Aquaman – Der Thron von Atlantis

Aquaman – Der Thron von Atlantis – Die Inspiration zum Kino Blockbuster

Story: Geoff Jones
Zeichnungen: 
Paul Pelletier, Ivan Reis

Originaltitel: Justice League (2011) 15-17, Aquaman (2011), 15-16

Panini Comics
Prestige | 132 Seiten | Farbe | 14,99 €
ISBN: 
978-3-7416-1031-8

Cover Aquaman - Der Thron von Atlantis

Der seit Dezember 2018 in den Kinos recht erfolgreich laufende „Aquaman“ ist der aktuelle Film des DC Extended Universe mit Jason Momoa in der Titelrolle. Inspiriert wurde der Film durch die hier besprochene Story von 2011.

Aquaman ist Gründungsmitglied der Justice League und damit fester Bestandteil der DC Heldenvereinigung, die regelmäßig Schurken bekämpft und Probleme löst. Er hat allerdings ein Problem, denn Arthur Curry – so sein richtiger Name – ist der Sohn eines Menschen und einer atlantischen Prinzessin. Als solcher kann Arthur zwar unter anderem unter Wasser atmen, sich mit allen Meereslebewesen verständigen und besonders schnell schwimmen, er ist aber kein „reiner“ Atlanter und somit nicht von allen Wasserwesen akzeptiert. Aber auch seine Mitstreiter Batman, Superman und Wonder Woman zweifeln immer mal wieder gerne, ob er sich wirklich der menschlichen Seite anschließen wird oder doch den Atlantern.

Als sich Orm, der Halbbruder Aquamans und aktueller Herrscher in Atlantis, nach einem Angriff mit Marschflugkörpern auf die Zivilisation in der Tiefe entschließt, amerikanische Küstenstädte anzugreifen um es den Landbewohner heimzuzahlen, müssen die Superhelden alle Kräfte aufbieten um die Opferzahlen nicht zu hoch werden zu lassen.

Detail aus Aquaman - Der Thron von Atlantis

Im Laufe der Auseinandersetzungen stellt sich heraus, dass Orm genauso manipuliert wird wie auch menschliche Beteiligte und dass ein ganz anderer Gegner im Hintergrund die Fäden zieht. Trotzdem stellt sich die Frage der Bestrafung, schließlich wurden ja Menschen geschädigt. Die Frage sei erlaubt, ob die gleiche Logik bei einer Reaktion auf einen Angriff auf menschliche Stätten und einer scheinbaren Reaktion gegen den scheinbaren Feind angewendet worden wäre. Wenn ja, müsste der eine oder andere amerikanische Präsident sich wohl verantworten…

Der Comic bietet rasante Action, brillante Monster und epische Schlachten in Kino-Popcorn-Manier und Überbreite. Alle Beteiligten leben ihren emotionalen Background komplett aus und neben den „Hilfstruppen“ der Justice League – besonders liebenswert Element Woman – hat auch Mera einen starken Auftritt. Wer also den Film schon gesehen hat, darf getrost den Hintergrund erlesen. Wer den Film noch sehen möchte, die Zweitverwertung beginnt ja bald, kann den Comic getrost lesen, da es genügend Unterschiede gibt.

Jones liefert solide Superheldenkost ab und erlaubt im Hintergrund ein paar Fragestellungen über die Legitimation von Gewalt. Ob sie allerdings wirklich gestellt werden sollten oder ob sie sich nur bei einem nicht patriotisch nationalistischen Leser aufdrängen, sei mal dahingestellt. Das Artwork ist teilweise grandios, die atlantischen Hilfstruppen überzeugen mit ihrer Mischung aus Tiefseestyle und überzeichneten Beisserchen und selbst die Gesichter in Nahaufnahmen wissen durchaus zu überzeugen.

Detail aus Aquaman - Der Thron von Atlantis

Insgesamt also sehr gediegene Kost! Die Übernahme eines Filmmotivs als Covermotiv hilft, den Zusammenhang zwischen den beiden Welten des DC Universe herzustellen und für die Fans sind die „richtigen“ Originalcover selbstverständlich im Anhang abgedruckt.

Dazu passen Popcorn, Cola und Charts!

© der Abbildungen 2013, 2018 DC Comics, c/o Panini Verlag

Hilda – Comics für Kinder

Hilda

Story: Luke Pearson
Zeichnungen: 
Luke Pearson
Originaltitel: Hilda

5 Bände bei Reprodukt 
Großformat | je 36 Seiten | Farbe | 18,00 €

2 Bände bei Reprodukt 
Softcover | je 40 Seiten | Farbe | 13,00 €

13 Folgen auf Netflix
Je 24 Minuten| Staffel 1 – 2018

cover Hilda und der Troll

Hilda ist ein Mädchen. Sie hat blaue Haare, ist unerschrocken, neugierig und immer bereit, sich auf etwas Unerwartetes einzulassen. Hilda hat ihren eigenen Willen. Hilda hat einen Hund. Hilda ist also genau die Heldin, die nicht nur Eltern, sondern vor allem Kinder in Geschichten lieben. Luke Pearson ist gelungen, was nur Wenige schaffen wie etwa Astrid Lindgren oder Sven Nordquist: Auch visuell wirkende Hauptfiguren für das Lese- und Seh-alter ab 6 Jahren. Nachdem der Berliner Reprodukt-Verlag in seinem Kindercomic-Programm Hilda schon seit einigen Jahren pflegt und zum Beispiel auch über den Gratis-Comic-Tag 2017 kräftig Werbung macht, ist Hilda jetzt plötzlich der Star vieler Feuilleton-Beiträge denn Netflix hat eine Serie daraus gemacht.

Hilda liebt Tiere und kann sich mit Ihnen verständigen. Sie ist aber auch fähig, die Wesen zu sehen, die andere nicht wahrnehmen: Trolle, Riesen, Wolkenartige und Wassergeister. Sie zeigt keine Angst, sondern ist bereit, die Welt der anderen zu verstehen, sieht die Gefahr, die von den achtlosen Erwachsenen ausgelöst wird und versucht zu vermitteln.

Detail aus Hilda und der Troll

Spielen die ersten beiden Bände noch im Wald und damit in einer der kindlichen Lebenswelt eher fremden Umgebung, müssen Hilda und ihre Mutter danach in die Stadt umziehen und erlauben somit Abenteuer, die aufgrund der bekannteren Umgebung direkt die kindliche Phantasie anregen können.

Pearsons Figuren haben klare Konturen, große Augen und nicht zu viele Details. Emotionen und Geschwindigkeiten werden in einfacher Bildsprache vermittelt so dass auch noch-nicht-Selbstleser gut folgen können. Die Bildaufteilung orientiert sich grundsätzlich am klassischen Raster, hat aber immer wieder ganzseitige Layouts und ist daher sehr abwechslungsreich.

Logo Netflix Hilda

Hier gibt es den Trailer von Netflix.

Die Umsetzung auf Netflix ist gut gelungen, insbesondere wurde die Altersgruppe erfreulicherweise getroffen. Hilda ist noch etwas kantiger und grobflächiger als im Comic, bewegt sich aber nicht so cartoonhaft wie etwa Heidi in der Umsetzung der 80-er Jahre. Der Charme der Geschichten bleibt erhalten und über die filmische Präsentation wird wahrscheinlich sogar ein noch größeres Publikum erreicht. Es bleibt zu hoffen, dass Eltern nicht nur auf die filmische Version setzen, sondern zusätzlich zu dem einen oder anderen Comic greifen, schon allein um den Kindern das Verstehen von gedruckten graphischen Erzählungen beizubringen.

Dazu passt Früchtetee, natürlich ungesüßt.

Abbildungen Hilda und der Troll © 2013 – 2018  Reprodukt

Abbildung Netflix-Logo © 2018 Netflix, Inc.