre das kein nettes Bild der Zukunft entwirft! Etwas erwachsener als das auf einem ähnlichen Grundsetting startende Harmony.

Abschließend bringt uns Empire USA 2.3 zurück in die Gegenwart. Der Kampf zwischen verschiedenen russischen Oligarchen und dem Amerikaner Marlin Deckart wird teilweise im Jet-Set ausgetragen, führt aber auch zu blutigen Auseinandersetzungen auf der Straße. Immer wieder sind auch Top-Models involviert. Und dabei versucht der Held, Jared, doch eigentlich nur die letzten Stunden vor der Ermordung seines Freundes zu rekonstruieren. Spannender Thriller mit ansprechenden Zeichnungen von Griffo der darauf wartet wegen der vielen Personen und Querverbindungen nach Komplettierung noch einmal am Stück gelesen zu werden! Ein guter Vertreter des Krimi-/Thriller-Genres!

ZACK 262 Page 68

Der ZACK-Held des Jahres 2019 ist … – Tusch!!

… wieder ein Western! Ich hatte meiner Meinung oft genug Ausdruck verliehen und dem One-Shot einiges zugetraut und tatsächlich hat Der Sheriff gewonnen! Auch sonst hat es einige Verwerfungen gegeben obwohl immer noch drei „Klassiker“ in neuem Gewand unter den ersten Fünf sind. Die Silbermedaille wurde von den Leser*innen an Rick Master verliehen! Von den in diesem Heft vertretenen Serien hat es Rani gleich mit dem ersten Teil auf das Treppchen geschafft – wie gut, dass hier noch einiges zu erwarten ist! Die komplette Liste gibt es online.

Und sonst?

Mein Lieblings-Onpager Tizombi hat es leider nicht in die Top Ten geschafft. Trotzdem lernen wir auch in dieser Ausgabe Neues über Schwierigkeiten auf dem Friedhof! Dazu kommen Parker & Badger und der Vater der Sterne mit alltäglichen Problemen. In einem Interview darf der deutsche Marvelzeichner Jonas Scharf über seine Projekte berichten und es geht um Rassismus im Geisterhaus. Das April ZACK 262 bietet einen bunten Frühlingsstrauß und dürfte alle Erwartungen erfüllen! Zum Schluss daher noch zwei Ankündigungen: Die Michel Vaillant-Gesamtausgabe wird im Herbst bei Egmont erscheinen (Näheres dazu bald hier) und ZACK-Abonnent*innen dürfen sich auf ein weiteres Spezial-Album freuen!

Zu diesem Heft passen ein frühlingshafter Kräuter-Gin mit Bitter Lemon und die guten alten Blechreiz mit „Which side are you on?“.

© der Abbildungen 2021 bei den jeweiligen Verlagen und Künstlern c/o Blattgold GmbH; © des Comix-online-Logos 2000 – 2021 Sven Krantz-Knutzen

Aymond/Bollée – Bruno Brazil – Die neuen Abenteuer 2

Bruno Brazil – Black Program Teil 2

Story: Lauren-Frédéric Bollée 
Zeichnungen: Philippe Aymond

Basierend auf den Charakteren von Greg und Vance

Originaltitel: Les Nouvelles Aventures de Bruno Brazil – Tome 2 Black Program

All Verlag

Hardcover | 56 Seiten | Farbe | 15,80 € | 
ISBN: 978-3-96804-028-8

Aymond Bollée Bruno Brazil neuen Abenteuer 2 Cover

In Bruno Brazil Band 9 war das Kommando Kaiman, eine Truppe von Geheimagent*innen unter Führung von Bruno Brazil, entscheidend geschlagen worden. Drei Agenten waren im Laufe der Einsätze gestorben, zwei weitere schwer verletzt und ihr Chef bedurfte der psychologischen Betreuung. Obwohl es schon in den siebziger Jahren Ideen gab, die Geschichte fortzuentwickeln, folgten nur noch ein paar Kurzgeschichten. 2019 war es dann aber endlich soweit:  Laurent-Frédéric Bollée schrieb ein zweiteiliges Szenario zu den Neuen Abenteuern und Philippe Aymond setzte das ganze grafisch um: Black Program war geboren!

Zurück zu den Wurzeln

Bereits in Teil 1 war es Brazil gelungen, seine Dämonen in Schach zu halten und die Reste des Teams wieder zusammen zu fügen. Altbekannte Gegner*innen waren plötzlich zu Opfern geworden und immer wieder tauchte ein Name auf: Black Program. Nun zeigt es sich, dass die NASA nach dem Ende der bemannten Raumfahrt zum Mond keineswegs aufgehört hatte, sondern eine geheime Apollo 18 Mission zum Mars durchgeführt worden war. Zwar hatte es Probleme gegeben, beide Astronauten hatten aber zur Erde zurückkehren können.

Black Program 2 page 23

Es wird klar, dass Ottoman und Rebelle nicht nur eine Basis im südamerikanischen Dschungel gebaut hatten und die zweite wieder in Benutzung zu sein scheint. Die dahinterstehende Organisation steht in Verbindung mit den anschlägen und auch mit dem überlebenden Astronauten. Bruno und Gaucho machen sich auf den Weg, diese zu suchen, und werden dabei von Nomade und Whip aus dem Hintergrund unterstützt. Dazu scheint es noch ein Geheimnis zwischen Bruno und Rebelle zu geben.

Die Story von Laurent-Frédéric Bollée ist sicherlich etwas anders gelagert als die damaligen Geschichten von Greg: Neben den weiterhin vorkommenden Agententhriller-Aspekten, den Actioneinlagen und der Teamchemie, bei denen der Originalton sehr passend weitergeführt wird, tauchen auch Science-Fiction-Elemente auf. Diese passen technologisch vielleicht nicht ganz zu den Gegebenheiten Ende der Siebziger Jahre, integrieren sich in das Storykonzept aber ganz gut und machen neugierig auf weitere Folgen. Das neue Kreativteam hat definitiv den Mumm, den Klassiker zwar ehrfürchtig fortzusetzen, dabei aber gleichzeitig auch kräftig zu erneuern!

Aymond Bollée Bruno Brazil neuen Abenteuer 2page 24

Brillante Hintergründe und viel Action

Während man die Story ohne größere Verrenkungen mit dem Original verbinden kann fällt das bei den Zeichnungen etwas schwerer! Natürlich hat Philippe Aymond einen eigenen Stil (und ich glaube auch nicht, dass Vance‘ Strich einfach zu kopieren wäre). Die Figuren haben auch einen hohen Wiedererkennungsfaktor, es fühlt sich aber trotzdem ein wenig so an als ob die Schauspieler*innen in der Staffelpause ausgewechselt worden wären. Dabei macht Aymond seine Sache gut; die Dschungelszenen sind erstklassig und auch die Darstellung des Weltraums, der technischen Labore, überhaupt aller Umgebungen gelingen ihm ausgesprochen gut.

Die Figuren wirken dagegen manchmal etwas unbeholfen was sich meines Erachtens nach auf eine einzige Schwachstelle zurückführen lässt: Die Mundpartie! Die Lippen sind zu Botox-lastig und die ewig-gleiche weiße Zahnreihe wirkt irritierend.

 Black Program 2 page 29

Das ist aber nur ein Schönheitsfehler! Actionszenen wechseln sich mit Meetings oder sogar Familienbildern ab und die eine oder andere Reminiszenz an andere Serien hat auch den Weg in das Album geschafft.

Fazit

Die Serie gehört sicherlich zu DEN Klassikern des europäischen Comics. Im Gegensatz zu vielen Anderen hatte sie allerdings nur eine relativ kurze Laufzeit und so ist es zu begrüßen, dass auch Bruno Brazil nun ein zweites Leben erlaubt worden ist. Story-technisch ist der Spagat zwischen reiner Nachahmung und moderner Weiterentwicklung gelungen. Zeichnerisch befindet sich das Team auf sehr gutem Weg dahin. Es bleibt also zu hoffen, dass weitere Abenteuer folgen werden!

Bruno Brazil - neue Abenteuer 2 page 26

Dankenswerter Weise bringt der All-Verlag aktuell nicht nur Bruno Brazil – die Neuen Abenteuer heraus, sondern legt auch die alten erneut auf. Im Buchregal passen also beide Reihen perfekt zueinander! Hardcover, Überformat, gutes Papier und die Möglichkeit, eine limitierte Vorzugsausgabe mit Schutzumschlag und signiertem ExLibris zu erwerben, sind ein Lob wert!

Dazu könnte sicherlich ein gut gekühltes Westcoast-IPA schmecken und Cock Sparrer, die in den letzten 5 Jahrzehnten jeweils mindestens einen Tonträger veröffentlicht haben, schlagen dazu die musikalische Brücke aus den Siebzigern!

Bruno Brazil - neue Abenteuer 2 ExLibris
ExLibris der limitierten VZA

© der Abbildungen Éditions du Lombard (Dargaud-Lombard S.A.) 2020 by Aymond, Bollée

© der deutschen Ausgabe All-Verlag Wipperfürth, 2021

ZEBRA-Sonderband 24

Druckwerke sind bei uns unverzichtbar

Text und Zeichnungen: Rudolph Perez und Georg K. Berres

ZEBRA (GoGer (at) web.de)

Heft | 56 Seiten | s/w | 7,00 € |

Cover ZEBRA Sonderband 24

Die Independent-Comic-Szene in Deutschland ist gar nicht mal so klein. Und vor allem ist auch der Output trotz Corona und allem weiterhin stetig. Nur die Möglichkeiten in Shops, auf Messen und Veranstaltungen darauf aufmerksam zu machen sind doch deutlich geringer geworden. Gerne nehme ich hier also die Gelegenheit war, auf das eine oder andere hinzuweisen!

ZEBRA – nicht nur ein schwarz-weißes Tier

Detail from ZEBRA Sonderband 24

ZEBRA betitelt sich selbst als „das anspruchsvolle deutsche Comic-Magazin“ und wurde von den Zeichnern und Autoren Georg K. Berres, Bill GoGer, Ludwig Kreutzner und Rudolph Perez chon vor langer Zeit gegründet und seitdem betreut. Natürlich haben auch viele andere an den bisherigen Ausgaben mitgewirkt. Das Magazin ist in Köln beheimatet und versorgt die Republik mit Newslettern, Zeitschriften und Sonderbänden.

Aktuell ist der Sonderband 24 mit dem Titel Druckwerke sind bei uns unverzichtbar! Der Band versammelt Werke von Rudolph Perez und Georg K. Berres zu geprinteten Medien, Schriftsteller*innen, unveröffentlichten Entwürfen oder Ideen zu Logos, Anzeigen und vielem mehr!

Detail 2 from ZEBRA Sonderband 24

Von einfachen Wortspielen zur hohen Literatur

Meistens bestehen die Inhalte aus einem Bild und bringen den gewünschten Inhalt sehr pointiert dar, es gibt aber auch Bildfolgen und Texte. Allen gemein ist die Lust am Blödeln! Manchmal bleibt einem beim Lesen allerdings das Lachen auch im Hals stecken und dann ist die Karikatur eben nur vordergründig lustig.

Die ZEBRAS verstehen ihren Sonderband im Übrigen auch als ein Zeichen dafür, dass die Digitalisierung die analogen Medien noch lange nicht getötet hätte und reklamieren für die Ergebnisse des Auge des Künstlers eben jene Unverzichtbarkeit! Lesenswert, wenn auch teilweise von unterschiedlicher Qualität! Das ist allerdings wahrscheinlich Geschmackssache und so wird jede*r andere Sachen lieben! Ihr findet die ZEBRAS im Übrigen auch auf facebook.

Detail 3 from ZEBRA Sonderband 24

Dazu passen “Sunday Papers” von Joe Jackson und der Cocktail von Seite 29 unten.

© der Abbildungen 2020 Rudolph Perez und Georg K. Berres

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